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Informationen
zur Ware
Warenname
| Deutsch |
Weizenprodukt-Pellets |
| Englisch |
Wheat mill run pellets |
| Französisch |
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| Spanisch |
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| Wissenschaftlich |
Triticum spec. |
| KN/HS-Nummer * |
2302 30 ff. |
(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes
System der EU)
Warenbeschreibung
Bei der Herstellung von
pflanzlichen Pressrückständen werden folgende
Gewinnungsverfahren unterschieden:
 |
die Druckfiltration (Pressen: Kalt- und Warmpressen) |
 |
die Lösungsmittelextraktion |
 |
das Pelletieren |
Weizenprodukt-Pellets werden im Unterschied zu
Weizenkleie-Pellets aus Weizenprodukten, d.h. Rückständen aus
dem Mahlvorgang in den Getreidemühlen mit einem erheblichen
Mehlanteil, hergestellt. Es werden geeignete Bindemittel (z.B.
Melasse, Fett oder kolloidale Tone zu 1...3%) hinzugefügt, und
anschließend wird die Masse in Pellettiermaschinen bzw.
Strangpressen unter hohem Druck in zylindrische Formen
(Presslinge) gepresst. Pellets haben in der Regel die gleichen
transporttechnologischen Eigenschaften wie die
Originalrückstände, insbesondere was den Öl- und Wassergehalt
der Ware betrifft. Je nach Herkunft werden Expellerpellets und
Extraktionsschrotpellets unterschieden.
Der Ölgehalt der Weizenprodukt-Pellets ist vom Ausmahlungsgrad
der jeweiligen Rückstände abhängig.
Qualität / Lagerdauer
Weizenprodukt-Pellets haben eine weiße Farbe.
Zur Verschiffung bestimmte Ware muss ausreichend abgelagert
sein. Die für die Ablagerung erforderliche Zeit hängt vom
Ölgehalt ab. Andererseits sollte aber auch keine überlagerte
Ware aus der Vorjahresernte übernommen werden.
Vom Versender sind Zertifikate über Feuchtigkeits-,
Restölgehalt und Ablagerungszeit der Ware auszustellen.
Man sollte sich auch bestätigen bzw. zertifizieren lassen, ob es
sich beim Ausgangsprodukt um Expeller oder Extraktionsschrot
handelt. Restölgehalte < 1,5% deuten auf Extraktionsschrote
hin, höhere Ölgehalte auf Expeller.
Verwendungszweck
Weizenprodukt-Pellets werden vorwiegend als
Futtermittel verwendet.
Herkunftsländer
Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine
Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.
| Europa |
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| Afrika |
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| Asien |
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| Amerika |
USA |
| Australien |
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Verpackung
Pellets werden hauptsächlich als Schüttgut
transportiert. Nur in Ausnahmefällen erfolgt der Transport als
Sackgut (bei Kleinstmengen).
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Transport
Symbole

Schüttgut |

Selbstentzündlich,
Klasse 4.2 IMDG-Code |
Verkehrsmittel
Schiff, Lkw, Bahn
Containerfähigkeit
Bulk-Container
bei Einhaltung der Unter- und Obergrenzen von Wasser- und Ölgehalt
sowie der Ablagerungszeit der Ware und des Wassergehaltes des
Containerbodens (vgl. Selbsterhitzungsgefahr,
ggf. Brandgefahr durch Lösungsmittelreste).
Umschlag
Stark erhitzte Ware nicht mit Greifern löschen, die
über Hydraulikleitungen betätigt werden, da diese den
vorherrschenden Temperaturen nicht gewachsen sind. Im
Falle von selbsterhitzter Ware nur seilzugbetätigte
Greifer verwenden.
Staumaß
 |
ca. 1,6 m3/t [1] |
Schüttwinkel
 |
ca. 40° [1] |
Korngröße
 |
Ø 6 mm, Länge ca. 13 mm |
Stauplatzanforderungen
Kühl, trocken. Mechanische Belüftung
der Stauplätze muss möglich sein. Nicht über beheizten
Doppelbodentanks, in der Nähe des
Maschinenraumschotts und von Rohren, die heiß werden können, stauen.
