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Sojabohnen-Extraktionsschrot [English version]

Inhaltsverzeichnis

Allgemein:
Informationen zur Ware
Verpackung
Transport
  Containerfähigkeit
  Ladungssicherung


Risikofaktoren und Schadenverhütung:
Temperatur Geruch
Feuchte Verunreinigung
Lüftung Mechanische Einflüsse
Biotische Aktivität Toxizität /  Gesundheitsgefährdung
Gase Schwund / Abhandenkommen
Selbsterhitzung / -entzündung Schädlingsbefall / Krankheiten




Informationen zur Ware

Warenname

Deutsch Sojabohnen-Extraktionsschrot
Englisch Soya bean extraction meal
Französisch Extrait de soja
Spanisch Extracto partido de semillas de soja
Wissenschaftlich Glycina soja und Soja hispida
KN/HS-Nummer * 2304 00 00


(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes System der EU)



Warenbeschreibung

Bei Sojabohnen-Extraktionsschrot handelt es sich um Rückstände, die bei der Ölgewinnung aus Sojabohnen durch Extraktion mit Hilfe von Extraktionsbenzin anfallen.

Ausgangsmaterial für das Lösungsmittelextraktionsverfahren sind Ölsaaten mit geringem Ölgehalt oder Expellerschnitzel aus vorherigem Kalt- oder Warmpressen (Herstellung von pflanzlichen Pressrückständen). Das Öl wird aus der grob geschroteten Ware durch chemische Fettlösungsmittel (n-Hexan) extrahiert, so dass es nur noch einen Restölgehalt von 0,5...1,5% aufweist. Diese Rückstände bezeichnet man als Extraktionsschrot.

Nach der Extraktion des Fettes werden die benzinfeuchten Extraktionsrückstände in einem Toaster (Entbenzinierungsgerät) mittels Dampf vom Lösungsmittel befreit.

Das Extraktionsbenzin n-Hexan besitzt gegenüber anderen Lösungsmitteln vor allem den Vorteil, dass es sich leicht aus der extrahierten Ware entfernen lässt; der Rückstand sollte höchstens 0,05...0,1% betragen. Von Nachteil ist seine leichte Brennbarkeit. Das Toasten der Ware mit Temperaturen ab 60°C hat günstige Nebenwirkungen:
  1. führt es zur Inaktivierung von Mikroorganismen und Enzymen, die während der Lagerung und des Transports im Futtermittel qualitätsmindernde Einflüsse ausüben können

  2. wird das Pflanzeneiweiß durch Toastung in eine leichtverdauliche Form überführt.

Getoastete Extraktionsschrote verlassen ihre Bearbeitungsanlagen in heißem und unterschiedlich feuchtem Zustand. Sie werden nach dem Toasten gekühlt und, da sie grobstückig sind, gemahlen und auf einen für Lagerung und Transport geeigneten Wassergehalt gebracht.

Entweder werden sie in Silozellen zwischengelagert oder zum Transport gebracht. Der Abtransport geschieht als Schüttgut; abgesackte Ware wird kaum noch gehandelt.

Korngröße: ca. 40...80% des Gesamtvolumens einer Schüttladung hat eine Korngröße von Ø < 2 mm

Ölgehalt: 0,5 ... 1,0% [1]


Qualität / Lagerdauer

Zur Verschiffung bestimmte Ware muss ausreichend abgelagert sein. Die für die Ablagerung erforderliche Zeit hängt vom Ölgehalt ab. Andererseits darf jedoch keine von der Vorjahresernte überlagerte Ware übernommen werden.

Vom Versender sind Zertifikate über Feuchtigkeits-, Restölgehalt und Ablagerungszeit der Ware auszustellen. Man sollte sich auch bestätigen bzw. zertifizieren lassen, dass es sich bei der Ware um Extraktionsschrot handelt.

