Arbeit mit dem SiLK – SicherheitsLeitfaden Kulturgut




Brandheiß: Der Schutz von Kulturgut vor Feuer ist immer aktuell!

Was tun, wenn es brennt? Der Anfang ist klar: Personenschutz geht immer vor! Dazu sind konkrete Vorschriften zu beachten, die beispielsweise Fluchtwegepläne verlangen. Aber wie geht es dann weiter? Was kann getan werden, um das wertvolle Sammlungsgut oder das kostbare Inventar in Schlössern, die Sammlungen in Archiven, Bibliotheken und Museen und natürlich auch die Gebäude, in denen das Kulturgut bewahrt und ausgestellt wird, vor der Vernichtung durch ein Feuer zu retten?


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Abbildung 1   Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek im Jahr 2004
[Klassik Stiftung Weimar]

Doch zuvor: Im Fall des Risikos Brand steht Prävention an allererster Stelle. Kaum eine andere Gefahr kann innerhalb kürzester Zeit riesige Mengen an wertvollen Objekten stark beschädigen und meist sogar vollständig zerstören. Den Ausbruch eines Feuers zu verhindern, muss daher oberste Priorität haben. Hier gibt es vieles, das getan werden kann. Die regelmäßige Kontrolle und Wartung von Elektroanlagen und -leitungen verhindern, dass es zu Kurzschlüssen kommt – ein häufiger Grund für den Ausbruch von Bränden. Arbeiten in Restaurierungswerkstätten, bei denen offenes Feuer oder leicht entflammbare Stoffe zum Einsatz kommen, dürfen nur von ausgebildetem Fachpersonal unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ausgeführt werden. Veranstaltungen und Events bei romantischem Kerzenschein sind tabu (LED-Kerzen als gute Alternative). Auflagen für das Catering und das Museumscafé sind vorzugeben. Flure und Dachböden sind von Brandlasten freizuhalten. Ein besonders hohes Risiko stellen Baustellen dar, ganz besonders bei Schweißarbeiten. Nicht wenige Museums-, Schloss- und Kirchenbrände sind auf Schweißarbeiten am Dach zurückzuführen. Sind diese unbedingt erforderlich, dürfen sie nur von Arbeitern mit Schweißer-Prüfbescheinigung ausgeführt werden.

Und wenn es doch zu einem Brand kommt? Hier gilt es, besonders schnell zu sein, damit aus einem kleinen Funken keine Brandkatastrophe wird. Dabei hilft entsprechende Technik: Brandmeldeanlagen, Rauchmelder, Entrauchung, Löschanlagen, Feuerlöscher, Blitzschutz. Die Mitarbeiter müssen für die Bedienung eingewiesen bzw. geschult sein und den Notfall geübt haben. Denn wer hat zum Beispiel schon einmal einen Feuerlöscher bedient? Und es muss eine Planung geben, die beinhaltet, welche wichtigsten Objekte vorrangig zu bergen sind.

Grundsätzlich ist eine enge Kooperation mit der zuständigen Feuerwehr unerlässlich. Sie weiß, wie der vorbeugende Brandschutz organisiert sein muss und kann dazu beraten, ist im Einsatz als einzige vor Ort (andere Personen haben keinen Zutritt mehr!) und sollte daher auch im Vorfeld für die Besonderheiten und die Schutzwürdigkeit der Einrichtung sensibilisiert werden.

All diese Themen können im Kapitel „Brand“ des SiLK – SicherheitsLeitfadens Kulturgut noch einmal in Ruhe und im Detail nachgelesen werden. Der zum Thema gehörende Fragebogen ermöglicht einen Check, ob in der eigenen Einrichtung bereits auf alles geachtet wurde oder ob es noch Verbesserungsbedarf gibt. Die automatisiert erstellte Auswertung des Fragebogens gibt einen Überblick über die „Baustellen“, die es zu verbessern gilt, und gibt Tipps und Empfehlungen, wie diese Verbesserungen zu erreichen sind. Alles nutzerfreundlich und selbsterklärend.





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