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Informationen
zur Ware
Warenname
| Deutsch |
Leinöl, Flachsöl |
| Englisch |
Linseed oil |
| Französisch |
Huile de lin
|
| Spanisch |
Aceite de linaza |
| Wissenschaftlich |
Linum usitatissimum |
| KN/HS-Nummer * |
1515 1 ff. |
(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes
System der EU)
Warenbeschreibung
Öle sind eine Sammelbezeichnung für mehr oder weniger
viskose, meist organisch-chemische Flüssigkeiten. Nach der chemischen Zusammensetzung
werden fette, ätherische, Mineral- und Silikonöle unterschieden. Zu den fetten Ölen
zählen flüssige, halbfeste und feste Produkte pflanzlicher und tierischer Herkunft. Sie
werden auch als Süßöle bezeichnet.
Leinöl ist pflanzlicher Herkunft und wird aus den
zerkleinerten Samen des Leins/Flachs gewonnen. Es ist ein goldgelbes, in gebleichtem
Zustand schwach gelbliches, hochwertiges Speiseöl.
Qualität / Lagerdauer
Die Säurezahl eines Öles kann als Maß für die Qualität
herangezogen werden. Die Säurezahl des Öles darf jedoch nicht zu hoch sein, da dies
einen zu hohen Anteil an freien Fettsäuren bedeutet, was zum Sauerwerden des Öles
führt. Außerdem kann es zu Verfärbungen kommen. Leinöl sollte eine Säurezahl von
maximal 1,2...1,9% besitzen.
Öle und Fette verderben, indem sie leicht ranzig werden.
Ranzigwerden wird durch Licht, Luftsauerstoff und Feuchte gefördert und führt zu
Geruchs- und Geschmacksveränderungen. Daraus ergibt sich, dass die Tanks und Fässer
unter Beachtung des kubischen Ausdehnungskoeffizienten (siehe Dichte)
so hoch wie möglich zu füllen sind, damit der Luftraum über der Ladung möglichst klein
bleibt. Ranziges Öl darf nicht mehr verladen werden, da es den Qualitätsanforderungen
nicht entspricht.
Ist das Leinöl durch Eisen- und Rostteilchen oder durch
Seewasser verunreinigt, ist von einer Beladung abzusehen.
Die maximale Lagerdauer wird wie folgt angegeben:
| Temperatur |
Max. Lagerdauer |
Quelle |
| 15...26°C |
4...6 Wochen |
[1] |
Verwendungszweck
Leinöl wird als Speiseöl und aufgrund der hohen
Trocknungsfähigkeit als Grundrohstoff in der Firnis-, Ölfarben-, Lack- und
Linoleumproduktion verwendet.
Herkunftsländer
Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine
Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.
| Europa |
Russland, Ungarn |
| Afrika |
Ägypten |
| Asien |
Indien |
| Amerika |
USA, Kanada, Argentinien, Uruguay, Paraguay |
| Australien |
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Verpackung
Der Transport erfolgt hauptsächlich in Tanks, selten in
Fässern.
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Transport
Symbole

Flüssiggut |

Stückgut |

Temperaturgeführt |
Verkehrsmittel
Schiff, Lkw, Bahn
Containerfähigkeit
Tank-Container
Umschlag
Im Normalfall muss das Öl nicht beheizt werden, da der
Erstarrungspunkt relativ niedrig ist. Sollte es jedoch während der Reise zu Temperaturen
kommen, die im Bereich der Erstarrungstemperatur liegen, muss folgendes beachtet werden:
Um das Öl aus den Tanks pumpen zu können, muss es die erforderliche Pumptemperatur
haben. Dies ist aber nur möglich, wenn das Öl während der Reise - oberhalb einer
Mindesttemperatur - flüssig gehalten wurde. Auf die genaue Einhaltung der Lade-, Reise-
und Pumptemperatur muss deshalb geachtet werden, weil sich eine auftretende
Konsistenzveränderung für den Zeitraum des Transports als ein irreversibler Vorgang
herausstellen kann.
Ist das Öl in den Tanks
erstarrt, lässt es sich auch durch forciertes Heizen nicht wieder verflüssigen. In der
Umgebung der Heizschlangen schmilzt das Öl, versengt, verfärbt sich und wird ranzig.
Schwierigkeiten können beim Abpumpen bei kalter Witterung
entstehen. Das Öl kann in den langen Leitungen zu schnell erkalten, und es bilden sich
feste Bestandteile an den Außenwänden, die sich nicht abpumpen lassen und der noch
flüssigen Ladung den Zufluss zum Saugventil versperren. Durch entsprechende
Heizmöglichkeiten bzw. Isolierung der Leitungen kann dieses Problem gelöst werden.
