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Informationen
zur Ware
Warenname
| Deutsch |
Erdnuss-Extraktionsschrot |
| Englisch |
Peanut extraction meal |
| Französisch |
Extrait de ccahuette
|
| Spanisch |
Extracto partido cacahuete |
| Wissenschaftlich |
Arachis hypogaea |
| KN/HS-Nummer * |
2305 00 00 |
(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes
System der EU)
Warenbeschreibung
Bei Erdnuss-Extraktionsschrot handelt es sich um Rückstände, die bei der Ölgewinnung
aus Erdnüssen durch Extraktion mit Hilfe von Extraktionsbenzin anfallen.
Ausgangsmaterial für das Lösungsmittelextraktionsverfahren sind Ölsaaten mit
geringem Ölgehalt oder Expellerschnitzel aus vorherigem Kalt- oder Warmpressen (Herstellung von pflanzlichen Pressrückständen). Das Öl
wird aus der grob geschroteten Ware durch chemische Fettlösungsmittel (n-Hexan)
extrahiert, so dass es nur noch einen Restölgehalt von 0,5...1,5% aufweist. Diese
Rückstände bezeichnet man als Extraktionsschrot.
Nach der Extraktion des Fettes werden die benzinfeuchten Extraktionsrückstände in
einem Toaster (Entbenzinierungsgerät) mittels Dampf vom Lösungsmittel befreit.
Das Extraktionsbenzin n-Hexan besitzt gegenüber anderen Lösungsmitteln vor allem den
Vorteil, dass es sich leicht aus der extrahierten Ware entfernen lässt; der Rückstand
sollte höchstens 0,05...0,1% betragen. Von Nachteil ist seine leichte Brennbarkeit. Das
Toasten der Ware mit Temperaturen ab 60°C hat günstige Nebenwirkungen:
 |
führt es zur Inaktivierung von Mikroorganismen und
Enzymen, die während der Lagerung und des Transports
im Futtermittel qualitätsmindernde Einflüsse
ausüben können |
 |
wird das Pflanzeneiweiß durch Toastung in eine
leichtverdauliche Form überführt. |
Getoastete Extraktionsschrote verlassen ihre Bearbeitungsanlagen in heißem und
unterschiedlich feuchtem Zustand. Sie werden nach dem Toasten gekühlt und, da sie
grobstückig sind, gemahlen und auf einen für Lagerung und Transport geeigneten
Wassergehalt gebracht.
Entweder werden sie in Silozellen zwischengelagert oder zum Transport gebracht. Der
Abtransport geschieht als Schüttgut; abgesackte Ware wird kaum noch gehandelt.
Korngröße: flakes unterschiedlicher Größe
Ölgehalt: 0,1 ... 1,5% [1]
Qualität / Lagerdauer
Zur Verschiffung bestimmte Ware muss ausreichend abgelagert sein. Die für die
Ablagerung erforderliche Zeit hängt vom Ölgehalt ab. Andererseits darf jedoch keine von
der Vorjahresernte überlagerte Ware übernommen werden.
Vom Versender sind Zertifikate über Feuchtigkeits-,
Restölgehalt und Ablagerungszeit der Ware auszustellen.
Man sollte sich auch bestätigen bzw. zertifizieren lassen, dass es
sich bei der Ware um Extraktionsschrot handelt.
Erdnuss-Extraktionsschrot besteht aus flakes unterschiedlicher Größe von hellgrauer
bis bräunlicher Farbe. Bei der Ladungsübernahme muss auf schwarze Verfärbungen der Ware
geachtet werden, die auf Überhitzung beim Toasten oder auf zu lange Lagerung deuten.
Verwendungszweck
Durch ihren hohen Eiweißanteil stellen
Erdnuss-Extraktionsschrote ein
wertvolles Kraftfuttermittel als Mischfutterzusatz dar. Erdnuss-Extraktionsschrote aus
ungeschälten Erdnüssen werden an Wiederkäuer verfüttert und solche aus geschälten
Erdnüssen an Schweine und Geflügel.
