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Koriander [English version]

Inhaltsverzeichnis

Allgemein:
Informationen zur Ware
Verpackung
Transport
  Containerfähigkeit
  Ladungssicherung


Risikofaktoren und Schadenverhütung:
Temperatur Geruch
Feuchte Verunreinigung
Lüftung Mechanische Einflüsse
Biotische Aktivität Toxizität /  Gesundheitsgefährdung
Gase Schwund / Abhandenkommen
Selbsterhitzung / -entzündung Schädlingsbefall / Krankheiten




Informationen zur Ware

Warenname

Deutsch Koriander
Englisch Coriander
Französisch Coriandre
Spanisch Cilantro
Wissenschaftlich Coriandrum sativum var. vulgare und C. sativum var. microcarpum
KN/HS-Nummer * 0909 20 00


(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes System der EU)



Warenbeschreibung

Koriander (Schwindelkorn) sind die reifen, 3...5 mm großen (C. sativum vulgare) und getrockneten Spaltfrüchte des einjährigen Korianderkrauts (Familie der Doldengewächse, Umbelliferae). Bei Coriandrum sativum microcarpum haben die Früchte nur einen Durchmesser von 1,5...3 mm. Beide unterscheiden sich in ihrem Gehalt an ätherischen Ölen, wobei die kleineren die ölhaltigeren sind. Die Früchte sind kugelförmig und besitzen eine gelblich-bräunliche Farbe. Beim Druck mit dem Finger zerfallen sie leicht in zwei Teilfrüchte. Koriander stammt aus Kleinasien und dem südlichen Mittelmeergebiet.

Der angenehme, kräftige, eigenartig aromatische Geruch und der süßliche, leicht bittere Geschmack der Früchte bildet sich erst nach einer gewissen Lagerzeit heraus und wird durch das in den Früchten enthaltene ätherische Korianderöl hervorgerufen.

Als Gewürze werden Pflanzenteile bezeichnet, die zur Geruchs- und Geschmacksverbesserung von Lebensmitteln und Speisen dienen. Sie enthalten ätherische Öle sowie weitere Inhaltsstoffe, die eine intensive Würzkraft hervorrufen.

Gewürze werden bereits in den Anbauländern aufbereitet, gereinigt, sortiert und für den Überseeversand sorgfältig verpackt. Um sie für Transport und Lagerung haltbar zu machen, werden sie getrocknet. In den Verbraucherländern gelangen sie in die Gewürzmühlen, wo sie nochmals gereinigt und sortiert werden, um anschließend ungemahlen oder gemahlen in den Handel zu gelangen.

Gewürze werden nach den verwendeten Pflanzenteilen unterschieden:

Frucht- und Samengewürze (z.B. Pfeffer, Kardamom, Koriander)
Knospen- und Blütengewürze (z.B. Gewürznelken)
Rindengewürze (z.B. Zimt)
Wurzelgewürze (Ingwer, Kurkuma)
Blattgewürze (Lorbeer)


Ölgehalt:

Coriandrum sativum var. vulgare hat einen Gehalt an ätherischen Ölen von 0,1...0,5% (Marokko, Indien); Coriandrum sativum var. microcarpum > 0,4...1,8% (Südeuropa). Hierbei handelt es sich besonders um das Korianderöl.


Qualität / Lagerdauer

Der Erntetermin ist von großer Bedeutung für die Qualität von Koriander: unreif geerntet, enthalten sie den größten Gehalt an ätherischen Ölen; jedoch riechen sie dann unangenehm nach Wanzen.

Bei Einhaltung der empfohlenen Lagerbedingungen ist Koriander ca. 12 Monate haltbar.


Verwendungszweck

Koriander wird, in Verbindung mit anderen Gewürzen, zur Verfeinerung des Geschmacks vieler Speisen und in der Lebensmittelindustrie verwendet, z.B. Fleisch, Marinaden, für die Weihnachtsbäckerei.

Koriander gehört mit Anis, Fenchel und Kümmel zum sogenannten Brotgewürz; ferner ist Koriander Hauptbestandteil von Currypaste.

In der Getränkeindustrie wird Koriander zur Würzung von Gin und nichtalkoholischen Getränken verwendet.


