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Paprika [English version]

Inhaltsverzeichnis

Allgemein:
Informationen zur Ware
Verpackung
Transport
  Containerfähigkeit
  Ladungssicherung


Risikofaktoren und Schadenverhütung:
Temperatur Geruch
Feuchte Verunreinigung
Lüftung Mechanische Einflüsse
Biotische Aktivität Toxizität /  Gesundheitsgefährdung
Gase Schwund / Abhandenkommen
Selbsterhitzung / -entzündung Schädlingsbefall / Krankheiten




Informationen zur Ware

Warenname

Deutsch Paprika (Gemüsepaprika)
Englisch Sweet pepper
Französisch Paprica
Spanisch Pimiento
Wissenschaftlich Capsicum annuum
KN/HS-Nummer * 0709 60 10


(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes System der EU)



Warenbeschreibung

Gemüsepaprika stammt aus Süd- und Mittelamerika und gehört zur Familie der Solanaceae (Nachtschattengewächse). Am Anfang des 16. Jahrhunderts wurde Paprika zum ersten Mal nach Europa gebracht. Auch wenn die Früchte der Paprikapflanze umgangssprachlich als Schoten bezeichnet werden, sind sie im eigentlichen Sinne Beeren.

Die Farbe, Form und Größe der Schoten ist von Sorte zu Sorte stark unterschiedlich. Die Farbe des Gemüsepaprikas ist oft grün oder rot, teilweise aber auch gelb, weiß, violett oder schwarz. Grüner und roter Paprika bilden eine Sorte. Der Farbunterschied entsteht nur durch die verschiedenen Erntezeitpunkte. Grüner Paprika ist noch nicht voll ausgereift. Während der Lagerung reifen die Früchte jedoch nach und werden rot. Die Rotfärbung ist jedoch nie so intensiv wie bei den an der Pflanze voll ausgereiften roten Schoten.

Das Innere der Paprika ist hohl und durch Scheidewände unterteilt. An diesen Wänden befinden sich die weißlichen Kerne. Das Äußere der Paprika ist mit einer stark glänzenden Haut überzogen.

Der scharfe Geschmack von Paprika ist auf das enthaltene Alkaloid Capsaicin zurückzuführen. Beim Gemüsepaprika ist der Capsaicin-Gehalt nicht sehr hoch, daher ist der Geschmack eher mild.

Gemüsepaprika zeichnet sich besonders durch den hohen Vitamin C-Gehalt aus, der höher ist, als der aller anderen Obst- und Gemüsearten.


Qualität / Lagerdauer

Die Haut der Paprika muss in einwandfreiem Zustand sein. Sie darf keine Flecken, Beschädigungen oder Anzeichen von Austrocknung oder einsetzendem Verderb aufweisen.

Die maximale Lagerdauer wird in verschiedenen Quellen wie folgt angegeben:

Temperatur Rel. Luftfeuchte Max. Lagerdauer Quelle
8...9°C 95% 21 Tage [5]
7...8°C hohe rel. LF 14 Tage [12]
8...10°C hohe rel. LF 7 Tage [12]


Durch den CA-Transport kann die Transport- und Lagerdauer des Gemüsepaprikas ausgedehnt werden. Hierfür sind folgende Parameter einzustellen [16]:

Temperatur Rel. Luftfeuchte O2 CO2 CA-Eignung
7,2...10°C 90...95% 3...5% 0...3% mittel



Verwendungszweck

Gemüsepaprika ist entweder für den Frischverzehr (z. B. für Salate) bestimmt oder wird geschmort als Beilage zu anderen Gerichten gereicht.


Abbildungen

(Durch Anklicken der einzelnen Abbildungen werden diese vergrößert dargestellt.)

Foto Paprika

Abbildung 1
Foto Paprika

Abbildung 2
Foto Paprika

Abbildung 3
Zeichnung Paprika

Abbildung 4



Herkunftsländer

Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.

