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Informationen
zur Ware
Warenname
| Deutsch |
Gurken |
| Englisch |
Cucumbers |
| Französisch |
Concombres
|
| Spanisch |
Pepinos |
| Wissenschaftlich |
Cucumis sativus |
| KN/HS-Nummer * |
0707 00 ff. |
(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes
System der EU)
Warenbeschreibung
Gurken sind Fruchtgemüse (Beerenfrüchte) der Familie der
Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) mit einem saftigen, faserigen Fruchtfleisch. Infolge der subtropischen Heimatgebiete stellt die Gurke hohe
Ansprüche an die Temperaturen, und sie wird daher vorwiegend als Glashausware angebaut.
Nach der Anbauweise werden hauptsächlich zwei Sorten
unterschieden:
 |
Salatgurken, Schlangengurken: Diese werden im Gewächshaus
und im Folientunnel angebaut, wodurch sie von äußeren Witterungseinflüssen weitgehend
unabhängig sind und dadurch praktisch weltweit angebaut werden können. Sie werden ca. 40
cm lang, erreichen einen Durchmesser von 10 cm und sind glattschalig. |
 |
Einlegegurken: Sie werden im Freien kultiviert, woraus sich
bestimmte klimatische Anforderungen an die jeweiligen Anbaugebiete ergeben. Sie sind
teilweise nur einige cm lang, können jedoch auch bis zu 20 cm erreichen. Sie sind dick
und rauschalig. |
Im unreifen Zustand haben Gurken eine grüne Farbe. Mit
zunehmender Reife färben sie sich gelblich-weiß bzw. gelblich -braun. Grundsätzlich
sind die Gurken heutzutage frei von Bitterstoffen. Es kann jedoch besonders bei den
Einlegegurken teilweise zur Bildung des Bitterstoffs Elaterimid kommen, der besonders am
Stielansatz angereichert sein kann.
Qualität / Lagerdauer
Gurken sollen grün, glatt und möglichst kernlos sein.
Eine Gelbfärbung der Schale deutet auf eine Überreife der
Gurke hin. Diese ist dann nicht mehr für den Transport geeignet. Des Weiteren sollten die
Gurken sauber und unbeschädigt sein, um Qualitätsminderungen während des Transports zu
vermeiden. Gurken, die Anzeichen von Grauschimmelfäule, Gurkenkrätze oder
Kaltlagerschäden aufweisen, sind von der Beladung zurückzuweisen.
Die maximale Lagerdauer wird wie folgt angegeben:
| Temperatur |
Rel. Luftfeuchte |
Max. Lagerdauer |
Quelle |
| 10...12°C |
85...90% |
14 Tage |
[1] |
| 7...10°C |
90...95% |
10..14 Tage |
[5] |
Durch den CA-Transport kann die Transport- und Lagerdauer
ausgedehnt werden. Hierfür sind folgende Parameter einzustellen [16]:
| Temperatur |
Rel. Luftfeuchte |
O2 |
CO2 |
CA-Eignung |
| 10...11,1°C |
90...95% |
3...5% |
5...7% |
mittel |
Verwendungszweck
Gurken werden geschält und ungeschält verwendet. Sie
werden sowohl roh in Salaten verzehrt, können aber auch als Gemüse gekocht werden.
Industriell werden Gurken hauptsächlich als Einlege- und
Schälgurken verwendet.
Abbildung
(Durch Anklicken der einzelnen Abbildungen
werden diese vergrößert dargestellt.)

Abbildung 1 |

Abbildung 2 |
Herkunftsländer
Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine
Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.
| Europa |
Deutschland, Holland, Griechenland, Spanien, Kanarische
Inseln, Frankreich, Italien, Belgien, Türkei, Rumänien, Ungarn, Bulgarien, Polen,
Jugoslawien, Russland |
| Afrika |
|
| Asien |
China, Japan |
| Amerika |
USA, Argentinien |
| Australien |
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Verpackung
Gurken werden unter anderem in stabile
Schachteln aus Wellpappe mit Plastikfolieneinlage verpackt. Die Schachteln sind
seitenverstärkt und mit seitlicher Perforation versehen. Die einzelnen Gurken werden
häufig in eine gasdurchlässige Kunststofffolie eingeschweißt, wodurch die Haltbarkeit
zusätzlich verlängert wird.
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Transport
Symbole

