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Karton [English version]

Inhaltsverzeichnis

Allgemein:
Informationen zur Ware
Verpackung
Transport
  Containerfähigkeit
  Ladungssicherung


Risikofaktoren und Schadenverhütung:
Temperatur Geruch
Feuchte Verunreinigung
Lüftung Mechanische Einflüsse
Biotische Aktivität Toxizität /  Gesundheitsgefährdung
Gase Schwund / Abhandenkommen / Diebstahl
Selbsterhitzung / -entzündung Schädlingsbefall / Krankheiten




Informationen zur Ware

Warenname

Deutsch Karton
Englisch Cardboards
Französisch  
Spanisch Cartón
KN/HS-Nummer * 4819 ff.


(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes System der EU)



Warenbeschreibung

Karton ist ein aus Papierstoff bestehender flächiger Packstoff, der meist eine hochwertige Stoffzusammensetzung aufweist (z.B.Weißschliffpappe) und dessen Masse je Flächeneinheit 250...500 g/m² beträgt. Bei einem Flächengewicht von 150...250 g/m² bzw. 500...600 g/m² spricht man von leichtem bzw. schwerem Karton.

Karton kann entweder einlagig sein oder aus mehreren Bahnen maschinell zusammengegautscht oder aus mehreren Papierbahnen zusammengeklebt (kaschiert) werden.

Kartonagen sind die Zuschnitte aus Karton, die zur Herstellung von Schachteln u.a. verwendet werden (Schachtelkarton).

Folgende Kartonsorten werden unterschieden:

Chromoersatzkarton: Chromoersatzkarton ist ein aus mehreren Lagen gegautschter Karton, der in der Kartonmaschine einseitig glatt gestrichen wurde. Chromoersatzkarton besteht meist aus einer vorder- und rückseitigen Decklage sowie Zwischenlagen und Einlagen aus Holzstoff oder Altpapier. Er ist für die Herstellung von Schachteln bestimmt und zum Druck geeignet. Die Masse je Flächeneinheit beträgt 225...500 g/m².

Chromokarton für Schachteln: Chromokarton ist ein Chromoersatzkarton, der außerhalb der Kartonmaschine ein- oder zweiseitig beschichtet wurde. Er besitzt eine reinweiße Farbe.

Faltschachtelkarton: Faltschachtelkarton ist ein mehrlagig hergestellter Karton mit teilweise gestrichener Vorderseite. Vorgegebene Rillen markieren die Faltkanten.

Becherkarton: Becherkarton ist ein Karton, der sowohl holzhaltig als auch holzfrei sein kann. Er wird zur Herstellung von Bechern für die Getränke- und Nahrungsmittelindustrie verwendet. Das Flächengewicht beträgt 200...250 g/m².

Zeichenkarton: Zeichenkarton ist weiße, glattes und dünne Pappe oder weißes, glatte Papier für Zeichenzwecke.


Qualität / Lagerdauer

Kartonsorten werden anhand einer Kurzbeschreibung, die aus zwei Buchstaben und einer Ziffer besteht, klassifiziert:

1.Stelle 2. Stelle 3. Stelle
G = Gestrichen

U = Ungestrichen
D = Duplex (graue Rückseite)

T = Triplex (helle Rückseite)

C = Chromo- bzw. Chromoersatz (helle Rückseite)

G = im Gussstrichverfahren gestrichen (hochglänzend)
Qualitätsgruppen:

1 (niedrig)

2 (mittel) 

3 (hoch) 



Verwendungszweck

Karton wird hauptsächlich zur Herstellung von Versand- und Verkaufsverpackungen verwendet. Des weiteren findet es Verwendung in der Getränke- und Nahrungsmittelindustrie (z.B. für Becher), für Einbände von Büchern, als Geschenkpapier etc.


Herkunftsländer

Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.

Europa Belgien, Niederlande, Deutschland, Frankreich
Afrika Marokko
Asien  
Amerika  
Australien  


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Verpackung

Kartonware wird in Packen (unverpackt, mit Plastikbändern umreift), in Ballen, Paketen oder Pappschachteln und in Rollen transportiert.

