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Informationen
zur Ware
Warenname
| Deutsch |
Flachs, Lein |
| Englisch |
Flax |
| Französisch |
Lin
|
| Spanisch |
Lino |
| Wissenschaftlich |
Linum usitatissimum |
| KN/HS-Nummer * |
5301 ff. |
(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes
System der EU)
Warenbeschreibung
Flachs gehört zu den Fasern/Faserstoffen, die wie folgt
unterschieden werden [24]:
Pflanzenhaare:
 |
Samenhaare der Baumwolle |
 |
Fruchthaare des Kapokbaums |
Stängelfasern zweikeimblättriger Pflanzen
(Weichfasern):
 |
Flachs/Lein, Ramie (feine Spinnfasern) |
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Hanf, Jute, Kenaf (grobe Spinnfasern) |
Blattfasern einkeimblättriger Pflanzen (Hartfasern):
 |
Sisal, Manilahanf, Palmfasern (schlechte Spinneigenschaften) |
Bast:
 |
Linde, Raphiapalme, Weide |
Flechtmaterial:
 |
Kokos, Peddigrohr, Halfa, Piassava, Esparto |
Flachs sind die gerösteten Bastfasern der Flachs- oder
Leinpflanze (Linum usitatissimum), die zu den Leingewächsen (Linaceae) gehört und schon
seit einigen Jahrtausenden angebaut wird. Die Ägypter haben aus dem Flachs
Mumiengewänder gefertigt, und auch in Europa wurden bereits Gewebe aus Leinen
hergestellt.
Der Lein besteht aus Wurzel, Stängel und Verästelung mit
den Samenkapseln. In der Spinnerei ist nur die technische Stängellänge verwertbar. Sie
wird von der Keimblattachse und dem unteren Teil der Verästelung begrenzt (siehe
Abbildung 1).
Noch vor der Samenreife werden die Flachspflanzen mit der
Wurzel aus dem Boden gerissen und ins Wasser gelegt (Wasserröste), wodurch sich die
Fasern von den anderen Stengelteilen lösen.
Es werden die Kaltwasserröste (10...14 Tage) und die
Warmwasserröste (einige Tage bei Temperaturen bis zu 35°C) unterschieden. Nach dem
Waschen wird das Flachsstroh meist in Darren getrocknet. Mittels Holzscheren werden die
Stängel geknickt und die Fasern aus den verholzten Stängeln herausgelöst. Mittels
Hecheln werden die Rohfasern zu den langen Spinnfasern ausgekämmt, wobei die kurzen
Fasern (Hede oder Werg) in den Stahlkämmen zurückbleiben.
Die Flachsfasern sind grau bis lichtblond, sehr fest, aber
auch gleichzeitig geschmeidig. Die Fasern können bis 140 cm lang werden, normal sind
jedoch ca. 60 cm.
Wenn man einen Flachsstängel zerreißt, erkennt man die
aus den Rissstellen heraustretenden Flachsfasern, die aus bis zu 5 cm langen Zellen
bestehen. Ihre zugespitzten Enden sind ineinander verkeilt und eignen sich daher gut zur
Herstellung von Leinengeweben.
Die chemische Zusammensetzung der Flachsfaser, bezogen auf
die Trockenmasse, stellt sich wie folgt dar:
 |
Zellulose 71% |
 |
Polyosen 18,5% |
 |
Pektine, Pigmente 6,5% |
 |
Lignin 2% |
 |
Wachse 2% |
Qualität / Lagerdauer
Die Flachsfasern zählen zu den reißfestesten
Faserstoffen.
Die Qualität des Flachses wird nach der Länge der Faser,
ihrer Festigkeit und der Reinheit beurteilt.
Nasse, feuchte oder mit Öl beschmutzte Ballen sind von der
Ladungsübernahme auszuschließen.
Bei Einhaltung der entsprechenden Temperatur- und
Feuchtebedingungen stellt die Lagerdauer keine Restriktion bezüglich der Transport- und
Lagerfähigkeit dar.
Verwendungszweck
Flachs wird zur Herstellung von hochwertigen
Textilfasern sowie Sackstoffen, Verbandstoffen, Persenningen, Garnen und Seilen verwendet.
Durch die hohe Festigkeit eignen sich Leinengarne und -gewebe neben Bett- und Tischwäsche
für Nähzwirne, Bucheinbandgewebe sowie für Schwergewebe (Planenstoffe, Sportmatten),
Rucksackstoffe, Berufs- und Arbeitskleidung, Krankenhauswäsche und Tropenkleidung.
Flachsvlies wird zur Herstellung von
Dämmplatten für den Häuserbau verwendet.
Abbildung
(Durch Anklicken der einzelnen Abbildungen
werden diese vergrößert dargestellt.)

