5.4 Versandfähigkeit unverpackte Stückgüter





Bruchempfindliche Tafeln u.ä. sind stehend oder in Schräglage zu transportieren. Eine Vielzahl dazu speziell konstruierter oder gesondert ausgerüsteter Fahrzeuge ist am Transportmarkt verfügbar.


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Abbildung 5.4.29 : Innenlader mit Betonteilen [W. Strauch]


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Abbildung 5.4.30 – 31: Centerloader/Innenlader mit Betontafeln [W. Strauch]

Zu Abb. 30 und 31: Hydraulikstempel sollen die senkrecht stehenden Platten festhalten. Oberhalb des Schwerpunkts angesetzt, können sie unten ein seitliches Ausbrechen jedoch nicht verhindern. Dort sind die Platten zu fixieren.


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Abbildung 5.4.32 : Nicht zum Fahrzeug gehörendes Gestell für senkrechten Transport [W. Strauch]

Zu Abb. 32: Ketteneinsatz ohne spezielle Kantenschützer kann zu Materialabbrüchen führen. Eine Lockerung der Ketten wäre die Folge. Zweifelhaft ist die Sicherungswirkung der Ketten überhaupt.


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Abbildung 5.4.33 : Innenlader mit Betonteilen [W. Strauch]

Belastungsfähige V-Stützen halten die Platten seitlich. Fixiert werden sie durch Spindelstützen, deren Kontaktflächen mit Gummi belegt sind. Wichtig ist waagerechtes und weitgehend rechtwinkliges Anbringen, damit die Stützen sicher fixiert sind und sich nicht verlagern können.


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Abbildung 5.4.34 : Innenlader mit Betonteilen [W. Strauch]

A-Böcke sollten unbedingt mit den Fahrzeugen formschlüssig verbunden werden können. Die A-Böcke selbst sollten so beschaffen sein, dass die Ladung auf bzw. an ihnen gesichert werden kann.


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Abbildung 5.4.35 : Betontafeln auf Schrägbock [W. Strauch]

Auf Schrägladern oder Schrägböcken müssen Ladungen nach allen Seiten formschlüssig gesichert werden. Kraftschlüssige Niederzurrungen sind nur sehr begrenzt einsetzbar. Das gilt nahezu generell für alle schweren Betonteile:


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Abbildung 5.4.36 : Weder beförderungs- noch verkehrssicherer Transport von Betonfertigteilen [W. Strauch]

Vier Niederzurrungen können die Tafeln nicht sichern. Die Ladelücke nach vorn stellt eine zusätzliche Gefährdung dar. Mit der schmalen Seite aufliegende rechteckige Unter- und Zwischenleger sowie geringe Reibungswerte verschlechtern die Transportfähigkeit zusätzlich. Derartige Ladungen sollten formschlüssig gesichert werden.

Elementdecken bestehen im Wesentlichen aus Betonplatten von einigen Zentimeter Dicke, in die auf der Oberseite Gitterträger für eine spätere Bewehrung eingegossen sind. Die Gitterträger dienen nicht nur zur Auflage von Baustahlmatten; es werden zur Bewehrung auch Baustahlstäbe quer in die Gitterträger eingeschoben. Sind die Gitterträger durch Sicherungsmittel eingedrückt, kann das Einbringen der Querbewehrung behindert werden und zu Verzögerungen der Baumaßnahmen führen. Die Unterseite ist meist sehr glatt, um beim Hausbau auf das Verputzen verzichten zu können. Wird so gepackt, dass sich die Gitterträger einer Decke mit der glatten Seite einer Anderen berühren, kann das Kratzer, Riefen u.ä. verursachen, die ein Verspachteln der Oberflächen erfordern. Im Kapitel 9 wird detailliert auf die Verladung eingegangen. Die Möglichkeit formschlüssiger Sicherungen sind darin zu finden. Hier werden nur einige Beispiele gezeigt, bei denen die Versandfähigkeit eingeschränkt ist.


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Abbildung 5.4.37 : Kontakt von glatten Unterseiten mit Gitterträgern der Oberseiten [W. Strauch]

Die Ladung ist mit insgesamt fünf auf Zurrwinden geführten Drähten und einem Zurrgurt „gesichert“. Beim hinteren Stapel werden durch den kleinen Zurrwinkel nur ca. 30% der Vorspannkraft in Vertikalkraft umgesetzt. Die kleinen Berührungsflächen zwischen Gitterträgerelementen und Zurrmitteln können Verformungen bewirken. Durch die Niederzurrungen können die erforderlichen Vertikalkräfte nicht aufgebracht bzw. die erforderlichen Vorspannkräfte nicht gehalten werden, um die Elementdecken am Rutschen zu hindern. Durch Verformung der Gitterträger werden Zurrumfang und Spannung der Zurrmittel verringert.


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Abbildung 5.4.38 : Teilweise Verhinderung von Direktkontakt durch Zwischenlagen aus Brettern [W. Strauch]

Die Niederzurrungen können das Verrutschen der Elementdecken nicht verhindern.


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Abbildung 5.4.39 : Zwischenlagen aus Holz, aber geringe Vertikalkomponenten der Zurrmittel [W. Strauch]

Die Elementdecken können infolge sehr kleiner Zurrwinkel und geringer Vertikalkräfte nicht am Rutschen gehindert werden. Die Zwischenlagen aus Holzbrettern beugen Kratzern vor. Generell ist auf ausreichend große Flächen der Unter- und Zwischenlagen zu achten, da sich die Gitterträger ansonsten verformen können.

Viele Betonfertigteile lassen aufgrund ihrer Formgebung durchaus Direktzurrungen oder Formschluss zu. Diese Möglichkeit wurde hier ignoriert:


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Abbildung 5.4.40 : Mangelhafte Sicherung von Betonfertigteilen [W. Strauch]


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Abbildung 5.4.41 : Nase-nach-unten“ erleichtert die Sicherung [W. Strauch]

Werden die Betonteile anders gepackt, wird die Anbringung von Direktzurrungen deutlich erleichtert – das Heben mit Anschlagmitteln allerdings erschwert.


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Abbildung 5.4.42 : Ladelücken [W. Strauch]


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Abbildung 5.4.43 : Falsch eingehakt [W. Strauch]

Aufgrund geringer Elastizität sind Ketten für Niederzurrungen nur äußerst selten geeignet. Bei den Ladelücken innerhalb der Ladung sind Niederzurrungen grundsätzlich wirkungslos. Die Spitze des Hakens in Abbildung 43 verursacht Schäden an der Ladung.