Sojabohnen-Extraktionsschrot besteht aus flakes unterschiedlicher Größe von gelber bis mittelbrauner Farbe. Bei der Ladungsübernahme muss auf Verfärbungen der Ware von dunkler, brauner oder rötlicher Farbe geachtet werden, die auf Überhitzung beim Toasten oder auf zu lange Lagerung deuten.


Verwendungszweck

Durch ihren hohen Eiweißanteil stellen Sojabohnen-Extraktionsschrote ein hochwertiges Kraftfuttermittel für alle Tierarten dar. Sojabohnen-Extraktionsschrot gehört zu den eiweißreichsten Futtermitteln. Es wird bevorzugt an Schweine, Milchkühe und Geflügel verfüttert.


Herkunftsländer

Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.

Europa  
Afrika  
Asien  
Amerika USA, Brasilien
Australien  


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Verpackung

Extraktionsschrote werden hauptsächlich als Schüttgut transportiert. Nur in Ausnahmefällen erfolgt der Transport als Sackgut (Kleinstmengen).


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Transport

Symbole



Schüttgut
Symbol Klasse 4.1

Selbstentzündlich,
Klasse 4.2 IMDG-Code



Verkehrsmittel

Schiff, Lkw, Bahn


Containerfähigkeit

Bulk-Container bei Einhaltung der Unter- und Obergrenzen von Wasser- und Ölgehalt sowie der Ablagerungszeit der Ware und des Wassergehaltes des Containerbodens (vgl. Selbsterhitzungsgefahr, ggf. Brandgefahr durch Lösungsmittelreste).


Umschlag

Stark erhitzte Ware nicht mit Greifern löschen, die über Hydraulikleitungen betätigt werden, da diese den vorherrschenden Temperaturen nicht gewachsen sind. Im Falle von selbsterhitzter Ware nur seilzugbetätigte Greifer verwenden.


Staumaß

1,78...1,81 m3/t [1]


Schüttwinkel

> 35°


Korngröße

ca. 40...80% des Gesamtvolumens einer Schüttladung hat eine Korngröße von Ø < 2 mm


Stauplatzanforderungen

Kühl, trocken. Mechanische Belüftung der Stauplätze muss möglich sein. Nicht über beheizten Doppelbodentanks, in der Nähe des Maschinenraumschotts und von Rohren, die heiß werden können, stauen.


Separation

Persenninge


Ladungssicherung

Beim Seetransport ist der "Code of Safe Practice for Solid Bulk Cargoes" der IMO (International Maritime Organization) zu beachten.


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Risikofaktoren und Schadenverhütung

RF Temperatur

Sojabohnen-Extraktionsschrot erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Günstige Reisetemperatur: 5...25°C [1]

Bis zu einer Temperatur von 25°C kann das Schrot unabhängig von der Außentemperatur geladen werden. Bei hohen Außentemperaturen darf die Temperatur der Ware die Außentemperatur nicht mehr als 10% überschreiten. Bei der Ladungsübernahme sollten ständig Temperaturmessungen vorgenommen werden. In tropischen Häfen können bei den zu ladenden Produkten 25...55°C auftreten.

So muss auch während der Reise im Laderaum ständig in verschiedenen Tiefen die Temperatur gemessen werden. Steigt die Temperatur über 55°C an und ist ein weiterer Anstieg zu verzeichnen, müssen Gegenmaßnahmen erfolgen, wie z.B. die Abdichtung aller Lukenöffnungen und die Einleitung von CO2 bzw. Inertgas (vgl. Selbsterhitzungsgefahr). Da Extraktionsschrote durch Lösungsmittel entölt werden, sollte die Anwendung von CO2 so lange aufrechterhalten werden, bis die Brandgefahr überwunden ist und eine Entzündung der Lösungsmitteldämpfe durch statische Elektrizität verhindert worden ist.