Europa Deutschland, Frankreich, Türkei, Spanien, Rumänien, Italien, Jugoslawien, Ungarn, Bulgarien, Niederlande
Afrika Kenia, Senegal, Sambia, Äthiopien, Marokko
Asien Israel
Amerika USA, Brasilien, Mexiko
Australien  


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Verpackung

Gemüsepaprika wird in Lattenkisten, Steigen oder Schachteln mit ca. 5...6 kg Inhalt verpackt. Der Verkauf erfolgt oft lose oder in Netzen.

Das Abpacken in perforierter Plastikfolie hat sich bewährt, da Gemüsepaprika leicht welk werden und schrumpfen.


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Transport

Symbole

Symbol Stückgut

Stückgut
Symbol Temperaturgeführt

Temperaturgeführt



Verkehrsmittel

Schiff, Lkw, Bahn, Flugzeug


Containerfähigkeit

Kühl-Container mit Frischluftzufuhr oder mit CA.


Umschlag

Da Gemüsepaprika stark stoßempfindlich ist, muss er beim Umschlag entsprechend vorsichtig behandelt werden.

Die spezifische Kühltemperatur ist auf jeden Fall auch während des Umschlags einzuhalten.

Bei feuchtem Wetter (Regen, Schnee) muss die Ladung vor Feuchtigkeit geschützt werden, da sonst vorzeitiger Verderb droht.


Staumaß

6,50 m3/t (Schachteln) [1]


Stauplatzanforderungen

Kühl, gut gelüftet, trocken


Separation

Fasertauwerk, dünne Netze aus Fasern, Stauholz


Ladungssicherung

Aufgrund der starken Stoß- und Druckempfindlichkeit müssen die Verpackungen so gesichert werden, dass gegenseitige Beschädigungen verhindert werden. Freiräume zwischen den Packstücken bzw. den Paletten müssen ausgefüllt werden, um ein Verrutschen oder Ankippen zu vermeiden. Durch die Wahl der richtigen Verpackungsgröße oder Ladeeinheit (Flächenmodule oder Flächen-Multimodule) können Ladungsräume formschlüssig (ohne Freiräume) beladen werden.


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Risikofaktoren und Schadenverhütung

RF Temperatur

Gemüsepaprika erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Eine schriftliche Temperaturorder ist vor Ladebeginn vom Versender anzufordern. Diese Order ist auf jeden Fall während der gesamten Transportkette einzuhalten.

Die folgende Tabelle soll nur zur Einschätzung der entsprechenden Temperaturbereiche dienen. Je nach den speziellen Gegebenheiten der Transporte können die Temperaturen hiervon abweichen.

Bezeichnung Temperaturbereich Quelle
Reisetemperatur 8...9°C [5]
7...10°C [12]


Bei Temperaturen unter 7°C treten bei Gemüsepaprika chilling-Schäden auf.


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RF Feuchte

Gemüsepaprika erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Bezeichnung Feuchte/Wassergehalt Quelle
Relative Luftfeuchte 95% [5]
Wassergehalt 91% [1]
Oberste Gleichgewichtsfeuchte 90% [1]


Die hohe relative Luftfeuchte muss unbedingt eingehalten werden, da Gemüsepaprika schnell zu Welkungserscheinungen neigt.

Andererseits ist ein Schutz vor Feuchtigkeit (See-, Regen- und Kondenswasser) geboten, um Schimmel und Fäulnis der Paprika zu vermeiden.


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RF Lüftung

Gemüsepaprika erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).

Empfohlene Lüftungs-Kondition: Umluft 60...80fach/h mit ständiger Frischluftzufuhr, um zu hohe Konzentrationen an CO2, Ethylen und anderen Gasen zu verhindern.


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RF Biotische Aktivität

Gemüsepaprika besitzt eine biotische Aktivität Aktivität 2. Ordnung.

Gemüsepaprika sind lebende Organe, bei denen die Respirationsprozesse überwiegen, weil durch die Trennung von der Mutterpflanze die Zufuhr neuer Nährstoffe fehlt.

