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Bohnen, getrocknet [English version]

Inhaltsverzeichnis

Allgemein:
Informationen zur Ware
Verpackung
Transport
  Containerfähigkeit
  Ladungssicherung


Risikofaktoren und Schadenverhütung:
Temperatur Geruch
Feuchte Verunreinigung
Lüftung Mechanische Einflüsse
Biotische Aktivität Toxizität /  Gesundheitsgefährdung
Gase Schwund / Abhandenkommen
Selbsterhitzung / -entzündung Schädlingsbefall / Krankheiten




Informationen zur Ware

Warenname

Deutsch Bohnen, getrocknet
Englisch Beans, dried
Französisch Haricots
Spanisch Judías
Wissenschaftlich Phaseolus vulgaris
KN/HS-Nummer * 0713 30 ff.


(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes System der EU)



Warenbeschreibung

Bohnen sind die Samen der zur Familie der Hülsenfrüchtler (Leguminosae) gehörenden einjährigen Bohnenpflanze und gelangen getrocknet zum Transport.

Es gibt viele Bohnenarten und -sorten:

Wachtel- oder Bunte Bohnen: längliche, rotbraun gesprenkelte, getupfte Bohnen, den Wachteleiern ähnlich (siehe Abbildung 3)
Weiße Bohnen (siehe Abbildung 1)
Borlottibohnen: rot, ebenfalls gesprenkelte Bohnen (siehe Abbildung 2)
Schwarze Bohnen: schwarze glänzende Bohnen
Kidneybohnen: rote Bohnen
Mungobohnen: olivgrüne Bohnen
Urdbohnen


Qualität / Lagerdauer

Bohnen neuer Ernte haben eine glatte, gespannte, dicht anliegende Schale, während Bohnen der vorjährigen Ernte welk, leicht runzlig und (bei weißen Bohnen) grau verfärbt sind. Ihre Kocheigenschaften sind nicht mehr gut.

Für den Surveyor ist es sehr wichtig, das Erntejahr in Erfahrung zu bringen: Man muss damit rechnen, dass Bohnen aus der Vorjahresernte untergemischt werden.

Schwarzbesatz ist bis zu max. 1% zulässig, davon anteilig 0,5% schädlicher Schwarzbesatz (d.h. Verunreinigungen durch Erde, Steinchen, Samen von anderen Kulturpflanzen und Unkraut, leere Hülsenfruchtschalen, Körnerbeimischungen und von Schädlingen angefressene und angestochene sowie zerquetschte Hülsenfrüchte).

Getrocknete Bohnen sind ca. 2 Jahre lagerfähig.


Verwendungszweck

Sie weisen einen hohen Stärke- (58%) und Eiweißgehalt (22%) auf und gehören zu den eiweißreichsten Lebensmitteln, vor allem in Europa und Ostasien.

Bohnen werden hauptsächlich als Grundnahrungsmittel für Eintöpfe, Salate und Suppen verwendet. Bohnenschalen benutzt man auch als Heilmittel.


Abbildungen

(Durch Anklicken der einzelnen Abbildungen werden diese vergrößert dargestellt.)

Foto Bohnen

Abbildung 1
Foto Bohnen

Abbildung 2
Foto Bohnen

Abbildung 3
Foto Bohnen

Abbildung 4
Foto Bohnen

Abbildung 5



Herkunftsländer

Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.

Europa Italien, Frankreich, Spanien, Bulgarien, Rumänien, Türkei
Afrika Äthiopien, Sudan, Ostafrika, Kenia, Senegal, Mali, Nigeria
Asien China
Amerika Chile, Argentinien, Brasilien, USA, Kanada
Australien  


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Verpackung

Bohnen werden unter anderem in Flachsäcken aus Naturfasergewebe (Jute- oder Leinensäcke à 50...100 kg) oder auch in Schachteln verpackt, wobei die Bohnen in Folienbeutel eingeschweißt sind. 

