5.5  Nägel

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Für die Verbindung von Holzbauteilen werden im Kistenbau hauptsächlich Nägel eingesetzt. Es gibt Nägel in unterschiedlichster Ausführung. Für das Fügen von Kistenbauteilen werden runde Drahtstifte nach DIN EN 10230-1 (2000-01), lose Maschinenstifte nach DIN 1143 T1 1982-08 oder Sondernägel nach DIN 1052 2004-08 verwendet.

Für die Verpackungsindustrie ist der Durchziehwert des Nagelkopfes von ausschlaggebender Bedeutung. Der Durchziehwert des Nagelkopfes soll möglichst gleichwertig mit dem Ausziehwiderstand des Nagelschaftes sein. Ist der Ausziehwiderstand des Nagelschaftes größer, wird der Nagelkopf bei Belastung durch das Holz gezogen.

Der Ausziehwiderstand der Nägel steigt mit der Abnahme der Verarbeitungsfeuchte des Holzes:


Verarbeitungsholzfeuchte % Ausziehwiderstand %
8 100
30 60
65 < 50


Vorzugsweise sind geharzte Nägel oder Ringnägel einzusetzen. Der Vorteil geharzter Nägel ist, dass beim Einschießen der Nägel das Harz aufgrund der Reibungswärme schmilzt und so ein leichtes Eintreiben der Nägel ermöglicht. Nach Abkühlung wird eine intensive Verbindung zwischen Nagelschaft und Holzfasern hergestellt. Der Ausziehwiderstand gegenüber einem Nagel mit Glattschaft ist höher.

Der Ringnagel garantiert durch seine waagerechte Rillung am Schaft eine hohe formschlüssige Verbindung mit dem Holz mit einem entsprechend hohen Ausziehwiderstand. Folgende qualitative Unterschiede bezüglich des Ausziehwiderstandes können bei vergleichbaren Nägeln zugrunde gelegt werden:


glatter Nagelschaft geharzter Nagelschaft Ringnagel
100 % 110 % 130 %


Die Nagellänge, die erforderlich ist, um Holzbauteile zu verbinden, ist bei Durchnagelung so zu wählen, dass die Nagelspitze mindestens auf eine Länge von 5 mm umgeschlagen werden kann. Dieses geschieht im Kistenbau in der Regel durch Nageln auf Nagelböden aus Stahl. Der Nagel wird durch die Holzbauteile geschossen, trifft auf den Nagelboden und wird umgelegt. Die Nagelköpfe dürfen nicht mehr als 2 mm versenkt werden und sollen bündig mit der Holzoberfläche abschneiden.

Das Nagelbild von Leisten und Brettern ist so zu gestalten, dass eine Spaltwirkung ausgeschlossen wird. D. h. es sollte ein ausreichender Abstand zu den Kanten der Bretter vorhanden sein, ebenso eine versetzte Nagelung (nicht in Reihe hintereinander). Die Abb. 40 zeigt eine Möglichkeit:


Abbildung 40: Nagelbild bei Leisten und Brettern


Beim Nageln vom dünneren ins dickere Holz ist die Nagellänge so zu wählen, dass sie ungefähr der dreifachen Dicke des dünneren Holzes entspricht, siehe Abbildung 41:


Abbildung 41: Erforderliche Nagellänge


Genagelt wird grundsätzlich vom dünneren ins dickere Holz.

Hirnholznagelungen (parallel zur Holzfaser) sind aufgrund des geringen Ausziehwiderstandes nicht belastbar und daher zu vermeiden.

Für Sperrholz sind Breitkopfstifte zu verwenden, um ein Durchziehen der Nagelköpfe zu vermeiden.

Bei Nagelung von Sperrholz ist darauf zu achten, dass die Eindringtiefe des Nagelkopfes nicht zu groß wird und dabei mehrere Lagen des Sperrholzes zerstört.


Abbildung 42: Geharzte Nägel für Nagelpistolen



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