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Aprikosen, getrocknet [English version]

Inhaltsverzeichnis

Allgemein:
Informationen zur Ware
Verpackung
Transport
  Containerfähigkeit
  Ladungssicherung


Risikofaktoren und Schadenverhütung:
Temperatur Geruch
Feuchte Verunreinigung
Lüftung Mechanische Einflüsse
Biotische Aktivität Toxizität /  Gesundheitsgefährdung
Gase Schwund / Abhandenkommen
Selbsterhitzung / -entzündung Schädlingsbefall / Krankheiten




Informationen zur Ware

Warenname

Deutsch Aprikosen, getrocknet
Englisch Apricots, dried
Französisch Abricots séchés
Spanisch Albaricoque secados
Wissenschaftlich Prunus armeniaca
KN/HS-Nummer * 0813 10 00


(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes System der EU)



Warenbeschreibung

Die Aprikose stammt aus China und dem Gebiet zwischen Kaspischem und Schwarzem Meer und ist die 4...8 cm große Steinfrucht des Aprikosenbaumes (Familie der Rosengewächse, Rosaceae).

Das Fruchtfleisch voll ausgereifter Aprikosen ist gelb bis intensiv orangefarbig, saftig und äußerst wohlschmeckend. Wasserreiche Früchte sind zuckerarm und wenig aromatisch.

Getrocknete Aprikosen gehören zum Trockenobst. Aprikosen (ganz, vom Stein befreit, oder als Hälften) werden natürlich (Luft- oder Sonnentrocknung) oder in Trockenanlagen bis auf einen Wassergehalt von 22% heruntergetrocknet. Eine Besonderheit bilden die sogenannten slabs, das ist überreifes, vom Baum gefallenes Fallobst, das besonders süß ist.

Zur Verlängerung der Haltbarkeit und um eine fermentative Bräunung zu verhindern, welche zu einer schnellen Dunkelfärbung der Früchte führt, werden die Aprikosen mit Schwefeldampf (Schwefeldioxid, SO2) behandelt.

Unter den Trockenfrüchten sind Aprikosen die empfindlichste Ware.


Qualität / Lagerdauer

In [2] sind die Qualitätsbezeichnungen kalifornischer Ware wie folgt aufgeführt:

slabs: Fallobst
standard: kleinste Früchte
choice: ausgewählte Früchte
extra choice: besonders verlesene Früchte
fancy: große Früchte
extra fancy: besonders große Früchte
jumbo: extra große Früchte

Die maximale Lagerdauer von getrockneten Aprikosen wird wie folgt angegeben:

Temperatur Rel. Luftfeuchte Max. Lagerdauer Quelle
0...7°C 60...70% bis zu einem Jahr [1]
unter 8°C 75% mehrere Jahre [5]



Verwendungszweck

Getrocknete Aprikosen werden in der Süß- und Backwarenindustrie verwendet, meist jedoch gern roh verzehrt. Sie sind auch Bestandteil des Studentenfutters.


Abbildungen

(Durch Anklicken der einzelnen Abbildungen werden diese vergrößert dargestellt.)

Foto Aprikosen

Abbildung 1
Foto Aprikose

Abbildung 2
Foto Aprikose

Abbildung 3



Herkunftsländer

Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.

Europa Türkei, Spanien
Afrika Südafrika
Asien Iran, Pakistan
Amerika Argentinien, Chile, USA
Australien Australien


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Verpackung

Getrocknete Aprikosen werden unter anderem in Schachteln á 12,5 kg; Kisten à 12 bzw. 14 kg und Säcke à 70 kg verpackt.

Die in Schachteln aus Well- oder Vollpappe verpackte Ware sollte auf Paletten transportiert werden. Dabei sollten die Verpackungsgröße so gewählt werden, dass die Abmessungen der einzelnen Flächenmodule oder Flächen-Multimodule auf die üblichen Palettengrößen 800x1200 mm und 1000x1200 mm abgestimmt sind und somit Ladeeinheiten gebildet werden können.


