www.gdv.de www.tis-gdv.de





Datteln, getrocknet [English version]

Inhaltsverzeichnis

Allgemein:
Informationen zur Ware
Verpackung
Transport
  Containerfähigkeit
  Ladungssicherung


Risikofaktoren und Schadenverhütung:
Temperatur Geruch
Feuchte Verunreinigung
Lüftung Mechanische Einflüsse
Biotische Aktivität Toxizität /  Gesundheitsgefährdung
Gase Schwund / Abhandenkommen
Selbsterhitzung / -entzündung Schädlingsbefall / Krankheiten




Informationen zur Ware

Warenname

Deutsch Datteln, getrocknet
Englisch Dates, dried
Französisch Dattes séchées
Spanisch Dátiles secados
Wissenschaftlich Phoenix dactylifera
KN/HS-Nummer * 0804 10 00


(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes System der EU)



Warenbeschreibung

Datteln sind sie Beerenfrüchte der bis zu 25 m hohen Dattelpalme der Familie der Palmen (Palmae, Aracaceae). Sie ist eine der ältesten Kulturpflanzen und wahrscheinlich um den Persischen Golf beheimatet.

Die Dattelpalme ist zweihäusig, und man belässt nur wenige männliche Palmen; die weiblichen Bäume werden dadurch bestäubt, dass man pollengetränkte Baumwolltücher über die weiblichen Blütenstände hängt, die dann bis zu 200 Datteln/Fruchtstand entwickeln.

Die etwa pflaumengroße, ovale, einsamige Beerenfrucht ist von goldgelber bis braunroter Farbe, weichem Fruchtfleisch und hat einen ungenießbaren Kern.

Der Wassergehalt der Datteln wird durch natürliche oder künstliche Trocknung auf 20% reduziert. Letzterer geht ein Tauchbad in kochender Natronlauge voran.

Teils werden die Kerne, die 15% der Frucht einnehmen, belassen, und die Datteln sehen schön voll aus, oder sie werden entkernt angeboten, sehen dann aber eingedrückt aus.


Qualität / Lagerdauer

Gute Datteln sollen hellbraun glänzend, nicht miteinander verklebt und nicht von Milben befallen sein. Am beliebtesten ist die sogenannte Königsdattel aus Nordafrika, die hellbraun, von weichem, saftigem Fleisch und glänzendem Aussehen ist.

Gealterte oder nicht fachgemäß behandelte Ware hat ein stumpfes Aussehen, mehlig-trockenes Fruchtfleisch und nicht den aromatisch süßen Geschmack.

Infolge unzureichender Bearbeitung oder zu langer Lagerdauer können Datteln sauer werden. Saure Früchte sind noch für Futterzwecke verwendbar.

Bei Einhaltung der empfohlenen Lagertemperatur und relativen Luftfeuchte sind Trockendatteln ca. 6...12 Monate haltbar.


Verwendungszweck

Die süßen und weichen Sorten gelangen zum Export (Obstdatteln) und werden roh verzehrt, während die stärkereichen Trockendatteln ein Grundnahrungsmittel in den Anbauländern darstellen. Die Samen werden geröstet und als Dattelkaffee angeboten.


Abbildungen

(Durch Anklicken der einzelnen Abbildungen werden diese vergrößert dargestellt.)

Foto Datteln

Abbildung 1
Foto Datteln

Abbildung 2
Foto Datteln

Abbildung 3
Foto Datteln

Abbildung 4
Zeichnung Datteln

Abbildung 5



Herkunftsländer

Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.

Europa Tunesien, Griechenland
Afrika Algerien, Marokko, Südafrika
Asien Irak, Iran, Israel
Amerika USA (Kalifornien, Florida, Arizona)
Australien Australien


Zurück zum Anfang




Verpackung

Datteln werden unter anderem in Schachteln aus Pappe (5...34 kg), in Kisten (13 kg), Industrieware auch in Fässern und Säcken verpackt.

Die in Schachteln aus Well- oder Vollpappe verpackte Ware sollte auf Paletten transportiert werden. Dabei sollten die Verpackungsgröße so gewählt werden, dass die Abmessungen der einzelnen Flächenmodule oder Flächen-Multimodule auf die üblichen Palettengrößen 800x1200 mm und 1000x1200 mm abgestimmt sind und somit Ladeeinheiten gebildet werden können.