Separation
Persenninge
Ladungssicherung
Beim Seetransport ist der "Code of Safe Practice for Solid Bulk
Cargoes" der IMO (International Maritime
Organization) zu beachten.
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Risikofaktoren und Schadenverhütung
RF
Temperatur
Weizenprodukt-Pellets erfordern eine bestimmte
Temperatur-, Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
Günstige Reisetemperatur: 5...25°C [1]
In tropischen Häfen können bei den zu ladenden Produkten
25...55°C auftreten.
Während der Reise ist im Laderaum ständig in
verschiedenen Tiefen die Temperatur zu messen. Steigt die
Temperatur über 55°C an und ist ein weiterer Anstieg zu
verzeichnen, müssen Gegenmaßnahmen erfolgen, wie z.B. die
Abdichtung aller Lukenöffnungen und die Einleitung von CO2
bzw. Inertgas (vgl. Selbsterhitzungsgefahr).
Die optimale Wirksamkeit der den Fettabbau und damit den
Vorgang der Selbsterhitzung einleitenden und intensivierenden
Enzyme liegt bei Temperaturen von 35...40°C und damit bei
Temperaturen, die im Ladungsstapel leicht erreicht werden. Aus
diesem Grund sollte die Reisetemperatur zwischen 5...25°C
liegen. Kurzzeitig zulässig sind auch Temperaturen bis 30°C.
Diese Bedingungen sind jedoch während des Seetransportes nur
schwer einzuhalten, so dass strikt darauf zu achten ist, dass zumindest der kritische Wassergehalt der Ware nicht
überschritten wird, um eine Selbsterhitzung möglichst zu
vermeiden.
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RF
Feuchte
Weizenprodukt-Pellets erfordern eine bestimmte Temperatur-,
Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
Der Wassergehalt von Weizenprodukt-Pellets kann in
Einzelfällen gegen Null gehen.
Die Pellets sind vor jeglicher Feuchtigkeit (See-, Regen-,
Kondenswasser) zu schützen, da Feuchte Schimmel, Muffigwerden und
Selbsterhitzung fördern.
Feuchte begünstigt sowohl die hydrolytisch-enzymatische als
auch die biologische Selbsterhitzung durch Mikroorganismen und
kann durch einen zu hohen Wassergehalt der Ware oder aber auch
von außen (zu hohe rel. Luftfeuchte (kritische
Gleichgewichtsfeuchte liegt bei 75%), Spritzwasser, Regen)
herangeführt werden.
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RF
Lüftung
Weizenprodukt-Pellets erfordern eine bestimmte Temperatur-,
Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
Empfohlene Lüftungs-Kondition: Oberflächenventilation.
Wie bei Expeller in "Bulk", werden Pellets oft ebenfalls nicht
belüftet.
Zur Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden an der
Ladungsoberfläche darf nicht mit kalter Außenluft ventiliert
werden. Die Ventilation muss dann auf Abluft geschaltet werden.
Aufgrund der Hauptursachen für die Selbsterhitzung von
pflanzlichen Pressrückständen ergeben sich bei der Lüftung
zwei Probleme:
 |
Bei einem zu hohen Wassergehalt der Ware führen örtliche
Überhitzungen durch Enzyme oder Bakterien zur
Selbsterhitzung. Die entstehende Wärme muss durch ständiges
Lüften über ein gutes Lüftungssystem abgeführt werden.
