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Kartoffeln [English version]

Inhaltsverzeichnis

Allgemein:
Informationen zur Ware
Verpackung
Transport
  Containerfähigkeit
  Ladungssicherung


Risikofaktoren und Schadenverhütung:
Temperatur Geruch
Feuchte Verunreinigung
Lüftung Mechanische Einflüsse
Biotische Aktivität Toxizität /  Gesundheitsgefährdung
Gase Schwund / Abhandenkommen
Selbsterhitzung / -entzündung Schädlingsbefall / Krankheiten




Informationen zur Ware

Warenname

Deutsch Kartoffeln
Englisch Potatoes
Französisch Pommes de terre
Spanisch Patatas
Wissenschaftlich Solanum tuberosum
KN/HS-Nummer * 0701 ff.


(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes System der EU)



Warenbeschreibung

Die Kartoffel gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Die Urheimat der Kartoffel liegt in Südamerika (Hochländer der Kordilleren und Küstengebiete Perus und Boliviens) und war dort bereits 200 n.Chr. bekannt. Im 16. Jahrhundert kam sie nach Europa. Wegen der Ähnlichkeit mit Trüffeln nannten sie die Italiener tartufoli, woraus sich der Name Kartoffeln ableitete.

Kartoffeln sind die stärkereichen Sprossknollen der unterirdischen Triebe (Stolonen) von Solanum tuberosum, die der Mutterpflanze als Nährstoffspeicher dienen.

Für die Einteilung in die verschiedenen Kartoffelsorten werden folgende Kriterien herangezogen:

Verwendungsart: Speise-, Wirtschafts- und Saatkartoffeln
Erntezeitpunkt: Sehr frühe (zum sofortigen Verbrauch), frühe (für Kartoffelsalate geeignet, da wenig mehlig), mittelfrühe (als Einkellerungskartoffeln), mittelspäte und sehr späte Sorten (teils gute Speisekartoffeln zur Einkellerung, teils Futter- und Industriekartoffeln, da oft sehr mehlig)
Knollenform: rund, oval, lang, langoval oder nierenförmig
Farbe des Fleisches: gelb oder weiß
Schalenfarbe: hellgelb, ockerfarben bis rot
Schalenbeschaffenheit: rauschalig, glattschalig


Frühkartoffeln sind losschalig, d.h. sie haben eine dünne Schale, die leicht abblättert, wodurch sie leicht verderben.

Mittel- und Spätsorten sind festschalig und daher widerstandsfähiger.

Geschälte Kartoffeln setzen sich wie folgt zusammen:

16...18% Stärke
75...78% Wasser
2% Eiweiß
1% Mineralstoffe
1% Zellulose


Qualität / Lagerdauer

Bei der Verladung müssen die Kartoffeln

gut ausgereift (Stadium der Keimruhe) und schalenfest,
unbeschädigt, gesund und sortenrein,
weder grün, nass noch verschmiert,
frei von Erdbesatz (Fäulniserreger!), organischen Bestandteilen und Steinen sein (sonst sind nicht genügend Hohlräume für die Durchlüftung zwischen den Knollen vorhanden).


Außerdem sollte festgestellt werden, ob die Kartoffeln eine bestimmte Zeit (Abtrocknungs- und Wundheilungsperiode) nach der Ernte gelagert haben und nicht erdfeucht verladen werden.

Nach der Ernte werden drei Perioden unterschieden:

Abtrocknungsperiode ( 1...2 Tage nach der Ernte):

Nach der Ernte muss eine sofortige Abtrocknung der Knollen erfolgen, um den Fäulniserregern die Lebensbedingungen zu nehmen und für die anschließende Wundheilungsperiode günstige Voraussetzungen zu schaffen. Verzögert sich die Abtrocknung nur um 24 h, muss der Effekt in Frage gestellt werden. Die Abtrocknung (bei Haufenlagerung) muss mit einer möglichst großen Luftmenge erfolgen (50...100 m3/h) bei Lufttemperaturen, die 2...3 K unter der Stapeltemperatur liegen, wobei die Temperatur der Kartoffeln aber nicht unter 8°C sinken darf. Bleibt weiterhin ein Wasserfilm an den Knollen, tritt Sauerstoffarmut und damit rasche Fäulnisgefahr ein. Werden Kartoffeln erntefrisch vom Feld gelagert, müssen sie zunächst 36 h lang kontinuierlich belüftet werden, um sie zu trocknen.