Foto Datteln

Abbildung 6



Zurück zum Anfang




Transport

Symbole

Symbol Stückgut

Stückgut


Temperaturgeführt



Verkehrsmittel

Schiff, Bahn, Lkw


Containerfähigkeit

Einsatz von Standard-Container / Kühl-Container bei Einhaltung der Untergrenzen des Wassergehaltes von Ware, Verpackung und Containerboden. Container sollten unter Deck gestaut werden, um hohe Temperaturentwicklung und damit Sirupbildung zu vermeiden.


Umschlag

Da die Packstücke stoßempfindlich sind, muss beim Umschlag entsprechend vorsichtig vorgegangen werden.

Bei feuchtem Wetter (Regen, Schnee) muss die Ladung vor Feuchtigkeit geschützt werden, da dies zu Schimmel, Fäulnis, Gärung und Klebrigwerden führen kann.


Staumaß

1,80 m³/t (in Kisten à 11 kg bzw. 35 kg) [1]
1,10 m³/t (Industriedatteln in Schachteln) [1]
1,25...1,31 m³/t (Kisten) [11]
0,91...1,02 m³/t (Kisten) [14]
0,82...0,85 m³/t (Schüttgut) [14]


Stauplatzanforderungen

Kühl, trocken, ggf. gute Lüftung; hochwertige Datteln (Dessertdatteln, ausgelesen) werden in Kühlräumen transportiert.


Separation

Signierstift, Ölkreide, Ölpapier, Packpapier


Ladungssicherung

Um einen sicheren Transport zu gewährleisten, ist die Ladung so im Transportmittel zu stauen und zu sichern, dass sie während des Transports nicht verrutschen und ihre Lage verändern kann. Die Packstücke dürfen nicht durch andere Gegenstände oder Ladungsteile beschädigt werden, um Mengenverluste und Qualitätsminderungen zu vermeiden.


Zurück zum Anfang




Risikofaktoren und Schadenverhütung

RF Temperatur

Datteln erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).

Genaue Angaben über die einzuhaltende Lagertemperatur sollten vom Versender eingeholt werden.

Bezeichnung Temperaturbereich Quelle
Günstige Reisetemperatur 4...20°C [1]
0...2°C [3]
0...2°C [5]


Bei Temperaturen < 10°C wird ein eventuelles Milbenwachstum gehemmt, während es durch Wärme gefördert wird.

Bei Temperaturen > 25°C bildet sich Sirup, und es kann zur Gärung kommen. Es besteht die Gefahr, dass der Sirup, der sog. "Dattelhonig", aus der Verpackung sickert und andere Waren beschädigt. Außerdem kann es zu Verfärbungen kommen, wie Dunkel- oder Fleckigwerden.

Die Ware sollte  nicht in der Nähe von Wärmequellen gestaut werden.


Zurück zum Anfang




RF Feuchte

Datteln erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).

Genaue Angaben über die einzuhaltende relative Luftfeuchte sollten vom Versender eingeholt werden.

Bezeichnung Feuchte/Wassergehalt Quelle
Relative Luftfeuchte 50...60% [1]
Wassergehalt 14...20% [1]
Oberste Gleichgewichtsfeuchte 65% [1]


Bei einer rel. Luftfeuchte > 70% neigen Datteln zum Schimmeln, zum Befall mit Hefepilzen und zum Gären.

Bei einer rel. Luftfeuchte < 60% werden Datteln zäh und hart.

Datteln sind stark hygroskopisch. Feuchtigkeit, besonders Schiffsschweiß und direkter Kontakt mit See-, Regenwasser, verursacht Gärung. Ist dies der Fall, kann die gesamte Partie anfangen zu gären. Um eine Durchfeuchtung der Ware durch Schwitzwasser von Oberflächen des Laderaums bzw. Containers zu vermeiden, sollte die Ware mit Garnier geschützt werden. Ist ein Gärungsprozess eingeleitet, kann dieser sauerteigartig die ganze Ladung durchdringen.


Zurück zum Anfang




RF Lüftung

Datteln erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).

