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Informationen
zur Ware
Warenname
| Deutsch |
Sojabohnenmehl-Pellets |
| Englisch |
Soya bean meal pellets |
| Französisch |
Croquettes de soja
|
| Spanisch |
Harina de soja en bolas |
| Wissenschaftlich |
Glycina soja |
| KN/HS-Nummer * |
2304 00 00 |
(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes
System der EU)
Warenbeschreibung
Bei der Herstellung von pflanzlichen
Pressrückständen werden folgende Gewinnungsverfahren unterschieden:
 |
die Druckfiltration (Pressen: Kalt- und Warmpressen) |
 |
die Lösungsmittelextraktion |
 |
das Pelletieren |
Sojabohnenmehl-Pellets werden aus gemahlenem
Sojabohnen-Expeller oder -Extraktionsschrot
hergestellt, indem ihm ein geeignetes Bindemittel (z.B. Melasse, Fett oder kolloidale Tone
zu 1...3%) hinzugefügt wird und die Masse anschließend in Pellettiermaschinen bzw.
Strangpressen unter hohem Druck in zylindrische Formen (Presslinge) gepresst wird. Pellets
haben in der Regel die gleichen transporttechnologischen Eigenschaften wie die
Originalrückstände, insbesondere was den Öl- und Wassergehalt der Ware betrifft. Je
nach Herkunft werden Expellerpellets und Extraktionsschrotpellets unterschieden.
Korngröße: Ø 10...30 mm
Ölgehalt: 1,5 ... 7,0% [1]
Qualität / Lagerdauer
Der Durchmesser der Presslinge beträgt ca. 10...30 mm. Die Farbe ist hellgelb bis
bräunlich. Eine dunklere Färbung deutet auf Anwendung zu hoher Temperaturen bei der
Verarbeitung oder auf zu lange Lagerung hin.
Zur Verschiffung bestimmte Ware muss ausreichend abgelagert sein. Die für die
Ablagerung erforderliche Zeit hängt vom Ölgehalt ab. Andererseits sollte aber auch keine
überlagerte Ware aus der Vorjahresernte übernommen werden.
Vom Versender sind Zertifikate über Feuchtigkeits-, Restölgehalt und Ablagerungszeit
der Ware auszustellen. Man sollte sich auch bestätigen bzw. zertifizieren lassen,
ob es sich beim Ausgangsprodukt um Expeller oder Extraktionsschrot handelt. Restölgehalte
< 1,5% deuten auf Extraktionsschrote hin, höhere Ölgehalte auf Expeller.
Verwendungszweck
Da Sojabohnenmehl-Pellets sehr eiweißreich sind, werden sie als
Futtermittel für Schweine, Geflügel und Enten verwendet.
Abbildung
(Durch Anklicken der Abbildung wird diese vergrößert
dargestellt)

Abbildung 1 |
Herkunftsländer
Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine
Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.
| Europa |
Spanien |
| Afrika |
|
| Asien |
|
| Amerika |
USA, Brasilien |
| Australien |
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Verpackung
Pellets werden hauptsächlich als Schüttgut transportiert. Nur in
Ausnahmefällen erfolgt der Transport als Sackgut (bei Kleinstmengen).
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Transport
Symbole

Schüttgut |

Selbstentzündlich,
Klasse 4.2 IMDG-Code |
Verkehrsmittel
Schiff, Lkw, Bahn
Containerfähigkeit
Bulk-Container
bei Einhaltung der Unter- und Obergrenzen von Wasser- und Ölgehalt sowie
der Ablagerungszeit der Ware und des Wassergehaltes des Containerbodens
(vgl. Selbsterhitzungsgefahr, ggf.
Brandgefahr durch Lösungsmittelreste).
Umschlag
Stark erhitzte Ware nicht mit Greifern löschen, die über Hydraulikleitungen
betätigt werden, da diese den vorherrschenden Temperaturen nicht gewachsen sind. Im Falle
von selbsterhitzter Ware nur seilzugbetätigte Greifer verwenden.