Chromoersatzkarton wird in klanghart gewickelten Rollen mit Stirnflächendeckscheiben ebenfalls aus Chromoersatzkarton oder in Bogen mit gratfreiem Schnitt uneingeriest und gezählt transportiert.

Chromokarton für Schachteln wird in klanghart gewickelten Rollen oder in Bogen mit gratfreiem Schnitt transportiert.

Faltschachtelkarton wird ebenfalls in Rollen (Mantelverpackung mit Kantenschutz) oder in Bogen (Banderoleneinschlag, unverpackt) transportiert.

Becherkarton wird in Schachteln aus Vollpappe verpackt.


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Transport

Symbole

Symbol Stückgut

Stückgut



Verkehrsmittel

Lkw, Schiff (speziell für den Papiertransport konzipiert), Bahn


Containerfähigkeit

Transport im Standard-Container unter Einhaltung der Grenzen des Wassergehalts von Ware, Verpackung und Wegerung.


Umschlag

Die Ware ist während des Umschlags unbedingt vor Feuchtigkeit zu schützen (Regen, Schnee etc.), da die Gefahr von Verlusten durch Aufquellen und Reißen einzelner Lagen besteht.

Bei unsachgemäßer Behandlung während des Be- und Entladens und der Lagerung besteht die Gefahr von Beschädigungen. Die Folge ist, dass bei Rollen die Lagen bis zur Tiefe der Einrisse unbrauchbar sind. Sie können dann nur noch abgerissen (abgespeckt) und als Altpapier verwendet werden. Packen und Ballen dürfen nicht an der Umreifung angeschlagen werden, da diese brechen kann.

Unsachgemäßer Umschlag kann bei Papierrollen zu Verformungen führen (Oval). Stark unrunde Rollen können nicht mehr verdruckt werden und sind neu zu wickeln.

Der Umschlag von Papierrollen sollte nur durch Speziallade- und -löschgeschirr sowie Gabelstapler mit Papierrollenklammern erfolgen.


Staumaß

8,60 m³/t (Packen, unverpackt, umreift mit Plastikbändern) [1]



Stauplatzanforderungen

Die Laderäume müssen absolut besenrein und eben sein, um eventuelle Stirnseitenschäden zu vermeiden. Die Ware muss vor evtl. Leckagen aus hydraulischen Leitungen geschützt werden. Des weiteren müssen die Laderäume strahlungs- und spritzwassergeschützt sein.


Separation

Packpapier


Ladungssicherung

Bei liegender Verladung kann es durch den Druck von darüber liegenden Rollen bei unsachgemäßer Ladungssicherung zum Unrundwerden der unteren Rollen kommen.

Liegende Verladung

Abbildung 1


Bei stehender Verladung müssen die Rollen durch Deckel gegen Schäden an den Stirnseiten geschützt werden.

Stehende Verladung

Abbildung 2


Entstehende Freiräume zwischen den stehenden Rollen müssen ausgefüllt werden.

Zum Thema Ladungssicherung siehe auch das Kapitel Papierhandel im Ladungssicherungshandbuch des GDV.

Weitere Informationen siehe auch die Kapitel

"Physikalische Grundlagen der Ladungssicherung",
"Straßenfahrzeuge, Auswahl, Ausrüstung und Belastbarkeit",
"Ladungssicherungsmaterialien".



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Risikofaktoren und Schadenverhütung

RF Temperatur

Kartonware erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).

Günstigster Reisetemperaturbereich: 0...25°C [1]

Optimale Reisetemperatur: 20°C  [1]

Während des Umschlags sind auch kurzfristig Temperaturen unter 0°C zulässig. Die Ware ist vor Wärmequellen und intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen, um Sprödigkeit, Vergilben, Tellerbildung (s. Abbildung 3) sowie eine Erhöhung der Brandgefahr zu vermeiden.

Tellerbildung

Abbildung 3



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RF Feuchte

Kartonware erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).

