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Informationen
zur Ware
Warenname
| Deutsch |
Baumwollsaat-Extraktionsschrot |
| Englisch |
Cotton seed extraction meal |
| Französisch |
Extrait de graine de cotton
|
| Spanisch |
Extracto partido de semillas
de algodon |
| Wissenschaftlich |
Gossypium herbaceum |
| KN/HS-Nummer * |
2306 10 00 |
(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes
System der EU)
Warenbeschreibung
Bei Baumwollsaat-Extraktionsschrot handelt es sich um
Rückstände, die bei der Ölgewinnung aus Baumwollsaat durch
Extraktion mit Hilfe von Extraktionsbenzin anfallen.
Ausgangsmaterial für das Lösungsmittelextraktionsverfahren
sind Ölsaaten mit geringem Ölgehalt oder Expellerschnitzel aus
vorherigem Kalt- oder Warmpressen (Herstellung
von pflanzlichen Pressrückständen). Das Öl wird aus der
grob geschroteten Ware durch chemische Fettlösungsmittel
(n-Hexan) extrahiert, so dass es nur noch einen Restölgehalt von
0,5...1,5% aufweist. Diese Rückstände bezeichnet man als
Extraktionsschrot.
Nach der Extraktion des Fettes werden die benzinfeuchten
Extraktionsrückstände in einem Toaster (Entbenzinierungsgerät)
mittels Dampf vom Lösungsmittel befreit.
Das Extraktionsbenzin n-Hexan besitzt gegenüber anderen
Lösungsmitteln vor allem den Vorteil, dass es sich leicht aus
der extrahierten Ware entfernen lässt; der Rückstand sollte
höchstens 0,05...0,1% betragen. Von Nachteil ist seine leichte
Brennbarkeit. Das Toasten der Ware mit Temperaturen ab 60°C hat
günstige Nebenwirkungen:
- führt es zur Inaktivierung von Mikroorganismen und
Enzymen, die während der Lagerung und des Transports
im Futtermittel qualitätsmindernde Einflüsse
ausüben können
- wird das Pflanzeneiweiß durch Toastung in eine
leichtverdauliche Form überführt.
Getoastete Extraktionsschrote verlassen ihre
Bearbeitungsanlagen in heißem und unterschiedlich feuchtem
Zustand. Sie werden nach dem Toasten gekühlt und, da sie
grobstückig sind, gemahlen und auf einen für Lagerung und
Transport geeigneten Wassergehalt gebracht.
Entweder werden sie in Silozellen zwischengelagert oder zum
Transport gebracht. Der Abtransport geschieht als Schüttgut;
abgesackte Ware wird kaum noch gehandelt.
Korngröße: flakes unterschiedlicher Größe
Ölgehalt: 0,1 ... 1,5% [1]
Qualität / Lagerdauer
Zur Verschiffung bestimmte Ware muss ausreichend abgelagert
sein. Die für die Ablagerung erforderliche Zeit hängt vom
Ölgehalt ab. Andererseits darf jedoch keine von der
Vorjahresernte überlagerte Ware übernommen werden.
Vom Versender sind Zertifikate über Feuchtigkeits-,
Restölgehalt und Ablagerungszeit der Ware auszustellen.
Man sollte sich auch bestätigen bzw. zertifizieren lassen, dass es
sich bei der Ware um Extraktionsschrot handelt.
Baumwollsaat-Extraktionsschrot besteht aus flakes
unterschiedlicher Größe von hellgelber Farbe. Bei der
Ladungsübernahme muss auf Verfärbungen der Ware von brauner,
rötlicher, bis schwarzer Farbe geachtet werden, die auf
Überhitzung beim Toasten oder auf zu lange Lagerung deuten.
Verwendungszweck
Durch ihren hohen Eiweißanteil stellen
Baumwollsaat-Extraktionsschrote ein wertvolles Kraftfuttermittel als
Mischfutterzusatz dar. Wiederkäuer erhalten Baumwollsaat-Extraktionsschrot von ungeschälter Baumwollsaat,
Schweine und Geflügel von geschälter Baumwollsaat. Am
wertvollsten sind Baumwollsaat-Extraktionsschrote aus geschälter
Saat, da der Rohproteingehalt von 26% auf 48% erhöht wird.
