12  Ladungssicherung

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12.1  Sichern von Packstücken (Kisten, Verschläge, Rahmen-konstruktionen und Schlitten)

Das richtige Stauen und Sichern der o. g. Packstücke garantiert einen schadenfreien Transport. Insbesondere bei Packstücken mit großen Abmessungen und Bruttomassen ist die Sicherung oft schwierig. Nimmt man als Beispiel eine große Schwergutkiste oder Verschlag, dann hat das Packstück große glatte Außenwände, die kaum für das Anlenken von Ladungssicherungsmitteln geeignet sind. Hieraus ergeben sich Anforderungen an die Packmittelhersteller, mit zusätzlichen konstruktiven Maßnahmen die Packmittel so auszustatten, dass eine ausreichende Ladungssicherung erleichtert wird. Dabei ist zu beachten, dass nicht alle Baugruppen einer Verpackung, insbesondere einer Schwergutverpackung, in der Lage sind, große Sicherungskräfte aufzunehmen und zu halten, siehe Kapitel 6.6.

Bei den o. g. Packstücken ist die Baugruppe "Boden" das am höchsten belastbare Element.

Die Ladungssicherung der Packgüter auf den unterschiedlichen Transportmitteln nimmt einen sehr breiten Raum ein. Unter anderem sind in folgenden Veröffentlichungen zum Thema Ladungssicherung ausführliche, frei zugängliche Informationen und Anregungen zu finden:


12.2  Mögliche Maßnahmen zur Ladungssicherung von Packstücken

Als erste Maßnahme zur Ladungssicherung ist darauf zu achten, dass zwischen Ladung und Ladefläche ein möglichst großer Reibungsbeiwert μ vorhanden ist. Je höher der Reibungsbeiwert ist, desto einfacher gestalten sich alle weiteren erforderlichen Maßnahmen. Der Reibungsbeiwert wird beeinflusst durch die Materialpaarungen und deren Zustand (rau, glatt, nass, trocken). Eine übliche Maßnahme, um einen hohen Reibungsbeiwert zu bekommen, ist die Zwischenlage von reibungserhöhenden Matten.


Ladefläche Reibungsbeiwert μ
  trocken nass
Holz 0,2 – 0,5 0,2 – 0,25
Stahl 0,2 – 0,5 0,2 – 0,25
Gummi (RH-Matte) 0,6 0,6

Tabelle 17: Reibbeiwerte (Gleitreibung) für verschiedene Materialpaarungen



Abbildung 112: Sicherungsbeispiel bei Packstücken mit Überbreite


In Abb. 112 ist ein Beispiel einer Sicherung gegen Rutschen eines Packstückes mit Überbreite auf einem Flat dargestellt. Gesichert wird durch seitlich angebrachte Winkel. Weitere Beispiele sind im Containerhandbuch des GDV nachzulesen.

Es gibt grundsätzlich zwei Ladungssicherungsverfahren:

  • Kraftschlüssige Ladungssicherung (Reibungserhöhung), z. B. Niederzurren

  • Formschlüssige Ladungssicherung (Sicherung durch z. B. Stauen gegen feste Wände, Ausfüllen von Leerräumen oder Anbringen von Seilen, Ketten und Gurten direkt am Packstück)

Diese genannten Verfahren finden bei allen Verkehrsträgern Anwendung und können als Einzelmaßnahme oder in Kombination zur Anwendung kommen. Der Ladungssicherungsbedarf ist immer durch eine Berechnung zu bestimmen oder zu überprüfen.

Basis für eine Berechnung sind die in Kapitel 1.3 aufgeführten Transportbelastungen. Hinweise zur Anwendung der Verfahren:

GDV Ladungssicherungshandbuch unter www.tis-gdv.de

BAM Ladungssicherungshandbuch unter www.bam.de unter Service, Publikationen, Handbuch

CTU-Packrichtlinie, Dokument Nr. B 8087, Verkehrsblatt Verlag, Dortmund



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