Die Ladungspflege während der Reise muss darauf ausgerichtet sein, die Respirationsprozesse (Abgabe von CO2, Wasserdampf, Ethylen und Wärme) so zu steuern, dass am Zielort das gewünschte Reifestadium vorliegt. Durch mangelhafte Lüftung kann die Ware infolge CO2-Anreicherung und nicht ausreichender Versorgung mit Luftsauerstoff in Gärung und Fäulnis übergehen (vgl. Lüftung).


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RF Gase

CO2-Entwicklung Paprika entwickelt während der Lagerung durch Respirationsprozesse CO2.
Obergrenze des zulässigen CO2-Gehalts 0,2 Vol.-%
Ethylenentwicklung  
Aktivverhalten Die Ethylenproduktion von Gemüsepaprika ist als niedrig einzustufen. Die Ethylenproduktionsrate liegt bei 0,1 µl/kg*h [16].
Passivverhalten Die Ethylenempfindlichkeit von Gemüsepaprika ist niedrig [16] (Allelopathie).


Sollte nicht ausreichend gelüftet worden sein (Frost) oder ist die Lüftung aufgrund eines Defektes ausgefallen, sind lebensgefährliche CO2-Konzentrationen bzw. O2-Mangel möglich. Daher vor Betreten des Laderaumes diesen lüften und eine Gasmessung durchführen.


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RF Selbsterhitzung / -entzündung

Kein Risiko!


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RF Geruch

Aktivverhalten Gemüsepaprika hat einen ganz leicht angenehmen Geruch.
Passivverhalten Gemüsepaprika ist stark geruchsempfindlich.



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RF Verunreinigung

Aktivverhalten Gemüsepaprika ist nicht verunreinigend.
Passivverhalten Der Paprika ist empfindlich gegenüber Schmutz, Fetten und Ölen. Die Laderäume bzw. Container müssen vor der Beladung entsprechend sauber und hygienisch einwandfrei sein.



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RF Mechanische Einflüsse

Aufgrund der starken Stoß- und Druckempfindlichkeit müssen die Paprika beim Umschlag, Transport und bei der Lagerung sehr vorsichtig behandelt werden, da sonst vorzeitiger Verderb die Folge sein kann.


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RF Toxizität / Gesundheitsgefährdung

Sollte nicht ausreichend gelüftet worden sein (Frost) oder ist die Lüftung aufgrund eines Defektes ausgefallen, sind lebensgefährliche CO2-Konzentrationen bzw. O2-Mangel möglich. Daher vor Betreten des Laderaumes diesen lüften und eine Gasmessung durchführen. Der MAK-Wert der CO2-Konzentration liegt bei 0,49 Vol.-%.


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RF Schwund / Abhandenkommen

Je nach vorhandener Luftfeuchte beträgt der Masseverlust ca. 2...3%. Dieser ergibt sich aus der dünnen Fruchthaut, die die Frucht umschließt, so dass Paprika rasch zu welken und zu schrumpfen beginnt.


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RF Schädlingsbefall / Krankheiten

Chilling-Schaden: Bei Lagertemperaturen unter 7°C erleiden Gemüsepaprika chilling-Schäden. Äußerlich erkennbar sind diese Schäden an dunklen, wässrigen Flecken auf der Haut. Die Schale löst sich vom Fleisch, und das Innere der Paprika kann zusammenbrechen.

Botrytis cinerea: Durch zu hohe Temperaturen kann es zum Befall mit dem Schimmelpilz Botrytis cinerea kommen, den man an grauen Stellen auf der Fruchthaut erkennt.

Alternaria: Auch dieser Schimmelpilz entsteht durch zu hohe Lagertemperaturen und ist an zunächst kleinen eingesunkenen Flecken zu erkennen.

Quarantänebestimmungen des Bestimmungslandes sind zu beachten, ggf. ist ein Pflanzengesundheitszeugnis (Phytosanitary-Certificate) den Versandpapieren beizufügen. Auskünfte geben die Pflanzenschutzdienste und -ämter der Bundesländer.


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