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Transport

Symbole

Symbol Stückgut

Stückgut


Temperaturgeführt



Verkehrsmittel

Schiff, Bahn, Lkw


Containerfähigkeit

Einsatz von Standard-Container / Kühl-Container bei Einhaltung der Untergrenzen des Wassergehaltes von Ware, Verpackung und Containerboden.


Umschlag

Da die Packstücke stoßempfindlich sind, muss beim Umschlag entsprechend vorsichtig vorgegangen werden.

Bei feuchtem Wetter (Regen, Schnee) muss die Ladung vor Feuchtigkeit geschützt werden, da dies zu Schimmel, Fäulnis, Gärung und Klebrigwerden führen kann.


Staumaß

3,10 m³/t (Flachsack, Leinengewebe) [1]
1,56 m³/t (Pappschachteln à 13 kg) [1]


Stauplatzanforderungen

kühl, trocken, ggf. gute Lüftung


Separation

Ölkreide, Signierstift, Matten, Jutekleider, Fasertauwerk, dünne Fasernetze


Ladungssicherung

Um einen sicheren Transport zu gewährleisten, ist die Ladung so im Transportmittel zu stauen und zu sichern, dass sie während des Transports nicht verrutschen und ihre Lage verändern kann. Die Packstücke dürfen nicht durch andere Gegenstände oder Ladungsteile beschädigt werden, um Mengenverluste und Qualitätsminderungen zu vermeiden.


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Risikofaktoren und Schadenverhütung

RF Temperatur

Getrocknete Aprikosen erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).

Genaue Angaben über die einzuhaltende Lagertemperatur sollten vom Versender eingeholt werden.

Bezeichnung Temperaturbereich Quelle
Günstige Reisetemperatur 5...20°C [1]
0...7°C [4]
8°C [5]


Bei Temperaturen < -2°C besteht die Gefahr des Verderbs, und bei Temperaturen < 10°C wird ein eventuelles Milbenwachstum gehemmt.

Bei Temperaturen > 20°C bildet sich Fruchtzucker auf den Früchten, so dass diese hart werden und sich verfärben. Derart kristallisierte Früchte können aber in Wasserdampf wieder aufgearbeitet werden.

Zwischen 25...30°C laufen chemische Umsetzungen rasch ab.

Bei Erwärmung verfärben sich Trockenaprikosen blauschwarz.


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RF Feuchte

Getrocknete Aprikosen erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).

Genaue Angaben über die einzuhaltende relative Luftfeuchte sollten vom Versender eingeholt werden.

Bezeichnung Feuchte/Wassergehalt Quelle
Relative Luftfeuchte 60...70% [1]
60...70% [4]
75% [5]
Wassergehalt 22...23% [1]
22% (unbehandelt) [5]
25% (geschwefelt) [5]
Oberste Gleichgewichtsfeuchte 65% [1]


Getrocknete Aprikosen sollten vor jeglicher Feuchtigkeit (See-, Regen-, Kondenswasser) geschützt werden. Rel. Luftfeuchte > 70% führt zum Klebrigwerden, Verschimmeln und zum Befall mit Hefepilzen.

Bei rel. Luftfeuchten < 60% werden Aprikosen zäh und hart, so dass sie sich nur noch schlecht zum Rohverzehr eignen.

Besonders der direkte Kontakt mit Wasser führt zum Aufquellen und Schimmeln. Die Ware sollte mit Garnier gegen Schweißwasser geschützt werden. 

Die steil ansteigende Sorptionsisotherme für getrocknete Aprikosen zeigt die starke Hygroskopizität dieser Trockenfrüchte auf. Bei einem Wassergehalt von 22% stehen getrocknete Aprikosen mit 65% rel. Luftfeuchte im Gleichgewicht.

SI Aprikosen

Abbildung 4


Feuchtebeeinflussung vermeiden, da die Ware stark hygroskopisch ist und Feuchtwerden zum Quellen und Schimmeln führen kann. Zusätzlich kann ein Gärungsprozess eingeleitet werden, wenn die Früchte mit Wasser in Berührung kommen. Ist ein solcher Gärungsprozess erst einmal eingeleitet worden, so ist dieser nicht mehr rückgängig zu machen und durchdringt schließlich sauerteigartig die ganze Ladung.