Die optimale Wirksamkeit der den Fettabbau und damit den Vorgang der Selbsterhitzung einleitenden und intensivierenden Enzyme liegt bei Temperaturen von 35...40°C und damit bei Temperaturen, die im Ladungsstapel leicht erreicht werden. Aus diesem Grund sollte die Reisetemperatur zwischen 5...25°C liegen. Kurzzeitig zulässig sind auch Temperaturen bis 30°C . Diese Bedingungen sind jedoch während des Seetransportes nur schwer einzuhalten, so dass strikt darauf zu achten ist, dass der kritische Wassergehalt der Ware nicht überschritten wird, um eine Selbsterhitzung möglichst zu vermeiden.


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RF Feuchte

Sojabohnen-Extraktionsschrot erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Bezeichnung Feuchte/Wassergehalt Quelle
Relative Luftfeuchte 70% [1]
Wassergehalt 5...12,5% [1]
Oberste Gleichgewichtsfeuchte 70% [1]


Das Schrot ist vor jeglicher Feuchtigkeit (See-, Regen-, Kondenswasser) zu schützen, da Feuchte Schimmel, Muffigwerden und Selbsterhitzung fördern.

Feuchte begünstigt sowohl die hydrolytisch-enzymatische als auch die biologische Selbsterhitzung durch Mikroorganismen und kann durch einen zu hohen Wassergehalt der Ware oder aber auch von außen (zu hohe rel. Luftfeuchte (kritische Gleichgewichtsfeuchte liegt bei 75%), Spritzwasser, Regen) herangeführt werden. Weiterhin schimmelt Sojabohnen-Extraktionsschrot, bedingt durch einen zu hohen Wassergehalt, leicht.

Bei einem Wassergehalt < 5% besteht die Gefahr der oxidativen Fettspaltung, Pulverisierung/Staubexplosion und Selbsterhitzung.


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RF Lüftung

Sojabohnen-Extraktionsschrot erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Empfohlene Lüftungs-Kondition: Oberflächenventilation.

Lösungsmitteldämpfe von Extraktionsschroten sind schwerer als Luft und treten als Oberflächendämpfe nicht auf; sie können deshalb nicht nach oben steigen und durch Oberflächenlüftung abgeführt werden. Sie können durch Belüftung nur dann theoretisch beseitigt werden, wenn die Ladung durch Selbsterhitzung die Temperatur erhöht und die Dämpfe in der Ladung aufsteigen. Dann verbietet sich aber eine gezielte Oberflächenbelüftung (vgl. Selbsterhitzungsgefahr).

Zur Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden an der Ladungsoberfläche (Ladungsschweiß) darf nicht mit kalter Außenluft ventiliert werden. Die Ventilation muss dann auf Abluft geschaltet werden.

Betreten der Laderäume ist erst nach ausreichender Belüftung und Gasmessung erlaubt. Da die Gase des Lösungsmittels eine größere Dichte als Luft aufweisen, können sie sich im unteren Bereich des Laderaums angereichert haben.

Vom Versender sollte man ein Zertifikat über Restölgehalt, Wassergehalt und Ablagerungszeit verlangen.

Bei einem intensiven Oxidationsprozess im Laderaum kann die produzierte Wärmemenge keinesfalls durch Lüftungsmaßnahmen abgeführt werden. Dies ist besonders der Fall, wenn eine oxidationsbereite Teilpartie mit geringem Wassergehalt neben einer feuchtereichen Teilpartie geladen wird.


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RF Biotische Aktivität

Sojabohnen-Extraktionsschrot besitzt eine biotische Aktivität 3. Ordnung.

Es gehört zu den Produkten mit unterbrochenen Respirationsprozessen, bei denen jedoch weiterhin mikrobielle, biochemische und andere Zersetzungsprozesse ablaufen.

Die Ladungspflege muss besonders darauf ausgerichtet sein, den Vorgang der autoxidativen Fettspaltung einzuschränken und damit eine eventuelle Selbsterhitzung der Ware zu verhindern.


