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Informationen
zur Ware
Warenname
| Deutsch |
Palmkernöl, Palmkernfett |
| Englisch |
Palm nut oil, Palm kernel oil, Palm
seed oil |
| Französisch |
Huile de palmier, Huile de palmiste
|
| Spanisch |
Aceite de palma, Aceite de pepita de palma |
| Wissenschaftlich |
Elaeis guineensis |
| KN/HS-Nummer * |
1513 2 ff. |
(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes
System der EU)
Warenbeschreibung
Öle sind eine Sammelbezeichnung für mehr oder weniger
viskose, meist organisch-chemische Flüssigkeiten. Nach der chemischen Zusammensetzung
werden fette, ätherische, Mineral- und Silikonöle unterschieden. Zu den fetten Ölen
zählen flüssige, halbfeste und feste Produkte pflanzlicher und tierischer Herkunft. Sie
werden auch als Süßöle bezeichnet.
Palmkernöl ist ein weißes bis gelbliches, bei normalen
Temperaturen festes Öl pflanzlicher Herkunft, das aus den Steinkernen der Ölpalme
(Elaeis guineensis) gewonnen wird. Es gehört zu den besten Ölen. Palmkernöl
unterscheidet sich vom Palmöl, da letzteres aus dem Fleisch der Frucht gewonnen wird.
Qualität / Lagerdauer
Die Säurezahl eines Öles kann als Maß für die Qualität
herangezogen werden. Die Säurezahl des Öles darf jedoch nicht zu hoch sein, da dies
einen zu hohen Anteil an freien Fettsäuren bedeutet, was zum Sauerwerden des Öles
führt. Außerdem kann es zu Verfärbungen kommen. Palmkernöl sollte eine Säurezahl von
maximal 3,0...7,5% [1] besitzen, nach [2] 5%.
Öle und Fette verderben, indem sie leicht ranzig werden.
Ranzigwerden wird durch Licht, Luftsauerstoff und Feuchte gefördert und führt zu
Geruchs- und Geschmacksveränderungen. Daraus ergibt sich, dass die Tanks und Fässer
unter Beachtung des kubischen Ausdehnungskoeffizienten (siehe Dichte)
so hoch wie möglich zu füllen sind, damit der Luftraum über der Ladung möglichst klein
bleibt. Ranziges Öl darf nicht mehr verladen werden, da es den Qualitätsanforderungen
nicht entspricht.
Ist das Palmkernöl durch Eisen- und Rostteilchen oder
durch Seewasser verunreinigt, ist von einer Beladung abzusehen.
Die maximale Lagerdauer wird wie folgt angegeben:
| Temperatur |
Max. Lagerdauer |
Quelle |
| 24°C |
6 Monate |
[1] |
Verwendungszweck
Palmkernöl wird zu Speisefetten, Seifen und Kerzen
verarbeitet und in der Zuckerwarenindustrie, Pharmazie und Parfümerie verwendet.
Herkunftsländer
Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine
Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.
| Europa |
|
| Afrika |
Ost- und Westafrika |
| Asien |
Indonesien, Malaysia, Indien |
| Amerika |
|
| Australien |
|
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Verpackung
Der Transport erfolgt hauptsächlich in Tanks, selten in
Fässern.
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Transport
Symbole

Flüssiggut |

Stückgut |

Temperaturgeführt |
Verkehrsmittel
Schiff, Lkw, Bahn
Containerfähigkeit
Heizbare Tank-Container
Umschlag
Um das Öl aus den Tanks pumpen zu können, muss es die
erforderliche Pumptemperatur haben. Dies ist aber nur möglich, wenn das Öl während der
Reise - oberhalb einer Mindesttemperatur - flüssig gehalten wurde. Auf die genaue
Einhaltung der Lade-, Reise- und Pumptemperatur muss deshalb geachtet werden, weil sich
eine auftretende Konsistenzveränderung für den Zeitraum des Transports als ein
irreversibler Vorgang herausstellen kann.
Ist das
Öl in den Tanks erstarrt, lässt es sich auch durch forciertes Heizen nicht wieder
verflüssigen. In der Umgebung der Heizschlangen schmilzt das Öl, versengt, verfärbt
sich und wird ranzig.
Schwierigkeiten können beim Abpumpen bei kalter Witterung
entstehen. Das Öl kann in den langen Leitungen zu schnell erkalten, und es bilden sich
feste Bestandteile an den Außenwänden, die sich nicht abpumpen lassen und der noch
flüssigen Ladung den Zufluss zum Saugventil versperren. Durch entsprechende
Heizmöglichkeiten bzw. Isolierung der Leitungen kann dieses Problem gelöst werden.