Staumaß
 |
1,50...1,52 m3/t [1] |
Schüttwinkel
 |
> 35° [1] |
Korngröße
 |
Ø 10...30 mm |
Stauplatzanforderungen
Kühl, trocken. Mechanische Belüftung der
Stauplätze muss möglich sein. Nicht über beheizten
Doppelbodentanks, in der Nähe des
Maschinenraumschotts und von Rohren, die heiß werden können, stauen.
Separation
Persenninge
Ladungssicherung
Beim Seetransport ist der "Code of Safe Practice for Solid Bulk
Cargoes" der IMO (International Maritime
Organization) zu beachten.
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Risikofaktoren und Schadenverhütung
RF
Temperatur
Sojabohnenmehl-Pellets erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und
Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
Günstige Reisetemperatur: 5...25°C [1]
In tropischen Häfen können bei den zu ladenden Produkten 25...55°C auftreten.
Während der Reise ist im Laderaum ständig in verschiedenen Tiefen die Temperatur
zu messen. Steigt die Temperatur über 55°C an und ist ein weiterer Anstieg zu
verzeichnen, müssen Gegenmaßnahmen erfolgen, wie z.B. die Abdichtung aller
Lukenöffnungen und die Einleitung von CO2 bzw. Inertgas (vgl. Selbsterhitzungsgefahr).
Die optimale Wirksamkeit der den Fettabbau und damit den Vorgang der Selbsterhitzung
einleitenden und intensivierenden Enzyme liegt bei Temperaturen von 35...40°C und damit
bei Temperaturen, die im Ladungsstapel leicht erreicht werden. Aus diesem Grund sollte die
Reisetemperatur zwischen 5...25°C liegen. Kurzzeitig zulässig sind auch Temperaturen bis
30°C. Diese Bedingungen sind jedoch während des Seetransportes nur schwer einzuhalten,
so dass strikt darauf zu achten ist, dass der kritische Wassergehalt der Ware
nicht überschritten wird, um eine Selbsterhitzung möglichst zu vermeiden.
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RF
Feuchte
Sojabohnenmehl-Pellets erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und
Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
Die Pellets sind vor jeglicher Feuchtigkeit (See-, Regen-,
Kondenswasser) zu schützen, da Feuchte Schimmel, Muffigwerden und
Selbsterhitzung fördern.
Feuchte begünstigt sowohl die hydrolytisch-enzymatische als auch die biologische
Selbsterhitzung durch Mikroorganismen und kann durch einen zu hohen Wassergehalt der Ware
oder aber auch von außen (zu hohe rel. Luftfeuchte (kritische Gleichgewichtsfeuchte liegt
bei 75%), Seewasser, Regen) herangeführt werden.
Bei einem Wassergehalt < 5% besteht die Gefahr der oxidativen Fettspaltung,
Pulverisierung/Staubexplosion und Selbsterhitzung.
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RF
Lüftung
Sojabohnenmehl-Pellets erfordern eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und
Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
Empfohlene Lüftungs-Kondition: Oberflächenventilation.
Wie bei Expeller in "Bulk", werden Pellets oft ebenfalls nicht
belüftet.
Zur Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden an der Ladungsoberfläche darf nicht mit
kalter Außenluft ventiliert werden. Die Ventilation muss dann auf Abluft geschaltet
werden.