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RF Gase

Ein Anstieg des CO2- und CO-Gehalts der Laderaumluft sind Indikatoren für einen beginnenden Ladungsbrand. CO2 wirkt erstickend auf den Brandherd, weil es den Sauerstoff verdrängt.

Die Gase des bei der Herstellung eingesetzten Lösungsmittels besitzen eine größere Dichte als Luft und können sich daher im unteren Bereich des Laderaums anreichern.


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RF Selbsterhitzung / -entzündung

Ölgehalt: 0,5...1,0% [1]

Sojabohnen-Extraktionsschrot unterliegt der Gefahr der Selbsterhitzung/-entzündung.

Nach IMDG-Code wird Sojabohnen-Extraktionsschrot in die Klasse 4.2 eingestuft. Alle Arten und Sorten Pellets, Expeller und Extrakte sind im IMDG-Code unter dem Begriff Ölkuchen bzw. Seed Cake, UN 2217 und UN 1386, zusammengefasst.

Durch die Verwendung von Lösungsmitteln sind Extraktionsschrote weitgehend entölt, so dass der Ölgehalt im Vergleich zu Expellern relativ gering ist und in der Regel < 1,5% beträgt.

Rauchen bzw. Umgang mit offenem Feuer sind beim Laden, Löschen und Betreten der Laderäume verboten.

Ursachen und fördernde Faktoren der Selbsterhitzung sind Feuchte, Sauerstoff, hoher Faseranteil und Korngröße. Eine Gefahr bei Extraktionsschroten besteht aber in den Abdampfrückständen der für die Extraktion verwendeten entzündbaren Lösungsmittel. Es muss darauf geachtet werden, dass das Extraktionsschrot im wesentlichen frei von Lösungsmittelrückständen ist.

Von großer Bedeutung für die Förderung von Selbsterhitzungsvorgängen bei Pressrückständen ist die Ablagerungszeit vor dem Seetransport, wobei sowohl zu kurze als auch zu lange Ablagerungszeiten nachteilig sein können. So sollte Extraktionsschrot bei der Ladungsübernahme Temperaturen aufweisen, die nur unwesentlich (ca. 10%) über der Außenlufttemperatur liegen. Es muss erkundet werden, ob es sich um eine Partie aus der Vorjahresproduktion handelt. Ungünstige Lagerungsbedingungen während der Zeitspanne vor der Verschiffung können bewirken, dass die Ware schon mit erhöhter Temperatur an Bord gelangt. Während der Ladungsübernahme sind deshalb laufende Temperaturmessungen erforderlich.

Als Hauptrisiko für den Transport bleibt bei jeder landseitig erwärmten Ladung, dass die Ware mit Temperaturen über 55°C geladen wird, diese Temperatur im Laderaum beibehält und sich wegen der schlechten Wärmeleitfähigkeit der Ware Stellen mit bleibendem Wärmestau für die ganze Dauer des Transportes aufbauen. Je länger ein solcher Transport dauert, desto größer die Schadensfolgen aus der Erwärmung.

An den Stellen mit einem Wärmestau ab 60°C setzt nach und nach der Autoxidationsvorgang des restölhaltigen Futtermittels ein und bleibt bestehen, da die ungesättigten Fettsäuren oxidieren. Es kommt nicht zu einer größeren Ausbreitung der Wärmenester. Aber es kommt zur Austrocknung der Ware mit einer Feuchtigkeitswanderung von unten nach oben und zu einer Ansammlung von Wasserdampf in dem Raum zwischen Ladungsoberfläche und Unterkante Lukenabdeckung bzw. Wetterdeck. Diese Wasserdampfansammlung bei stets möglichst luftdicht abzuschließender Lukenabdeckung stellt die wirksamste Art der Feuerbekämpfung dar. Dadurch wird die Zuleitung von Sauerstoff von außen abgeblockt.

Nach IMDG-Code / IMO müssen Schiffe mit Anlagen zum Einleiten von CO2 oder Inertgas ausgerüstet sein.

