Arbeit mit dem SiLK – SicherheitsLeitfaden Kulturgut




Gewalt richtet sich auch gegen Kunst- und Kulturgüter

Terrorismus ist eine Bedrohung, die auch von Kultureinrichtungen in Deutschland nicht ignoriert werden kann. Denkmäler und Kunstschätze können zu „weichen“ Angriffszielen werden, die eine hohe symbolische Bedeutung haben und deren Zerstörung die Identität einer Gesellschaft bedroht.

Aber auch Demonstrationen, Großveranstaltungen und Proteste können außer Kontrolle geraten und sich zu Krawallen oder Ausschreitungen entwickeln, die Kollateralschäden an Kulturgütern bewirken.

„Bei Protesten gegen Staatschef
Plünderer verwüsten altes Museum in Algier“

(ntv, 09.03.2019)

Panik und anarchische Zustände können beispielsweise dazu führen, dass plötzlich große Personengruppen in ein nahegelegenes Museum stürmen. Kriegerische Auseinandersetzungen hingegen spielen heute in Deutschland keine Rolle. Aber wie sieht es mit der Gefahr von bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Ländern aus, in die Leihgaben aus deutschen Häusern gehen sollen?

Die drei genannten Bedrohungen
Terror, Störungen der öffentlichen Ordnung, bewaffnete Konflikte
können, wie auch Naturkatastrophen, als Folge

  • zu einem längeren Ausfall wichtiger bautechnischer Infrastruktur (Stromversorgung, Klimaanlage, Videoüberwachung, Brandmeldeanlage etc.) und
  • der Kommunikationssysteme und somit
  • zu Beschädigungen an Sammlungsobjekten führen.

Aufgabe von Kultureinrichtungen ist es, sich dieser Bedrohungen bewusst zu werden, in „Gedankenspielen“ konkrete Szenarien für das eigene Haus zu identifizieren und gegebenenfalls präventive sowie akute Maßnahmen zu ergreifen. Dabei sind sowohl äußere Faktoren wie die innen- und außenpolitische Situation zu bedenken als auch interne Aspekte wie Ausstellungen oder Veranstaltungen zu umstrittenen Themen, die als Provokation aufgefasst werden können.

Es sind vor allem vier Bereiche von Gefahren relevant, denen das Kulturgut im Fall von Gewalttaten ausgesetzt sind:

  • die gezielte Zerstörung oder Entwendung,
  • die billigende Zerstörung oder Beschädigung von Kulturgut als „Kollateralschaden“,
  • die unbeabsichtigte oder irrtümliche Zerstörung sowie
  • die Gefährdung durch Eigentumsdelikte (Diebstahl, Raubgrabungen u. ä.).

Hierbei zeigt sich, dass in vielen Fällen Maßnahmen im Sinne des Notfallmanagements für andere, potenziell häufiger auftretende Gefährdungen wie Brand, Diebstahl, Vandalismus oder Havarien greifen können, soweit diese vorbereitet sind.

Der SiLK – SicherheitsLeitfaden Kulturgut hilft mit seinen Einführungstexten, Fragebögen und weiterführenden Quellen im Wissenspool, das Thema Gewalttaten zu erfassen und mit weiteren Informationen zum Beispiel zu Brand und Diebstahl zu ergänzen.

Der Fragebogen Gewalttaten führt von der





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