Aufgrund der Hauptursachen für die Selbsterhitzung von pflanzlichen
Pressrückständen ergeben sich bei der Lüftung zwei Probleme:
 |
Bei einem zu hohen Wassergehalt der Ware führen örtliche Überhitzungen durch Enzyme
oder Bakterien zur Selbsterhitzung. Die entstehende Wärme muss durch ständiges Lüften
über ein gutes Lüftungssystem abgeführt werden. Eine Trocknung durch Lüftung ist
nützlich, ihre Effektivität aber fraglich. So steigt auch mit zunehmender Erhitzung die
Intensität der Wasserdampfabgabe. Die Tätigkeit der auslösenden Mikroorganismen wird
durch Nichtlüften des Laderaums nicht unterbunden, da es sich bei den thermophilen (=
wärmeliebenden) Bakterien zum Teil um Anaerobier (benötigen zur Lebenserhaltung keine
Sauerstoffzufuhr) handelt. |
 |
In einer Ware mit zu geringem Wassergehalt, bei der mit oxidativer Fettspaltung
gerechnet werden muss, muss die Sauerstoffzufuhr unterbrochen werden, da diese den Vorgang
sonst beschleunigen würde. Der Versuch, die Ladung durch Lüftungsmaßnahmen zu kühlen,
verstärkt den Oxidationsvorgang durch die Luftzufuhr noch zusätzlich. |
In Fall 1 ist Lüftung hilfreich, in Fall 2 aber gefährlich. Die richtigen
Lüftungsmaßnahmen können nur getroffen werden, wenn man die Eigenschaften
(Abladetemperatur, Wassergehalt, bisherige Lagerdauer) der Ware kennt. Wird jedoch eine
Großpartie aus unterschiedlichen Teilpartien zusammengestellt, ist es durchaus möglich,
dass beide oben beschriebenen Ursachen im gleichen Ladungsstapel auftreten können.
Lösungsmitteldämpfe von Pellets aus Extraktionsschroten sind schwerer
als Luft und treten als Oberflächendämpfe nicht auf; sie
können deshalb nicht nach oben steigen und durch
Oberflächenlüftung abgeführt werden. Sie können durch Belüftung nur dann theoretisch beseitigt
werden, wenn die Ladung durch Selbsterhitzung die Temperatur
erhöht und die Dämpfe in der Ladung aufsteigen. Dann verbietet
sich aber eine gezielte Oberflächenbelüftung (vgl. Selbsterhitzungsgefahr).
Vom Versender sollte man ein Zertifikat über Restölgehalt,
Wassergehalt und Ablagerungszeit verlangen.
Bei einem intensiven Oxidationsprozess im Laderaum kann die produzierte Wärmemenge
keinesfalls durch Lüftungsmaßnahmen abgeführt werden. Dies ist besonders der Fall, wenn
eine oxidationsbereite Teilpartie mit geringem Wassergehalt neben einer feuchtereichen
Teilpartie geladen wird.
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RF
Biotische Aktivität
Sojabohnenmehl-Pellets besitzen eine biotische Aktivität
3. Ordnung.
Sie gehören zu den Produkten mit unterbrochenen Respirationsprozessen, bei denen
jedoch weiterhin mikrobielle, biochemische und andere Zersetzungsprozesse ablaufen.
Die Ladungspflege muss besonders darauf ausgerichtet sein, den Vorgang der
autoxidativen Fettspaltung einzuschränken und damit eine eventuelle Selbsterhitzung der
Ware zu verhindern.
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RF
Gase
Ein Anstieg des CO2- und CO-Gehalts der Laderaumluft sind Indikatoren für
einen beginnenden Ladungsbrand. CO2 wirkt erstickend auf den Brandherd,
weil es den Sauerstoff verdrängt.
Die Gase des bei der Herstellung aus Extraktionsschroten eingesetzten Lösungsmittels
besitzen eine größere Dichte als Luft und können sich daher im unteren Bereich des
Laderaums anreichern.
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RF
Selbsterhitzung / -entzündung
Ölgehalt: 1,5...7,0% [1]
Sojabohnenmehl-Pellets unterliegen der Gefahr der Selbsterhitzung/-entzündung.
Nach IMDG-Code werden Sojabohnenmehl-Pellets in die Klasse 4.2
eingestuft. Alle Arten und Sorten Pellets, Expeller und Extrakte sind im
IMDG-Code unter dem Begriff Ölkuchen bzw. Seed Cake, UN 2217 und UN 1386,
zusammengefasst.