Eine Trocknung durch Lüftung ist nützlich, ihre
Effektivität aber fraglich. So steigt auch mit zunehmender
Erhitzung die Intensität der Wasserdampfabgabe. Die
Tätigkeit der auslösenden Mikroorganismen wird durch
Nichtlüften des Laderaums nicht unterbunden, da es sich bei
den thermophilen (= wärmeliebenden) Bakterien zum Teil um
Anaerobier (benötigen zur Lebenserhaltung keine
Sauerstoffzufuhr) handelt. |
 |
In einer Ware mit zu geringem Wassergehalt, bei der mit
oxidativer Fettspaltung gerechnet werden muss, muss die
Sauerstoffzufuhr unterbrochen werden, da diese den Vorgang
sonst beschleunigen würde. Der Versuch, die Ladung durch
Lüftungsmaßnahmen zu kühlen, verstärkt den
Oxidationsvorgang durch die Luftzufuhr noch zusätzlich. |
In Fall 1 ist Lüftung hilfreich, in Fall 2 aber gefährlich.
Die richtigen Lüftungsmaßnahmen können nur getroffen werden,
wenn man die Eigenschaften (Abladetemperatur, Wassergehalt,
bisherige Lagerdauer) der Ware kennt. Wird jedoch eine
Großpartie aus unterschiedlichen Teilpartien zusammengestellt,
ist es durchaus möglich, dass beide oben beschriebenen Ursachen
im gleichen Ladungsstapel auftreten können.
Lösungsmitteldämpfe von Pellets aus Extraktionsschroten sind schwerer
als Luft und treten als Oberflächendämpfe nicht auf; sie
können deshalb nicht nach oben steigen und durch
Oberflächenlüftung abgeführt werden. Sie können durch Belüftung nur dann theoretisch beseitigt
werden, wenn die Ladung durch Selbsterhitzung die Temperatur
erhöht und die Dämpfe in der Ladung aufsteigen. Dann verbietet
sich aber eine gezielte Oberflächenbelüftung (vgl. Selbsterhitzungsgefahr).
Vom Versender sollte man ein Zertifikat über Restölgehalt,
Wassergehalt und Ablagerungszeit verlangen.
Bei einem intensiven Oxidationsprozess im Laderaum kann die
produzierte Wärmemenge keinesfalls durch Lüftungsmaßnahmen
abgeführt werden. Dies ist besonders der Fall, wenn eine
oxidationsbereite Teilpartie mit geringem Wassergehalt neben
einer feuchtereichen Teilpartie geladen wird.
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RF
Biotische Aktivität
Weizenprodukt-Pellets besitzen eine biotische
Aktivität 3. Ordnung.
Sie gehören zu den Produkten mit unterbrochenen
Respirationsprozessen, bei denen jedoch weiterhin mikrobielle,
biochemische und andere Zersetzungsprozesse ablaufen.
Die Ladungspflege muss besonders darauf ausgerichtet sein, den
Vorgang der autoxidativen Fettspaltung einzuschränken und damit
eine eventuelle Selbsterhitzung der Ware zu verhindern.
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RF
Gase
Ein Anstieg des CO2- und CO-Gehalts der
Laderaumluft sind Indikatoren für einen beginnenden
Ladungsbrand. CO2 wirkt erstickend auf den Brandherd, weil es den
Sauerstoff verdrängt.
Die Gase des bei der Herstellung aus Extraktionsschroten
eingesetzten Lösungsmittels besitzen eine größere Dichte als
Luft und können sich daher im unteren Bereich des Laderaums
anreichern.
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RF
Selbsterhitzung / -entzündung
Der Ölgehalt der Weizenprodukt-Pellets ist vom Ausmahlungsgrad
der jeweiligen Rückstände abhängig.
Weizenprodukt-Pellets unterliegen der Gefahr der
Selbsterhitzung/-entzündung.
Nach IMDG-Code werden Weizenprodukt-Pellets in
die Klasse 4.2 eingestuft. Alle Arten und Sorten Pellets, Expeller und Extrakte
sind im IMDG-Code unter dem Begriff Ölkuchen bzw. Seed Cake, UN 2217 und UN
1386, zusammengefasst.
