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Informationen
zur Ware
Warenname
| Deutsch |
Kapok |
| Englisch |
Kapok |
| Französisch |
Kapokier
|
| Spanisch |
Kapok |
| Wissenschaftlich |
Ceiba pentandra, Ceiba occidentalis |
| KN/HS-Nummer * |
1402 10 ff. |
(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes
System der EU)
Warenbeschreibung
Kapok gehört zu den Fasern/Faserstoffen, die wie folgt
unterschieden werden [24]:
Pflanzenhaare:
 |
Samenhaare der Baumwolle |
 |
Fruchthaare des Kapokbaums |
Stängelfasern zweikeimblättriger Pflanzen
(Weichfasern):
 |
Lein, Ramie (feine Spinnfasern) |
 |
Hanf, Jute, Kenaf (grobe Spinnfasern) |
Blattfasern einkeimblättriger Pflanzen (Hartfasern):
 |
Sisal, Manilahanf, Palmfasern (schlechte Spinneigenschaften) |
Bast:
 |
Linde, Raphiapalme, Weide |
Flechtmaterial:
 |
Kokosfaser, Peddigrohr, Halfa, Piassava, Esparto |
Kapok sind die feinen, seidig glänzenden Fruchtfasern aus
den Fruchtwänden der 10...20 cm langen und 3 cm dicken Kapseln des Kapokbaums (Ceiba
pentandra). Kapok gehört zur Familie der Wollbaumgewächse (Bombacaceae). Er wird auch
Wollbaum, Baumwollbaum oder Ceiba genannt.
Ursprünglich in Südamerika heimisch, ist er in allen
Tropenländern anzutreffen. Mit 50 m Höhe zählen Kapokbäume zu den größten Bäumen
des tropischen Regenwalds.
Die 10...35 mm langen Kapokhaare, die zu den Pflanzenhaaren
zählen, sind spröde und nur in Mischung mit Baumwolle verspinnbar. Sie sind
wärmeisolierend und wasserabstoßend. Kapokfasern können weiß, leicht grau, gelblich
bis braun und glänzend sein. Sie werden auch Ceibawolle oder Bombaxwolle genannt.
Qualität / Lagerdauer
Im Handel kommen am häufigsten der Javakapok sowie der
minderwertige Kalkuttakapok vor.
Feuchtigkeit kann muffigen Geruch verursachen, der jedoch
bei Trocknung verschwindet.
Kapok niederer Qualität kann Schmutz und verrottete Fasern
enthalten und gelegentlich mit altem Kapok von alten Möbelpolsterungen vermischt werden.
Bei Einhaltung der entsprechenden Temperatur- und
Feuchtigkeitsbedingungen stellt die Lagerdauer keine Restriktion bezüglich der Transport-
und Lagerfähigkeit dar.
Verwendungszweck
Kapokfasern eignen sich wegen ihrer Verholzung
nicht zum Verspinnen, liefern jedoch ein ausgezeichnetes, unverwüstliches
Polstermaterial. So werden sie als Füllmaterial für Polsterungen, Bettfüllungen und
für die Schall- und Wärmeisolierung verwendet. Kapokhaare sind nicht benetzbar, daher
werden sie auch zur Füllung von Schwimmwesten und Rettungsringen benutzt, da durch das
große luftgefüllte Lumen (Markhöhlen) die Kapokfaser eine geringe Dichte und einen
starken Auftrieb im Wasser hat. Dieser lässt auch bei längerem Eintauchen in Wasser nur
wenig nach.
Abbildung
(Durch Anklicken der einzelnen Abbildungen
werden diese vergrößert dargestellt.)

Abbildung 1 |

Abbildung 2 |
Herkunftsländer
Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine
Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.
| Europa |
|
| Afrika |
Nigeria, Mocambique, Tansania |
| Asien |
Sri Lanka, Indonesien, Thailand, Philippinen |
| Amerika |
Ekuador |
| Australien |
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Verpackung
Kapok wird unverpackt in Ballen von ca. 90...100 kg
transportiert. Da Kapok keine starke Pressung verträgt, werden die Ballen bei nur
mäßigem Druck gepresst und sind daher relativ groß. Die Ballen werden zum besseren Halt
mit Bandeisen umreift.
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Transport
Symbole