Herkunftsländer
Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine
Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.
| Europa |
Mitteleuropa |
| Afrika |
Ost- und Westafrika, Ägypten, Sudan |
| Asien |
Indien, Pakistan, Irak, Iran, Libanon, Syrien |
| Amerika |
USA, Brasilien, Argentinien |
| Australien |
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Verpackung
Extraktionsschrote werden hauptsächlich als
Schüttgut transportiert. Nur in Ausnahmefällen erfolgt der
Transport als Sackgut (Kleinstmengen).
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Transport
Symbole

Schüttgut |

Selbstentzündlich,
Klasse 4.2 IMDG-Code |
Verkehrsmittel
Schiff, Lkw, Bahn
Containerfähigkeit
Bulk-Container
bei Einhaltung der Unter- und Obergrenzen von Wasser- und Ölgehalt
sowie der Ablagerungszeit der Ware und des Wassergehaltes des
Containerbodens (vgl. Selbsterhitzungsgefahr,
ggf. Brandgefahr durch Lösungsmittelreste).
Umschlag
Stark erhitzte Ware nicht mit Greifern löschen, die
über Hydraulikleitungen betätigt werden, da diese den
vorherrschenden Temperaturen nicht gewachsen sind. Im
Falle von selbsterhitzter Ware nur seilzugbetätigte
Greifer verwenden.
Staumaß
 |
bis 1,51 m3/t [1] |
Schüttwinkel
 |
48° Mittelwert |
 |
45° Untergrenze |
 |
50° Obergrenze |
Korngröße
 |
flakes unterschiedlicher Größe |
Stauplatzanforderungen
Kühl, trocken. Mechanische Belüftung
der Stauplätze muss möglich sein. Nicht über beheizten
Doppelbodentanks, in der Nähe des
Maschinenraumschotts und von Rohren, die heiß werden können, stauen.
Separation
Persenninge
Ladungssicherung
Beim Seetransport ist der "Code of Safe Practice for Solid Bulk
Cargoes" der IMO (International Maritime
Organization) zu beachten.
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Risikofaktoren und Schadenverhütung
RF
Temperatur
Baumwollsaat-Extraktionsschrot erfordert eine
bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
Günstige Reisetemperatur: 5...25°C [1]
Bis zu einer Temperatur von 25°C kann das Schrot unabhängig
von der Außentemperatur geladen werden. Bei hohen
Außentemperaturen darf die Temperatur der Ware die
Außentemperatur nicht mehr als 10% überschreiten. Bei der
Ladungsübernahme sollten ständig Temperaturmessungen
vorgenommen werden. In tropischen Häfen können bei den zu
ladenden Produkten 25...55°C auftreten.
So muss auch während der Reise im Laderaum ständig in
verschiedenen Tiefen die Temperatur gemessen werden. Steigt die
Temperatur über 55°C an und ist ein weiterer Anstieg zu
verzeichnen, müssen Gegenmaßnahmen erfolgen, wie z.B. die
Abdichtung aller Lukenöffnungen und die Einleitung von CO2
bzw. Inertgas (vgl. Selbsterhitzungsgefahr). Da
Extraktionsschrote durch Lösungsmittel entölt werden und somit
leichtentzündliche Gase im Laderaum verbleiben können, sollte
die Anwendung von CO2 so lange aufrechterhalten werden, bis eine Entzündung
der Lösungsmitteldämpfe überwunden worden ist.
Die optimale Wirksamkeit der den Fettabbau und damit den
Vorgang der Selbsterhitzung einleitenden und intensivierenden
Enzyme liegt bei Temperaturen von 35...40°C und damit bei
Temperaturen, die im Ladungsstapel leicht erreicht werden. Aus
diesem Grund sollte die Reisetemperatur zwischen 5...25°C
liegen. Kurzzeitig zulässig sind auch Temperaturen bis 30°C .