Da der Ölgehalt entscheidende Bedeutung für die Gefahr
Selbsterhitzung hat, sollte erkundet werden, ob die Pellets aus
Expeller oder Extraktionsschrot hergestellt wurden, da der
Restölgehalt von Extraktionsschroten (<1,5%) wesentlich
tiefer liegt als der von Expellern. Der vorliegende Ölgehalt
weist auf die Herkunft von Expeller hin.
Rauchen bzw. Umgang mit offenem Feuer sind beim Laden,
Löschen und Betreten der Laderäume verboten.
Ursachen und fördernde Faktoren der Selbsterhitzung sind
Feuchte, Sauerstoff, hoher Restölgehalt, hoher
Faseranteil und Korngröße.
Sauerstoff fördert die oxidative Fettspaltung. Die
Hauptursache der durch oxidative Fettspaltung verursachten
Selbsterhitzung ist in einem zu hohen Restölgehalt zu suchen.
Wird bei Pellets ein Restölgehalt von 7...10% überschritten,
werden die Oxidationsprozesse begünstigt.
Ein hoher Anteil des Restöls an ungesättigten Fettsäuren
stellt ein sehr hohes Lagerrisiko dar, da sie bestrebt sind, mit
(Luft-) Sauerstoff, der auch in einer Futtermittelladung
reichlich vorhanden ist, durch Autoxidation zu gesättigten
Fettsäuren umzuwandeln. Diese Autoxidation als flammenlose
Verbrennung ist mit starker Wärmeentwicklung verbunden, die in
der Futtermittelladung zu gefährlichen Wärmestaus führen kann,
wenn die Wärme nicht nach außen abgeführt wird.
Von großer Bedeutung für die Förderung der Selbsterhitzung
bei Pellets ist die Ablagerungszeit vor dem Seetransport, wobei
sowohl zu kurze als auch zu lange Ablagerungszeiten nachteilig
sein können. So sollten die Pellets bei der Ladungsübernahme
Temperaturen aufweisen, die nur unwesentlich (ca. 10%) über der
Außenlufttemperatur liegen. Es muss erkundet werden, ob es sich
um eine Partie aus der Vorjahresproduktion handelt. Ungünstige
Lagerungsbedingungen während der Zeitspanne vor der Verschiffung
können bewirken, dass die Ware schon mit erhöhter Temperatur an
Bord gelangt. Während der Ladungsübernahme sind deshalb
laufende Temperaturmessungen erforderlich.
Als Hauptrisiko für den Transport bleibt bei jeder landseitig
erwärmten Ladung, dass die Ware mit Temperaturen über 55°C
geladen wird, diese Temperatur im Laderaum beibehält und sich
wegen der schlechten Wärmeleitfähigkeit der Ware Stellen mit
bleibendem Wärmestau für die ganze Dauer des Transportes
aufbauen. Je länger ein solcher Transport dauert, desto größer
die Schadensfolgen aus der Erwärmung.
An den Stellen mit einem Wärmestau ab 60°C setzt nach und
nach der Autoxidationsvorgang des restölhaltigen Futtermittels
ein und bleibt bestehen, da die ungesättigten Fettsäuren
oxidieren. Es kommt nicht zu einer größeren Ausbreitung der
Wärmenester. Aber es kommt zur Austrocknung der Ware mit einer
Feuchtigkeitswanderung von unten nach oben und zu einer
Ansammlung von Wasserdampf in dem Raum zwischen
Ladungsoberfläche und Unterkante Lukenabdeckung bzw. Wetterdeck.
Diese Wasserdampfansammlung bei stets möglichst luftdicht
abzuschließender Lukenabdeckung stellt die wirksamste Art der
Feuerbekämpfung dar. Dadurch wird die Zuleitung von Sauerstoff
von außen abgeblockt.
Nach IMDG-Code / IMO müssen Schiffe mit Anlagen
zum Einleiten von CO2 oder Inertgas ausgerüstet sein.
