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Informationen
zur Ware
Warenname
| Deutsch |
Flachsgrünwerg |
| Englisch |
Flax towr |
| Französisch |
Lin étoupe
|
| Spanisch |
Lino estopa |
| Wissenschaftlich |
Linum usitatissimum |
| KN/HS-Nummer * |
5301 30 10 |
(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes
System der EU)
Warenbeschreibung
Bei der Herstellung von Reinflachs (siehe Flachs) aus Flachsstroh durch Auskämmen mit
Stahlkämmen bleiben die kurzen Fasern, das Werg, zurück, das unter dieser Bezeichnung
oder als Hede (tow) gehandelt wird.
Als Werg wird die Wirrfaser bezeichnet, die bei der Verarbeitung von
Stängelfasern als
Abfall entsteht.
Ungerösteter Strohflachs minderer Qualität wird in der Wergveredelung zu Flachsgrünwerg ausgearbeitet.
Qualität / Lagerdauer
Nasse, feuchte oder mit Öl beschmutzte Ballen sind von der Ladungsübernahme
auszuschließen.
Bei Einhaltung der entsprechenden Temperatur- und Feuchtebedingungen stellt die
Lagerdauer keine Restriktion bezüglich der Transport- und Lagerfähigkeit dar.
Verwendungszweck
Flachsgrünwerg wird bei der Herstellung von Zigarettenpapier verarbeitet.
Außerdem wird es in der Flockenbast- und Papierindustrie, als Erntebindefaden,
Kabelfaden, Sack- und Verpackungsgewebe, Polstermaterial in der Möbelindustrie, als
Füllgarn für Drahtseile und Bindfäden und als Dichtungsmaterial verwendet.
Herkunftsländer
Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine
Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.
| Europa |
Belgien, Irland, Niederlande, Rumänien, Russland, Ungarn, Polen, Frankreich, Italien |
| Afrika |
Ägypten |
| Asien |
Indien |
| Amerika |
USA, Argentinien |
| Australien |
Australien, Neuseeland |
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Verpackung
Flachsgrünwerg wird unverpackt in Ballen transportiert. Zum besseren Halt werden die Ballen mit Bandeisen umreift.
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Transport
Symbole

Selbstentzündlich,
Klasse 4.2 IMDG-Code |

Feuergefährlich
(entzündbare feste Stoffe),
Klasse 4.1
IMDG-Code |

Stückgut |
Verkehrsmittel
Schiff, Lkw, Bahn
Containerfähigkeit
Standard-Container unter
Einhaltung des Wassergehalts von Ware und Wegerung
Umschlag
Bei feuchtem Wetter (Regen, Schnee)
muss die Ladung vor Feuchtigkeit geschützt werden, da das
Flachsgrünwerg hygroskopisch ist und gerne Feuchtigkeit aufnimmt. Dies kann zur
Verfärbung, Verrottung, Fleckenbildung und zu muffigem Geruch führen. Im Vergleich zur
Baumwolle ist Flachsgrünwerg weniger verrottungsfest. Des Weiteren gilt während des
Umschlags absolutes Rauchverbot!
Staumaß
2,4...3,0 m3/t (Ballen) [1]
Stauplatzanforderungen
Kühl, trocken
Separation
Fasertauwerk, dünne Netze aus Fasern
Ladungssicherung
Die Ladung ist so zu sichern, dass die Ballen bzw. die Umreifung nicht beschädigt
werden. Unbeschädigte Umreifungen sind die Voraussetzung, um die Pressung der Ballen
während des Transports beizubehalten. Ist sie zerstört, lockert sich die Pressung, was
gleichzeitig eine erhöhte Sauerstoffzufuhr ins Innere der Ballen zur Folge hat. Dies
fördert wiederum die Gefahr der Entzündung oder unterstützt ein bereits entstandenes
Feuer. Durch das Platzen oder Aneinanderreiben von Bandeisen kann es zur Funkenbildung und
Fremdentzündung kommen.