Bezeichnung Feuchte/Wassergehalt Quelle
Relative Luftfeuchte 65...70% [1]
Wassergehalt 5...8% (Chromoersatzkarton) [1]
6...9% (Chromokarton) [1]
9...12% (Faltschachtelkarton) [1]
6...8% (Becherkarton) [1]
Oberste Gleichgewichtsfeuchte 70% [1]


Bei einem Wassergehalt < 5% treten Sprödigkeit und Schrumpfung der Fasern auf. Da die Bögen im Stapel am freien Feuchtigkeitsaustausch mit der Umgebungsluft gehindert sind, beschränkt sich dieser Ausgleich auf die luftbestrichenen Ränder. Dadurch entstehen Aufbeulungen der Randpartien, und es kommt zur gefürchteten Tellerbildung (s. Abbildung 3) der Pappen, die besonders durch intensive Sonneneinstrahlung gefördert wird.

Des Weiteren muss Kartonware vor jeglicher Feuchtigkeit, wie z.B. Regen, Schnee, Kondenswasser, Seewasser, extrem hohe relative Luftfeuchte oder feuchte Stapelunterlagen, geschützt werden, um die Voraussetzungen für einen schadenfreien Transport zu gewährleisten.

Feuchte- oder nässegeschädigte Kartonagen erleiden Wertminderungen durch lineare Deformierungen, Verdrehungserscheinungen, Veränderungen in Glattheit und Farbe, Verminderung der mechanischen Reißfestigkeit und  Welligwerden. Bei der Lagerung im Stapel führt ein Feuchteüberschuss zum Aufquellen der Fasern in den Randpartien, und ihre Ränder werden wellig. Diese Schäden sind irreversibel, da es bei Trocknung zum Verziehen infolge innerer Spannungen bei ungleichmäßiger Verteilung der Feuchtigkeit innerhalb des Bogens und zur Fleckenbildung (Trocknungsränder) kommt.

Ladungsschweiß kann besonders bei Fahrten von kalt nach warm bzw. beim Löschen in tropischen Häfen entstehen, wenn die Ware während der Reise nicht genügend erwärmt wurde und beim Öffnen der Lukendeckel bzw. Containertüren der warmen Umgebungsluft ausgesetzt wird.

Kartonwaren dürfen nicht mit anderen Waren, die Feuchtigkeit abgeben, in einem Laderaum gestaut werden.


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RF Lüftung

Kartonware erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und ggf. Lüftungs-Kondition (LK VI) (Lagerklima-Kondition).

Empfohlene Lüftungs-Kondition: Luftwechsel 6fach/h (Durchlüftung), wenn der Taupunkt der Außenluft unter dem Taupunkt der Raumluft liegt.

Bei Fahrten von kalt nach warm (skandinavische Häfen, Kontinenthäfen - tropische Löschhäfen in Afrika, Asien) muss jede Möglichkeit der Erwärmung des Papiers genutzt werden, um Ladungsschweiß zu vermeiden.


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RF Biotische Aktivität

Dieser Risikofaktor hat keinen wesentlichen Einluss auf den Transport dieser Ware.


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RF Gase

Dieser Risikofaktor hat keinen wesentlichen Einluss auf den Transport dieser Ware.


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RF Selbsterhitzung / -entzündung

Kartonware ist brennbar, daher sollte sie vor Funkenflug geschützt und ein striktes Rauchverbot eingehalten werden. Bei Lagerung im Stapel neigt sie zur thermischen Selbstentzündung.

Als Löschmittel verursachen Wasser und Schaum im Gegensatz zu CO2 große Ladungsschäden durch Nässe sowie Quellung.


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RF Geruch

Aktivverhalten Kartonware gibt keinen Geruch ab.
Passivverhalten Kartonware ist empfindlich gegenüber unangenehmem und/oder stechendem Fremdgeruch. Besonders Becherkarton ist stark geruchsempfindlich, da er für die Getränke- und Nahrungsmittelindustrie verwendet wird.