Stückgut |

Temperaturgeführt |
Verkehrsmittel
Schiff, Lkw, Bahn, Flugzeug
Containerfähigkeit
Kühl-Container
mit Frischluftzufuhr oder mit CA.
Umschlag
Aufgrund der Stoß- und Druckempfindlichkeit müssen die
Gurken beim Umschlag entsprechend vorsichtig behandelt werden.
Die spezifische Kühltemperatur ist auf jeden Fall auch während des
Umschlags einzuhalten.
Bei feuchtem Wetter (Regen, Schnee) muss die Ladung vor
Feuchtigkeit geschützt werden, da sonst vorzeitiger Verderb droht.
Staumaß
 |
2,00 m3/t (Schachteln aus Wellpappe) [1] |
Stauplatzanforderungen
Kühl, trocken, gute Lüftung
Separation
Fasertauwerk, dünne Fasernetze, Stauholz
Ladungssicherung
Aufgrund der starken Stoß- und Druckempfindlichkeit
müssen die Verpackungen so gesichert werden, dass gegenseitige Beschädigungen verhindert
werden. Freiräume zwischen den Packstücken bzw. den Paletten müssen ausgefüllt werden,
um ein Verrutschen oder Ankippen zu vermeiden. Durch die Wahl der richtigen
Verpackungsgröße oder Ladeeinheit (Flächenmodule
oder Flächen-Multimodule) können Ladungsräume formschlüssig (ohne Freiräume)
beladen werden.
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Risikofaktoren und Schadenverhütung
RF
Temperatur
Gurken erfordern eine bestimmte Temperatur-,
Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
Eine schriftliche Temperaturorder ist vor Ladebeginn vom
Versender anzufordern. Diese Order ist auf jeden Fall während der gesamten Transportkette
einzuhalten.
Die folgende Tabelle soll nur zur Einschätzung der
entsprechenden Temperaturbereiche dienen. Je nach den speziellen Gegebenheiten der
Transporte können die Temperaturen hiervon abweichen.
| Bezeichnung |
Temperaturbereich |
Quelle |
| Reisetemperatur |
10...12°C |
[1] |
| 7...10°C |
[5] |
| 13°C |
[20] |
Die Ware sowie Laderäume/Container sollten vor der Beladung
vorgekühlt werden.
Gurken sind sehr anfällig für physiologische
Kälteschäden (chilling), die bei Temperaturen <
7°c eintreten. Sie äußern sich zunächst in weichen, wasserhaltigen, leicht
eindrückbaren Stellen auf der Fruchtschale; später durch Austritt von Flüssigkeit und
Ablösung der epidermalen Schichten. Die Gurken werden schnell glasig und geschmacklos.
Auf den geschädigten Stellen kann eine Sekundärinfektion durch Bakterien und Pilze
erfolgen. Die Einblastemperatur darf 7°C nicht unterschreiten.
Höhere Reisetemperaturen als ca. 12°C setzen die
Haltbarkeit der Ware herab. Die Gurken vergilben dann und sind nicht mehr verkaufsfähig.
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RF
Feuchte
Gurken erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und
Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
| Bezeichnung |
Feuchte/Wassergehalt |
Quelle |
| Relative Luftfeuchte |
85...90% |
[1] |
| 90...95% |
[5] |
| 90...95% |
[20] |
| Wassergehalt |
95...97% |
[1] |
| Oberste
Gleichgewichtsfeuchte |
85% |
[1] |
Gurken sind vor jeglicher Feuchtigkeit (See-, Regen-,
Kondenswasser) zu schützen, da sonst eine erhöhte Gefahr des Befalls durch Nass-
oder Weißfäule
besteht.
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RF
Lüftung
Gurken erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und
Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
Empfohlene Lüftungs-Kondition: Umluft 60...80fach/h mit
ständiger Frischluftzufuhr, um zu hohe Konzentrationen an CO2, Ethylen
und
anderen Gasen zu verhindern.
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RF
Biotische Aktivität
Gurken besitzen eine biotische
Aktivität 2. Ordnung.
Sie gehören zu den lebenden Organen, bei denen die
Respirationsprozesse überwiegen, weil durch die Trennung von der Mutterpflanze die Zufuhr
neuer Nährstoffe fehlt.
Die Ladungspflege während der Reise muss darauf
ausgerichtet sein, die Respirationsprozesse (Abgabe von CO2, Wasserdampf,