Selbstentzündlich,
Klasse 4.2 IMDG-Code |

Feuergefährlich
(entzündbare feste Stoffe),
Klasse 4.1
IMDG-Code |

Stückgut |
Verkehrsmittel
Schiff, Lkw, Bahn
Containerfähigkeit
Standard-Container unter Einhaltung
des Wassergehalts von Ware, Verpackung und Wegerung
Umschlag
Bei feuchtem Wetter
(Regen, Schnee) muss die Ladung vor Feuchtigkeit geschützt werden, da Kapok stark
hygroskopisch ist und gerne Feuchtigkeit aufnimmt. Dies kann bei dem an sich
wasserbeständigen Kapok zu Verfärbung, Muffigwerden und Verrottung führen. Außerdem
kann Kapok durch Wasserdampfaufnahme aufquellen, wodurch sich sein Volumen vergrößert.
Beim Umschlag dürfen keine Handhaken verwendet werden, da
es zur Funkenbildung kommen kann, wenn der Haken auf die Umreifung trifft. Des weiteren
gilt während des Umschlags absolutes Rauchverbot!
Vorsicht: Der beim Umschlag entstehende Staub kann sich
explosionsartig entzünden!
Staumaß
 |
3,40...5,20 m3/t (Ballen, mäßig gepresst) [1] |
 |
1,67...1,81 m3/t (Ballen, gepresst) [11] |
 |
3,34...4,74 m3/t (Ballen) [11] |
 |
3,54...5,10 m3/t (Ballen) [14] |
Stauplatzanforderungen
Kühl, trocken
Separation
Fasertauwerk, dünne Netze aus Fasern
Ladungssicherung
Die Ladung ist so zu sichern, dass die Ballen
bzw. die Umreifung nicht beschädigt werden. Unbeschädigte Umreifungen sind die
Voraussetzung, um die Pressung der Ballen während des Transports beizubehalten. Ist sie
zerstört, lockert sich die Pressung, was gleichzeitig eine erhöhte Sauerstoffzufuhr ins
Innere der Ballen zur Folge hat. Dies fördert wiederum die Gefahr der Entzündung oder
unterstützt ein bereits entstandenes Feuer. Durch das Platzen oder Aneinanderreiben von
Bandeisen kann es zur Funkenbildung und Fremdentzündung kommen.
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Risikofaktoren und Schadenverhütung
RF
Temperatur
Kapok erfordert eine bestimmte Temperatur-,
Feuchte- und ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).
Günstiger Reisetemperaturbereich: unbegrenzt...25°C
Kapok ist entfernt von Wärmequellen zu stauen.
In jedem Laderaum sollte die Möglichkeit für
Temperaturmessungen geschaffen werden. Es sind tägliche Messungen durchzuführen und zu
protokollieren.
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RF
Feuchte
Kapok erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und
ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).
Kapok reagiert stark hygroskopisch (Hygroskopizität), und die an sich wasserbeständige Ware
muss daher vor See-, Regen- und Kondenswasser sowie vor zu hohen relativen Luftfeuchten
geschützt werden, um Verrottung, Verfärbung und Muffigwerden zu vermeiden. Außerdem
kann Kapok durch Wasserdampfaufnahme aufquellen, wodurch sich sein Volumen vergrößert.
Aus diesem Grund werden Feuchtemessungen bei der
Ladungsübernahme empfohlen. Durch Feuchtigkeit beschädigte Ballen sind von der
Ladungsübernahme auszuschließen.
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RF
Lüftung
Kapok erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und
ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).
Wenn die Ware im verschiffungstrockenen Zustand verladen
wird, stellt sie keine besonderen Ansprüche an die Lüftung. Problematisch wird es, wenn
Ware und/oder Wegerung zu feucht sind. Dann sollte wie folgt gelüftet werden:
Luftwechsel 10fach/h (Durchlüftung)
Da Kapok sehr gerne Sauerstoff absorbiert, muss vor
Betreten des Laderaumes dieser gelüftet und ggf. eine Gasmessung durchgeführt werden, da
aufgrund von Sauerstoffmangel Lebensgefahr bestehen kann.
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RF
Biotische Aktivität
Kapok besitzt eine biotische
Aktivität 3. Ordnung.
Er gehört zu den Waren mit unterbrochenen
Respirationsprozessen, bei denen jedoch weiterhin biochemische, mikrobielle u. a.
Zersetzungsprozesse ablaufen.
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RF
Gase
Kapok absorbiert sehr gerne Sauerstoff. Daher kann es in
geschlossenen Laderäumen und Containern zu Sauerstoffmangel kommen. Vor Betreten der
Laderäume sind diese zu lüften, und gegebenenfalls eine Gasmessung ist durchzuführen.
Der Anstieg des CO2- und CO-Gehalts ist ein
Indikator für einen Ladungsbrand. Der MAK-Wert der Laderaumluft liegt bei 0,49
Vol.-%. Infolge der sauerstoffreichen Markhöhle (Lumen) brennen die Ballen oft