Diese Bedingungen sind jedoch während des Seetransportes nur
schwer einzuhalten, so dass strikt darauf zu achten ist, dass der kritische Wassergehalt der Ware nicht
überschritten wird, um eine Selbsterhitzung möglichst zu
vermeiden.
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RF
Feuchte
Baumwollsaat-Extraktionsschrot erfordert eine bestimmte
Temperatur-, Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
Das Schrot ist vor jeglicher Feuchtigkeit (See-, Regen-,
Kondenswasser) zu schützen, da Feuchte Schimmel, Muffigwerden und
Selbsterhitzung fördern.
Feuchte begünstigt sowohl die hydrolytisch-enzymatische als
auch die biologische Selbsterhitzung durch Mikroorganismen und
kann durch einen zu hohen Wassergehalt der Ware oder aber auch
von außen (zu hohe rel. Luftfeuchte (kritische
Gleichgewichtsfeuchte liegt bei 75%), Seewasser, Regen)
herangeführt werden. Weiterhin schimmelt Baumwollsaat-Extraktionsschrot, bedingt durch einen zu hohen
Wassergehalt, leicht.
Bei einem Wassergehalt < 5% besteht die Gefahr der
oxidativen Fettspaltung, Pulverisierung/Staubexplosion und
Selbsterhitzung.
Der hohe Rohfaseranteil, besonders von ungeschälter
Baumwollsaat, führt zu verstärkter Aufnahmebereitschaft für
Feuchtigkeit.
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RF
Lüftung
Baumwollsaat-Extraktionsschrot erfordert eine bestimmte
Temperatur-, Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
Empfohlene Lüftungs-Kondition: Oberflächenventilation.
Lösungsmitteldämpfe von Extraktionsschroten sind schwerer
als Luft und treten als Oberflächendämpfe nicht auf; sie
können deshalb nicht nach oben steigen und durch
Oberflächenlüftung abgeführt werden. Sie können durch Belüftung nur dann theoretisch beseitigt
werden, wenn die Ladung durch Selbsterhitzung die Temperatur
erhöht und die Dämpfe in der Ladung aufsteigen. Dann verbietet
sich aber eine gezielte Oberflächenbelüftung (vgl. Selbsterhitzungsgefahr).
Zur Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden an der
Ladungsoberfläche (Ladungsschweiß) darf nicht mit kalter Außenluft ventiliert
werden. Die Ventilation muss dann auf Abluft geschaltet werden.
Betreten der Laderäume ist erst nach ausreichender Belüftung
und Gasmessung erlaubt. Da die Gase des Lösungsmittels eine
größere Dichte als Luft aufweisen, können sie sich im unteren
Bereich des Laderaums angereichert haben.
Vom Versender sollte man ein Zertifikat über Restölgehalt,
Wassergehalt und Ablagerungszeit verlangen.
Bei einem intensiven Oxidationsprozess im Laderaum kann die
produzierte Wärmemenge keinesfalls durch Lüftungsmaßnahmen
abgeführt werden. Dies ist besonders der Fall, wenn eine
oxidationsbereite Teilpartie mit geringem Wassergehalt neben
einer feuchtereichen Teilpartie geladen wird.
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RF
Biotische Aktivität
Baumwollsaat-Extraktionsschrot besitzt eine biotische Aktivität 3. Ordnung.
Es gehört zu den Produkten mit unterbrochenen
Respirationsprozessen, bei denen jedoch weiterhin mikrobielle,
biochemische und andere Zersetzungsprozesse ablaufen.
Die Ladungspflege muss besonders darauf ausgerichtet sein, den
Vorgang der autoxidativen Fettspaltung einzuschränken und damit
eine eventuelle Selbsterhitzung der Ware zu verhindern.
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RF
Gase
Ein Anstieg des CO2- und CO-Gehalts der
Laderaumluft sind Indikatoren für einen beginnenden
Ladungsbrand. CO2 wirkt erstickend auf den Brandherd, weil es den
Sauerstoff verdrängt.
Die Gase des bei der Herstellung eingesetzten Lösungsmittels
besitzen eine größere Dichte als Luft und können sich daher im
unteren Bereich des Laderaums anreichern.
