www.gdv.de www.tis-gdv.de





Feigen, getrocknet [English version]

Inhaltsverzeichnis

Allgemein:
Informationen zur Ware
Verpackung
Transport
  Containerfähigkeit
  Ladungssicherung


Risikofaktoren und Schadenverhütung:
Temperatur Geruch
Feuchte Verunreinigung
Lüftung Mechanische Einflüsse
Biotische Aktivität Toxizität /  Gesundheitsgefährdung
Gase Schwund / Abhandenkommen
Selbsterhitzung / -entzündung Schädlingsbefall / Krankheiten




Informationen zur Ware

Warenname

Deutsch Feigen, getrocknet
Englisch Figs, dried
Französisch Figues séchées
Spanisch Higos secados
Wissenschaftlich Ficus carica
KN/HS-Nummer * 0804 20 ff.


(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes System der EU)



Warenbeschreibung

Feigen sind die birnenförmigen Scheinfrüchte des Feigenbaums der Familie der Maulbeerengewächse (Moraceae), die im Inneren viele Steinfrüchtchen enthalten. Sie werden durch Trocknung konserviert (Trockenobst). Der oft strauchförmige Feigenbaum ist am Persischen Golf und am Mittelmeer beheimatet. Heute ist er in den Subtropen und Tropen der Erde verbreitet.

Durch den Trocknungsprozess verflachen die Feigen, so dass die Birnenform verloren geht und sie nunmehr ein runde Form haben.

Je nach Qualität wird zwischen Naturalfeigen und bearbeiteten Feigen unterschieden:

Naturalfeigen werden an der Sonne oder maschinell getrocknet, auf Schnüren oder zu Kränzen aufgefädelt. Der auskristallisierte Traubenzucker, dessen Körnchen eine glanzlose Oberfläche erzeugen, konserviert die Feigen als Trockenobst auf natürliche Weise.
Bearbeitete Feigen werden mehreren Arbeitsgängen unterzogen, so durch Trocknung, Tauchen in Salzwasser oder Wasserdampfbehandlung, Pressung und wieder Trocknung. Durch die Pressung in bestimmte Formen (Tafeln, Rollen) sowie durch die Bearbeitung erhalten sie ein ansprechendes glänzendes Aussehen. In dieser Art der Aufbereitung sind sie auf dem Markt am begehrtesten.


Qualität / Lagerdauer

Feigen sollen groß, dünnschalig, hellbraun sein und süß, saftig und honigartig schmecken. Am gefragtesten sind die Smyrnafeigen, die sich gut für den Trocknungsprozess eignen. Der weißliche Belag auf der Schale ist auskristallisierter Traubenzucker.

Bei der Einhaltung der empfohlenen Lagertemperatur und rel. Luftfeuchte lässt sich eine Verzuckerung der Früchte vermeiden, bei der es sich nicht um Verderb handelt, sondern um das Resultat von Feuchtigkeits- und Temperaturwechseln. So handelt es sich bei sehr stark ausgetrockneten Früchten mit starker Verzuckerung sowie saurem Geruch meist um Vorjahresernte.

Trockenfeigen sind durch den verbliebenen hohen Wassergehalt nur bedingt lagerfähig. Bei Einhaltung der empfohlenen Lagertemperatur und relativen Luftfeuchte sind Trockenfeigen einige Monate haltbar. Bei unsachgemäßer Lagerung können Feigen klebrig werden, von Hefepilzen befallen werden, schimmeln, gären und einen unangenehmen Geruch annehmen.


Verwendungszweck

Getrocknete Feigen werden hauptsächlich zum Rohverzehr verwendet. Außerdem dienen sie zur Herstellung von Marmeladen, Wein, Feigenbrot usw.


Abbildungen

(Durch Anklicken der einzelnen Abbildungen werden diese vergrößert dargestellt.)

Foto Feigen

Abbildung 1
Zeichnung Feigen

Abbildung 2
Foto Feigen

Abbildung 3
Foto Feigen

Abbildung 4
Foto Feigen

Abbildung 5
Foto Feigen

Abbildung 6



Herkunftsländer

Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.