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Risikofaktoren und Schadenverhütung
RF
Temperatur
Flachsgrünwerg erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf.
Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima- Kondition).
Günstiger Reisetemperaturbereich: unbegrenzt...25°C
In jedem Laderaum sollte die Möglichkeit für Temperaturmessungen geschaffen werden.
Es sind tägliche Messungen durchzuführen und zu protokollieren.
Flachsgrünwerg ist entfernt von Wärmequellen zu stauen.
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RF
Feuchte
Flachsgrünwerg erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf.
Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima- Kondition).
Flachsgrünwerg reagiert stark hygroskopisch (Hygroskopizität).
Es muss vor See-, Regen- und Kondenswasser sowie vor zu hohen relativen Luftfeuchten
geschützt werden, um Verfärbung, Fleckenbildung und muffigen Geruch zu vermeiden. Bei
intensiver Einwirkung kommt es zur Verrottung und damit zur Beeinträchtigung der
Reißfestigkeit der Faser.
Außerdem kann es durch Wasserdampfaufnahme aufquellen, wodurch es sein Volumen um ca.
20% vergrößert. Äußerlich ist ein hoher Wassergehalt nur schwer zu erkennen.
Vor der Beladung werden Feuchtemessungen empfohlen. Feuchtebeschädigte Ballen sind von
der Ladungsübernahme auszuschließen.
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RF
Lüftung
Flachsgrünwerg erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf.
Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima- Kondition).
Wenn die Ware im verschiffungstrockenen Zustand verladen wird, stellt sie keine
besonderen Ansprüche an die Lüftung.
Problematisch wird es, wenn Ware und/oder Wegerung zu feucht sind. Dann sollte wie
folgt gelüftet werden:
Luftwechsel 10fach/h (Durchlüftung)
Es muss für eine ständige Abführung der Feuchtigkeit gesorgt werden, um Schimmel- und Bakterientätigkeit zu reduzieren.
Da Flachsgrünwerg sehr gerne Sauerstoff absorbiert,
muss vor Betreten des Laderaumes
dieser gelüftet und eine Gasmessung durchgeführt werden, da aufgrund von
Sauerstoffmangel Lebensgefahr bestehen kann.
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RF
Biotische Aktivität
Flachsgrünwerg besitzt eine biotische Aktivität 3.Ordnung.
Es gehört zu den Waren mit unterbrochenen Respirationsprozessen, bei denen jedoch
weiterhin biochemische, mikrobielle u.a. Zersetzungsprozesse ablaufen.
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RF
Gase
Flachsgrünwerg absorbiert sehr gerne Sauerstoff. Daher kann es in geschlossenen
Laderäumen und Containern zu Sauerstoffmangel kommen. Vor Betreten der Laderäume sind
diese zu lüften, und gegebenenfalls ist eine Gasmessung durchzuführen.
Der Anstieg des CO2- und CO-Gehalts ist ein Indikator für einen
Ladungsbrand. Der MAK-Wert der Laderaumluft liegt bei 0,49 Vol.-%. Infolge der
sauerstoffreichen Markhöhle (Lumen) brennen die Ballen oft wochenlang, ohne entdeckt zu werden.
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RF
Selbsterhitzung / -entzündung
Flachsgrünwerg hat einen Ölgehalt von 1...2% (Wachse).
Flachsgrünwerg wird nach IMDG-Code in die Klasse 4.1 (Entzündbare feste Stoffe)
eingruppiert. Es kann sich aufgrund der spezifischen Eigenschaften und negativer äußerer
Einflüsse (siehe unten) aber auch wie ein Stoff der Klasse 4.2 (Selbstentzündliche
Stoffe) nach IMDG-Code bzw. GGVS verhalten.