Von Bedeutung für die Selbsterhitzung ist auch die schlechte Wärmeleitfähigkeit von Extraktionsschroten. Die Selbsterhitzung kann im Inneren der Ladung an verschiedenen Stellen zugleich auftreten und sich so steigern, dass eine Verkohlung (Abgabe von Wasserstoff und Zurückbleiben von Kohlenstoff) auftritt. Die dadurch entstandene feinporöse Kohle hat die Eigenschaft, bei Zutritt von Sauerstoff aufzuglühen.

Wegen der schlechten Wärmeleitfähigkeit der Ware sind Temperaturmessungen zum Erkennen von Gefahrenherden recht aufwendig. Es müssen zahlreiche Messungen durchgeführt, und auch innerhalb des Stapels muss gemessen werden. Lediglich Oberflächenmessungen reichen nicht aus.

Aus der schlechten Wärmeleitfähigkeit ist auch die späte Feststellung eines Brandherdes zu erklären. Die besondere Gefahr besteht darin, dass die Ladung ohne wesentliche Rauchentwicklung im Inneren des Stapels brennt. Der Brandherd frisst sich einen Hohlraum, so dass das Betreten der Ladungsoberfläche durch das Einbrechen in derartige Hohlräume zu tödlichen Unfällen führen kann.

Um einen beginnenden Ladungsbrand rechtzeitig zu erkennen, wird empfohlen, regelmäßige Gasbestimmungen der Laderaumluft durchzuführen. Ein rasch ansteigender CO2-Gehalt deutet auf verstärkte mikrobiologische Aktivität, verbunden mit einer Wärmeentwicklung innerhalb der Ladung, hin. Diese Wärmeentwicklung führt letztendlich dazu, dass sich die Ladung unter Entwicklung von Kohlenmonoxid (CO) selbst entzündet. Das CO-Gas wird auch als sicherste Indikation für einen Brand angesehen. 0,002...0,005 Vol.-% CO in der Luft gelten als normal, während die Werte bei einem Ladungsbrand auf über 1 Vol.-% ansteigen.

Beim Löschen können bei erhitzter Ladung kleine Flämmchen an der freiwerdenden Oberfläche auftreten: flüchtige Gase, die sich in der Ladung im Verlaufe der Selbsterhitzung gebildet und einen Flammpunkt um 60°C haben, hatten sich selbst entzündet. Sie bringen die restliche Ladung nicht zum Brennen, da die Zündtemperatur der meisten organischen Ladungen bei 300...500°C liegt. Treten solche Flämmchen oder glimmende Oberflächenteile vereinzelt auf, kann man sich dadurch helfen, dass man die letzte aufgenommene Greiferladung auf den betreffenden Bereich im Laderaum zurückkippt, so dass die Flämmchen ersticken.

Die weiteren Phasen der Selbsterhitzung bis zu einem eventuellen Ladungsbrand sowie die zu ergreifenden Maßnahmen sind "Kapt. Becker, R.: Ablauf der Selbsterhitzungsvorgänge restölhaltiger Futtermittel pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, Hamburg 1996" zu entnehmen.

Aus im Laderaum des Schiffes zu beobachtenden Eigenschaften, Temperaturen, Aussehen und Geruch der Ladung lassen sich Schlüsse ziehen, ob die Ware zu warm geladen worden ist und ob eine Selbsterhitzung mit mikrobiellem Verderb und nachfolgender Autoxidation abgelaufen ist.