Ist das Öl in Fässern abgefüllt, müssen diese
entsprechend vorsichtig behandelt werden. Beschädigte Fässer führen schnell zum
Auslaufen des Öles und somit zu Mengenverlusten bzw. zu Beschädigungen an anderen
Ladungsteilen.
Dichte
 |
0,925...0,935 g/cm3 [1] |
 |
0,952 g/cm3 [2] |
Alle Fette und Öle haben eine bestimmte Dichte (ca. 0,9
g/cm3). Mit steigender Temperatur nimmt die Dichte jedoch ab, was gleichzeitig
zu einer Volumenvergrößerung führt. Dieses Verhalten wird durch den kubischen
Ausdehnungskoeffizienten beschrieben und als thermische Dilatation bezeichnet.
Der kubische Ausdehnungskoeffizient beträgt: g = ca.
0,000727 K-1
Überschlägig kann man damit rechnen, dass die Öle bei je
14 K Temperaturerhöhung ihr Volumen um 1% des Gesamtvolumens vergrößern. Besonders bei
den zu beheizenden Ölen, wie dem Palmkernöl, muss der entsprechende Freiraum
berücksichtigt werden.
Bei der Befüllung der Fässer bzw. Tanks muss auf das
Ausdehnungsverhalten der Ladung bei Temperaturerhöhung geachtet werden (Gefahr des
Platzens der Fässer).
Stauplatzanforderungen
Spezialtank
Separation
Entfällt bei Flüssigladungen in Tanks
Ladungssicherung
Bei Flüssigladungen ist es wichtig, dass der Luftraum
über der Ladung möglichst klein ist, damit sich die Ladung nur wenig bewegen kann. Sich
bewegende Flüssigladung kann sich negativ auf die Stabilität des Verkehrsmittels
auswirken (z. B. bei Kurvenfahrten von Lkw und Bahn oder beim Rollen und Stampfen von
Schiffen).
Fässer müssen so gesichert werden, dass
sie nicht im Laderaum bzw. auf der Ladefläche verrutschen und beschädigt werden können.
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Risikofaktoren und Schadenverhütung
RF
Temperatur
Palmkernöl erfordert eine bestimmte Temperatur-Kondition
(LK II) (Lagerklima-Kondition).
Eine schriftliche Temperaturorder ist vor Ladebeginn vom
Versender anzufordern. Diese Order ist auf jeden Fall während der gesamten Transportkette
einzuhalten.
Eine bedeutende Rolle beim Transport von fetten Ölen und
Fetten spielt die Erstarrungstemperatur. Es kommt darauf an, dass sie beim Laden, während
der Reise und beim Löschen den flüssigen Aggregatzustand beibehalten. Die Kältetrübung
(Segregation) setzt ein, wenn sich durch Abkühlung die Temperatur des Öls dem
Erstarrungspunkt nähert, das Öl wird salbenartig und schließlich fest, so dass es sich
nicht mehr pumpen lässt.
Die Segregation und die damit verbundene
Konsistenzveränderung vom flüssigen in den festen Aggregatzustand tritt bei Abkühlung
um so eher ein, je höher der Erstarrungspunkt liegt.
Palmkernöl hat einen relativ hohen
Erstarrungspunkt/-bereich von 24...19°C. In den Heimatländern ist es von flüssiger
Konsistenz, in den gemäßigten Breiten wird es jedoch fettartig, so dass es beheizt
werden muss. Palmkernöl wird daher auch als Palmkernfett bezeichnet.
Die Öle dürfen immer nur um einige K/Tag erwärmt werden,
da sonst die Gefahr des Ranzigwerdens und anderer negativer Veränderungen besteht.
Die folgende Tabelle soll nur zur groben Einschätzung der
entsprechenden Temperaturbereiche dienen. Je nach den speziellen Gegebenheiten der
Transporte können die Temperaturen hiervon abweichen.
| Bezeichnung |
Temperaturbereich |
Quelle |
| Ladetemperatur |
35°C |
[1] |
| Günstige Reisetemperatur |
24°C |
[1] |
| ca. 35°C |
[2] |
| Erstarrungstemperatur |
24...19°C |
[1] |
| ca. 25°C |
[2] |
| Pumptemperatur |
nicht < 55°C |
[1] |
| ca. 50°C |
[2] |
Die Aufwärmgeschwindigkeit sollte nicht größer als 8
K/Tag sein.
Die Reisetemperatur muss während des Transports möglichst
eingehalten werden, um die Oxidationsprozesse zu minimieren.