Europa Griechenland, Italien, Spanien, Türkei, Portugal, Südfrankreich
Afrika Algerien
Asien Syrien
Amerika USA (Kalifornien)
Australien Australien


Zurück zum Anfang




Verpackung

Trockenfeigen werden unter anderem in Laubholzkisten (13...15 kg), Schachteln aus Vollpappe, Industrieware auch in Säcken aus Leinengewebe à 25 kg verpackt.

Die in Schachteln aus Well- oder Vollpappe verpackte Ware sollte auf Paletten transportiert werden. Dabei sollten die Verpackungsgröße so gewählt werden, dass die Abmessungen der einzelnen Flächenmodule oder Flächen-Multimodule auf die üblichen Palettengrößen 800x1200 mm und 1000x1200 mm abgestimmt sind und somit Ladeeinheiten gebildet werden können.


Zurück zum Anfang




Transport

Symbole

Symbol Stückgut

Stückgut


Temperaturgeführt



Verkehrsmittel

Schiff, Bahn, Lkw


Containerfähigkeit

Einsatz von Standard-Container / Kühl-Container bei Einhaltung der Untergrenzen des Wassergehaltes von Ware, Verpackung und Containerboden. Container sollten unter Deck gestaut werden, um hohe Temperaturentwicklung und damit Sirupbildung zu vermeiden.


Umschlag

Da die Packstücke stoßempfindlich sind, muss beim Umschlag entsprechend vorsichtig vorgegangen werden.

Bei feuchtem Wetter (Regen, Schnee) muss die Ladung vor Feuchtigkeit geschützt werden, da dies zu Schimmel, Fäulnis, Gärung und Klebrigwerden führen kann.


Staumaß

1,80 m³/t (in Schachteln à 15 kg) [1]


Stauplatzanforderungen

kühl, trocken, ggf. gute Lüftung


Separation

Signierstift, Ölkreide, Ölpapier, Packpapier


Ladungssicherung

Um einen sicheren Transport zu gewährleisten, ist die Ladung so im Transportmittel zu stauen und zu sichern, dass sie während des Transports nicht verrutschen und ihre Lage verändern kann. Die Packstücke dürfen nicht durch andere Gegenstände oder Ladungsteile beschädigt werden, um Mengenverluste und Qualitätsminderungen zu vermeiden.


Zurück zum Anfang




Risikofaktoren und Schadenverhütung

RF Temperatur

Getrocknete Feigen erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf. Lüftungs-Kondition (LK IV) (Lagerklima-Kondition).

Genaue Angaben über die einzuhaltende Lagertemperatur sollten vom Versender eingeholt werden.

Bezeichnung Temperaturbereich Quelle
Günstige Reisetemperatur 4...20°C [1]
7°C [3]
7°C [5]


Bei Temperaturen < 10°C wird ein eventuelles Milbenwachstum gehemmt.

Bei Temperaturen > 25°C bildet sich Sirup, und es kann zur Gärung kommen. Es besteht die Gefahr, dass der Sirup aus der Verpackung sickert und andere Waren beschädigt.

Die Ware sollte  nicht in der Nähe von Wärmequellen gestaut werden, da sonst die Gefahr der Austrocknung und Verhärtung der Ware besteht. Die Ware wird dunkelbraun bis koksartig.


Zurück zum Anfang




RF Feuchte

Getrocknete Feigen erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).

Genaue Angaben über die einzuhaltende relative Luftfeuchte sollten vom Versender eingeholt werden.

Bezeichnung Feuchte/Wassergehalt Quelle
Relative Luftfeuchte 60...70% [1]
60% [3]
60% [5]
Wassergehalt 18...30% [1]
max. 26% [5]
Oberste Gleichgewichtsfeuchte 65% [1]


Bei rel. Luftfeuchten < 60% werden Feigen zäh und hart, so dass sie sich nur noch schlecht für den Rohverzehr eignen.

Feigen sind stark hygroskopisch. Feuchtigkeit, besonders Schiffsschweiß und direkter Kontakt mit See-, Regenwasser, verursacht Gärung. Ist dies der Fall, kann die gesamte Partie anfangen zu gären. Um eine Durchfeuchtung der Ware durch Schwitzwasser von Oberflächen des Laderaums bzw. Containers zu vermeiden, sollte die Ware mit Garnier geschützt werden. Ist ein Gärungsprozess eingeleitet, kann dieser sauerteigartig die ganze Ladung durchdringen.


