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Pfirsiche / Nektarinen [English version]

Inhaltsverzeichnis

Allgemein:
Informationen zur Ware
Verpackung
Transport
  Containerfähigkeit
  Ladungssicherung


Risikofaktoren und Schadenverhütung:
Temperatur Geruch
Feuchte Verunreinigung
Lüftung Mechanische Einflüsse
Biotische Aktivität Toxizität /  Gesundheitsgefährdung
Gase Schwund / Abhandenkommen
Selbsterhitzung / -entzündung Schädlingsbefall / Krankheiten




Informationen zur Ware

Warenname

Deutsch Pfirsiche, Nektarinen
Englisch Peaches, Nectarines
Französisch Pêches, Nectarines
Spanisch Melocotóns, Nectarinas
Wissenschaftlich Prunus persica var. laevis
KN/HS-Nummer * 0809 30 ff.


(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes System der EU)



Warenbeschreibung

Pfirsiche (Prunus persica) gehören zur Unterfamilie Prunoideae der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Ursprünglich stammen sie aus China, über Japan und Persien gelangten sie nach Europa.

Pfirsiche zählen wie auch Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Mangos und Avocados zum Steinobst. Steinobst sind Schließfrüchte, die im Inneren einen harten, den Samen umschließenden Stein inmitten einer fleischigen Pulpa aufweisen.

Nach der Schalenbeschaffenheit und der Löslichkeit des Steins von der Pulpa werden vier Gruppen unterschieden:

1. Schale: samtartig (Pfirsiche) glatt, hart (Nektarinen)
2. Löslichkeit des Steins leicht

(Kerngeher)

(freestone)
schwer

(Härtlinge)

(clingstone)
leicht

(Kerngeher)

(freestone)
schwer

(Härtlinge)

(clingstone)



Qualität / Lagerdauer

Vollreife Früchte mit voller Aromabildung und Ausfärbung sind kaum transportfähig.

Die Früchte werden, wenn ihre Schale trocken ist, gebürstet, gewaschen und an der Luft getrocknet. Gelangen die Früchte ungereinigt ins Kühllager, können sie nicht nachträglich gebürstet werden, da sonst die feucht gewordene Schale verletzt werden würde.

Pfirsiche, die Verletzungen der Haut oder Schimmelbefall aufweisen, dürfen nicht verladen werden, da dies bei den gesunden Früchten ebenfalls zu Qualitätsminderungen durch Fäulnis führen kann. Außerdem sollten die Pfirsiche frei von Fremdgeruch und -geschmack sein.

Die maximale Lagerdauer wird wie folgt angegeben:

Temperatur Rel. Luftfeuchte Max. Lagerdauer Quelle
0...1°C 95% 14...28 Tage [1]
0...3°C 90% 10...40 Tage [2]
-1...0°C 90% 14...28 Tage [3]
-1...0°C 90% 14 Tage (frühreifende Sorten) [5]
-1...0°C 90% 48 Tage (spätreifende Sorten) [5]
0°C 90...95% 3...4 Wochen [39]


Durch den CA-Transport kann die Transport- und Lagerdauer ausgedehnt werden. Hierfür sind folgende Parameter einzustellen [16]:

Temperatur Rel. Luftfeuchte O2 CO2 CA-Eignung
0,6...1,7°C 90...95% 2% 5% gut



Verwendungszweck

Pfirsiche werden hauptsächlich zum Frischverzehr verwendet. Außerdem werden sie für die Herstellung von Säften, Konfitüren, Marmeladen, Eis, Konserven etc. verarbeitet.


Abbildungen

(Durch Anklicken der einzelnen Abbildungen werden diese vergrößert dargestellt.)

Foto Pfirsiche

Abbildung 1
Foto Nektarinen

Abbildung 2



Herkunftsländer

Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.

Europa Italien, Griechenland, Niederlande, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Spanien
Afrika Südafrika
Asien  
Amerika Argentinien, Chile, Uruguay, USA
Australien Australien, Neuseeland


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Verpackung

Pfirsiche werden in flache, einlagige Steigen aus Holz mit speziell geformten Einlagen aus Kunststoff oder Papier á 7..10 kg verpackt.