Wundheilungsperiode (10...14 Tage nach der Ernte):

Verletzte Stellen werden durch Korkeinlagerung vor dem Eindringen von fäulniserregenden Mikroorganismen geschützt, wozu Temperaturen von 12...16°C und relative Luftfeuchten von 85...95% gewährleistet werden müssen. Bei Sauerstoffarmut und einem CO2-Gehalt > 0,5% wird die Atmung und damit die Wundheilung unterbunden sowie der Beginn der Fäulnis begünstigt.

Im Hinblick auf das erprobte Verfahren der Abtrocknung mit kühlerer Luft als im Kartoffelstapel sowie zur Vermeidung vorzeitigen Keimens ist es eher ratsam, die Wundheilungsperiode bei Temperaturen von 8...14°C ablaufen zu lassen.

Unreife, losschalige Knollen würden bei zu kühler (< 8°C) und zu trockener Luft eine zu hohe Transpiration infolge hoher Durchlässigkeit (Permeabilität) der Schale haben. Im ersten Monat nach der Ernte kann der Masseverlust (=Wasserverlust durch Transpiration) 4...6% betragen; die Knollen werden weich, neigen verstärkt zur Blaufleckigkeit und zum Fusariumbefall (Trockenfäule).

Reife, festschalige Knollen weisen nur 1...3% Masseverlust durch Transpiration auf.

Sollen Kartoffeln während der Wundheilungsperiode verladen werden, muss den für diese Periode typischen Klimabedingungen Rechnung getragen werden.

Abkühlungs-/Kaltlagerperiode:

Bei niedriger Temperatur könne die Kartoffeln durch den Atmungsvorgang täglich um ca. ¼ K erwärmt werden. Um Atmungs- und Transpirationsverluste so gering wie möglich zu halten, werden für diese Periode Temperaturen von 4...6°C und relative Luftfeuchten von 90...95% als optimal angesehen. Die Senkung der Temperatur bis hin zur Reisetemperatur muss allmählich erfolgen und zwar um nicht mehr als 0,5...1,0 K/d.


Die vorerwähnten Stadien sind bei der Wahl der Reisetemperatur zu berücksichtigen.

Die maximale Lagerdauer wird wie folgt angegeben:

Temperatur Rel. Luftfeuchte Max. Lagerdauer Quelle
4...6°C 90% 10 Monate [5]


Durch den CA-Transport kann die Lager- und Transportdauer der Kartoffeln nicht entscheidend beeinflußt werden.


Verwendungszweck

Kartoffeln werden als Grundnahrungsmittel (Speisekartoffeln) und für Veredelungsprodukte, wie z.B. Pommes Frites, verwendet.

Stärkereiche, mehlige Kartoffeln sind für Eintöpfe am besten geeignet, feste, stärkeärmere Sorten eignen sich z.B. gut für Bratkartoffeln und Kartoffelsalat.

Aus Wirtschaftskartoffeln werden u.a. Stärke, Alkohol und Eiweiß hergestellt.


Abbildungen

(Durch Anklicken der einzelnen Abbildungen werden diese vergrößert dargestellt.)

Zeichnung Kartoffel

Abbildung 1


Abbildung 2



Herkunftsländer

Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.

Europa Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Israel, Italien, Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Spanien, Türkei, Zypern
Afrika Ägypten, Marokko
Asien China
Amerika USA, Kuba
Australien  


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Verpackung

Kartoffeln werden überwiegend in weitmaschigen Säcken transportiert, teilweise auch in perforierten Kunststoffbeuteln, Lattenkisten, Schachteln und Körben.


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Transport

Symbole

Symbol Stückgut

Stückgut
Symbol Temperaturgeführt

Temperaturgeführt



Verkehrsmittel

Schiff, Lkw, Bahn, Flugzeug


Containerfähigkeit

Aktiv ventilierte Container, Open-Side-Container, Flat (bei Verladung unter Deck)


Umschlag

Bei feuchtem Wetter (Regen, Schnee) muss die Ladung vor Feuchtigkeit geschützt werden, da sonst vorzeitiger Verderb droht.

Des Weiteren sind sie durch den hohen Wassergehalt gegenüber Druckschäden besonders empfindlich und müssen daher vorsichtig behandelt werden.

Die spezifische Kühltemperatur sollte auch während des Umschlags eingehalten werden.