Ist das Öl in Fässern abgefüllt, müssen diese
entsprechend vorsichtig behandelt werden. Beschädigte Fässer führen schnell zum
Auslaufen des Öles und somit zu Mengenverlusten bzw. zu Beschädigungen an anderen
Ladungsteilen.
Dichte
 |
0,927...0,935 g/cm3 (warmgepresst) [1] |
 |
0,930...0,935 g/cm³ (kaltgepresst) [1] |
 |
0,930...0,935 g/cm3 [2] |
 |
0,930 g/cm3 [11] |
Alle Fette und Öle haben eine bestimmte Dichte (ca. 0,9
g/cm3). Mit steigender Temperatur nimmt die Dichte jedoch ab, was gleichzeitig
zu einer Volumenvergrößerung führt. Dieses Verhalten wird durch den kubischen
Ausdehnungskoeffizienten beschrieben und als thermische Dilatation bezeichnet.
Der kubische Ausdehnungskoeffizient beträgt: g = ca.
0,00066 K-1
Überschlägig kann man damit rechnen, dass die Öle bei je
15 K Temperaturerhöhung ihr Volumen um 1% des Gesamtvolumens vergrößern.
Bei der Befüllung der Fässer muss jedoch auf das
Ausdehnungsverhalten der Ladung bei Temperaturerhöhung geachtet werden (Gefahr des
Platzens der Fässer).
Stauplatzanforderungen
Spezialtank
Separation
Entfällt bei Flüssigladungen in Tanks
Ladungssicherung
Bei Flüssigladungen ist es wichtig, dass der Luftraum
über der Ladung möglichst klein ist, damit sich die Ladung nur wenig bewegen kann. Sich
bewegende Flüssigladung kann sich negativ auf die Stabilität des Verkehrsmittels
auswirken (z. B. bei Kurvenfahrten von Lkw und Bahn oder beim Rollen und Stampfen von
Schiffen).
Fässer müssen so gesichert werden, dass
sie nicht im Laderaum bzw. auf der Ladefläche verrutschen und beschädigt werden können.
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Risikofaktoren und Schadenverhütung
RF
Temperatur
Leinöl erfordert keine bestimmte Lagerklima-Kondition (LK 0).
Eine bedeutende Rolle beim Transport von fetten Ölen und
Fetten spielt die Erstarrungstemperatur. Es kommt darauf an, dass sie beim Laden, während
der Reise und beim Löschen den flüssigen Aggregatzustand beibehalten. Die Kältetrübung
(Segregation) setzt ein, wenn sich durch Abkühlung die Temperatur des Öls dem
Erstarrungspunkt nähert, das Öl wird salbenartig und schließlich fest, so dass es sich
nicht mehr pumpen lässt.
Die Segregation und die damit verbundene
Konsistenzveränderung vom flüssigen in den festen Aggregatzustand tritt bei Abkühlung
um so eher ein, je höher der Erstarrungspunkt liegt.
Die Öle dürfen immer nur um einige K/Tag erwärmt werden,
da sonst die Gefahr des Ranzigwerdens und anderer negativer Veränderungen besteht.
Die folgende Tabelle soll nur zur groben Einschätzung der
entsprechenden Temperaturbereiche dienen. Je nach den speziellen Gegebenheiten der
Transporte können die Temperaturen hiervon abweichen.
| Bezeichnung |
Temperaturbereich |
Quelle |
| Ladetemperatur |
23°C |
[1] |
| Reisetemperatur (günstiger Temperaturbereich) |
20°C (15...26°C) |
[1] |
| Erstarrungstemperatur |
-18...-27°C (warmgepresst) |
[1] |
| -16°C (kaltgepresst) |
[1] |
| -15...-19°C |
[2] |
| Pumptemperatur |
23°C |
[2] |
Leinöl ist bei normalen Transportbedingungen flüssig und
muss daher nicht beheizt werden. Sollte es während der Reise jedoch zu extrem niedrigen
Temperaturen kommen, die im Bereich der Erstarrungstemperatur liegen, muss das Öl
erwärmt werden, um Qualitätseinbußen zu vermeiden und die Pumpfähigkeit zu erhalten.
Anhand des Leinöls aus den La Plata-Staaten (Argentinien,
Paraguay, Uruguay) werden die Phasenänderungen bei niedrigen Temperaturen beschrieben:
 |
-8...-12°C: trüb |
 |
-21°C: zähflüssig |
 |
-24°C: zäh wie Schmalz |
 |
-27°C: Härteprozess ist abgeschlossen |
Die Reisetemperatur muss während des Transports möglichst
eingehalten werden, um die Oxidationsprozesse zu minimieren.