Herkunftsländer
Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine
Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.
| Europa |
|
| Afrika |
Sudan, Senegal |
| Asien |
Indien, Pakistan |
| Amerika |
USA, Brasilien, Argentinien |
| Australien |
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Verpackung
Extraktionsschrote werden hauptsächlich als Schüttgut transportiert. Nur
in Ausnahmefällen erfolgt der Transport als Sackgut (Kleinstmengen).
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Transport
Symbole

Schüttgut |

Selbstentzündlich,
Klasse 4.2 IMDG-Code |
Verkehrsmittel
Schiff, Lkw, Bahn
Containerfähigkeit
Bulk-Container
bei Einhaltung der Unter- und Obergrenzen von Wasser- und Ölgehalt
sowie der Ablagerungszeit der Ware und des Wassergehaltes des
Containerbodens (vgl. Selbsterhitzungsgefahr,
ggf. Brandgefahr durch Lösungsmittelreste).
Umschlag
Stark erhitzte Ware nicht mit Greifern löschen, die über Hydraulikleitungen
betätigt werden, da diese den vorherrschenden Temperaturen nicht gewachsen sind. Im Falle
von selbsterhitzter Ware nur seilzugbetätigte Greifer verwenden.
Staumaß
 |
1,93...2,41 m3/t [1] |
Schüttwinkel
 |
33° Mittelwert |
 |
28° Untergrenze |
 |
38° Obergrenze |
Korngröße
 |
flakes unterschiedlicher Größe |
Stauplatzanforderungen
Kühl, trocken. Mechanische Belüftung
der Stauplätze muss möglich sein. Nicht über beheizten
Doppelbodentanks, in der Nähe des
Maschinenraumschotts und von Rohren, die heiß werden können, stauen.
Separation
Persenninge
Ladungssicherung
Beim Seetransport ist der "Code of Safe Practice for Solid Bulk
Cargoes" der IMO (International Maritime
Organization) zu beachten.
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Risikofaktoren und Schadenverhütung
RF
Temperatur
Erdnuss-Extraktionsschrot
erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte-
und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
Günstige Reisetemperatur: 5...25°C [1]
Bis zu einer Temperatur von 25°C kann das Schrot unabhängig von der Außentemperatur
geladen werden. Bei hohen Außentemperaturen darf die Temperatur der Ware die
Außentemperatur nicht mehr als 10% überschreiten. Bei der Ladungsübernahme sollten
ständig Temperaturmessungen vorgenommen werden. In tropischen Häfen können bei den zu
ladenden Produkten 25...55°C auftreten.
So muss auch während der Reise im Laderaum ständig in verschiedenen Tiefen die
Temperatur gemessen werden. Steigt die Temperatur über 55°C an und ist ein weiterer
Anstieg zu verzeichnen, müssen Gegenmaßnahmen erfolgen, wie z.B. die Abdichtung aller
Lukenöffnungen und die Einleitung von CO2 bzw. Inertgas (vgl. Selbsterhitzungsgefahr). Da Extraktionsschrote durch Lösungsmittel entölt werden,
sollte die Anwendung von CO2 so lange aufrechterhalten werden, bis die
Brandgefahr überwunden ist und eine Entzündung der Lösungsmitteldämpfe durch statische
Elektrizität verhindert worden ist.
Die optimale Wirksamkeit der den Fettabbau und damit den Vorgang der Selbsterhitzung
einleitenden und intensivierenden Enzyme liegt bei Temperaturen von 35...40°C und damit
bei Temperaturen, die im Ladungsstapel leicht erreicht werden. Aus diesem Grund sollte die
Reisetemperatur zwischen 5...25°C liegen. Kurzzeitig zulässig sind auch Temperaturen bis
30°C . Diese Bedingungen sind jedoch während des Seetransportes nur schwer einzuhalten,
so dass strikt darauf zu achten ist, dass der kritische Wassergehalt der Ware
nicht überschritten wird, um eine Selbsterhitzung möglichst zu vermeiden.