Zurück zum Anfang




RF Lüftung

Getrocknete Feigen erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).

Wenn sich die Ware im „verschiffungstrockenen" Zustand befindet, d. h. aufgrund des Wassergehalts keine Beeinträchtigungen durch Schimmel etc. zu befürchten sind, braucht nicht gelüftet zu werden. Ist dies nicht der Fall, sollten folgende Lüftungsmaßnahmen vorgenommen werden:

Empfohlene Lüftungs-Konditon: Luftwechsel 6fach/h (Durchlüftung)


Zurück zum Anfang




RF Biotische Aktivität

Getrocknete Feigen besitzen eine biotische Aktivität 3. Ordnung.

Sie gehören zu den Waren mit unterbrochenen Respirationsprozessen, bei denen jedoch weiterhin biochemische, mikrobielle u. a. Zersetzungsprozesse ablaufen.


Zurück zum Anfang




RF Gase

Kein Risiko!


Zurück zum Anfang




RF Selbsterhitzung / -entzündung

Bei Temperaturen > 25°C laufen chemische Umsetzungen rasch ab; es kann zu erheblicher Sirupbildung und Selbsterwärmung kommen.


Zurück zum Anfang




RF Geruch

Aktivverhalten Getrocknete Feigen besitzen einen leicht angenehmen Geruch.
Passivverhalten Getrocknete Feigen sind sehr stark geruchsempfindlich. Sie sollten nicht in der Nähe von Zwiebeln und anderem Lauchgemüse gestaut werden, da deren ätherische Öle geruchsinfizierend sind.



Zurück zum Anfang




RF Verunreinigung

Aktivverhalten Bei Temperaturen > 25°C sowie durch zu hohen Stapeldruck bildet sich Sirup, und es kann zur Gärung kommen. Es besteht die Gefahr, dass der Sirup aus der Verpackung sickert und andere Waren beschädigt.
Passivverhalten Getrocknete Feigen sind Verunreinigungen gegenüber äußerst empfindlich.



Zurück zum Anfang




RF Mechanische Einflüsse

Die Packstücke müssen im Laderaum bzw. Container entsprechend gesichert werden, damit sie während des Transportes ihre Lage nicht verändern können. Beim Containertransport ist es zudem wichtig, dass die Ware an den Türen so gesichert wird, dass sie beim Öffnen dieser nicht aus dem Container herausfallen.


Zurück zum Anfang




RF Toxizität / Gesundheitsgefährdung

Feigen können durch Schimmelpilzbefall Mykotoxin (giftige Stoffwechselprodukte) bilden.

Von Milben befallene Trockenfeigen können nach dem Verzehr zu schweren Darmerkrankungen führen.


Zurück zum Anfang




RF Schwund / Abhandenkommen

Der normale Masseverlust durch Abnahme des Feuchtigkeitsgehaltes der Ware kann ca. 1 % betragen.

Geringe Mengenverluste können durch Bruch der Packmittel entstehen.


Zurück zum Anfang




RF Schädlingsbefall / Krankheiten

Durch Wärme und Feuchte kann die Ware von Milben befallen werden, was zur Ungenießbarkeit der Feigen und zu schweren Darmerkrankungen führen kann. Feststellbar ist der Milbenbefall der Ware anhand der Kontrolle mittels einer Lupe: Die Milben sind dann als weißliche, sich langsam bewegende Punkte zum Unterschied von auskristallisiertem Traubenzucker erkennbar. Die Entwicklungszeit vom Ei zum Imago (geschlechtsreifen Insekt) beträgt ca. 10 Tage.

Feigen werden begast, so dass ein Begasungszertifikat vorliegen muss. Die Begasung richtet sich besonders gegen den Milbenbefall, aber auch gegen andere Schädlinge.

Bei entsprechenden Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnissen besteht die Gefahr des Befalls durch Maden, Milben, Schaben, Motten (Dörrobst, Mehl-, Heumotte), Käfer (Saft-, Getreideschmal-, Getreideplatt- und Reismehlkäfer), Ratten, Mäusen und Ameisen.


Zurück zum Anfang