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Äpfel [English version]

Inhaltsverzeichnis

Allgemein:
Informationen zur Ware
Verpackung
Transport
  Containerfähigkeit
  Ladungssicherung


Risikofaktoren und Schadenverhütung:
Temperatur Geruch
Feuchte Verunreinigung
Lüftung Mechanische Einflüsse
Biotische Aktivität Toxizität /  Gesundheitsgefährdung
Gase Schwund / Abhandenkommen
Selbsterhitzung / -entzündung Schädlingsbefall / Krankheiten




Informationen zur Ware

Warenname

Deutsch Äpfel
Englisch Apples
Französisch Pommes
Spanisch Manzanas
Wissenschaftlich Malus sylvestris var. domestica
KN/HS-Nummer * 0808 ff.


(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes System der EU)



Warenbeschreibung

Äpfel (Familie der Rosengewächse, Rosaceae) zählen zum Kernobst und sind Scheinfrüchte mit weißlicher, fester Pulpa mit meist süßsäuerlichem Geschmack. Die kleinen braunen Samen (Kerne) sitzen in einem pergamentartigen, aus 5 Fächern bestehenden Kernhaus. Seinen Ursprung hat der Apfelbaum zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer und verbreitete sich in allen gemäßigten Zonen der Welt.

Da Äpfel schon seit einigen tausend Jahren kultiviert werden, gibt es mittlerweile zahlreiche Apfelsorten. Der Geschmack und die Farbe sind je nach Sorte und Reifestadium unterschiedlich.

Es kann zwischen Tafelobst (Früchte zum Frischverzehr), Wirtschaftsobst (industrielle Verwertung, z. B. zu Apfelmus, Apfelgelee, zur Pektingewinnung) und Mostobst (Apfelsaft, Wein) unterschieden werden.

Äpfel werden nach ihrer Reifezeit in Sommer-, Herbst- und Spätsorten (Lageräpfel) eingeteilt: letztere stellen den größten Anteil dar.

Durch unterschiedliche Reifezeiten und Langzeitlagerung sowie Importe von der Südhalbkugel ist das Angebot von Äpfeln ganzjährig.

Bekannte Sorten sind z. B.:

"Boskoop"
"Cox Orange"
"Golden Delicious"
"Jonagold"
"Gravensteiner"


Qualität / Lagerdauer

Äpfel werden im Vorklimakterium (Baum- oder Pflückreife) verschifft. Die Schale muss eine Aufhellung der Grundfarbe zeigen, und die Pulpa muss von grüner Farbe sein.

Äpfel sind transportfähig, wenn sie frei von Verderb, Beschädigungen, Druckstellen und anormaler Feuchtigkeit sind. Außerdem müssen sie frei von Krankheiten und Schädlingen sein.

Zur Feststellung des Reifegrads von Kernobst werden Pulpa-Härtemessungen mittels eines Drucktesters durchgeführt, indem man einen zylindrischen Stahlzapfen in die Pulpa presst. Der maximale Druck wird in pounds abgelesen. Die meisten Apfelsorten liegen im Vorklimakterium bei 18...20 pounds. Während des Reifens vermindert sich die Härte um 5...6 pounds. Ebenso werden, wie bei Zitrusfrüchten, Pulptemperaturmessungen durchgeführt.

Die Größensortierung erfolgt meist maschinell. Bei der Sortierung per Hand werden Kalibrierringe oder Kalibrierbretter benutzt. Tafeläpfel werden in drei Güteklassen eingeteilt: Extra, I und II.

Je nach Sorte und Reifegrad kann die Lagerfähigkeit 1...6 Monate betragen.

Durch den CA-Transport kann die Transport- und Lagerdauer auf ca. 8 Monate ausgedehnt werden. Hierfür sind folgende Parameter einzustellen [16]:

Temperatur Rel. Luftfeuchte O2 CO2 CA-Eignung
1,1...4,4°C 90...95% 2...3% 1...2% sehr gut



Verwendungszweck

Äpfel sind die Hauptobstart für den Frischgenuss in Deutschland. Weitere Verwendung finden sie bei der Zubereitung von Salaten, Kuchen, Rohkostplatten, Marmeladen usw..