Da der Ölgehalt entscheidende Bedeutung für die Gefahr Selbsterhitzung hat, sollte
erkundet werden, ob die Pellets aus Expeller oder Extraktionsschrot hergestellt wurden, da
der Restölgehalt von Extraktionsschroten (<1,5%) wesentlich tiefer liegt als der von
Expellern. Der vorliegende Ölgehalt weist auf die Herkunft von Expeller hin.
Rauchen bzw. Umgang mit offenem Feuer sind beim Laden, Löschen und Betreten der
Laderäume verboten.
Ursachen und fördernde Faktoren der Selbsterhitzung sind Feuchte,
Sauerstoff, hoher Restölgehalt, hoher Faseranteil und Korngröße.
Sauerstoff fördert die oxidative Fettspaltung. Die Hauptursache der durch oxidative
Fettspaltung verursachten Selbsterhitzung ist in einem zu hohen Restölgehalt zu suchen.
Wird bei Pellets ein Restölgehalt von 7...10% überschritten, werden die
Oxidationsprozesse begünstigt.
Ein hoher Anteil des Restöls an ungesättigten Fettsäuren stellt ein sehr hohes
Lagerrisiko dar, da sie bestrebt sind, mit (Luft-) Sauerstoff, der auch in einer
Futtermittelladung reichlich vorhanden ist, durch Autoxidation zu gesättigten Fettsäuren
umzuwandeln. Diese Autoxidation als flammenlose Verbrennung ist mit starker
Wärmeentwicklung verbunden, die in der Futtermittelladung zu gefährlichen Wärmestaus
führen kann, wenn die Wärme nicht nach außen abgeführt wird.

Abbildung 2 |

Abbildung 3 |
Von großer Bedeutung für die Förderung der Selbsterhitzung bei Pellets ist die
Ablagerungszeit vor dem Seetransport, wobei sowohl zu kurze als auch zu lange
Ablagerungszeiten nachteilig sein können. So sollten die Pellets bei der
Ladungsübernahme Temperaturen aufweisen, die nur unwesentlich (ca. 10%) über der
Außenlufttemperatur liegen. Es muss erkundet werden, ob es sich um eine Partie aus der
Vorjahresproduktion handelt. Ungünstige Lagerungsbedingungen während der Zeitspanne vor
der Verschiffung können bewirken, dass die Ware schon mit erhöhter Temperatur an Bord
gelangt. Während der Ladungsübernahme sind deshalb laufende Temperaturmessungen
erforderlich.
Als Hauptrisiko für den Transport bleibt bei jeder landseitig erwärmten Ladung,
dass die Ware mit Temperaturen über 55°C geladen wird, diese Temperatur im Laderaum
beibehält und sich wegen der schlechten Wärmeleitfähigkeit der Ware Stellen mit
bleibendem Wärmestau für die ganze Dauer des Transportes aufbauen. Je länger ein
solcher Transport dauert, desto größer die Schadensfolgen aus der Erwärmung.
An den Stellen mit einem Wärmestau ab 60°C setzt nach und nach der
Autoxidationsvorgang des restölhaltigen Futtermittels ein und bleibt bestehen, da die
ungesättigten Fettsäuren oxidieren. Es kommt nicht zu einer größeren Ausbreitung der
Wärmenester. Aber es kommt zur Austrocknung der Ware mit einer Feuchtigkeitswanderung von
unten nach oben und zu einer Ansammlung von Wasserdampf in dem Raum zwischen
Ladungsoberfläche und Unterkante Lukenabdeckung bzw. Wetterdeck. Diese
Wasserdampfansammlung bei stets möglichst luftdicht abzuschließender Lukenabdeckung
stellt die wirksamste Art der Feuerbekämpfung dar. Dadurch wird die Zuleitung von
Sauerstoff von außen abgeblockt.
Nach IMDG-Code / IMO müssen Schiffe mit Anlagen
zum Einleiten von CO2 oder Inertgas ausgerüstet sein.