wochenlang, ohne entdeckt zu werden.
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RF
Selbsterhitzung / -entzündung
Kapok wird nach IMDG-Code in die Klasse 4.1 (Entzündbare
feste Stoffe) eingruppiert. Er kann sich aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften und
negativer äußerer Einflüsse (siehe unten) aber auch wie ein Stoff der Klasse 4.2
(Selbstentzündliche Stoffe) nach IMDG-Code bzw. GGVS verhalten.
Durch den hohen Zellulosegehalt ist Kapok besonders durch
Fremdentzündung feuergefährdet. Kapokfasern entzünden sich noch leichter als Baumwolle.
Daher sind sie auf jeden Fall vor Funken, Feuer, offenem Licht und glimmenden Zigaretten
zu schützen. Es gilt absolutes Rauchverbot! Funken können durch Platzen oder
Aneinanderreiben der Bandeisen (auch im Laderaum bzw. Container durch mangelhafte
Ladungssicherung) entstehen und einen Ladungsbrand verursachen. Gemäß IMDG-Code sollten
die Lüfteröffnungen, die zum Laderaum führen, mit funkensicherem Drahtgewebe versehen
sein.
Durch den Einfluss von Feuchtigkeit, tierischen und
pflanzlichen Fetten/Ölen, Ölsaaten und -früchten, Kopra, Schmutzwolle kann es zur
Selbstentzündung kommen. Infolge der gut ausgeprägten sauerstoffreichen Markhöhle
(Lumen) der Kapokfaser sowie des im kapillaren Hohlraumsystem enthaltenen
Sauerstoffvorrats halten Schwelbrände im Inneren der Ballen oft wochenlang an.
Die Verbrennung erfolgt bei Kapok allgemein sehr langsam
und ohne Flamme. Wenn Kapok in Brand geraten und die Verbrennung fortgeschritten ist,
zerbersten die Ballen durch Hitzeintensität, und flammender Kapok kann über andere
Ballen verstreut werden.
Die Brandbekämpfung ist am günstigsten mit CO2
oder mit Schaum durchzuführen. Es ist sehr schwierig, das Feuer wegen des
Sauerstoffüberschusses der Kapokfaser, die das Feuer von innen her unterhält, zu
löschen. Bei der Brandbekämpfung die Bandeisen nicht sprengen bzw. die Ballen nicht
aufschlagen, da durch die Lockerung der Pressung eine erhöhte Sauerstoffzufuhr entsteht
und das Feuer nicht wirksam bekämpft werden kann.
Die Brandbekämpfung darf nicht mit Wasser durchgeführt
werden, da durch das Quellungsvermögen der Kapokfaser Beschädigungen an den Laderaum-
bzw. Containerwänden entstehen können.
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RF
Geruch
| Aktivverhalten |
Kapok ist normalerweise geruchlos.
Feuchtigkeit kann einen muffigen Geruch verursachen, der jedoch bei Trocknung wieder
verschwindet. |
| Passivverhalten |
Kapok ist gegenüber unangenehmem oder
stechendem Geruch empfindlich. |
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RF
Verunreinigung
| Aktivverhalten |
Kapok ist durch Staubentwicklung
verunreinigend. |
| Passivverhalten |
Kapok ist empfindlich gegenüber
Verunreinigungen durch Staub, Schmutz, Fette/Öle und Rost sowie ölhaltigen Waren, wie
Ölsaaten/-früchten, Kopra, Schmutzwolle u.a.m., da ölgetränkte Fasern
Selbsterhitzung/Ladungsbrand begünstigen. Daher müssen die Laderäume bzw. Container
entsprechend sauber und hygienisch einwandfrei sein. Kapok niederer Qualität kann Schmutz
und verrottete Fasern enthalten und gelegentlich mit altem Kapok von alten
Möbelpolsterungen vermischt sein. |
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RF Mechanische Einflüsse
Es ist darauf zu achten, dass durch mechanische Einflüsse
keine Beschädigungen an den Umreifungen entstehen, was eine Erhöhung der Brandgefahr
infolge Lockerung der Pressung der Ballen und erhöhter Sauerstoffzufuhr zur Folge hat.
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RF
Toxizität / Gesundheitsgefährdung
Da Kapok stark sauerstoffabsorbierend ist, kann es im
Laderaum bzw. Container zu lebensgefährlichem Sauerstoffmangel kommen. Daher ist vor
Betreten des Laderaums dieser zu lüften und gegebenenfalls eine Gasmessung
durchzuführen. Der MAK-Wert der CO2-Konzentration liegt bei 0,49 Vol.-%.
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RF Schwund
Mengenverluste können durch unsachgemäße Behandlung beim
Umschlag entstehen.
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RF Schädlingsbefall / Krankheiten
Kapok wird wegen seines Bitterstoffgehaltes nicht von
Schädlingen angegriffen.
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