Abbildungen

(Durch Anklicken der einzelnen Abbildungen werden diese vergrößert dargestellt.)

Foto Äpfel

Abbildung 1
Zeichnung Apfel

Abbildung 2



Herkunftsländer

Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.

Europa Deutschland, Frankreich, Dänemark, Italien, Niederlande, Russland, Griechenland, Spanien, Belgien
Afrika Südafrika
Asien China
Amerika Argentinien, Chile, USA
Australien Australien, Neuseeland


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Verpackung

Äpfel werden in Lattenkisten und Schachteln transportiert. Fugenkisten bestehen aus harzfreiem Holz (Standard-Weichholzkisten), um Geruchsinfektionen zu vermeiden und haben eine gute Festigkeit. Kollomasse und Abmessungen sind allgemein sehr variabel.


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Transport

Symbole

Symbol Stückgut

Stückgut


Temperaturgeführt



Verkehrsmittel

Schiff, Flugzeug, Lkw, Bahn


Containerfähigkeit

Kühl-Container mit Frischluftzufuhr oder mit CA


Umschlag

Aufgrund der Stoß- und Druckempfindlichkeit müssen die Früchte beim Umschlag entsprechend vorsichtig behandelt werden.

Die spezifische Kühltemperatur ist auf jeden Fall auch während des Umschlags einzuhalten.

Bei feuchtem Wetter (Regen, Schnee) muss die Ladung vor Feuchtigkeit geschützt werden, da sonst vorzeitiger Verderb droht.


Staumaß

2,37 m³/t (Kisten, Schachteln) [1]
2,37...3,21 m³/t (Kisten, Schachteln) [11]
2,52...2,89 m³/t (Kisten, Schachteln) [14]



Stauplatzanforderungen

Kühl, trocken, gute Lüftung


Separation

Signierstift, Ölkreide, Fasertauwerk, dünne Fasernetze


Ladungssicherung

Aufgrund der starken Stoß- und Druckempfindlichkeit müssen die Verpackungen so gesichert werden, dass gegenseitige Beschädigungen verhindert werden. Freiräume zwischen den Packstücken bzw. den Paletten müssen ausgefüllt werden, um ein Verrutschen oder Ankippen zu vermeiden. Durch die Wahl der richtigen Verpackungsgröße oder Ladeeinheit (Flächenmodule oder Flächen-Multimodule) können Ladungsräume formschlüssig (ohne Freiräume) beladen werden.

Foto Ladungssicherung

Abbildung 3



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Risikofaktoren und Schadenverhütung

RF Temperatur

Äpfel erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungskondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Eine schriftliche Temperaturorder ist vor Ladebeginn vom Versender anzufordern. Diese Order ist auf jeden Fall während der gesamten Transportkette einzuhalten.

Die folgenden Tabellen sollen nur zur Einschätzung der entsprechenden Temperaturbereiche dienen. Je nach den speziellen Gegebenheiten der Transporte können die Temperaturen hiervon abweichen.

Bezeichnung Temperaturbereich Quelle
Reisetemperatur    
kälteunempfindliche Sorten 0...2°C [1]
0,5...1°C [11]
-1...1°C [39]
kälteempfindliche Sorten 4,5°C [11]
2...5°C [39]


Die Kühltemperatur ist stark von den unterschiedlichen Sorten und deren Anfälligkeit gegenüber Fleischbräune abhängig.

Fleischbräune (internal breakdown) deutet auf zu schnelles Herunterkühlen hin. Fleischbräune ist der häufigste Kälteschaden (chilling) bei Äpfeln. Sie tritt bei Temperaturen um 0°C auf und ist äußerlich meist nicht erkennbar. Die Pulpa weist schlierenartige Bräunungen auf, die diffus verteilt sind. Sie wird mehlig, die Konsistenz der Frucht elastisch. Die reifere Seite der Frucht wird meist stärker angegriffen als die noch grüne.

Frostschäden (freezing injury) sind bei Äpfeln am wässrig und stark braun gefärbten Fruchtfleisch nach dem Auftauen zu erkennen.

Die Einblasluft sollte nie < -1°C liegen.