Durch den hohen Zellulosegehalt ist das Flachsgrünwerg besonders durch
Fremdentzündung feuergefährdet. Daher ist es auf jeden Fall vor Funken, Feuer, offenem
Licht und glimmenden Zigaretten zu schützen. Es gilt absolutes Rauchverbot! Funken
können beim Aneinanderstoßen von Ferro-Chromerzstücken entstehen. Daher ist bei
gemeinsamen Transporten (wie z. B. häufig im Nordsee-Ostseeraum) ein Zusammenladeverbot
zu beachten. Gemäß IMDG-Code sollten die Lüfteröffnungen, die zum Laderaum führen,
mit funkensicherem Drahtgewebe versehen sein.
Durch den Einfluss von Feuchtigkeit, tierischen und pflanzlichen Fetten/Ölen,
Ölsaaten und -früchten, Kopra und Schmutzwolle kann es zur Selbstentzündung kommen.
Infolge der gut ausgeprägten
sauerstoffreichen Markhöhle (Lumen) der Flachsfaser sowie des im
kapillaren Hohlraumsystem enthaltenen Sauerstoffvorrats halten Schwelbrände im Inneren
der Ballen oft wochenlang an.
Die Brandbekämpfung ist am günstigsten mit CO2 durchzuführen. Es ist sehr
schwierig, das Feuer wegen des Sauerstoffüberschusses der Flachsfaser, die das Feuer von
innen her unterhält, zu löschen.
Die Brandbekämpfung darf nicht mit Wasser durchgeführt werden, da durch das
Quellungsvermögen des Flachsgrünwergs (20% Volumenzunahme) Beschädigungen an den
Laderaum- bzw. Containerwänden entstehen können.
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RF
Geruch
| Aktivverhalten |
Flachsgrünwerg hat einen leicht unangenehmen Geruch. Ein auffallend
muffiger Geruch deutet auf Schimmelprozesse im Inneren der Ballen hin. |
| Passivverhalten |
Flachsgrünwerg ist gegenüber unangenehmem oder stechendem Geruch
empfindlich. |
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RF
Verunreinigung
| Aktivverhalten |
Flachsgrünwerg ist nicht verunreinigend. |
| Passivverhalten |
Flachsgrünwerg ist empfindlich gegenüber Verunreinigungen durch Staub,
Schmutz, Fette/Öle und Rost sowie ölhaltigen Waren, wie Ölsaaten/-früchten, Kopra,
Schmutzwolle u.a.m., da ölgetränkte Fasern Selbsterhitzung/Ladungsbrand begünstigen.
Eine erhöhte Verunreinigung bietet den Mikroorganismen einen hervorragenden Nährboden,
daher müssen die Laderäume bzw. Container entsprechend sauber und hygienisch einwandfrei
sein. Ladungsreste von vorhergehenden Ladungen, wie Erzen, Steinen, Kohlen, Metallspänen,
Düngemitteln u. a. m., führen zu Schäden. Verunreinigungen durch
Plastikkügelchen aus Beiladungen führen zur Verweigerung der Annahme durch den
Empfänger. |
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RF Mechanische Einflüsse
Es ist darauf zu achten,
dass durch
mechanische Einflüsse keine Beschädigungen an den Umreifungen entstehen, was eine
Erhöhung der Brandgefahr infolge Lockerung der Pressung der Ballen und erhöhte
Sauerstoffzufuhr zur Folge hat.
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RF
Toxizität / Gesundheitsgefährdung
Da Flachsgrünwerg stark sauerstoffabsorbierend ist, kann es im Laderaum bzw. Container
zu lebensgefährlichem Sauerstoffmangel kommen. Daher ist vor Betreten des Laderaums
dieser zu lüften und gegebenenfalls eine Gasmessung durchzuführen. Der MAK-Wert der CO2-Konzentration
liegt bei 0,49 Vol.-%.
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RF Schwund
Mengenverluste bei Fehl- oder Falschauslieferungen können infolge nicht deutlich
markierter Ballen entstehen.
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RF Schädlingsbefall / Krankheiten
Flachsgrünwerg wird sehr leicht von Pilzen und Bakterien angegriffen.
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Quellenverzeichnis | Kontakt - Anbieter | Rechtliche Hinweise | TIS-History |
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© Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), Berlin 1999-2012 |
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