Staumaß

1,95...2,03 m3/t (Säcke aus Jutegewebe, 25 kg) [1]
1,53...1,81 m3/t (Säcke) [11]
1,62...1,90 m3/t (Schachteln) [11]
1,70...2,25 m3/t (Säcke) [14]
1,98...2,25 m3/t (Schachteln) [14]
1,62...1,90 m3/t (Wellpappschachteln) [14]
1,53...1,67 m3/t (Schüttgut) [14]


Stauplatzanforderungen

Kühl, trocken, gute Lüftung, möglichst dunkel


Separation

Matten, Jutekleider, Fasertauwerk, dünne Fasernetze


Ladungssicherung

Bei der Verladung von Kartoffeln in Säcken sind möglichst Stapelhöhen bis acht Sack übereinander liegend anzustreben (maximale Stapelhöhe: 12...13 Sack übereinander), um eine ausreichende Durchlüftung des Ladungsblocks gewährleisten zu können. Aus diesem Grund sind auch Ventilationsgräben anzulegen, die wiederum gegen eine mögliche Verstopfung durch herabrutschende Säcke zu schützen sind.

Die Verladung in Kisten oder Schachteln ist so zu gestalten, dass Freiräume zwischen den Packstücken bzw. den Paletten ausgefüllt werden, um ein Verrutschen oder Ankippen zu vermeiden. Durch die Wahl der richtigen Verpackungsgröße oder Ladeeinheit (Flächenmodule oder Flächen-Multimodule) können Ladungsräume formschlüssig (ohne Freiräume) beladen werden.


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Risikofaktoren und Schadenverhütung

RF Temperatur

Kartoffeln erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungskondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Eine schriftliche Temperaturorder ist vor Ladebeginn vom Versender anzufordern. Diese Order ist auf jeden Fall während der gesamten Transportkette einzuhalten.

Die folgende Tabelle soll nur zur groben Einschätzung der entsprechenden Temperaturbereiche dienen. Je nach den speziellen Gegebenheiten der Transporte können die Temperaturen hiervon abweichen.

Bezeichnung Temperaturbereich Quelle
Reisetemperatur 4...12°C [1]
4...6°C [2]
4...12°C [4]
4...6°C [5]


Die Transporttemperaturen müssen so gestaltet werden, dass einerseits die Atmungs- und damit vor allem die Masseverluste durch Verdunstung so gering wie möglich gehalten werden und die Knollen andererseits nicht süß werden.

Das Minimum der Atmungsintensität ist bei Kartoffeln zwischen 3...5°C zu beobachten, und ab 12...18°C steigt die Atmungsintensität pro 10 K um das Zwei- bis Dreifache an, um dann bei 40...50°C mit zunehmender Schädigung der Knolle abzuklingen. Die kritischen Temperaturen liegen zwischen 21 und 29°C.

Mit abklingender Keimruhe können die Kartoffeln bei Temperaturen > 6...7°C zu keimen beginnen. Vor der Ladungsübernahme sollte also überprüft werden, ob eine Zwischenlagerung beim Befrachter oder Versender erfolgte und welche Lagerbedingungen gegeben waren, da dieser Gesichtspunkt für die Dauer der Keimruhe von Bedeutung ist. Lag die Lagertemperatur über 6...7°C, muss mit einem eventuellen Keimbeginn gerechnet werden.

Bei Temperaturen < 3°C beginnen Kartoffeln, süß und unschmackhaft zu werden (chilling). Sie gefrieren bei -2...-3°C. Kurzfristige Kälte beim Umschlag kann sogar noch bei -2°C vertragen werden; frostgeschädigte Kartoffeln sind allerdings abzuweisen.

Erhöhte Wärme- und Feuchtigkeitsgrade fördern hingegen Fäulnis und Keimung. So haben Temperaturen > 12°C eine erhöhte Atmungsintensität zur Folge, und bei Temperaturen um 40°C wird die Knolle geschädigt.


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RF Feuchte

Kartoffeln erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungskondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Bezeichnung Feuchte/Wassergehalt Quelle
Relative Luftfeuchte 85% [1]
85...90% [2]
Wassergehalt 75...78% [1]
Oberste Gleichgewichtsfeuchte 80% [1]


Bei der Anlieferung der Kartoffeln zur Übernahme ist darauf zu achten, dass keine feuchten Säcke oder Kisten übernommen werden. Festgestellte Nässeschäden oder Faulstellen sind in ihren Ursachen zu beseitigen, um eine Verbreitung zu verhindern. Bei feuchtem Wetter (Regen, Schnee) muss die Ladung vor Feuchtigkeit geschützt werden, da Feuchtigkeit zwischen den Hüllblättern zu Schimmelwachstum und vorzeitigem Verderb führen kann.