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RF Lüftung

Getrocknete Aprikosen erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).

Wenn sich die Ware im „verschiffungstrockenen" Zustand befindet, d. h. aufgrund des Wassergehalts keine Beeinträchtigungen durch Schimmel etc. zu befürchten sind, braucht nicht gelüftet zu werden. Ist dies nicht der Fall, sollten folgende Lüftungsmaßnahmen vorgenommen werden:

Empfohlene Lüftungs-Konditon: Luftwechsel 6fach/h (Durchlüftung)

Fehlende Ventilation in Verbindung mit Wärme und falscher Stauweise führen zur Bildung von Fruchtzucker, zum Hartwerden und zur Verfärbung, auch werden die Früchte anfällig für Schädlinge.


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RF Biotische Aktivität

Getrocknete Aprikosen besitzen eine biotische Aktivität 3. Ordnung.

Sie gehören zu den Waren mit unterbrochenen Respirationsprozessen, bei denen jedoch weiterhin biochemische, mikrobielle u. a. Zersetzungsprozesse ablaufen.


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RF Gase

Kein Risiko!


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RF Selbsterhitzung / -entzündung

Bei Temperaturen >25°C laufen chemische Umsetzungen rasch ab. Es kann zu erheblicher Sirupbildung und Selbsterwärmung kommen.


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RF Geruch

Aktivverhalten Getrocknete Aprikosen besitzen einen leicht angenehmen Geruch.
Passivverhalten Getrocknete Aprikosen sind sehr stark geruchsempfindlich und sollten nicht in der Nähe von Zwiebeln und anderem Lauchgemüse gestaut werden, da deren ätherische Öle geruchsinfizierend sind.



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RF Verunreinigung

Aktivverhalten Bei zu hohen Temperaturen und zu hoher Stapelung (Druck) besteht die Gefahr von Sirupbildung, welche andere Waren verunreinigen kann.
Passivverhalten Getrocknete Aprikosen sind Verunreinigungen gegenüber äußerst empfindlich.



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RF Mechanische Einflüsse

Die Packstücke müssen im Laderaum bzw. Container entsprechend gesichert werden, damit sie während des Transportes ihre Lage nicht verändern können. Beim Containertransport ist es zudem wichtig, dass die Ware an den Türen so gesichert wird, dass sie beim Öffnen dieser nicht aus dem Container herausfallen.

Druck in Verbindung mit Hitzeeinflüssen bewirkt eine Kandierung und Verklumpung, Sirupbildung und Gärung.


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RF Toxizität / Gesundheitsgefährdung

Durch Milbenbefall kann es beim Verzehr zu Darmerkrankungen kommen. Das Einatmen von Milbenstaub führt eventuell zu Asthmaanfällen, und bei häufiger Berührung mit Milben können Hauterkrankungen auftreten.

Die Behandlung mit Schwefeldioxid (SO2) muss gekennzeichnet sein.


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RF Schwund / Abhandenkommen

Masseverluste können durch Trocknung der Ware und Wasserdampfabgabe entstehen.


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RF Schädlingsbefall / Krankheiten

Durch Wärme und Feuchte kann die Ware von Milben befallen werden, was zur Ungenießbarkeit der Aprikosen und zu schweren Darmerkrankungen führen kann. Feststellbar ist der Milbenbefall der Ware anhand der Kontrolle mittels einer Lupe: Die Milben sind dann als weißliche, sich langsam bewegende Punkte zum Unterschied von auskristallisiertem Traubenzucker erkennbar. Die Entwicklungszeit vom Ei zum Imago (geschlechtsreifen Insekt) beträgt ca. 10 Tage.

Durch Wärme und Feuchtigkeit werden getrocknete Aprikosen anfällig gegenüber Schädlingen. Schaben, Motten (Dörrobst-, Mehl- und Heumotte), Käfer ( Saft-, Getreideschmal-, Getreideplatt- und Reismehlkäfer) sowie Ratten, Mäuse und Ameisen können sie befallen.


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