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Informationen
zur Ware
Warenname
| Deutsch |
Rapsöl, Rüböl |
| Englisch |
Rape oil (colza oil) |
| Französisch |
Huile de colza (navette)
|
| Spanisch |
Aceite de colza (nabina) |
| Wissenschaftlich |
Brassica napus |
| KN/HS-Nummer * |
1514 1 ff. |
(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes
System der EU)
Warenbeschreibung
Öle sind eine Sammelbezeichnung für mehr oder weniger viskose, meist
organisch-chemische Flüssigkeiten. Nach der chemischen Zusammensetzung werden fette,
ätherische, Mineral- und Silikonöle unterschieden. Zu den fetten Ölen zählen
flüssige, halbfeste und feste Produkte pflanzlicher und tierischer Herkunft. Sie werden
auch als Süßöle bezeichnet.
Rapsöl ist pflanzlicher Herkunft und wird durch Pressen oder Extrahieren aus
geschroteten Rapssamen gewonnen. Es ist ein hellgelbes bis braungelbes Öl. Rapsöl
gehört zu den wichtigsten Pflanzenölen.
Über viele Jahrhunderte war Rapsöl für die Ernährung von Menschen und Tieren nicht
zu verwenden, da es einen hohen Gehalt an Erucasäure besaß. Mittlerweile ist es jedoch
gelungen, Rapssorten anzubauen, deren Gehalt an Erucasäure nicht so hoch ist.
Qualität / Lagerdauer
Die Säurezahl eines Öles kann als Maß für die Qualität herangezogen werden. Die
Säurezahl des Öles darf jedoch nicht zu hoch sein, da dies einen zu hohen Anteil an
freien Fettsäuren bedeutet, was zum Sauerwerden des Öles führt. Außerdem kann es zu
Verfärbungen kommen. Rapsöl sollte eine Säurezahl von maximal 0,6...2,0% besitzen.
Öle und Fette verderben, indem sie leicht ranzig werden.
Ranzigwerden wird durch Licht,
Luftsauerstoff und Feuchte gefördert und führt zu Geruchs- und Geschmacksveränderungen.
Daraus ergibt sich, dass die Tanks und Fässer unter Beachtung des kubischen
Ausdehnungskoeffizienten (siehe Dichte) so hoch wie möglich zu füllen sind,
damit der Luftraum über der Ladung möglichst klein bleibt. Ranziges Öl darf nicht mehr
verladen werden, da es den Qualitätsanforderungen nicht entspricht.
Ist das Rapsöl durch Eisen- und Rostteilchen oder durch Seewasser verunreinigt, ist
von einer Beladung abzusehen.
Bei Einhaltung der entsprechenden Temperaturbereiche stellt die Lagerdauer keine
Restriktion bezüglich der Transport- und Lagerfähigkeit dar.
Verwendungszweck
Rapsöl wird als Speiseöl, Maschinenöl und zur Herstellung von Margarine
und Seife verwendet. Außerdem kann es auch als Ersatz für Dieselkraftstoff dienen
(Bio-Diesel).
Herkunftsländer
Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine
Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.
| Europa |
Frankreich, Deutschland, Schweden, Polen |
| Afrika |
|
| Asien |
Indien, China, Japan |
| Amerika |
USA, Kanada |
| Australien |
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Verpackung
Der Transport erfolgt hauptsächlich in Tanks, selten in Fässern.
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Transport
Symbole

Flüssiggut |

Stückgut |
Verkehrsmittel
Schiff, Lkw, Bahn
Containerfähigkeit
Tank-Container
Umschlag
Im Normalfall muss das Öl nicht beheizt werden, da der Erstarrungspunkt relativ
niedrig ist. Sollte es jedoch während der Reise zu Temperaturen kommen, die im Bereich
der Erstarrungstemperatur liegen, muss folgendes beachtet werden: Um das Öl aus den Tanks
pumpen zu können, muss es die erforderliche Pumptemperatur haben. Dies ist aber nur
möglich, wenn das Öl während der Reise - oberhalb einer Mindesttemperatur - flüssig
gehalten wurde. Auf die genaue Einhaltung der Lade-, Reise- und Pumptemperatur
muss deshalb geachtet werden, weil sich eine auftretende Konsistenzveränderung für den
Zeitraum des Transports als ein irreversibler Vorgang herausstellen kann.
Ist das Öl
in den Tanks erstarrt, lässt es sich auch durch forciertes Heizen nicht wieder
verflüssigen. In der Umgebung der Heizschlangen schmilzt das Öl, versengt, verfärbt
sich und wird ranzig.