Abbildung 1 |

Abbildung 2 |

Abbildung 3 |

Abbildung 4 |
Herkunftsländer
Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine Auswahl der
wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.
| Europa |
Belgien, Irland, Niederlande, Rumänien, Russland, Ungarn,
Polen, Frankreich, Italien |
| Afrika |
Ägypten |
| Asien |
Indien |
| Amerika |
USA, Argentinien |
| Australien |
Australien, Neuseeland |
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Verpackung
Flachs wird in Zöpfen, sogenannten Risten,
gebunden und in Ballen verschifft. Das Gewicht der Ballen variiert je nach Herkunftsland
zwischen 150...204 kg. Ballen aus den USA wiegen teilweise sogar 290 kg. Die Ballen werden
gepresst und ungepresst verschifft, wobei zur Schonung der Fasern nicht so stark gepresst
wird, wie bei der Baumwolle. Zum besseren Halt werden die Ballen mit Bandeisen umreift.
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Transport
Symbole

Selbstentzündlich,
Klasse 4.2 IMDG-Code |

Feuergefährlich
(entzündbare feste Stoffe),
Klasse 4.1
IMDG-Code |

Stückgut |
Verkehrsmittel
Schiff, Lkw, Bahn
Containerfähigkeit
Standard-Container
unter Einhaltung des Wassergehalts von Ware und Wegerung
Umschlag
Bei feuchtem Wetter (Regen, Schnee)
muss die Ladung vor Feuchtigkeit geschützt werden, da der Flachs stark
hygroskopisch ist und gerne Feuchtigkeit aufnimmt. Dies kann zur Verfärbung, Verrottung,
Fleckenbildung, zu muffigem Geruch und verrosteten Bandeisen führen.
Beim Umschlag dürfen keine Handhaken verwendet werden, da es zur
Funkenbildung kommen kann, wenn der Haken auf die Umreifung trifft. Des Weiteren gilt während des Umschlags absolutes Rauchverbot!
Staumaß
 |
2,60...2,83 m3/t (Ballen) [1] |
 |
2,37...3,62 m3/t (Ballen) [11] |
 |
2,55...4,53 m3/t [14] |
Stauplatzanforderungen
Kühl, trocken
Separation
Fasertauwerk, dünne Netze aus Fasern
Ladungssicherung
Die Ladung ist so zu sichern, dass die Ballen bzw. die
Umreifung nicht beschädigt werden. Unbeschädigte Umreifungen sind die Voraussetzung, um
die Pressung der Ballen während des Transports beizubehalten. Ist sie zerstört, lockert
sich die Pressung, was gleichzeitig eine erhöhte Sauerstoffzufuhr ins Innere der Ballen
zur Folge hat. Dies fördert wiederum die Gefahr der Entzündung oder unterstützt ein
bereits entstandenes Feuer. Durch das Platzen oder Aneinanderreiben von Bandeisen kann es
zur Funkenbildung und Fremdentzündung kommen.
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Risikofaktoren und Schadenverhütung
RF
Temperatur
Flachs erfordert eine bestimmte Temperatur-,
Feuchte- und ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).
Günstiger Reisetemperaturbereich: unbegrenzt...25°C
In jedem Laderaum sollte die Möglichkeit für
Temperaturmessungen geschaffen werden. Es sind tägliche Messungen durchzuführen und zu
protokollieren.
Flachs ist entfernt von Wärmequellen zu stauen.
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RF
Feuchte
Flachs erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und
ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).
Flachs reagiert stark hygroskopisch (Hygroskopizität). Bei einem Wassergehalt von 10% steht
Flachs mit 70% relativer Luftfeuchte im Gleichgewicht. Er muss vor See-, Regen- und
Kondenswasser sowie vor zu hohen relativen Luftfeuchten geschützt werden, um Verfärbung,
Fleckenbildung und muffigen Geruch zu vermeiden. Bei intensiver Einwirkung kommt es zur
Verrottung und damit zur Beeinträchtigung der Reißfestigkeit der Faser.