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RF
Selbsterhitzung / -entzündung
Ölgehalt: 0,1...1,5% [1]
Baumwollsaat-Extraktionsschrot unterliegt der Gefahr der
Selbsterhitzung/-entzündung.
Nach IMDG-Code wird Baumwollsaat-Extraktionsschrot in die Klasse 4.2 eingestuft.
Alle Arten und Sorten Pellets, Expeller und Extrakte
sind im IMDG-Code unter dem Begriff Ölkuchen bzw. Seed Cake, UN 2217 und UN
1386, zusammengefasst.
Durch die Verwendung von Lösungsmitteln sind
Extraktionsschrote weitgehend entölt, so dass der Ölgehalt im
Vergleich zu Expellern relativ gering ist und in der Regel <
1,5% beträgt.
Rauchen bzw. Umgang mit offenem Feuer sind beim Laden,
Löschen und Betreten der Laderäume verboten.
Ursachen und fördernde Faktoren der Selbsterhitzung sind
Feuchte, Sauerstoff, hoher Faseranteil und
Korngröße. Eine Gefahr bei Extraktionsschroten besteht aber in
den Dampfrückständen der für die Extraktion verwendeten
entzündbaren Lösungsmittel. Es muss darauf geachtet werden, dass das Extraktionsschrot im wesentlichen frei von
Lösungsmittelrückständen ist.
Auch der Rohfasergehalt der Ware fördert die Autoxidation.
Die besondere Neigung zur Selbsterhitzung von Baumwollsaat-Extraktionsschrot erklärt sich zum Teil aus dem
hohen Rohfaseranteil, durch welchen die dem Sauerstoff
ausgesetzte Oberfläche und damit die Verteilung des Öls über
die Faser vergrößert wird.
Von großer Bedeutung für die Förderung von
Selbsterhitzungsvorgängen bei Pressrückständen ist die
Ablagerungszeit vor dem Seetransport, wobei sowohl zu kurze als
auch zu lange Ablagerungszeiten nachteilig sein können. So
sollte Extraktionsschrot bei der Ladungsübernahme Temperaturen
aufweisen, die nur unwesentlich (ca. 10%) über der
Außenlufttemperatur liegen. Es muss erkundet werden, ob es sich um eine Partie aus der
Vorjahresproduktion handelt. Ungünstige Lagerungsbedingungen
während der Zeitspanne vor der Verschiffung können bewirken, dass die Ware schon mit erhöhter Temperatur an Bord gelangt.
Während der Ladungsübernahme sind deshalb laufende
Temperaturmessungen erforderlich.
Als Hauptrisiko für den Transport bleibt bei jeder landseitig
erwärmten Ladung, dass die Ware mit Temperaturen über 55°C
geladen wird, diese Temperatur im Laderaum beibehält und sich
wegen der schlechten Wärmeleitfähigkeit der Ware Stellen mit
bleibendem Wärmestau für die ganze Dauer des Transportes
aufbauen. Je länger ein solcher Transport dauert, desto größer
die Schadensfolgen aus der Erwärmung.
An den Stellen mit einem Wärmestau ab 60°C setzt nach und
nach der Autoxidationsvorgang des restölhaltigen Futtermittels
ein und bleibt bestehen, da die ungesättigten Fettsäuren
oxidieren. Es kommt nicht zu einer größeren Ausbreitung der
Wärmenester. Aber es kommt zur Austrocknung der Ware mit einer
Feuchtigkeitswanderung von unten nach oben und zu einer
Ansammlung von Wasserdampf in dem Raum zwischen
Ladungsoberfläche und Unterkante Lukenabdeckung bzw. Wetterdeck.
Diese Wasserdampfansammlung bei stets möglichst luftdicht
abzuschließender Lukenabdeckung stellt die wirksamste Art der
Feuerbekämpfung dar. Dadurch wird die Zuleitung von Sauerstoff
von außen abgeblockt.
Nach IMDG-Code / IMO müssen Schiffe mit Anlagen
zum Einleiten von CO2 oder Inertgas ausgerüstet sein.