Schwierigkeiten können beim Abpumpen bei kalter Witterung entstehen. Das Öl kann in
den langen Leitungen zu schnell erkalten, und es bilden sich feste Bestandteile an den
Außenwänden, die sich nicht abpumpen lassen und der noch flüssigen Ladung den
Zufluss zum Saugventil versperren. Durch entsprechende Heizmöglichkeiten bzw. Isolierung der
Leitungen kann dieses Problem gelöst werden.
Ist das Öl in Fässern abgefüllt, müssen diese entsprechend vorsichtig behandelt
werden. Beschädigte Fässer führen schnell zum Auslaufen des Öles und somit zu
Mengenverlusten bzw. zu Beschädigungen an anderen Ladungsteilen.
Dichte
 |
0,908...0,917 g/cm3 [1] |
 |
0,913...0,916 g/cm3 [2] |
 |
0,920 g/cm3 [11] |
Alle Fette und Öle haben eine bestimmte Dichte (ca. 0,9 g/cm3). Mit
steigender Temperatur nimmt die Dichte jedoch ab, was gleichzeitig zu einer
Volumenvergrößerung führt. Dieses Verhalten wird durch den kubischen
Ausdehnungskoeffizienten beschrieben und als thermische Dilatation bezeichnet.
Der kubische Ausdehnungskoeffizient beträgt:
g =
ca.0,000675 K-1
Überschlägig kann man damit rechnen, dass die Öle bei je 15 K Temperaturerhöhung
ihr Volumen um 1% des Gesamtvolumens vergrößern.
Bei der
Befüllung der Fässer muss jedoch auf das Ausdehnungsverhalten der Ladung bei
Temperaturerhöhung geachtet werden (Gefahr des Platzens der Fässer).
Stauplatzanforderungen
Spezialtank
Separation
Entfällt bei Flüssigladungen in Tanks
Ladungssicherung
Bei Flüssigladungen ist es wichtig, dass der Luftraum über der Ladung möglichst
klein ist, damit sich die Ladung nur wenig bewegen kann. Sich bewegende Flüssigladung
kann sich negativ auf die Stabilität des Verkehrsmittels auswirken (z. B. bei
Kurvenfahrten von Lkw und Bahn oder beim Rollen und Stampfen von Schiffen).
Fässer müssen so gesichert werden, dass sie nicht im Laderaum bzw. auf der
Ladefläche verrutschen und beschädigt werden können.
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Risikofaktoren und Schadenverhütung
RF
Temperatur
Rapsöl erfordert keine bestimmte Lagerklima-Kondition
(LK 0).
Eine bedeutende Rolle beim Transport von fetten Ölen und Fetten spielen die
Erstarrungstemperaturen. Es kommt darauf an, dass sie beim Laden, während der Reise und
beim Löschen den flüssigen Aggregatzustand beibehalten. Die Kältetrübung (Segregation)
setzt ein, wenn sich durch Abkühlung die Temperatur des Öls dem Erstarrungspunkt
nähert, das Öl wird salbenartig und schließlich fest, so dass es sich nicht mehr pumpen
lässt.
Die Segregation und die damit verbundene Konsistenzveränderung vom flüssigen in den
festen Aggregatzustand tritt bei Abkühlung um so eher ein, je höher der Erstarrungspunkt
liegt.
Die Öle dürfen immer nur um einige K/Tag erwärmt werden, da sonst die Gefahr
des Ranzigwerdens und anderer negativer Veränderungen besteht.
Die folgende Tabelle soll nur zur groben Einschätzung der entsprechenden
Temperaturbereiche dienen. Je nach den speziellen Gegebenheiten der Transporte können die
Temperaturen hiervon abweichen.
| Bezeichnung |
Temperaturbereich |
Quelle |
Reisetemperatur
(günstiger Temperaturbereich) |
15°C (12...24°C) |
[1] |
| Erstarrungstemperatur |
0...-15°C |
[1] |
| ca. 0°C |
[2] |
| Pumptemperatur |
ca. 15°C |
|
Rapsöl ist bei normalen Transportbedingungen flüssig und
muss daher nicht beheizt
werden. Sollte es während der Reise jedoch zu Temperaturen kommen, die im Bereich der
Erstarrungstemperatur liegen, muss das Öl erwärmt werden, um die Pumpfähigkeit zu
erhalten.