Tropfenbildung an der Decke des Laderaumes und Schweißwasserschichten im oberen Teil des Kartoffelstapels bieten potentiellen Fäulniserregern beste Lebensbedingungen. Durch zu feuchte und zu warme Lagerung bilden sich am Unterteil der Keime Wurzeln aus, die miteinander verwachsen bzw. verfilzen, so dass die Knollen später nur noch mit Mühe frei zu bekommen sind. Die Masse- und Nährstoffverluste nehmen dann große Ausmaße an.

Kartoffeln dürfen nicht mit Salzen in Berührung kommen, da diese infolge ihrer Hygroskopizität Wasserdampf anziehen.


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RF Lüftung

Kartoffeln erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungskondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Empfohlene Lüftungs-Kondition: 60...80fache Durchlüftung/h (Luftaustausch mit ständigem Frischluftzusatz).

Kartoffeln lassen sich am besten bei einem Sauerstoffgehalt von 16...18% und bei einem Kohlendioxidgehalt von 2...3% transportieren. Durch aktive Belüftung muss die Sauerstoffzufuhr gewährleistet werden, da bei Sauerstoffmangel (O2-Gehalt der Laderaumluft < 6 Vol.-%) die anaerobische Atmung und Gärung einsetzt.

Da Kartoffeln hohe Anforderungen an die Ventilation stellen, wird empfohlen, bei konventioneller Verladung möglichst Stapelhöhen bis acht Sack übereinander liegend anzustreben (maximale Stapelhöhe: 12...13 Sack übereinander), um eine ausreichende Durchlüftung des Ladungsblocks gewährleisten zu können. Aus diesem Grund sind auch Ventilationsgräben anzulegen, die wiederum gegen eine mögliche Verstopfung durch herabrutschende Säcke zu schützen sind.


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RF Biotische Aktivität

Kartoffeln besitzen eine biotische Aktivität 2. Ordnung.

Sie gehören zu den lebenden Organen, bei denen die Respirationsprozesse überwiegen, weil durch die Trennung von der Mutterpflanze die Zufuhr neuer Nährstoffe fehlt.

Die Ladungspflege während der Reise muss darauf ausgerichtet sein, die Respirationsprozesse (Abgabe von CO2, Wasserdampf, Ethylen und Wärme) so zu steuern, dass am Zielort das gewünschte Reifestadium vorliegt. Durch mangelhafte Lüftung kann die Ware infolge CO2-Anreicherung und nicht ausreichender Versorgung mit Luftsauerstoff in Gärung und Fäulnis übergehen (vgl. Lüftung).

Ebenso müssen Kartoffeln vor Lichteinflüssen (Tages-, Sonnen-, aber ebenso auch Kunstlicht im Laderaum) geschützt werden, da diese einerseits die Aktivierung der wachstumsfördernden Enzyme (=> Keimung!) bewirken, wodurch Nährstoffverluste und damit Qualitätsminderungen (Konsistenz, Geschmack) auftreten; andererseits aber auch das Grünwerden der Knollen gefördert wird, was dazu führt, dass die Kartoffeln durch die Solaninanreicherung (vgl. RF Toxizität/Gesundheitsgefährdung), welches sich besonders im Kronenteil der Knolle befindet, einen unangenehmen, bitteren Geschmack erleiden können.


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RF Gase

CO2-Entwicklung während der Keimruhe der Kartoffeln (bezogen auf je 100g Frischmasse):

bei 5...10°C: 0,8...1,4 mg/h

bei 20°C: 2,0...4,0 mg/h
Obergrenze des zulässigen CO2-Gehalts 0,5 Vol.-%.
Ethylenentwicklung  
Aktivverhalten Die Ethylenproduktionsrate ist sehr niedrig. Sie liegt unter 0,1 µl/kg*h [16].
Passivverhalten Kartoffeln besitzen eine mittlere Ethylenempfindlichkeit [16]. Der Einfluss von Ethylen bewirkt das vorzeitige Einsetzen des Keimprozesses der Kartoffeln. So können hohe Ethylenabscheider (z.B. Äpfel) die vorzeitige Keimung von Kartoffeln bewirken (Allelopathie). Ein Zusammenstau mit starken Ethylenproduzenten, wie z.B. Zitrusfrüchte oder Kernobst, ist aus diesem Grund zu vermeiden, da es zum Totalverlust der Ware führen kann.