Abbildung 5 |
Im Vergleich zur Baumwolle ist Flachs weniger
verrottungsfest. Außerdem kann er durch Wasserdampfaufnahme aufquellen, wodurch er sein
Volumen um ca. 20% vergrößert. Äußerlich ist ein hoher Wassergehalt nur schwer zu
erkennen.
Vor der Beladung werden Feuchtemessungen empfohlen.
Feuchtebeschädigte Ballen sind von der Ladungsübernahme auszuschließen.
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RF
Lüftung
Flachs erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und
ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).
Wenn die Ware im verschiffungstrockenen Zustand verladen
wird, stellt sie keine besonderen Ansprüche an die Lüftung.
Problematisch wird es, wenn Ware, Verpackung und/oder
Wegerung zu feucht sind. Dann sollte wie folgt gelüftet werden:
Luftwechsel 10fach/h (Durchlüftung)
Es muss für eine ständige Abführung der Feuchtigkeit
gesorgt werden, um Schimmel- und Bakterientätigkeit zu reduzieren.
Da Flachs sehr gerne Sauerstoff absorbiert, muss vor
Betreten des Laderaumes dieser gelüftet und eine Gasmessung durchgeführt werden, da
aufgrund von Sauerstoffmangel Lebensgefahr bestehen kann.
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RF
Biotische Aktivität
Flachs besitzt eine biotische
Aktivität 3. Ordnung.
Er gehört zu den Waren mit unterbrochenen
Respirationsprozessen, bei denen jedoch weiterhin biochemische, mikrobielle u. a. Zersetzungsprozesse ablaufen.
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RF
Gase
Flachs absorbiert sehr gerne Sauerstoff. Daher kann es in
geschlossenen Laderäumen und Containern zu Sauerstoffmangel kommen. Vor Betreten der
Laderäume sind diese zu lüften, und gegebenenfalls ist eine Gasmessung durchzuführen.
Der Anstieg des CO2- und CO-Gehalts ist ein
Indikator für einen Ladungsbrand. Der MAK-Wert der Laderaumluft liegt bei 0,49 Vol.-%.
Infolge der sauerstoffreichen Markhöhle (Lumen) brennen die Ballen oft wochenlang, ohne
entdeckt zu werden.
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RF
Selbsterhitzung / -entzündung
Flachs hat einen Ölgehalt von 1...2% (Wachse).
Flachs wird nach IMDG-Code in die Klasse 4.1 (Entzündbare
feste Stoffe) eingruppiert. Er kann sich aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften und
negativer äußerer Einflüsse (siehe unten) aber auch wie ein Stoff der Klasse 4.2
(Selbstentzündliche Stoffe) nach IMDG-Code bzw. GGVS verhalten.
Durch den hohen Zellulosegehalt ist der Flachs besonders
durch Fremdentzündung feuergefährdet. Daher ist er auf jeden Fall vor Funken, Feuer,
offenem Licht und glimmenden Zigaretten zu schützen. Es gilt absolutes Rauchverbot!
Funken können durch Platzen oder Aneinanderreiben der Eisenbänder (auch im Laderaum bzw.
Container durch mangelhafte Ladungssicherung) entstehen und einen Ladungsbrand
verursachen. Gemäß IMDG-Code sollten die Lüfteröffnungen, die zum Laderaum führen,
mit funkensicherem Drahtgewebe versehen sein.
Durch den Einfluss von Feuchtigkeit, tierischen und
pflanzlichen Fetten/Ölen, Ölsaaten und -früchten, Kopra und Schmutzwolle kann es zur
Selbstentzündung kommen. Infolge der gut ausgeprägten sauerstoffreichen Markhöhle
(Lumen) der Flachsfaser sowie des im kapillaren Hohlraumsystem enthaltenen