Die in Schachteln aus Well- oder Vollpappe verpackte Ware sollte auf Paletten transportiert werden. Dabei sollten die Verpackungsgröße so gewählt werden, dass die Abmessungen der einzelnen Flächenmodule oder Flächen-Multimodule auf die üblichen Palettengrößen 800x1200 mm und 1000x1200 mm abgestimmt sind und somit Ladeeinheiten gebildet werden können.

Foto Bohnen

Abbildung 6



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Transport

Symbole

Symbol Stückgut

Stückgut
Symbol Schüttgut

Schüttgut



Verkehrsmittel

Schiff, Lkw, Bahn


Containerfähigkeit

Einsatz von passiv ventilierten Containern (Kaffeecontainer), wenn die Untergrenzen des Wassergehalts von Ware, Verpackung und Containerboden eingehalten werden.


Umschlag

Bei feuchtem Wetter (Regen, Schnee) muss die Ladung vor Feuchtigkeit geschützt werden, da dies zu Schimmel, Verderb und Selbsterwärmung führen kann.

Beim Umschlag gesackter Ware dürfen Hand- und Stauhaken nicht verwendet werden, da sie punktförmig belasten und somit Beschädigungen an den Säcken verursachen. Teller- bzw. Sackhaken bilden aufgrund ihrer Form Flächenlasten und sind daher besser für den Umschlag von Säcken geeignet.


Staumaß

1,70 m³/t (aus der Türkei, Flachsack, 100 kg) [1]
1,34 m³/t (Schüttladung aus Alexandria) [11]
1,84...1,98 m³/t (Säcke) [14]


Stauplatzanforderungen

kühl, trocken, gute Lüftung


Separation

Matten, Jutekleider, Fasertauwerk, dünne Fasernetze


Ladungssicherung

Um einen sicheren Transport zu gewährleisten, sind die Packstücke so im Transportmittel zu stauen und zu sichern, dass sie während des Transports nicht verrutschen und ihre Lage verändern. Die Packstücke dürfen nicht durch andere Gegenstände oder Ladungsteile beschädigt werden, um Mengenverluste und Qualitätsminderungen zu vermeiden.


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Risikofaktoren und Schadenverhütung

RF Temperatur

Bohnen erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Günstiger Reisetemperaturbereich: 5...25°C [1]

Fast alle Bohnenarten sind hitzeempfindlich und sollten nicht in der Nähe von Wärmequellen (Maschinenraumschott, beheizte Tanks) gestaut werden, um die Gefahr der Selbsterwärmung zu verringern.

Durch Austrocknung und Wärme werden die Bohnen hartschalig.


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RF Feuchte

Bohnen erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Bezeichnung Feuchte/Wassergehalt Quelle
Relative Luftfeuchte 65% [1]
Wassergehalt 8...15% [1]
16% [14]
Oberste Gleichgewichtsfeuchte 65% [1]


Die Limabohne (Phaseolus lunatus) hat einen Wassergehalt von 9,8...12,4%; die Urdbohne (Phaseolus mungo) 9,4...13,0%.

Getrocknete Bohnen sind stark hygroskopisch und daher vor jeglicher Feuchtigkeitseinwirkung (See-, Regen-, Kondenswasser) zu schützen, da sonst die Gefahr von Schimmel, Fermentation, Muffigwerden und Selbsterhitzung besteht. Durchnässte Säcke sind zurückzuweisen.

Bei Wassergehalten von 8...15% lassen sich anhand der Sorptionsisotherme Gleichgewichtsfeuchten bis zu 70% ablesen. Bei einem Wassergehalt von 16% ist die Schimmelgrenze von 75% Gleichgewichtsfeuchte erreicht.

SI Bohnen

Abbildung 7



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RF Lüftung

Bohnen erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Empfohlene Lüftungs-Kondition: Luftwechsel mind. 10fach/h (Durchlüftung)

Durch Wärme und Feuchtigkeit besteht bei ungenügender Ventilation, insbesondere bei Wassergehalten > 15%, die Neigung zur Selbsterhitzung und zum schnellen Auskeimen bei längeren Transportwegen.