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RF
Feuchte
Fette und fette Öle sind in Wasser unlöslich. Es können
jedoch beim Kontakt mit Wasser lösliche niedere Fettsäuren und Glycerin entstehen, die
zum Ranzigwerden führen, verbunden mit Farb- (gelb bis braun), Geruchs- und
Geschmacksveränderungen sowie Gelieren und Dickwerden. Darum müssen die Tanks nach der
Reinigung absolut trocken sein.
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RF
Lüftung
Es darf auf keinen Fall gelüftet werden, da sonst der
Ladung neuer Sauerstoff zugeführt wird, was zu erhöhten Oxidationsprozessen und
vorzeitigem Ranzigwerden beiträgt.
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RF
Biotische Aktivität
Leinöl besitzt eine biotische
Aktivität 3. Ordnung.
Es gehört zu den Waren mit unterbrochenen
Respirationsprozessen, bei denen jedoch weiterhin biochemische, mikrobielle u.a.
Zersetzungsprozesse ablaufen.
Die Ladungspflege während der Reise muss darauf
ausgerichtet sein, die Zersetzungsprozesse gering zu halten.
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RF
Gase
Vor Betreten des leeren Tanks muss dieser auf jeden Fall
gelüftet werden und eine Gasmessung erfolgen. Aufgrund der Oxidationsprozesse kann es zu
lebensgefährlichem O2-Mangel kommen.
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RF
Selbsterhitzung / -entzündung
Das Öl kann in Verbindung mit Sägemehl oder Stoffresten
zur Selbstentzündung gelangen.
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RF
Geruch
Leinöl riecht blumig, heuartig und hat einen kratzenden
Geschmack, der später leicht bitter wird. Werden nachfolgend andere Waren in den Tanks
gefahren, müssen die an den Tankwänden klebenden Ölreste rechtzeitig entfernt werden,
da die Gefahr der Geruchsinfektion besteht.
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RF
Verunreinigung
| Aktivverhalten |
Auslaufendes Öl führt zu enormen
Verunreinigungen und kann ganze Ladungen unbrauchbar machen.
Für die Tankreinigung ist die Jodzahl von Bedeutung. Die Jodzahl ist ein Maß
dafür, wie stark das Öl zur Oxidation und damit zur Eintrocknung neigt. Die Eintrocknung
ist besonders für die Tankreinigung von Nachteil, da das Öl/Fett an den Wänden haften
bleibt und nur schwer zu entfernen ist. Aufgrund des Trocknungsvermögens
wird in nichttrocknende, halbtrocknende und trocknende Öle unterschieden.
Leinöl ist das Öl mit der höchsten Jodzahl (169...192)
und gehört damit zu den trocknenden Ölen, so dass es beim Kontakt mit Luftsauerstoff zu
starken Eintrocknungen des Öls kommt und die Reinigung der Tanks erheblich erschwert
wird. Außerdem entstehen zum Teil beträchtliche Masseverluste. |
| Passivverhalten |
Leinöl ist empfindlich gegenüber Verschmutzungen durch
Eisen- und Rostteilchen sowie Wasser (besonders Seewasser).
Die Tanks bzw. Fässer müssen vor der Befüllung sauber und hygienisch
einwandfrei sein.
Leinöl kann durch Mineralöle, Harze, Fischöl, Talgöl
sowie durch vegetabile Öle stark wertgemindert werden. Wurden vorher Trockengüter in den
Tanks gefahren, wie z. B. Kokosnüsse, Gerste u. a., muss gründlich gereinigt werden, da
Leinöl gegenüber Mikroorganismen sehr empfindlich ist. |
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RF Mechanische Einflüsse
Beim Transport in Fässern, können extreme mechanische Beanspruchungen, wie z.B. Fallenlassen,
Umkippen oder Anstoßen, zum Bruch der Fässer und damit zur Leckage führen.
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RF
Toxizität / Gesundheitsgefährdung
Vor Betreten des Tanks muss dieser auf jeden Fall gelüftet
werden und eine Gasmessung erfolgen. Aufgrund der Oxidationsprozesse kann es zu
lebensgefährlichem O2-Mangel kommen. Tanks, die vorher Leinöl enthielten,
können besonders stark sauerstoffarm sein, da Leinöl ein ausgesprochener
Sauerstoffzehrer ist.
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RF Schwund
Masseverluste durch Leckagen sind bei Fassverladungen stets
zu erwarten.
Leinöl zeigt nur geringe Verdunstungsneigung. Es ist das
Öl mit der größten Trocknungsfähigkeit. Daher kann es zu teilweise erheblichen
Verlusten durch Anhaften der Ladung an den Tankwänden kommen.
Außerdem können Masseverluste infolge Verdickens der Ware
durch Oxidation, Polymerisation oder Isomerisation entstehen, deren Reste an den
Tankwänden haften.
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RF Schädlingsbefall / Krankheiten
Kein Risiko!
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