Von Bedeutung für die Selbsterhitzung ist auch die schlechte
Wärmeleitfähigkeit von Extraktionsschroten. Die Selbsterhitzung
kann im Inneren der Ladung an verschiedenen Stellen zugleich
auftreten und sich so steigern, dass eine Verkohlung (Abgabe von
Wasserstoff und Zurückbleiben von Kohlenstoff) auftritt. Die
dadurch entstandene feinporöse Kohle hat die Eigenschaft, bei
Zutritt von Sauerstoff aufzuglühen.
Wegen der schlechten Wärmeleitfähigkeit der Ware sind
Temperaturmessungen zum Erkennen von Gefahrenherden recht
aufwendig. Es müssen zahlreiche Messungen durchgeführt, und
auch innerhalb des Stapels muss gemessen werden. Lediglich
Oberflächenmessungen reichen nicht aus.
Aus der schlechten Wärmeleitfähigkeit ist auch die späte
Feststellung eines Brandherdes zu erklären. Die besondere Gefahr
besteht darin, dass die Ladung ohne wesentliche Rauchentwicklung
im Inneren des Stapels brennt. Der Brandherd frisst sich einen
Hohlraum, so dass das Springen auf die Ladungsoberfläche oder
das Begehen durch das Einbrechen in derartige Hohlräume zu
tödlichen Unfällen führen kann.
Um einen beginnenden Ladungsbrand rechtzeitig zu erkennen,
wird empfohlen, regelmäßige Gasbestimmungen der Laderaumluft
durchzuführen. Ein rasch ansteigender CO2-Gehalt
deutet auf verstärkte mikrobiologische Aktivität, verbunden mit
einer Wärmeentwicklung innerhalb der Ladung, hin. Diese
Wärmeentwicklung führt letztendlich dazu, dass sich die Ladung
unter Entwicklung von Kohlenmonoxid (CO) selbst entzündet. Das
CO-Gas wird auch als sicherste Indikation für einen Brand
angesehen. 0,002...0,005 Vol.-% CO in der Luft gelten als normal,
während die Werte bei einem Ladungsbrand auf über 1 Vol.-%
ansteigen.
Beim Löschen können bei erhitzter Ladung kleine Flämmchen
an der freiwerdenden Oberfläche auftreten: flüchtige Gase, die
sich in der Ladung im Verlaufe der Selbsterhitzung gebildet und
einen Flammpunkt um 60°C haben, hatten sich selbst entzündet.
Sie bringen die restliche Ladung nicht zum Brennen, da die
Zündtemperatur der meisten organischen Ladungen bei 300...500°C
liegt. Treten solche Flämmchen oder glimmende Oberflächenteile
vereinzelt auf, kann man sich dadurch helfen, dass man die letzte
aufgenommene Greiferladung auf den betreffenden Bereich im
Laderaum zurückkippt, so dass die Flämmchen ersticken.
Die weiteren Phasen der Selbsterhitzung bis zu einem
eventuellen Ladungsbrand sowie die zu ergreifenden Maßnahmen
sind "Kapt. Becker, R.:
Ablauf der Selbsterhitzungsvorgänge restölhaltiger Futtermittel
pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, Hamburg 1996" zu
entnehmen.
Aus im Laderaum des Schiffes zu beobachtenden Eigenschaften,
Temperaturen, Aussehen und Geruch der Ladung lassen sich
Schlüsse ziehen, ob die Ware zu warm geladen worden ist und ob
eine Selbsterhitzung mit mikrobiellem Verderb und nachfolgender
Autoxidation abgelaufen ist.
