Foto des Monats – Mai 2021



Transportromantik nach 10t Abwurf!!


Foto des Monats - Mai 2021

Abbildung 1  [André Munker]

Es ist ja nicht so, dass unsere Bilder des Monats nicht auch mal romantisch daherkommen können. Dieses stimmungsvolle Bild haben wir André Munker zu verdanken bzw. dem Fahrer eines LKW, der das mit der Ladungssicherung nicht so genau genommen hat.

Die Geschichte ist schnell erzählt. 10t Zusatz-Kontergewicht von einem Mobilkran wurden, ohne jegliche RH-Aktivitäten mit dem gesicherten Wissen, dass schwer ja auch gut sichern wird, transportiert. Bei einem Spurwechsel ist das Zusatzgewicht dann geradeaus gefahren und PKW, die gerade noch ausweichen konnten, haben untereinander einen kleinen Unfall produziert. Besser so, als eine Kollision mit dem 10t Stahl-Brocken.


Foto des Monats - Mai 2021

Abbildung 2  [André Munker]

Auf diesen Stahlbodenplatten lag das 10t schwere Gewicht. Reste von Schmutz und Rost zieren die Berührungsflächen. Die Sicherung bestand aus einer Niederzurrung, also eine Reibsicherung. Diese bescheidene Reibung war bilderbuchmäßig nutzlos. Der Fahrer konstatierte, dass er dies immer so mache. Die Beschwerde des Fahrers gegenüber der Firma wurde mit einer Kündigungsdrohung beantwortet.

Solche Bilder beflügeln die Fantasie und den Zorn eines Ladungssicherungskolumnisten mit folgenden Ergebnissen:

Wie ist es möglich, dass ein Unternehmen, dass im Umschlag von schweren Ladungsteilen seine Profession sieht, eine Firma zum Transport einsetzt, der derartig katastrophale Ladungssicherungsfehler passieren? Das führt uns zu folgenden Fragen:

  • Hat der Fahrer schon mal eine Ladungssicherungsschulung bekommen?
  • Sind Firmenleitung und Disposition in der Ladungssicherung unterwiesen und sind sie sich ihrer Verantwortung bewusst?
  • Warum wird dem Fahrer aufgrund seiner Beschwerde bei der Firmenleitung bezüglich der Ladungssicherung mit Kündigung gedroht?
  • Liegt es daran, dass er das, was er in mehreren Ladungssicherungsseminaren gelernt hat in diesem Fall nicht schlüssig und konsequent umgesetzt hat?
  • Liegt es daran, dass die GF der Firma sich ihrer Verantwortung in keiner Weise bewusst ist und der richtigen Ladungssicherung nur eine untergeordnete Bedeutung beimisst?
  • Liegt es vielleicht daran, dass eine Firma beauftragt wird, die ihre Dienste in einer Frachtbörse am günstigsten anbietet?
  • Oder hält die GF der Firma die Ladungssicherung ausschließlich für die Aufgabe des Fahrers, die er intuitiv richtig zu erledigen hat?

Zurück zur sachlichen Realität der Ladungssicherung.


Foto des Monats - Mai 2021

Abbildung 3  [André Munker]

Das Loch in der Plane nimmt sich für 10t relativ bescheiden aus.

Ladungssicherung:

Wir würden mit ausreichend RH-Material (schwerlastgeeignet) arbeiten. Das Zusatzgewicht, welches man im Fachjargon auch Ohren nennt, hat mehrere Anschlagpunkte. Mit zweien davon wird es am eigentlichen Kontergewicht seitlich angehängt. An diesen, wir nennen es mal Anschlagpunkte, können Ladungssicherungsmittel befestigt werden. Sollen Gurte verwandt werden, empfehlen wir den Einsatz von einer Hebeschlinge, damit die Gurte im Verlauf der Führung über die Kanten des Zusatzgewichtes nicht geschnürt werden. Bei der Verwendung von Ketten ist dies nicht erforderlich.

Die unten liegenden Stahlplatten, die zur Gewichtsverteilung der Kranstützen auf dem Untergrund dienen, wurden gesäubert und liegen auf ausreichend RH-Material (Schwerlast geeignet). Auf diese Platten werden zwei Bohlen, die beidseitig mit RH-Material versehen werden, gelegt. Jetzt werden die vier Umspannungen für das 10t schwere Zusatzkontergewicht ausgelegt. Danach kann das Zusatzgewicht geladen werden. Die vier Umspannungen (zwei pro Seite) stellen sicher, dass das Zusatzgewicht

1. seine Mindestsicherung zum Erhalt der Reibung bekommt und

2. halten die Direktzurrungen das Zusatzgewicht exakt in Position.

Kritiker könnten sagen, dass hier mit Gürtel und Hosenträger gearbeitet wird. Richtig, aber der Arbeitsaufwand verglichen mit zwei einfachen Niederzurrungen, die sowieso zum Erhalt der Reibung erforderlich gewesen wären und der zu erzielende Sicherungsnutzen ist um ein Vielfaches höher. Durch die Umspannungen wird das Zusatzgewicht seitlich je Richtung mit 8.000daN (minus der Winkel) zusätzlich zur Reibung gehalten. Das ist sicher und wenig mehr Aufwand als zwei Niederzurrungen.

Die Sicherung in Vorausrichtung übernehmen jetzt die Ladungssicherungsmittel, die an den Aufhäng-Anschlagpunkten befestigt werden. Da noch eine Sicherungskraft von 2.000daN erforderlich ist würden wir gerne eine Kette nehmen, um sie um diese Punkte zu legen und sie dann auf beiden Fahrzeugseiten zu befestigen. Lassen sich gute Winkel realisieren, reicht ggf. eine Kette aus. Müssen wir uns mit Gurten behelfen, wird eine Hebeschlinge so um die Aufhäng-Anschlagpunkte gelegt, dass sich Gurte so um diese führen lassen, dass die Gurte an der Kante des Zusatzgewichtes nicht geschnürt werden. Lässt sich ein Gurt nicht sauber und schnürungsfrei anbringen, muss zur Sicherheit auf jeden Fall ein zweiter Gurt Verwendung finden. Grundsätzlich müssen die Sicherungsmittel (Kette oder Gurt(e)) so gesetzt werden, dass die Kraft auf beide Fahrzeugseiten verteilt wird, damit sich das Gewicht im Belastungsfall nicht verdrehen kann.

Dadurch, dass das obere Zusatzkontergewicht gut gesichert ist und die darunterliegenden Stahlplatten auf ausreichend RH-Material liegen, ist auch für deren Sicherung gesorgt.

Die Ladungssicherungskolumnisten wünschen einen ladungssicheren Wonnemonat Mai.




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