Von Bedeutung für die Selbsterhitzung ist auch die schlechte
Wärmeleitfähigkeit von Pressrückständen. Die Selbsterhitzung
kann im Inneren der Ladung an verschiedenen Stellen zugleich
auftreten und sich so steigern, dass eine Verkohlung (Abgabe von
Wasserstoff und Zurückbleiben von Kohlenstoff) auftritt. Die
dadurch entstandene feinporöse Kohle hat die Eigenschaft, bei
Zutritt von Sauerstoff aufzuglühen.
Wegen der schlechten Wärmeleitfähigkeit der Ware sind
Temperaturmessungen zum Erkennen von Gefahrenherden recht
aufwendig. Es müssen zahlreiche Messungen durchgeführt, und
auch innerhalb des Stapels muss gemessen werden. Lediglich
Oberflächenmessungen reichen nicht aus.
Aus der schlechten Wärmeleitfähigkeit ist auch die späte
Feststellung eines Brandherdes zu erklären. Die besondere Gefahr
besteht darin, dass die Ladung ohne wesentliche Rauchentwicklung
im Inneren des Stapels brennt. Der Brandherd frisst sich einen
Hohlraum, so dass das Betreten der Ladungsoberfläche durch das
Einbrechen in derartige Hohlräume zu tödlichen Unfällen
führen kann.
Um einen beginnenden Ladungsbrand rechtzeitig zu erkennen,
wird empfohlen, regelmäßige Gasbestimmungen der Laderaumluft
durchzuführen. Ein rasch ansteigender CO2-Gehalt
deutet auf verstärkte mikrobiologische Aktivität, verbunden mit
einer Wärmeentwicklung innerhalb der Ladung, hin. Diese
Wärmeentwicklung führt letztendlich dazu, dass sich die Ladung
unter Entwicklung von Kohlenmonoxid (CO) selbst entzündet. Das
CO-Gas wird auch als sicherste Indikation für einen Brand
angesehen. 0,002...0,005 Vol.-% CO in der Luft gelten als normal,
während die Werte bei einem Ladungsbrand auf über 1 Vol.-%
ansteigen.
Beim Löschen können bei erhitzter Ladung kleine Flämmchen
an der freiwerdenden Oberfläche auftreten: flüchtige Gase, die
sich in der Ladung im Verlaufe der Selbsterhitzung gebildet und
einen Flammpunkt um 60°C haben, hatten sich selbst entzündet.
Sie bringen die restliche Ladung nicht zum Brennen, da die
Zündtemperatur der meisten organischen Ladungen bei 300...500°C
liegt. Treten solche Flämmchen oder glimmende Oberflächenteile
vereinzelt auf, kann man sich dadurch helfen, dass man die letzte
aufgenommene Greiferladung auf den betreffenden Bereich im
Laderaum zurückkippt, so dass die Flämmchen ersticken.
Die weiteren Phasen der Selbsterhitzung bis zu einem
eventuellen Ladungsbrand sowie die zu ergreifenden Maßnahmen
sind "Kapt. Becker, R.:
Ablauf der Selbsterhitzungsvorgänge restölhaltiger Futtermittel
pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, Hamburg 1996" zu
entnehmen.
Aus im Laderaum des Schiffes zu beobachtenden Eigenschaften,
Temperaturen, Aussehen und Geruch der Ladung lassen sich
Schlüsse ziehen, ob die Ware zu warm geladen worden ist und ob
eine Selbsterhitzung mit mikrobiellem Verderb und nachfolgender
Autoxidation abgelaufen ist.