Zum Ende der Reise muss das Öl langsam auf die
entsprechende Pumptemperatur aufgewärmt werden. Wenn nicht anders vom Versender
empfohlen, kann z. B. nach folgendem Schema erwärmt werden [1]:
 |
1. Tag auf 27°C |
 |
2. Tag auf 30°C |
 |
3. Tag auf 38°C |
 |
4. Tag auf 46°C |
 |
5. Tag auf 55°C erwärmen und bis zum Löschhafen auf
55...60°C halten. |
Zu starke bzw. zu rasche Temperaturerhöhung zieht große
Qualitätseinbußen nach sich.
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RF
Feuchte
Fette und fette Öle sind in Wasser unlöslich. Es können
jedoch beim Kontakt mit Wasser lösliche niedere Fettsäuren und Glycerin entstehen, die
zum Ranzigwerden führen, verbunden mit Farb- (gelb bis braun), Geruchs- und
Geschmacksveränderungen sowie Gelieren und Dickwerden. Darum müssen die Tanks nach der
Reinigung absolut trocken sein.
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RF
Lüftung
Es darf auf keinen Fall gelüftet werden, da sonst der
Ladung neuer Sauerstoff zugeführt wird, was zu erhöhten Oxidationsprozessen und
vorzeitigem Ranzigwerden beiträgt.
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RF
Biotische Aktivität
Palmkernöl besitzt eine biotische
Aktivität 3. Ordnung.
Es gehört zu den Waren mit unterbrochenen
Respirationsprozessen, bei denen jedoch weiterhin biochemische, mikrobielle u.a.
Zersetzungsprozesse ablaufen.
Die Ladungspflege während der Reise muss darauf
ausgerichtet sein, die Zersetzungsprozesse gering zu halten.
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RF
Gase
Vor Betreten des leeren Tanks muss dieser auf jeden Fall
gelüftet werden und eine Gasmessung erfolgen. Aufgrund der Oxidationsprozesse kann es zu
lebensgefährlichem O2-Mangel kommen.
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RF
Selbsterhitzung / -entzündung
Das Öl kann in Verbindung mit Sägemehl oder Stoffresten
zur Selbstentzündung gelangen.
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RF
Geruch
| Aktivverhalten |
Palmkernöl hat einen unangenehmen Geruch.
Altes Öl riecht oft scharf und ranzig. |
| Passivverhalten |
Tanks und Fässer müssen immer geruchsfrei
sein, da besonders bei vorheriger geruchsintensiver Ladung die Gefahr von
Qualitätsverlusten besteht. |
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RF
Verunreinigung
| Aktivverhalten |
Auslaufendes Öl führt zu enormen Verunreinigungen und
kann ganze Ladungen unbrauchbar machen.
Für die
Tankreinigung ist die Jodzahl von Bedeutung. Die Jodzahl ist ein Maß dafür, wie stark
das Öl zur Oxidation und damit zur Eintrocknung neigt. Die Eintrocknung ist besonders
für die Tankreinigung von Nachteil, da das Öl/Fett an den Wänden haften bleibt und nur
schwer zu entfernen ist. Aufgrund des Trocknungsvermögens
wird in nichttrocknende, halbtrocknende und trocknende Öle unterschieden.
Palmkernöl gehört mit der Jodzahl 12...18 zu den nicht
trocknenden Ölen, so dass es beim Kontakt mit Luftsauerstoff zu keiner nennenswerten
Eintrocknung des Palmkernöls kommt und die Tanks sich gut reinigen lassen. |
| Passivverhalten |
Palmkernöl ist empfindlich gegenüber Verschmutzungen
durch Eisen- und Rostteilchen sowie Wasser (besonders Seewasser).
Die Tanks bzw. Fässer müssen vor der Befüllung sauber und
hygienisch einwandfrei sein. Für Palmkernöl wird empfohlen, vor Ladebeginn die
Eisenteile mit Palmkernöl einzureiben und trocknen zu lassen, um einen natürlichen
Schutzfilm zu erhalten, der die Ware vor exogenen Einwirkungen (Eisen, Rost) schützt. |
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RF Mechanische Einflüsse
Beim Transport in Fässern, können extreme mechanische Beanspruchungen, wie z.B. Fallenlassen,
Umkippen oder Anstoßen, zum Bruch der Fässer und damit zur Leckage führen.
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RF
Toxizität / Gesundheitsgefährdung
Vor Betreten des Tanks muss dieser auf jeden Fall gelüftet
werden und eine Gasmessung erfolgen. Aufgrund der Oxidationsprozesse kann es zu
lebensgefährlichem O2-Mangel kommen.
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RF Schwund
Masseverluste durch Leckagen sind bei Fassverladungen stets
zu erwarten.
Verluste durch Anhaften der Ladung an den Tankwänden sind
minimal (< 0,3%), da Palmkernöl ein nichttrocknendes Öl ist.
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RF Schädlingsbefall / Krankheiten
Kein Risiko!
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