Foto Pfirsiche

Abbildung 3



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Transport

Symbole

Symbol Stückgut

Stückgut


Temperaturgeführt



Verkehrsmittel

Schiff, Flugzeug, Lkw, Bahn


Containerfähigkeit

Kühl-Container mit Frischluftzufuhr oder mit CA.


Umschlag

Aufgrund der Stoß- und Druckempfindlichkeit, müssen die Früchte beim Umschlag entsprechend vorsichtig behandelt werden.

Die spezifische Kühltemperatur ist auf jeden Fall auch während des Umschlags einzuhalten.

Bei feuchtem Wetter (Regen, Schnee) muss die Ladung vor Feuchtigkeit geschützt werden, da sonst vorzeitiger Verderb droht.


Staumaß

3,20 m3/t (Steigen) [1]
2,55...3,54 m3/t (Steigen und Körbe) [14]
4,00 m3/t (palettierte Schachteln) [39]



Stauplatzanforderungen

Kühl, trocken, gute Lüftung


Separation

Fasertauwerk, dünne Fasernetze, Stauholz


Ladungssicherung

Aufgrund der starken Stoß- und Druckempfindlichkeit müssen die Verpackungen so gesichert werden, dass gegenseitige Beschädigungen verhindert werden. Freiräume zwischen den Packstücken bzw. den Paletten müssen ausgefüllt werden, um ein Verrutschen oder Ankippen zu vermeiden. Durch die Wahl der richtigen Verpackungsgröße oder Ladeeinheit (Flächenmodule oder Flächen-Multimodule) können Ladungsräume formschlüssig (ohne Freiräume) beladen werden.


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Risikofaktoren und Schadenverhütung

RF Temperatur

Pfirsiche erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungskondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Eine schriftliche Temperaturorder ist vor Ladebeginn vom Versender anzufordern. Diese Order ist auf jeden Fall während der gesamten Transportkette einzuhalten.

Die folgenden Tabellen sollen nur zur Einschätzung der entsprechenden Temperaturbereiche dienen. Je nach den speziellen Gegebenheiten der Transporte können die Temperaturen hiervon abweichen.

Bezeichnung Temperaturbereich Quelle
Reisetemperatur 0...1°C [1]
0...3°C [2]
-1...0°C [3]
-1...0°C [5]
-0,5...0,5°C [14]
-0,5...0,5°C [39]


Um Qualitätsminderungen der Pfirsiche zu vermeiden bzw. zu verlangsamen, sollte die Ware möglichst schnell nach der Ernte vorgekühlt werden. Des Weiteren sind die Laderäume/Container vor der Beladung vorzukühlen.

Bei mangelhafter Kühlung bzw. zu langer Lagerung können Verderb, Aromaverluste, mehlig-trockene Konsistenz, fader Geschmack auftreten. Die Frucht wird bei zu langer Lagerung vom Kern her braun, was äußerlich nicht zu erkennen ist.

Pfirsiche erleiden bei 2...8°C die sogenannte Wolligkeit, eine physiologische Störung. Die Früchte werden trocken, mehlig. Reifere Früchte tendieren weniger zur Wolligkeit als unreife.

Bei Temperaturen < 0°C können bereits Kaltlagerschäden (chilling) eintreten, hauptsächlich äußern sie sich in Form von:

"Breakdown": Die Früchte verlieren ihre natürliche klare Farbe, werden trocken und mehlig, dabei erscheinen braune Flecken auf der Hautoberfläche. Bei bösartigem Befall wird die Pulpa um den Stein wässrig und zuletzt gänzlich zerstört.
"Softness": Die Pfirsiche haben bei ihrer Ankunft am Bestimmungsort eine abnorme Feuchtigkeitsmenge in sich, während die Pulpa um den Stein unreif ist.
"Unripeness": Waren die Temperaturen während des Transportes zu niedrig oder wurden die Früchte zu früh gepflückt, reifen sie am Bestimmungsort nicht mehr richtig nach.