Ethylen und Wärme) so zu steuern, dass am Zielort das gewünschte Reifestadium vorliegt.
Durch mangelhafte Lüftung kann die Ware infolge CO2-Anreicherung und
nicht ausreichender Versorgung mit Luftsauerstoff in Gärung und Fäulnis übergehen (vgl.
Lüftung).
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RF
Gase
| CO2-Entwicklung |
Auch nach der Ernte laufen in Gurken noch
Stoffwechselprozesse ab. Die Gurken nehmen Sauerstoff auf und scheiden Kohlendioxid,
Ethylen und Wärme ab. |
| Obergrenze des
zulässigen CO2-Gehalts |
0,2 Vol.-% |
| Ethylenentwicklung |
|
| Aktivverhalten |
Gurken sind niedrige Ethylenproduzenten, die
Ethylenproduktionsrate liegt bei 0,1...1,0 µl/kg*h [16]. |
| Passivverhalten |
Die Ethylenempfindlichkeit der Gurken ist als
hoch einzustufen [16]. Sie dürfen daher nicht mit Ethylen produzierenden Waren zusammengelagert werden (Allelopathie). |
Sollte nicht ausreichend gelüftet worden sein (Frost) oder
ist die Lüftung aufgrund eines Defektes ausgefallen, sind lebensgefährliche CO2-Konzentrationen
bzw. O2-Mangel möglich. Daher vor Betreten des Laderaumes diesen lüften und
eine Gasmessung durchführen.
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RF
Selbsterhitzung / -entzündung
Kein Risiko!
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RF
Geruch
| Aktivverhalten |
Gurken besitzen einen ganz leicht angenehmen
Geruch. |
| Passivverhalten |
Gurken sind anderen Waren gegenüber stark
geruchsempfindlich und dürfen daher nicht mit geruchsinfizierenden Waren zusammengelagert
werden. |
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RF
Verunreinigung
| Aktivverhalten |
Gurken sind nicht verunreinigend. |
| Passivverhalten |
Gurken sind empfindlich gegenüber
Verunreinigungen durch Schmutz, Fette und Öle. Die Laderäume bzw. Container müssen vor
der Beladung entsprechend sauber und hygienisch einwandfrei sein. |
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RF Mechanische Einflüsse
Gurken sind stark stoß- und druckempfindlich. Sie sollten
nicht geworfen werden, da die hierdurch entstehenden Druckstellen an den Gurken schnell in
Verderb übergehen.
Ebenso führt ein Begehen der Schachteln stets zu
Beschädigungen und sollte deshalb vermieden werden. Die Verpackung sollte so
gewählt werden, dass bis zu einer Höhe von 2,40 m homogen ausgestaut werden
kann.
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RF
Toxizität / Gesundheitsgefährdung
Sollte nicht ausreichend gelüftet worden sein (Frost) oder
ist die Lüftung aufgrund eines Defektes ausgefallen, sind lebensgefährliche CO2-Konzentrationen
bzw. O2-Mangel möglich. Daher vor Betreten des Laderaumes diesen lüften und
eine Gasmessung durchführen. Der MAK-Wert der CO2-Konzentration liegt bei 0,49
Vol.-%.
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RF Schwund
Durch Austrocknen der Ware können Masseverluste < 1%
entstehen.
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RF Schädlingsbefall / Krankheiten
Die wichtigsten Krankheiten sind:
 |
Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea): glasig,
wässrig,
dann mausgrauer Schimmelrasen.

Abbildung 3 |
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Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum): tief eingesunkene,
von grünem Sporenrasen bedeckte Flecken mit milchigweißen oder braunen Tropfen. |
Quarantänebestimmungen des Bestimmungslandes
sind zu beachten, ggf. ist ein Pflanzengesundheitszeugnis (Phytosanitary-Certificate)
den Versandpapieren beizufügen. Auskünfte geben die Pflanzenschutzdienste und
-ämter der Bundesländer.
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Quellenverzeichnis | Kontakt - Anbieter | Rechtliche Hinweise | TIS-History |
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© Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), Berlin 1999-2012 |
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