Von Bedeutung für die Selbsterhitzung ist auch die schlechte Wärmeleitfähigkeit von
Pressrückständen. Die Selbsterhitzung kann im Inneren der Ladung an verschiedenen
Stellen zugleich auftreten und sich so steigern, dass eine Verkohlung (Abgabe von
Wasserstoff und Zurückbleiben von Kohlenstoff) auftritt. Die dadurch entstandene
feinporöse Kohle hat die Eigenschaft, bei Zutritt von Sauerstoff aufzuglühen.
Wegen der schlechten Wärmeleitfähigkeit der Ware sind Temperaturmessungen zum
Erkennen von Gefahrenherden recht aufwendig. Es müssen zahlreiche Messungen
durchgeführt, und auch innerhalb des Stapels muss gemessen werden. Lediglich
Oberflächenmessungen reichen nicht aus.
Aus der schlechten Wärmeleitfähigkeit ist auch die späte Feststellung eines
Brandherdes zu erklären. Die besondere Gefahr besteht darin, dass die Ladung ohne
wesentliche Rauchentwicklung im Inneren des Stapels brennt. Der Brandherd frisst
sich
einen Hohlraum, so dass das Betreten der Ladungsoberfläche durch das Einbrechen in
derartige Hohlräume zu tödlichen Unfällen führen kann.
Um einen beginnenden Ladungsbrand rechtzeitig zu erkennen, wird empfohlen,
regelmäßige Gasbestimmungen der Laderaumluft durchzuführen. Ein rasch ansteigender CO2-Gehalt
deutet auf verstärkte mikrobiologische Aktivität, verbunden mit einer Wärmeentwicklung
innerhalb der Ladung, hin. Diese Wärmeentwicklung führt letztendlich dazu, dass
sich die
Ladung unter Entwicklung von Kohlenmonoxid (CO) selbst entzündet. Das CO-Gas wird auch
als sicherste Indikation für einen Brand angesehen. 0,002...0,005 Vol.-% CO in der Luft
gelten als normal, während die Werte bei einem Ladungsbrand auf über 1 Vol.-% ansteigen.
Beim Löschen können bei erhitzter Ladung kleine Flämmchen an der freiwerdenden
Oberfläche auftreten: flüchtige Gase, die sich in der Ladung im Verlaufe der
Selbsterhitzung gebildet und einen Flammpunkt um 60°C haben, hatten sich selbst
entzündet. Sie bringen die restliche Ladung nicht zum Brennen, da die Zündtemperatur der
meisten organischen Ladungen bei 300...500°C liegt. Treten solche Flämmchen oder
glimmende Oberflächenteile vereinzelt auf, kann man sich dadurch helfen, dass man die
letzte aufgenommene Greiferladung auf den betreffenden Bereich im Laderaum zurückkippt,
so dass die Flämmchen ersticken.

Abbildung 4 |
Die weiteren Phasen der Selbsterhitzung bis zu einem eventuellen Ladungsbrand sowie die
zu ergreifenden Maßnahmen sind "Kapt. Becker, R.:
Ablauf der Selbsterhitzungsvorgänge restölhaltiger Futtermittel pflanzlichen oder
tierischen Ursprungs, Hamburg 1996" zu entnehmen.
Aus im Laderaum des Schiffes zu beobachtenden Eigenschaften, Temperaturen, Aussehen und
Geruch der Ladung lassen sich Schlüsse ziehen, ob die Ware zu warm geladen worden ist und
ob eine Selbsterhitzung mit mikrobiellem Verderb und nachfolgender Autoxidation abgelaufen
ist.