Dazu müssen beobachtet und festgehalten werden:
 |
das Fließverhalten der Ladung im Haufen (verblockt,
nicht verblockt) |
 |
das farbliche Aussehen der Ware (normal, braun bis
schwarz) und die Verteilung der farblichen
Unterschiede der Ware im Laderaum |
 |
der Geruch der Ware (normal, gesund, frisch, dumpf,
brenzlig) |
 |
die Temperatur und das Aussehen der Ladung in
verschiedenen Höhen der Schüttung |
 |
das Aussehen der Oberfläche der Ladung bei
Lukenöffnung |
 |
das Aussehen von entweichendem Rauch (Wasserdampf
weiß, aus überhitzter Ware mit einer Temperatur
über 90°C schwarz) |
Aus diesen Angaben kann man an Ort und Stelle Schlüsse
ziehen, ob:
 |
die Ware zu feucht geladen worden ist |
 |
die Ware mit zu hoher Temperatur als Folge eines
Trocknungsvorgangs (Toasten) geladen worden ist |
 |
die Ware ohne Beachtung der Ablagerungszeit kurz nach
der Herstellung zur Verschiffung gekommen ist |
 |
es während der Reise einen biologisch bestimmten
Selbsterhitzungsvorgang als Folge der abgelaufenen
Lebensvorgänge von Mikroorganismen gegeben hat |
 |
es eine Selbsterhitzung ohne vorausgegangenen Ablauf
eines biologischen Selbsterhitzungsvorgangs durch
Ablauf eines chemischen Autoxidationsvorgangs
ungesättigter Fettsäuren gegeben hat |
 |
die Ware durch bei der Herstellung erfolgte
Trocknungsvorgänge (Toasten) verfärbt (braun bis
schwarz) geladen worden ist |
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RF
Geruch
| Aktivverhalten |
Erdnussschrot-Pellets besitzen einen
leicht angenehmen Geruch, sollten aber nicht mit
geruchsempfindlichen Waren zusammengestaut werden. |
| Passivverhalten |
Erdnussschrot-Pellets sind empfindlich
gegenüber unangenehmen und/oder stechenden Gerüchen.
Geruchsinfizierte Pellets werden vom Vieh (besonders von
Pferden und Rindern) nicht mehr angenommen. |
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RF
Verunreinigung
| Aktivverhalten |
Weizenprodukt-Pellets stauben beim
Umschlag. In der Regel besteht die Ware zu ca. 10% aus
Pulver, das durch Abrieb entstanden ist. Bei einem
Staub/Luftmischungsverhältnis von 20...2.000 g Staub/m3
Luft besteht die Gefahr einer Staubexplosion. |
| Passivverhalten |
Weizenprodukt-Pellets sind empfindlich
gegenüber Verunreinigungen durch Staub, Schmutz, Fette
und Öle. So sollten sich in den Laderäumen bzw.
Containern keine Reste von vorherigen Ladungen, wie z.B.
von Erzen, Mineralien, Chemikalien, Salzen,
Düngemitteln, befinden. |
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RF Mechanische Einflüsse
Kein Risiko!
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RF
Toxizität / Gesundheitsgefährdung
Anstieg des CO2- und CO-Gehalts der Laderaumluft
sind Indikatoren für einen Ladungsbrand. Vorsicht: Erstickungsgefahr und
Vergiftungsgefahr beim Einatmen! Betreten des Laderaums erst nach ausreichender
Belüftung und Prüfung mit einem Gasspürgerät erlaubt! Der
CO-Gehalt kann von 0,002...0,005 Vol.-% auf bis zu 1 Vol.-%
ansteigen. Die letale (tödliche) Dosis liegt bei ca. 0,1 Vol.-%.
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RF Schwund
Während des Umschlags kann es zu geringfügigen Verlusten
kommen (Rieselverluste).
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RF Schädlingsbefall / Krankheiten
Schädlingsbefall, vor allem durch verschiedene Käferarten
(z.B. Khaprakäfer), kommt bei Pellets auf der Basis von Expeller
häufiger vor als bei Pellets auf der Basis von
Extraktionsschroten. Zunehmende Feuchte und Wärme fördern den
Milbenbefall.
Wenn es vom Versender oder aufgrund von Einfuhrbestimmungen
gefordert wird, muss eine Begasung (z.B. mit Methylbromid)
erfolgen.
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Quellenverzeichnis | Kontakt - Anbieter | Rechtliche Hinweise | TIS-History |
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© Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), Berlin 1999-2012 |
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