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RF Biotische Aktivität

Bohnen besitzen eine biotische Aktivität 2. Ordnung.

Sie gehören zu den lebenden Organen, bei denen die Respirationsprozesse überwiegen, weil durch Trennung von der Mutterpflanze die Zufuhr neuer Nährstoffe fehlt.


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RF Gase

Bohnen produzieren infolge der nach der Ernte fortlaufenden Atmungsprozesse Reifegase (besonders CO2), die zur Bildung von lebensgefährlichen CO2-Konzentrationen im Laderaum führen können.


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RF Selbsterhitzung / -entzündung

Ölgehalt: 0,8...2,0% [1]

Die Limabohne hat einen Ölgehalt von 0,5...1,2%; die Urdbohne 0,9...1,4%.

Durch Wärme und Feuchtigkeit besteht bei ungenügender Ventilation, insbesondere bei Wassergehalten > 15%, die Neigung zur Selbsterhitzung. Aus diesem Grund sollte die Ware auch nicht in der Nähe von Wärmequellen gestaut werden.


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RF Geruch

Aktivverhalten Bohnen besitzen einen leicht unangenehmen, typisch hülsenfruchtartigen Geruch. Sie dürfen nicht dumpf riechen.
Passivverhalten Bohnen sind stark geruchsempfindlich, aber nicht so stark geruchsempfindlich wie Erbsen.



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RF Verunreinigung

Aktivverhalten Bohnen sind nicht verunreinigend.
Passivverhalten Bohnen sind empfindlich gegenüber Staub, Schmutz, Fetten und Ölen.



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RF Mechanische Einflüsse

Die Packstücke müssen im Laderaum bzw. Container entsprechend gesichert werden, damit sie während des Transportes ihre Lage nicht verändern können. Beim Containertransport ist es zudem wichtig, dass die Ware an den Türen so gesichert wird, dass sie beim Öffnen dieser nicht aus dem Container herausfallen.

Punktförmige Belastungen durch z. B. Stau- und Handhaken können zu Beschädigungen an Säcken (Sackriss) und somit zu Mengenverlusten führen. Daher sind Teller- bzw. Sackhaken einzusetzen, die aufgrund ihrer Form die Last verteilen und das Beschädigungsrisiko vermindern.


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RF Toxizität / Gesundheitsgefährdung

Durch die Atmung besonders bei feuchtgewordenen Bohnen sind im Laderaum/Container lebensgefährliche CO2-Konzentrationen (MAK-Wert: 0,49 Vol.-%) bzw. O2-Mangel möglich. Daher vor Betreten des Laderaumes diesen lüften und eine Gasmessung durchführen.


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RF Schwund / Abhandenkommen

Masseverlust ist eine Folge des Austrocknens von nicht verschiffungstrockener Ware. Auch häufiger Mengenverlust durch Sackriss oder durch Insektenfraß.


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RF Schädlingsbefall / Krankheiten

Der Schädlings- bzw. Insektenbefall tritt vor und während des Transportes ein. Er führt zu Mengenverlust, zur Wertminderung durch die Verunreinigung der Ware und zu zusätzlichen Kosten für die Begasung der Schädlinge.

Der Bohnenkäfer ist ein Lagerschädling und vermehrt sich in der Bohne selbst. Die Schale wächst nach dem Eindringen der Larve wieder zu, so dass man die vom Käfer befallenen Bohnen nur bei sehr genauem Hinsehen erkennen kann. Auf der Schale zeigt sich eine kreisrunde Stelle mit einem Durchmesser von ca. 1 mm, die etwas dunkler aussieht als die übrige Schale. Nach dem Ausschlüpfen sind die angefressenen Bohnen an dem runden, tiefen Fraßloch leicht zu erkennen. Die Temperaturuntergrenze der Entwicklung liegt bei 12°C.

Zeichnung Bohnen

Abbildung 8



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