Abbildung

(Durch Anklicken der Abbildung wird diese vergrößert dargestellt.)

Foto Koriander

Abbildung 1



Herkunftsländer

Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.

Europa Griechenland, Niederlande, Italien, Frankreich, Bulgarien, GUS, östliche Mittelmeerländer
Afrika Ägypten, Marokko, Tunesien
Asien Ostasien, Indien
Amerika Argentinien, USA
Australien  


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Verpackung

Koriander wird u.a. in Säcken aus Jutegewebe (30 kg) verpackt.


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Transport

Symbole

Symbol Stückgut

Stückgut



Verkehrsmittel

Schiff, Lkw, Bahn


Containerfähigkeit

Es können Standard-Container bei Einhaltung der Untergrenzen des Wassergehaltes von Ware, Verpackung und Bodenwegerung des Containers eingesetzt werden.


Umschlag

Bei feuchtem Wetter (Regen, Schnee) muss die Ladung vor Feuchtigkeit geschützt werden, da dies zu Schimmel, Verderb und Selbsterwärmung führen kann.

Beim Umschlag gesackter Ware dürfen Hand- und Stauhaken nicht verwendet werden, da sie punktförmig belasten und somit Beschädigungen an den Säcken verursachen. Teller- bzw. Sackhaken bilden aufgrund ihrer Form Flächenlasten und sind daher besser für den Umschlag von Säcken geeignet.


Staumaß

3,54...3,68 m3/t (Säcke, Jute, 30 kg) [1]
3,43...3,62 m3/t (Säcke) [11]
3,54...3,68 m3/t (Säcke, Jute, 30 kg) [14]


Stauplatzanforderungen

Kühl, trocken, gute Lüftung


Separation

Fasertauwerk, dünne Fasernetze, Stauholz


Ladungssicherung

Um einen sicheren Transport zu gewährleisten, ist die Ladung so im Transportmittel zu stauen und zu sichern, dass sie während des Transports nicht verrutschen und ihre Lage verändern kann. Die Packstücke dürfen nicht durch andere Gegenstände oder Ladungsteile beschädigt werden, um Mengenverluste und Qualitätsminderungen zu vermeiden.

Es muss außerdem auf evtl. erforderliche Staumuster geachtet werden, die durch spezielle Anforderungen, z.B. an die Lüftungsmaßnahmen, notwendig sind.


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Risikofaktoren und Schadenverhütung

RF Temperatur

Koriander erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).

Günstiger Reisetemperaturbereich: 5...25°C [1]

Koriander sollte in Räumen transportiert werden, welche die geringsten Temperaturen während der Reise aufweisen und trocken sind. In jedem Fall ist eine Lagerung unter dem Wetterdeck oder bei Containerverladung in der obersten Lage an Deck zu vermeiden, da das Deck bzw. der Container durch die intensive Sonneneinstrahlung in den Tropen stark erhitzt wird und bei Temperaturen >25°C der Verlust der ätherischen Öle droht.


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RF Feuchte

Koriander erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).

Bezeichnung Feuchte/Wassergehalt Quelle
Relative Luftfeuchte 60...70% [1]
Wassergehalt maximal 15% [1], [15]
Oberste Gleichgewichtsfeuchte 65% [1]


Gewürze sind hygroskopische Waren (Hygroskopizität), die mit der Luftfeuchte in Wechselwirkung stehen. Die Gefahr des Schimmelns ist naturgemäß in feuchtwarmer Luft am größten. Die Ware kann muffig werden, und die Gefahr der Selbsterhitzung nimmt durch einen erhöhten Feuchtigkeitsgehalt der Luft zu.

Um einer Feuchtebeeinflussung durch Kondenswasser an den Bord- bzw. Containerwänden vorzubeugen, sollte auf einen deutlichen Abstand zwischen Ladungsstapel und Bord- bzw. Containerwand geachtet werden.


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RF Lüftung

Koriander erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).