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RF Feuchte

Pfirsiche erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungskondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Bezeichnung Feuchte/Wassergehalt Quelle
Relative Luftfeuchte 95% [1]
90% [2]
ca. 90% [3]
90% [5]
85...90% [14]
90...95% [39]
Wassergehalt ca. 85...88% [1]
Oberste Gleichgewichtsfeuchte 90% [1]


Da Pfirsiche zum Austrocknen neigen, sollte genau auf die Einhaltung der empfohlenen Luftfeuchte geachtet werden.


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RF Lüftung

Pfirsiche erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungskondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Empfohlene Lüftungs-Kondition:

Nach [1]: Umluft 60...80fach/h mit ständiger Frischluftzufuhr

Nach [14]: Umluft 40...60fach/h mit ständiger Frischluftzufuhr

Die Frischluftzufuhr richtet sich nach dem CO2-Gehalt der Laderaumluft und sollte so bemessen werden, dass der zulässige CO2-Gehalt von 0,5 Vol.-% nicht überschritten wird.


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RF Biotische Aktivität

Pfirsiche besitzen eine biotische Aktivität 2. Ordnung.

Sie gehören zu den lebenden Organen, bei denen die Respirationsprozesse überwiegen, weil durch die Trennung von der Mutterpflanze die Zufuhr neuer Nährstoffe fehlt.

Die Ladungspflege während der Reise muss darauf ausgerichtet sein, die Respirationsprozesse (Abgabe von CO2, Wasserdampf, Ethylen und Wärme) so zu steuern, dass am Zielort das gewünschte Reifestadium vorliegt. Durch mangelhafte Lüftung können die Früchte infolge CO2-Anreicherung und nicht ausreichender Versorgung mit Luftsauerstoff in Gärung und Fäulnis übergehen (vgl. Lüftung).


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RF Gase

CO2-Entwicklung bei 0°C: 4,8 mg/kg*h [1]
Obergrenze des zulässigen CO2-Gehalts 0,5 Vol.-% [1]
Ethylenentwicklung  
Aktivverhalten Die klimakterischen Pfirsiche sind hohe Ethylenproduzenten. Die Ethylenproduktionsrate liegt bei 10...100 µl/kg*h [16].
Passivverhalten Die Ethylenempfindlichkeit der Pfirsiche ist als hoch einzustufen [16]. Sie dürfen daher nicht mit Ethylen produzierenden Waren zusammengelagert werden (Allelopathie).


Auch nach der Ernte laufen in Frischfrüchten noch Stoffwechselprozesse ab. Die Früchte nehmen Sauerstoff (O2) auf und scheiden bei der Umwandlung von Stärke in Zucker (Reifungsprozess) Kohlendioxid (CO2) und Ethylen (C2H4) sowie Aromate in unterschiedlich starkem Maße aus.

Sollte nicht ausreichend gelüftet worden sein (Frost) oder ist die Lüftung aufgrund eines Defektes ausgefallen, sind lebensgefährliche CO2-Konzentrationen bzw. O2-Mangel möglich. Daher vor Betreten des Laderaumes diesen lüften und eine Gasmessung durchführen. Der MAK-Wert der CO2-Konzentration liegt bei 0,49 Vol.-%.


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RF Selbsterhitzung / -entzündung

Kein Risiko!


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RF Geruch

Aktivverhalten Pfirsiche besitzen einen ganz leicht angenehmen Geruch.
Passivverhalten Pfirsiche sind stark geruchsempfindlich.



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RF Verunreinigung

Aktivverhalten Pfirsiche sind nicht verunreinigend
Passivverhalten Pfirsiche sind empfindlich gegenüber Staub, Schmutz, Fetten und Ölen. Die Laderäume bzw. Container müssen vor der Beladung entsprechend sauber und hygienisch einwandfrei sein.



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RF Mechanische Einflüsse

Pfirsiche sind gegenüber mechanischen Einflüssen gerade im vollreifen Zustand mit voller Geschmacksausbildung und Ausfärbung sehr empfindlich. Nur wenige Sorten sind robust genug, um auch längere Transporte überstehen zu können.