Wenn sich die Ware im „verschiffungstrockenen" Zustand befindet, d. h. aufgrund des Wassergehalts keine Beeinträchtigungen durch Schimmel etc. zu befürchten sind, braucht nicht gelüftet zu werden. Ist dies nicht der Fall, sollten folgende Lüftungsmaßnahmen vorgenommen werden:

Empfohlene Lüftungs-Konditon: Luftwechsel 6fach/h (Durchlüftung)


Zurück zum Anfang




RF Biotische Aktivität

Datteln besitzen eine biotische Aktivität 3. Ordnung.

Sie gehören zu den Waren mit unterbrochenen Respirationsprozessen, bei denen jedoch weiterhin biochemische, mikrobielle u. a. Zersetzungsprozesse ablaufen.


Zurück zum Anfang




RF Gase

Kein Risiko!


Zurück zum Anfang




RF Selbsterhitzung / -entzündung

Bei Temperaturen >25°C laufen chemische Umsetzungen rasch ab. Es kann zu erheblicher Sirupbildung und Selbsterwärmung kommen.


Zurück zum Anfang




RF Geruch

Aktivverhalten Getrocknete Datteln besitzen einen leicht angenehmen Geruch.
Passivverhalten Getrocknete Datteln sind sehr stark geruchsempfindlich. Sie sollten nicht in der Nähe von Zwiebeln und anderem Lauchgemüse gestaut werden, da deren ätherische Öle geruchsinfizierend sind.



Zurück zum Anfang




RF Verunreinigung

Aktivverhalten Bei Temperaturen > 25°C bildet sich Sirup, und es kann zur Gärung kommen. Es besteht die Gefahr, dass der Sirup aus der Verpackung sickert und andere Waren beschädigt. Das Entfernen des Sirups ist mit größten Schwierigkeiten verbunden! Das Auswaschen des Laderaums/Containers mit Frischwasser ist problematisch, da es in Verbindung mit Sirup einen klebrigen Schaum bildet, der schwer zu entfernen ist.
Passivverhalten Getrocknete Datteln sind Verunreinigungen gegenüber äußerst empfindlich.



Zurück zum Anfang




RF Mechanische Einflüsse

Die Packstücke müssen im Laderaum bzw. Container entsprechend gesichert werden, damit sie während des Transportes ihre Lage nicht verändern können. Beim Containertransport ist es zudem wichtig, dass die Ware an den Türen so gesichert wird, dass sie beim Öffnen dieser nicht aus dem Container herausfallen.


Zurück zum Anfang




RF Toxizität / Gesundheitsgefährdung

Durch Milbenbefall kann es beim Verzehr zu Darmerkrankungen kommen. Das Einatmen von Milbenstaub führt eventuell zu Asthmaanfällen, und bei häufiger Berührung mit Milben können Hauterkrankungen auftreten.


Zurück zum Anfang




RF Schwund / Abhandenkommen

Der normale Masseverlust durch Abnahme des Feuchtigkeitsgehaltes der Ware kann ca. 1...2% betragen.


Zurück zum Anfang




RF Schädlingsbefall / Krankheiten

Durch Wärme und Feuchte kann die Ware von Milben befallen werden, was zur Ungenießbarkeit der Datteln und zu schweren Darmerkrankungen führen kann. Feststellbar ist der Milbenbefall der Ware anhand der Kontrolle mittels einer Lupe: Die Milben sind dann als weißliche, sich langsam bewegende Punkte zum Unterschied von auskristallisiertem Traubenzucker erkennbar. Die Entwicklungszeit vom Ei bis zum Imago (geschlechtsreifen Insekt) beträgt 10 Tage.

Bei geringem Milbenbefall kann die Ware meist noch durch Erhitzen gerettet werden.

Der Befall mit Motten (Dattelmotte, Mehlmotte), Käfern (Saftkäfer, Getreideschmalkäfer, Getreideplattkäfer, Reismehlkäfer), Ratten, Mäusen und Ameisen führt zu Verunreinigungen und Mengenverlusten. Er hat seinen Ursprung oft im Erzeugerland und bedeutet eine Wertminderung der Ware sowie Begasungs- und Erhitzungskosten zur Rekonditionierung. Ein Begasungsattest sollte vorliegen.


Zurück zum Anfang