Dazu müssen beobachtet und festgehalten werden:
 |
das Fließverhalten der Ladung im Haufen (verblockt,
nicht verblockt) |
 |
das farbliche Aussehen der Ware (normal, braun bis
schwarz) und die Verteilung der farblichen
Unterschiede der Ware im Laderaum |
 |
der Geruch der Ware (normal, gesund, frisch, dumpf,
brenzlig) |
 |
die Temperatur und das Aussehen der Ladung in
verschiedenen Höhen der Schüttung |
 |
das Aussehen der Oberfläche der Ladung bei
Lukenöffnung |
 |
das Aussehen von entweichendem Rauch (Wasserdampf
weiß, aus überhitzter Ware mit einer Temperatur
über 90°C schwarz) |
Aus diesen Angaben kann man an Ort und Stelle Schlüsse
ziehen, ob:
 |
die Ware zu feucht geladen worden ist |
 |
die Ware mit zu hoher Temperatur als Folge eines
Trocknungsvorgangs (Toasten) geladen worden ist |
 |
die Ware ohne Beachtung der Ablagerungszeit kurz nach
der Herstellung zur Verschiffung gekommen ist |
 |
es während der Reise einen biologisch bestimmten
Selbsterhitzungsvorgang als Folge der abgelaufenen
Lebensvorgänge von Mikroorganismen gegeben hat |
 |
es eine Selbsterhitzung ohne vorausgegangenen Ablauf
eines biologischen Selbsterhitzungsvorgangs durch
Ablauf eines chemischen Autoxidationsvorgangs
ungesättigter Fettsäuren gegeben hat |
 |
die Ware durch bei der Herstellung erfolgte
Trocknungsvorgänge (Toasten) verfärbt (braun bis
schwarz) geladen worden ist |
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RF
Geruch
| Aktivverhalten |
Baumwollsaat-Extraktionsschrot
besitzt
einen leicht angenehmen Geruch, sollte aber nicht mit
geruchsempfindlichen Waren zusammengestaut werden, da
durch Reste des verwendeten Lösungsmittels leicht eine
Geruchsinfektion möglich ist. Nicht immer ist der Geruch
des Lösungsmittels an der Ware allerdings direkt
wahrnehmbar. |
| Passivverhalten |
Baumwollsaat-Extraktionsschrot
ist
empfindlich gegenüber unangenehmen und/oder stechenden
Gerüchen. Geruchsinfiziertes Extraktionsschrot wird vom
Vieh (besonders von Pferden und Rindern) nicht mehr
angenommen. |
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RF
Verunreinigung
| Aktivverhalten |
Baumwollsaat-Extraktionsschrot
staubt
beim Umschlag stark, so dass bei einem
Staub/Luftmischungsverhältnis von 20...2.000 g Staub/m³
Luft die Gefahr einer Staubexplosion besteht. |
| Passivverhalten |
Baumwollsaat-Extraktionsschrot
ist
empfindlich gegenüber Verunreinigungen durch Staub,
Schmutz, Fette und Öle. So sollten sich in den
Laderäumen bzw. Containern keine Reste von vorherigen
Ladungen, wie z.B. von Erzen, Mineralien, Chemikalien,
Salzen, Düngemitteln, befinden. |
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RF Mechanische Einflüsse
Kein Risiko!
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RF
Toxizität / Gesundheitsgefährdung
Anstieg des CO2- und CO-Gehalts der Laderaumluft
sind Indikatoren für einen Ladungsbrand. Vorsicht: Erstickungsgefahr und
Vergiftungsgefahr beim Einatmen! Betreten des Laderaums erst nach ausreichender
Belüftung und Prüfung mit einem Gasspürgerät erlaubt! Der
CO-Gehalt kann von 0,002 ... 0,005 Vol.-% auf bis zu 1 Vol.-%
ansteigen. Die letale Dosis liegt bei ca. 0,1 Vol.-%.
Vorsicht bei Verunreinigungen durch Rizinussamen (toxisch!)
und beigemengten Baumwollfasern (Ursache von Darmerkrankungen).
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RF Schwund
Während des Umschlags kann es zu geringfügigen Verlusten
kommen (Rieselverluste).
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RF Schädlingsbefall / Krankheiten
Schädlingsbefall, vor allem durch verschiedene Käferarten
(z. B. Khaprakäfer), ist verbreitet. Bei längerer Lagerung
besteht die Gefahr des Milbenbefalls, der durch Wärme und
Feuchte gefördert wird.
Wenn es vom Versender oder aufgrund von Einfuhrbestimmungen
gefordert wird, muss eine Begasung (z.B. mit Methylbromid)
erfolgen.
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Quellenverzeichnis | Kontakt - Anbieter | Rechtliche Hinweise | TIS-History |
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© Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), Berlin 1999-2012 |
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