Sollte nicht ausreichend gelüftet worden sein (Frost) oder ist die Lüftung aufgrund eines Defektes ausgefallen, sind lebensgefährliche CO2-Konzentrationen bzw. O2-Mangel möglich. Daher vor Betreten des Laderaumes diesen lüften und eine Gasmessung durchführen.


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RF Selbsterhitzung / -entzündung

Kein Risiko!


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RF Geruch

Aktivverhalten Kartoffeln sondern einen eigentümlichen, starken und leicht unangenehmen Geruch ab.
Passivverhalten Kartoffeln sind stark geruchsempfindlich und nehmen leicht fremde Gerüche an, z.B. Benzin, Petroleum, Chemikalien und geruchsintensive Lebensmittel.



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RF Verunreinigung

Aktivverhalten Kartoffeln produzieren Staub.
Passivverhalten Kartoffeln sind empfindlich gegenüber Schmutz, Fetten und Ölen.



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RF Mechanische Einflüsse

Kartoffeln sind mechanisch empfindlich. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Kartoffeln vor dem Transport mindestens über die sog. Wundheilungsperiode (10...14 Tage nach der Ernte) gelagert wurden, damit die den Knollen während der Ernte zugefügten Verletzungen verheilen können und es während des Transportes nicht zu Fäulniserscheinungen kommt.


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RF Toxizität / Gesundheitsgefährdung

Sollte nicht ausreichend gelüftet worden sein (Frost) oder ist die Lüftung aufgrund eines Defektes ausgefallen, sind lebensgefährliche CO2-Konzentrationen bzw. O2-Mangel möglich. Daher vor Betreten des Laderaumes diesen lüften und eine Gasmessung durchführen. Der MAK-Wert der CO2-Konzentration liegt bei 0,49 Vol.-%.

Dem Sonnen- oder Kunstlicht ausgesetzte Kartoffeln vergrünen besonders im Bereich der Augen durch das giftige Alkaloid Solanin. Die grünen Verfärbungen sind bei Kultursorten kaum gesundheitsschädigend; sie schmecken jedoch bitter und müssen weggeschnitten werden.


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RF Schwund / Abhandenkommen

Bedingt durch Atmungsvorgänge und Wasserdampfabgabe, können Kartoffeln bei längeren Transporten bis zu 10...15% an Masse einbüßen. Damit verbunden ist eine Minderung des Nährstoff- und Vitamingehaltes sowie der Konsistenz und des Anteils an Aromastoffen in der Knolle.


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RF Schädlingsbefall / Krankheiten

Kartoffeln neigen vor allem durch ihren hohen Wassergehalt zu großen Verlusten, die durch verschiedene Ursachen hervorgerufen werden:

Mechanische Beschädigungen sind z.B. gerissene, angehackte, gequetschte oder zerschnittene Knollen, die als mechanisch beschädigt gelten, wenn die Beschädigung tiefer als 5 mm unter die Oberfläche reicht. Auch stark losschalige Kartoffeln fallen hierunter, bei denen über 25 % der Schale fehlen bzw. lose sind.
Beschädigungen durch Tiere entstehen durch Wurm-, Schnecken- und Mäusefraß. An Bord des Seeschiffes besteht besonders die Gefahr des Einschleppens von Ratten und Mäusen. Aus diesem Grund sollte verstärkt auf angefressene Knollen sowie Ratten- und Mäusekot geachtet werden.
Frostschäden: Die Knollenschale lässt sich leicht ablösen, und die geschädigten Gewebepartien werden wässrig und weich. Nach längerer Unterkühlung zeigt das Knollenfleisch an der Schnittfläche eine dunkle Marmorierung.
Schäden durch Chemikalien: Wenn die Kartoffeln mit Düngesalzen oder sonstigen ätzenden Chemikalien in Berührung gekommen sind, werden Schale und Knollenfleisch durch die ätzende Wirkung der Chemikalien zerstört.