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RF Feuchte

Äpfel erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungskondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Bezeichnung Feuchte/Wassergehalt Quelle
Relative Luftfeuchte 85...90% [1]
90...95% [39]
Wassergehalt 82...83% [1]
Oberste Gleichgewichtsfeuchte 85% [1]


Bei einer rel. Luftfeuchte > 90% besteht hohe Gefahr des Befalls mit Schimmelpilzen.


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RF Lüftung

Äpfel erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungskondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Empfohlene Lüftungs-Kondition: Umluft 40...60fach/h mit ständiger Frischluftzufuhr

Die Verderbserscheinung Schalenbräune (storage scald) deutet auf ungenügenden Luftaustausch im Laderaum hin und wird durch apfeleigene Ausscheidungsprodukte bei mangelhafter Ventilation verursacht. Äußerliches Kennzeichen dieser Krankheit ist die Verfärbung der Schale.


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RF Biotische Aktivität

Äpfel besitzen eine biotische Aktivität 2. Ordnung.

Sie gehören zu den lebenden Organen, bei denen die Respirationsprozesse überwiegen, weil durch die Trennung von der Mutterpflanze die Zufuhr neuer Nährstoffe fehlt.

Die Ladungspflege während der Reise muss darauf ausgerichtet sein, die Respirationsprozesse (Abgabe von CO2, Wasserdampf, Ethylen und Wärme) so zu steuern, dass am Zielort das gewünschte Reifestadium vorliegt. Durch mangelhafte Lüftung können die Früchte infolge CO2-Anreicherung und nicht ausreichender Versorgung mit Luftsauerstoff in Gärung und Fäulnis übergehen (vgl. Lüftung).


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RF Gase

CO2-Entwicklung 2,0...7.0 mg/kg*h [1]
Obergrenze des zulässigen CO2-Gehalts 1,0 Vol.-% [1]

2,0 Vol.-% [11]

0,4 Vol.-% [14]

< 0,8 Vol.-% [39]
Ethylenentwicklung  
Aktivverhalten Die klimakterischen Äpfel weisen eine hohe Ethylenproduktion auf (> 100 µl/kg*h) [16]. Spät- und Frühsorten von Äpfeln sollten nicht zusammengestaut werden, da dies die Haltbarkeit der Spätsorten verringern kann. Bananen sind ebenfalls stark gefährdet. Schon die Turbulenz der Ab- und Frischlüfter bei Äpfeln und Bananen in verschiedenen Abteilungen eines Seeschiffes kann zur vorzeitigen Reife der Bananen führen.
Passivverhalten Die Ethylenempfindlichkeit der Äpfel ist als hoch einzustufen [16]. Sie dürfen daher nicht mit Ethylen produzierenden Waren zusammengelagert werden (Allelopathie).


Auch nach der Ernte laufen in Frischfrüchten noch Stoffwechselprozesse ab. Die Früchte nehmen Sauerstoff (O2) auf und scheiden bei der Umwandlung von Stärke in Zucker (Reifungsprozess) Kohlendioxid (CO2) und Ethylen (C2H4) sowie Aromate in unterschiedlich starkem Maße aus.

Sollte nicht ausreichend gelüftet worden sein (Frost) oder ist die Lüftung aufgrund eines Defektes ausgefallen, sind lebensgefährliche CO2-Konzentrationen bzw. O2-Mangel möglich. Daher vor Betreten des Laderaumes diesen lüften und eine Gasmessung durchführen. Der MAK-Wert der CO2-Konzentration liegt bei 0,49 Vol.-%.


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RF Selbsterhitzung / -entzündung

Kein Risiko!


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RF Geruch

Aktivverhalten Äpfel besitzen einen stark angenehmen Geruch.
Passivverhalten Äpfel sind stark geruchsempfindlich und sollten nicht mit Waren, wie Fleisch, Butter und Käse, zusammengestaut werden.



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RF Verunreinigung

Aktivverhalten Äpfel sind nicht verunreinigend
Passivverhalten Äpfel sind empfindlich gegenüber Staub, Schmutz, Fetten und Ölen. Da die Ware sehr schnell durch Schimmel oder bakteriellen Befall verderben kann, ist eine saubere Verpackung absolut notwendig. Die Laderäume bzw. Container müssen vor der Beladung entsprechend sauber und hygienisch einwandfrei sein.