Sauerstoffvorrats halten Schwelbrände im Inneren der Ballen oft wochenlang an.
Die Brandbekämpfung ist am günstigsten mit CO2
durchzuführen. Es ist sehr schwierig, das Feuer wegen des Sauerstoffüberschusses der
Flachsfaser, die das Feuer von innen her unterhält, zu löschen. Bei der Brandbekämpfung
die Bandeisen nicht sprengen bzw. die Ballen nicht aufschlagen, da durch die Lockerung der
Pressung eine erhöhte Sauerstoffzufuhr entsteht und das Feuer nicht wirksam bekämpft
werden kann.
Die Brandbekämpfung darf nicht mit Wasser durchgeführt
werden, da durch das Quellungsvermögen der Flachsfaser (20% Volumenzunahme)
Beschädigungen an den Laderaum- bzw. Containerwänden entstehen können.
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RF
Geruch
| Aktivverhalten |
Flachs hat einen leicht unangenehmen Geruch.
Ein auffallend muffiger Geruch deutet auf Schimmelprozesse im Inneren der Ballen hin. |
| Passivverhalten |
Flachs ist gegenüber unangenehmem oder
stechendem Geruch empfindlich. |
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RF
Verunreinigung
| Aktivverhalten |
Flachs ist nicht verunreinigend. |
| Passivverhalten |
Flachs ist empfindlich gegenüber
Verunreinigungen durch Staub, Schmutz, Fette/Öle und Rost sowie ölhaltigen Waren, wie
Ölsaaten/-früchten, Kopra, Schmutzwolle u.a.m., da ölgetränkte Fasern
Selbsterhitzung/Ladungsbrand begünstigen. Eine erhöhte Verunreinigung des Flachses
bietet den Mikroorganismen einen hervorragenden Nährboden, daher müssen die Laderäume
bzw. Container entsprechend sauber und hygienisch einwandfrei sein. Ladungsreste von
vorhergehenden Ladungen, wie Erzen, Steinen, Kohlen, Metallspänen, Düngemitteln u. a.
m., führen zu Schäden. Die Verunreinigung durch Rost kann u. a. durch rostige
Bandeisen oder Drähte entstehen. Da der Rost den Spinnprozess behindert, stellt dies eine
Wertminderung dar. |
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RF Mechanische Einflüsse
Es ist darauf zu achten, dass durch mechanische Einflüsse
keine Beschädigungen an den Umreifungen entstehen, was eine Erhöhung der Brandgefahr
infolge Lockerung der Pressung des Ballens und erhöhter Sauerstoffzufuhr zur Folge hat.
Handhaken dürfen nicht verwendet werden.
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RF
Toxizität / Gesundheitsgefährdung
Da Flachs stark sauerstoffabsorbierend ist, kann es im
Laderaum bzw. Container zu lebensgefährlichem Sauerstoffmangel kommen. Daher ist vor
Betreten des Laderaums dieser zu lüften und gegebenenfalls eine Gasmessung
durchzuführen. Der MAK-Wert der CO2-Konzentration liegt bei 0,49 Vol.-%.
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RF Schwund
Infolge nicht deutlich markierter Ballen kann es zu
Mengenverlusten aufgrund von Fehl- und Falschauslieferungen kommen.
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RF Schädlingsbefall / Krankheiten
Insekten, besonders Ameisen und Käfer, können die Ballen
bereits während der Lagerung an Land beschädigen.
Flachs wird sehr leicht von Pilzen und Bakterien
angegriffen. Planenstoffe werden aus diesem Grund mit fungiziden und bakteriziden
Ausrüstungen versehen.
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