Durch die Druck- und Stoßempfindlichkeit wird schon das Pflücken ausschließlich von Hand vorgenommen. Pfirsiche werden nur in einer Lage und in speziell geformtem Papier auf Flachsteigen verpackt, um sie vor Beschädigungen und daraus resultierendem frühzeitigen Verderb während des Transports zu schützen.


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RF Toxizität / Gesundheitsgefährdung

Sollte nicht ausreichend gelüftet worden sein (Frost) oder ist die Lüftung aufgrund eines Defektes ausgefallen, sind lebensgefährliche CO2-Konzentrationen bzw. O2-Mangel möglich. Daher vor Betreten des Laderaumes diesen lüften und eine Gasmessung durchführen. Der MAK-Wert der CO2-Konzentration liegt bei 0,49 Vol.-%.


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RF Schwund / Abhandenkommen

Der normale Masseverlust durch Abnahme des Feuchtigkeitsgehalts der Ware beträgt < 1% [1].

Die Mengenverluste durch Bruch sind bei der Verpackung in Schachteln geringer als bei der Verpackung in Kisten.


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RF Schädlingsbefall / Krankheiten

Pfirsiche neigen zur Kernspaltung (cracking): Die Frucht wird dabei durch den gespaltenen Kern auseinandergetrieben, geht stark in die Breite und ist ausgeprägt zweibackig (sog. Schachtelkrankheit).

Pfirsiche werden teilweise von der Grün- und Graufäule befallen. Die Gefahr ist bei ihnen jedoch nicht so hoch wie bei Kirschen oder Pflaumen. Die Grünfäule ist daran zu erkennen, dass sich auf der Frucht ein kleiner kreisrunder, leicht vertiefter brauner Fäulnisfleck bildet. Darunter ist die Pulpa sehr feucht und hellbraun. Sehr schnell bilden sich kleine Falten, in denen sich weiße, später blaugrüne, stark stäubende Schimmelbelage bilden. Zuletzt verfault die Frucht. Die Graufäule wird durch den Schimmelpilz Botrytis cinerea verursacht und daher auch Botrytis-Fäule genannt. Der Pilz befällt auch völlig gesunde Früchte. Sein optimales Wachstum erreicht er bei 24°C, er ist jedoch in der Lage, auch bei 0°C zu wachsen und Fäulnis zu erzeugen.

Foto Grauschimmel

Abbildung 4
Zeichnung Grauschimmel

Abbildung 5


Es können weiterhin die für Steinobstarten typischen Schimmelpilze Monilia und Rhizopus auftreten.

Zeichnung Rhizopus

Abbildung 6


Außerdem werden Pfirsiche von der San-José-Schildlaus befallen. Da es sich hierbei um einen Quarantäneschädling handelt, dürfen diese Früchte nicht exportiert werden.

Quarantänebestimmungen des Bestimmungslandes sind zu beachten, ggf. ist ein Pflanzengesundheitszeugnis (Phytosanitary-Certificate) den Versandpapieren beizufügen. Auskünfte geben die Pflanzenschutzdienste und -ämter der Bundesländer.

Bei Temperaturen < 0°C können bereits Kaltlagerschäden (chilling)  eintreten, hauptsächlich äußern sie sich in Form von:

"Breakdown": Die Früchte verlieren ihre natürliche klare Farbe, werden trocken und mehlig, dabei erscheinen braune Flecken auf der Hautoberfläche. Bei bösartigem Befall wird die Pulpa um den Stein wässrig und zuletzt gänzlich zerstört.
"Softness": Die Pfirsiche haben bei ihrer Ankunft am Bestimmungsort eine abnorme Feuchtigkeitsmenge in sich, während die Pulpa um den Stein unreif ist.
"Unripeness": Waren die Temperaturen während des Transportes zu niedrig oder wurden die Früchte zu früh gepflückt, reifen sie am Bestimmungsort nicht mehr richtig nach.


Pfirsiche erleiden bei 2...8°C die sogenannte Wolligkeit, eine physiologische Störung. Die Früchte werden trocken, mehlig. Reifere Früchte tendieren weniger zur Wolligkeit als unreife.


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