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RF Mechanische Einflüsse

Äpfel sind stark stoßempfindlich. Bei starkem Druck oder bei Erschütterungen erleiden die Früchte schnell Druckschäden und können innerhalb weniger Tage in Fäulnis übergehen, daher müssen die Früchte entsprechend vorsichtig behandelt werden. Nach [14] sollten maximal 10...12 Schachteln übereinander gestaut werden.

Nach Möglichkeit sollten die Äpfel zum besseren Druckausgleich und zur Vermeidung von Schäden einheitlich groß sein. Die Größensortierung erfolgt meist maschinell. Bei der Sortierung per Hand werden Kalibrierringe oder Kalibrierbretter benutzt. Tafeläpfel werden in drei Güteklassen eingeteilt: Extra (Mindestdurchmesser 65 mm), I (Mindestdurchmesser 60 mm) und II (Mindestdurchmesser 55 mm).

Foto Kalibrierung

Abbildung 4
Zeichnung Apfel

Abbildung 5



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RF Toxizität / Gesundheitsgefährdung

Sollte nicht ausreichend gelüftet worden sein (Frost) oder ist die Lüftung aufgrund eines Defektes ausgefallen, sind lebensgefährliche CO2-Konzentrationen bzw. O2-Mangel möglich. Daher vor Betreten des Laderaumes diesen lüften und eine Gasmessung durchführen. Der MAK-Wert der CO2-Konzentration liegt bei 0,49 Vol.-%.


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RF Schwund / Abhandenkommen

Der normale Masseverlust durch Abnahme des Feuchtigkeitsgehaltes der Ware beträgt < 1% [1], nach [39] bei einigen Sorten 3..5%.

Darüber hinaus treten Mengenverluste durch Bruch der Verpackungen auf, die aber nicht über 0,4% liegen sollten [2].


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RF Schädlingsbefall / Krankheiten

Die wichtigsten Lagerkrankheiten sind:

Schalenbräune (storage scald): Die Verderbserscheinung Schalenbräune deutet auf ungenügenden Luftaustausch im Laderaum hin und wird durch apfeleigene Ausscheidungsprodukte bei mangelhafter Ventilation verursacht. Äußerliches Kennzeichen dieser Krankheit ist die Verfärbung der Schale.
Fleischbräune (internal breakdown): Fleischbräune deutet auf zu schnelles Herunterkühlen hin. Fleischbräune ist der häufigste Kälteschaden bei Äpfeln und ist äußerlich meist nicht erkennbar. Die Pulpa weist schlierenartige Bräunungen auf, die diffus verteilt sind. Sie wird mehlig, die Konsistenz der Frucht elastisch. Die reifere Seite der Frucht wird meist stärker angegriffen als die noch grüne.
Herzbräune (brown heart): Durch einen zu hohen CO2-Gehalt der Laderaumluft kann es zur sogenannten Herzbräune kommen, die an dem dunklen Kerngehäuse zu erkennen ist.


Foto Herzbräune

Abbildung 6


Stippigkeit (bitter pit): Dicht unter der Schale sind braune Flecke, die bitter schmecken, zu erkennen. Sie werden durch Stoffwechselstörungen verursacht.
Fäule, z. B. Moniliafäule, die durch Monilia fructigena verursacht wird. Sie äußert sich durch braune Flecke und gelbliche Sporenhaufen, die typisch kreisförmig angeordnet sind. Grau- und Grünfäule werden, wie die Moniliafäule, ebenfalls durch Schimmelpilze verursacht.


Foto Grünfäule

Abbildung 7
Foto Apfelschorf

Abbildung 8
Foto Moniliafäule

Abbildung 9


Fraß- und Saugschäden werden durch folgende Apfelschädlinge verursacht:

Obstmade
Apfelwickler
Apfelmotte
Apfelsägewespe
Apfelblattsauger
Apfelschalenwickler
Apfelblattmotte
Schildläuse u.a.m.


Quarantänebestimmungen des Bestimmungslandes sind zu beachten, ggf. ist ein Pflanzengesundheitszeugnis (Phytosanitary-Certificate) den Versandpapieren beizufügen. Auskünfte geben die Pflanzenschutzdienste und -ämter der Bundesländer.


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