Die Reisetemperatur muss während des Transports möglichst eingehalten werden, um die
Oxidationsprozesse zu minimieren.
Rapsöl aus gepresster Saat kann vorübergehend unterkühlt werden bis -14...-15°C.
Nach längerem Stehen beginnt das Öl, zu einer weißen Masse zu erstarren, ohne an
Qualität einzubüßen.
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RF
Feuchte
Fette und fette Öle sind in Wasser unlöslich. Es können jedoch beim Kontakt mit
Wasser lösliche niedere Fettsäuren und Glycerin entstehen, die zum
Ranzigwerden führen,
verbunden mit Farb- (gelb bis braun), Geruchs- und Geschmacksveränderungen sowie Gelieren
und Dickwerden. Darum müssen die Tanks nach der Reinigung absolut trocken sein.
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RF
Lüftung
Es darf auf keinen Fall gelüftet werden, da sonst der Ladung neuer Sauerstoff
zugeführt wird, was zu erhöhten Oxidationsprozessen und vorzeitigem
Ranzigwerden
beiträgt.
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RF
Biotische Aktivität
Rapsöl besitzt eine biotische Aktivität 3. Ordnung.
Es gehört zu den Waren mit unterbrochenen Respirationsprozessen, bei denen jedoch
weiterhin biochemische, mikrobielle u.a. Zersetzungsprozesse ablaufen.
Die Ladungspflege während der Reise muss darauf ausgerichtet sein, die
Zersetzungsprozesse gering zu halten.
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RF
Gase
Vor Betreten des leeren Tanks muss dieser auf jeden Fall gelüftet werden und eine
Gasmessung erfolgen. Aufgrund der Oxidationsprozesse kann es zu lebensgefährlichem O2-Mangel
kommen.
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RF
Selbsterhitzung / -entzündung
Das Öl kann in Verbindung mit Sägemehl oder Stoffresten zur Selbstentzündung
gelangen.
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RF
Geruch
| Aktivverhalten |
Im Rohzustand hat Rapsöl einen unangenehmen Geruch und Geschmack.
Raffiniert ist es geruch- und geschmacklos. |
| Passivverhalten |
Tanks und Fässer müssen immer geruchsfrei sein, da besonders bei
vorheriger geruchsintensiver Ladung die Gefahr von Qualitätsverlusten besteht. |
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RF
Verunreinigung
| Aktivverhalten |
Auslaufendes Öl führt zu enormen Verunreinigungen und kann ganze
Ladungen unbrauchbar machen.
Für die Tankreinigung ist die Jodzahl von Bedeutung. Die
Jodzahl ist ein Maß dafür, wie stark das Öl zur Oxidation und damit zur Eintrocknung
neigt. Die Eintrocknung ist besonders für die Tankreinigung von Nachteil, da das Öl/Fett
an den Wänden haften bleibt und nur schwer zu entfernen ist. Aufgrund des Trocknungsvermögens wird in nichttrocknende,
halbtrocknende und trocknende Öle unterschieden.
Rapsöl gehört mit der Jodzahl 94...106 zu den halbtrocknenden Ölen, so
dass es beim
Kontakt mit Luftsauerstoff zu gewissen Eintrocknungen des Öls kommt. Dies erfolgt jedoch
in vertretbaren Grenzen, so dass die Tankreinigung nur unwesentlich erschwert wird. |
| Passivverhalten |
Rapsöl ist empfindlich gegenüber Verschmutzungen durch Eisen- und
Rostteilchen sowie Wasser (besonders Seewasser).
Die Tanks bzw. Fässer müssen vor der
Befüllung sauber und hygienisch einwandfrei sein. |
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RF Mechanische Einflüsse
Beim Transport in Fässern, können extreme mechanische
Beanspruchungen, wie z.B. Fallenlassen, Umkippen oder Anstoßen, zum Bruch
der Fässer und damit zur Leckage führen.
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RF
Toxizität / Gesundheitsgefährdung
Vor Betreten des Tanks muss dieser auf jeden Fall gelüftet werden und eine Gasmessung
erfolgen. Aufgrund der Oxidationsprozesse kann es zu lebensgefährlichem O2-Mangel
kommen.
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RF Schwund
Masseverluste durch Leckagen sind bei Fassverladungen
stets zu erwarten.
Rapsöl zeigt nur geringe Verdunstungsneigung. Regelmäßige Verluste durch Anhaften
der Ladung an den Tankwänden bis 0,3% sind als normal anzusehen.
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RF Schädlingsbefall / Krankheiten
Kein Risiko!
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