Dazu müssen beobachtet und festgehalten werden:

das Fließverhalten der Ladung im Haufen (verblockt, nicht verblockt)
das farbliche Aussehen der Ware (normal, braun bis schwarz) und die Verteilung der farblichen Unterschiede der Ware im Laderaum
der Geruch der Ware (normal, gesund, frisch, dumpf, brenzlig)
die Temperatur und das Aussehen der Ladung in verschiedenen Höhen der Schüttung
das Aussehen der Oberfläche der Ladung bei Lukenöffnung
das Aussehen von entweichendem Rauch (Wasserdampf weiß, aus überhitzter Ware mit einer Temperatur über 90°C schwarz)


Aus diesen Angaben kann man an Ort und Stelle Schlüsse ziehen, ob:

die Ware zu feucht geladen worden ist
die Ware mit zu hoher Temperatur als Folge eines Trocknungsvorgangs (Toasten) geladen worden ist
die Ware ohne Beachtung der Ablagerungszeit kurz nach der Herstellung zur Verschiffung gekommen ist
es während der Reise einen biologisch bestimmten Selbsterhitzungsvorgang als Folge der abgelaufenen Lebensvorgänge von Mikroorganismen gegeben hat
es eine Selbsterhitzung ohne vorausgegangenen Ablauf eines biologischen Selbsterhitzungsvorgangs durch Ablauf eines chemischen Autoxidationsvorgangs ungesättigter Fettsäuren gegeben hat
die Ware durch bei der Herstellung erfolgte Trocknungsvorgänge (Toasten) verfärbt (braun bis schwarz) geladen worden ist



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RF Geruch

Aktivverhalten Sojabohnen-Extraktionsschrot besitzt einen leicht angenehmen Geruch, sollte aber nicht mit geruchsempfindlichen Waren zusammengestaut werden, da durch Reste des verwendeten Lösungsmittels leicht eine Geruchsinfektion möglich ist. Nicht immer ist der Geruch des Lösungsmittels an der Ware allerdings direkt wahrnehmbar.
Passivverhalten Sojabohnen-Extraktionsschrot ist empfindlich gegenüber unangenehmen und/oder stechenden Gerüchen. Geruchsinfiziertes Extraktionsschrot wird vom Vieh (besonders von Pferden und Rindern) nicht mehr angenommen.



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RF Verunreinigung

Aktivverhalten Sojabohnen-Extraktionsschrot staubt beim Umschlag stark, so dass bei einem Staub/Luftmischungsverhältnis von 20...2.000 g Staub/m3 Luft die Gefahr einer Staubexplosion besteht.
Passivverhalten Sojabohnen-Extraktionsschrot ist empfindlich gegenüber Verunreinigungen durch Staub, Schmutz, Fette und Öle. So sollten sich in den Laderäumen bzw. Containern keine Reste von vorherigen Ladungen, wie z.B. von Erzen, Mineralien, Chemikalien, Salzen, Düngemitteln, befinden.



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RF Mechanische Einflüsse

Kein Risiko!


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RF Toxizität / Gesundheitsgefährdung

Auf keinen Fall zur Branderkundung die Ladungsoberfläche betreten, da Lebensgefahr durch Einbrechen in durch Schwelbrände entstandene Hohlräume besteht.

Anstieg des CO2- und CO-Gehalts der Laderaumluft sind Indikatoren für einen Ladungsbrand. Vorsicht: Erstickungsgefahr und Vergiftungsgefahr beim Einatmen! Betreten des Laderaums erst nach ausreichender Belüftung und Prüfung mit einem Gasspürgerät erlaubt! Der CO-Gehalt kann von 0,002 ... 0,005 Vol.-% auf bis zu 1 Vol.-% ansteigen. Die letale Dosis liegt bei ca. 0,1 Vol.-%.


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RF Schwund / Abhandenkommen

Während des Umschlags kann es zu geringfügigen Verlusten kommen (Rieselverluste).


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RF Schädlingsbefall / Krankheiten

Schädlingsbefall, vor allem durch verschiedene Käferarten (z. B. Khaprakäfer), ist verbreitet. Bei längerer Lagerung besteht die Gefahr des Milbenbefalls, der durch Wärme und Feuchte gefördert wird.

Wenn es vom Versender oder aufgrund von Einfuhrbestimmungen gefordert wird, muss eine Begasung (z.B. mit Methylbromid) erfolgen.


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