Die bekanntesten Kartoffelfäulen, hervorgerufen durch Temperaturen > 20°C, hohe Luftfeuchten und ungenügende Luftzirkulation, sind:

Knollen- oder Braunfäule: Dabei handelt es sich um eine Pilzerkrankung durch den Pilz Phytophthora infestans, die an den bleigrauen, eingesunkenen Flecken von unbestimmter Form erkennbar sind, die Knollenoberfläche bedecken und sich im Knollenfleisch als braune bis rote Stellen (daher der Name) fortsetzen und sich unscharf von gesunden Gewebepartien abgrenzen. Die Braunfäule kann sich in wenigen Tagen sehr stark ausbreiten. Oft ist sie bei der Probeentnahme nicht deutlich erkennbar, aber schon während des Seetransportes kann sie erhebliche Ausmaße annehmen. Über die befallenen Gewebeteile dringen häufig noch zusätzlich Bakterien ein, die dann die sog. Nassfäule hervorrufen, die jedoch mit der Braunfäule keinen ursächlichen Zusammenhang hat
Nassfäule (black heart): Die Nassfäule wird durch Bakterien (Pecto bacterium carotovorum) verursacht, die an feuchten Kartoffeln oder an beschädigten Stellen der Kartoffel, oft durch kleine Risse, in das Fleisch dringen und dieses breiartig zersetzen. Ein Teil der nassfaulen Knollen ist häufig noch fest, während der Rest braun und weich ist. Die Krankheit kann sich innerhalb weniger Wochen auf die ganze Ladung ausbreiten. Die Bakterien haften entweder bereits an einer beschädigten Knolle oder haben schon vorher während des Wachstums durch schwarzbeinige Stauden die Knollen befallen. Diese Knollennassfäule kann verheerend wirken. Man unterbindet die Krankheit durch kühles, trockenes Stauen und regelmäßige Belüftung. Nassfäule Kartoffeln lassen sich mit der Hand zerdrücken. Es genügt ein Fingerdruck auf die befallene Stelle: die heraustretende breiige Masse bildet das Kennzeichen für die Nassfäule. Oft werden die erkrankten Knollen durch den Druck der darüber liegenden Kartoffeln zerquetscht, so dass die Bakterien auch gesunde Kartoffeln infizieren können. Aus diesem Grund kann der Nassfäule nur schwer Einhalt geboten werden, so dass sie oftmals zum Verlust der ganzen Ladung führen kann.
Trockenfäule: an den eingesunkenen Stellen mit Fleckenbildung erkennbar.
Weißfäule: erkennbar an einem weißen, polsterartigen Mehlbelag auf der Knollenoberfläche.
Innenfäule oder Kernfäule, kenntlich an den Hohlräumen im Inneren der Knolle.


Quarantänekrankheiten sind:

Kartoffelkrebs: zu erkennen an den blumenkohlartigen Wucherungen.
Ringfäule, Pilzringfäule, Bakterienringfäule: durch Verfärbungen des Gefäßrings gekennzeichnet.
Pulverschorf: raukorkige Unebenheiten auf der Schalenoberfläche.
Kartoffelmotte


Aus dem Aussehen der Kartoffeln beim Löschprozess bzw. an den Veränderungen des Raumklimas kann man folgende Schlussfolgerungen ziehen:

Schwarze und weiche Kartoffeln sind auf ungenügende Ventilation zurückzuführen.
Unterkühlung erkennt man an der Schwarzfärbung unter der Kartoffelschale.
Ein rasches Ansteigen der Temperatur wird durch die intensivierte Atmung erkrankter Knollen verursacht und deutet auf Fäulnisherde hin, die sofort entfernt werden müssen.
Steigt die Temperatur der Ladung übermäßig an, kann nur noch eine Gewaltlüftung vor einer Überhitzung und damit vor einem raschen Zerfall der Ladung retten.
Eine Grünfärbung der Knollen weist darauf hin, dass sie während der Lagerung an Land oder an Bord starkem Sonnenlicht bzw. Kunstlicht (besonders RoRo-Schiffe) ausgesetzt waren.


Quarantänebestimmungen des Bestimmungslandes sind zu beachten, ggf. ist ein Pflanzengesundheitszeugnis (Phytosanitary-Certificate) sowie ein Begasungszertifikat den Versandpapieren beizufügen. Auskünfte geben die Pflanzenschutzdienste und -ämter der Bundesländer.


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