Befindet sich die Ware im verschiffungstrockenen Zustand, muss sie während des Transports nicht belüftet werden. Entspricht der Wassergehalt jedoch nicht diesen Vorgaben, sollte zur Abführung des Feuchtepotentials wie folgt gelüftet werden:

Empfohlene Lüftungs-Kondition: Luftwechsel 6 fach/h (Durchlüftung)

Um Schimmelbildung zu vermeiden, sollte der Stauplatz kühl, trocken und vor allem gut zu lüften sein.


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RF Biotische Aktivität

Koriander besitzt eine biotische Aktivität 3. Ordnung.

Er gehört zu den Produkten, bei denen die Respirationsprozesse unterbrochen sind. Trotzdem laufen in ihnen noch biochemische, mikrobielle und andere Zersetzungsprozesse ab, die zu beachten sind.


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RF Gase

Kein Risiko!


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RF Selbsterhitzung / -entzündung

Ölgehalt:

Coriandrum sativum var. vulgare hat einen Gehalt an ätherischen Ölen von 0,1...0,5% (Marokko, Indien); Coriandrum sativum var. microcarpum > 0,4...1,8% (Südeuropa). Hierbei handelt es sich besonders um das Korianderöl.

Koriander neigt zur Selbsterhitzung. Durch einen erhöhten Feuchtigkeitsgehalt und zu hohe Temperaturen wird die Gefahr der Selbsterhitzung noch erhöht.


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RF Geruch

Aktivverhalten Junge Korianderfrüchte besitzen einen leicht unangenehmen wanzenartigen (daher auch die Bezeichnung Wanzenkümmel) Geruch. Erst nach einer gewissen Lagerzeit entwickeln sie den typischen angenehmen, eigenartig aromatischen und kräftigen Geruch nach Orangen.

Wichtig beim Transport von Gewürzen ist, dass der Gehalt an ätherischen Ölen, der zusammen mit anderen Inhaltsstoffen, wie z.B. fetten Ölen, Gerb- und Bitterstoffen, den qualitätsbestimmenden Geruch und Geschmack ergibt, möglichst erhalten bleibt.

Die ätherischen Öle verflüchtigen sich leicht, und die Gewürze büßen dadurch an Würzkraft ein. Die Verflüchtigung der ätherischen Öle wird vor allem durch die Temperatur beeinflusst. Je höher die Umgebungstemperatur ansteigt, um so stärker verflüchtigen sich die ätherischen Öle, erkennbar am intensiven Geruch im Laderaum.

Aufgrund der sich leicht verflüchtigenden ätherischen Öle sollten Gewürze voneinander getrennt und nicht mit Lebensmitteln zusammengestaut werden, die leicht Fremdgerüche aufnehmen (z.B. Kaffee oder Tee). Besonders bei Koriander ist dies der Fall, da er im frischen Zustand einen unangenehm strengen Geruch besitzt.
Passivverhalten Koriander ist empfindlich gegenüber Waren mit einem unangenehmen und/oder stechenden Geruch und sollte deshalb nicht mit geruchsabgebenden Waren (z.B. Chemikalien oder Käse) zusammengestaut werden.



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RF Verunreinigung

Aktivverhalten Koriander ist nicht verunreinigend.
Passivverhalten Koriander ist empfindlich gegenüber Staub, Schmutz, Fetten und Ölen. Ein Besatz mit Fremdstoffen ist bis zu höchstens 1% zulässig [15].



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RF Mechanische Einflüsse

Bei gesackter Ware können punktförmige Belastungen durch z. B. Stau- und Handhaken zu Beschädigungen an Säcken (Sackriss) und somit zu Mengenverlusten führen. Daher sind Teller- bzw. Sackhaken einzusetzen, die aufgrund ihrer Form die Last verteilen und das Beschädigungsrisiko vermindern.


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RF Toxizität / Gesundheitsgefährdung

Kein Risiko!


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RF Schwund / Abhandenkommen

Durch den natürlichen Austrocknungsprozess der Ware kann es zu geringen Masseverlusten kommen.


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RF Schädlingsbefall / Krankheiten

Ratten, Mäuse und Käfer (besonders Brot-, Buckel-, Dieb- und Messingkäfer) sowie Motten (Dörrobstmotte, Kakaomotte) und Milben können Koriander befallen.


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