Dazu müssen beobachtet und festgehalten werden:
 |
das Fließverhalten der Ladung im Haufen (verblockt,
nicht verblockt) |
 |
das farbliche Aussehen der Ware (normal, braun bis
schwarz) und die Verteilung der farblichen
Unterschiede der Ware im Laderaum |
 |
der Geruch der Ware (normal, gesund, frisch, dumpf,
brenzlig) |
 |
die Temperatur und das Aussehen der Ladung in
verschiedenen Höhen der Schüttung |
 |
das Aussehen der Oberfläche der Ladung bei
Lukenöffnung |
 |
das Aussehen von entweichendem Rauch (Wasserdampf
weiß, aus überhitzter Ware mit einer Temperatur
über 90°C schwarz) |
Aus diesen Angaben kann man an Ort und Stelle Schlüsse
ziehen, ob:
 |
die Ware zu feucht geladen worden ist |
 |
die Ware mit zu hoher Temperatur als Folge eines
Trocknungsvorgangs (Toasten) geladen worden ist |
 |
die Ware ohne Beachtung der Ablagerungszeit kurz nach
der Herstellung zur Verschiffung gekommen ist |
 |
es während der Reise einen biologisch bestimmten
Selbsterhitzungsvorgang als Folge der abgelaufenen
Lebensvorgänge von Mikroorganismen gegeben hat |
 |
es eine Selbsterhitzung ohne vorausgegangenen Ablauf
eines biologischen Selbsterhitzungsvorgangs durch
Ablauf eines chemischen Autoxidationsvorgangs
ungesättigter Fettsäuren gegeben hat |
 |
die Ware durch bei der Herstellung erfolgte
Trocknungsvorgänge (Toasten) verfärbt (braun bis
schwarz) geladen worden ist |
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RF
Geruch
| Aktivverhalten |
Sojabohnenmehl-Pellets geben keinen oder einen leicht stechenden Geruch
ab, sollten nicht mit geruchsempfindlichen Waren zusammengestaut werden. |
| Passivverhalten |
Sojabohnenmehl-Pellets sind empfindlich gegenüber unangenehmen und/oder
stechenden Gerüchen. Geruchsinfizierte Pellets werden vom Vieh (besonders von Pferden und
Rindern) nicht mehr angenommen. |
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RF
Verunreinigung
| Aktivverhalten |
Sojabohnenmehl-Pellets stauben beim Umschlag. Bei einem
Staub/Luftmischungsverhältnis von 20...2.000 g Staub/m³ Luft besteht die Gefahr einer
Staubexplosion. |
| Passivverhalten |
Sojabohnenmehl-Pellets sind empfindlich gegenüber Verunreinigungen durch
Staub, Schmutz, Fette und Öle. So sollten sich in den Laderäumen bzw. Containern keine
Reste von vorherigen Ladungen, wie z.B. von Erzen, Mineralien, Chemikalien, Salzen,
Düngemitteln, befinden. |
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RF Mechanische Einflüsse
Kein Risiko!
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RF
Toxizität / Gesundheitsgefährdung
Anstieg des CO2- und CO-Gehalts der Laderaumluft sind Indikatoren für einen
Ladungsbrand. Vorsicht: Erstickungsgefahr und Vergiftungsgefahr beim
Einatmen! Betreten des Laderaums erst nach ausreichender
Belüftung und Prüfung mit einem Gasspürgerät erlaubt! Der CO-Gehalt kann von
0,002...0,005 Vol.-% auf bis zu 1 Vol.-% ansteigen. Die letale (tödliche) Dosis liegt bei
ca. 0,1 Vol.-%.
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RF Schwund
Während des Umschlags kann es zu geringfügigen Verlusten
kommen (Rieselverluste).
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RF Schädlingsbefall / Krankheiten
Schädlingsbefall, vor allem durch verschiedene Käferarten (z.B. Khaprakäfer), kommt
bei Pellets auf der Basis von Expeller häufiger vor als bei Pellets auf der Basis von
Extraktionsschroten. Zunehmende Feuchte und Wärme fördern den Milbenbefall.
Wenn es vom Versender oder aufgrund von Einfuhrbestimmungen gefordert wird,
muss eine
Begasung (z.B. mit Methylbromid) erfolgen.
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Quellenverzeichnis | Kontakt - Anbieter | Rechtliche Hinweise | TIS-History |
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© Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), Berlin 1999-2012 |
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