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RF Verunreinigung

Aktivverhalten Kartonware ist eine sehr saubere Ladung.
Passivverhalten Kartonware ist äußerst empfindlich gegenüber Verunreinigungen. Sie ist besonders entfernt von Farben, Säuren, Chemikalien, Fetten/Ölen zu stauen und vor Staub und Schmutz zu schützen.

Becherkarton muss aufgrund der Verwendung in der Lebensmittelindustrie absolut sauber gehalten werden. Die physiologische Unbedenklichkeit muss gewährleistet sein.



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RF Mechanische Einflüsse

Kartonware ist gegenüber mechanischen Einwirkungen durch Druck, Stoß und Reibung sehr empfindlich. Die Gefahr der Beschädigung besteht vor allem während des Umschlags.

Beim Transport in Rollen treten folgende Schadenbilder auf:

Deformierungen: meist in Form des Unrundwerdens der Rollen, entstehen durch zu hohen Stapeldruck bei horizontaler Stauweise, da nur über die linienförmige Auflagefläche eine Kraftableitung erfolgt. Beschädigungen der inneren Hülse führen beim Zeitungsdruck zum Produktionsausfall bzw. zu Problemen beim Umschlag, da die Rollen nicht mehr richtig angehoben werden können. Ist die Hülse nur leicht deformiert, kann diese wieder aufgearbeitet werden. Stark unrunde Papierrollen sind nicht mehr zum Druck geeignet und werden vom Empfänger abgewiesen, sie stellen in der Regel einen Totalverlust dar oder müssen neu gewickelt werden, womit Umrollkosten und Zeitverluste verbunden sind.

Deformierung

Abbildung 4


Teleskopieren der Rollen entsteht durch pneumatische Umschlagsmittel, wodurch die Rollen teleskopartig auseinandergezogen werden, was immer zum Totalverlust der Rollen führt.

Eindrücke entstehen sowohl an den Rollenseiten bei horizontaler Stauweise als auch an den Stirnflächen bei vertikaler Stauweise im allgemeinen durch Schmutzreste früherer Ladungen, unebene Stellflächen sowie durch Druck gegen Konstruktionsteile des Transportmittels, aber auch durch Ladungssicherungsmaterialien.

Kantenschäden entstehen durch Umlegen stehender bzw. Aufrichten liegender Rollen, durch Übereinanderstauen von Rollen unterschiedlichen Durchmessers oder wenn freischwebende Rollenenden nicht genügend abgestützt werden sowie durch Schlag oder Stoß beim Umschlag.

Rissschäden: eingerissene Lagen ergeben erhebliche Papierverluste, da sie bis zur Tiefe des Einrisses unbrauchbar werden.

Einriß

Abbildung 5


Rollen dürfen nicht aneinander bzw. an anderen Gegenständen scheuern (schamfielen); gefährdete Stellen sind mit Papiersäcken sowie Luftkissen o.ä. zu polstern.


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RF Toxizität / Gesundheitsgefährdung

Bei Becherkarton muss die physiologische Unbedenklichkeit gewährleistet werden, da er in der Lebensmittelindustrie verwendet wird.


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RF Schwund / Abhandenkommen / Diebstahl

Der prozentuale Schaden eingerissener Rollen kann nach folgender Formel berechnet werden:

S = Schaden in %

T = Tiefe des Schadens

D = Durchmesser der Rolle

d = Durchmesser der Hülse


Papierverlust

Abbildung 6


Die folgende Tabelle zeigt den Ausfall der Beschädigung in % der Rollenmasse bei einem angenommenen Hülsendurchmesser von 10 cm:

Tiefe des Schadens

[cm]
Rollendurchmesser
91 cm 95 cm 100 cm
3,0 12,91 12,37 11,76
4,0 17,02 16,31 15,52
5,0 21,02 20,17 19,19
6,0 24,94 23,93 22,79
7,0 28,75 27,61 26,30
8,0 32,47 31,19 29,74
9,0 26,08 34,69 33,09
10,0 39,60 38,10 36,36



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RF Schädlingsbefall / Krankheiten

Dieser Risikofaktor hat keinen wesentlichen Einluss auf den Transport dieser Ware.


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