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RF
Feuchte
Erdnuss-Extraktionsschrot erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und
Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
Das Schrot ist vor jeglicher Feuchtigkeit (See-, Regen-,
Kondenswasser) zu schützen, da Feuchte Schimmel, Muffigwerden und
Selbsterhitzung fördern.
Feuchte begünstigt sowohl die hydrolytisch-enzymatische als auch die biologische
Selbsterhitzung durch Mikroorganismen und kann durch einen zu hohen Wassergehalt der Ware
oder aber auch von außen (zu hohe rel. Luftfeuchte (kritische Gleichgewichtsfeuchte liegt
bei 75%), Seewasser, Regen) herangeführt werden. Weiterhin schimmelt Erdnuss-Extraktionsschrot, bedingt durch einen zu hohen Wassergehalt, leicht.
Bei einem Wassergehalt < 5% besteht die Gefahr der oxidativen Fettspaltung,
Pulverisierung/Staubexplosion und Selbsterhitzung.
Der hohe Rohfaseranteil besonders von ungeschälten Erdnüssen führt zu verstärkter
Aufnahmebereitschaft für Feuchtigkeit.
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RF
Lüftung
Erdnuss-Extraktionsschrot erfordert eine bestimmte Temperatur-, Feuchte- und
Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
Empfohlene Lüftungs-Kondition: Oberflächenventilation.
Lösungsmitteldämpfe von Extraktionsschroten sind schwerer
als Luft und treten als Oberflächendämpfe nicht auf; sie
können deshalb nicht nach oben steigen und durch
Oberflächenlüftung abgeführt werden. Sie können durch Belüftung nur dann theoretisch beseitigt
werden, wenn die Ladung durch Selbsterhitzung die Temperatur
erhöht und die Dämpfe in der Ladung aufsteigen. Dann verbietet
sich aber eine gezielte Oberflächenbelüftung (vgl. Selbsterhitzungsgefahr).
Zur Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden an der
Ladungsoberfläche (Ladungsschweiß) darf nicht mit kalter Außenluft ventiliert
werden. Die Ventilation muss dann auf Abluft geschaltet werden.
Betreten der Laderäume ist erst nach ausreichender Belüftung und Gasmessung erlaubt.
Da die Gase des Lösungsmittels eine größere Dichte als Luft aufweisen, können sie sich
im unteren Bereich des Laderaums angereichert haben.
Vom Versender sollte man ein Zertifikat über Restölgehalt, Wassergehalt und
Ablagerungszeit verlangen.
Bei einem intensiven Oxidationsprozess im Laderaum kann die produzierte Wärmemenge
keinesfalls durch Lüftungsmaßnahmen abgeführt werden. Dies ist besonders der Fall, wenn
eine oxidationsbereite Teilpartie mit geringem Wassergehalt neben einer feuchtereichen
Teilpartie geladen wird.
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RF
Biotische Aktivität
Erdnuss-Extraktionsschrot besitzt eine biotische Aktivität
3. Ordnung.
Es gehört zu den Produkten mit unterbrochenen Respirationsprozessen, bei denen jedoch
weiterhin mikrobielle, biochemische und andere Zersetzungsprozesse ablaufen.
Die Ladungspflege muss besonders darauf ausgerichtet sein, den Vorgang der
autoxidativen Fettspaltung einzuschränken und damit eine eventuelle Selbsterhitzung der
Ware zu verhindern.
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RF
Gase
Ein Anstieg des CO2- und CO-Gehalts der Laderaumluft sind Indikatoren für
einen beginnenden Ladungsbrand. CO2 wirkt erstickend auf den
Brandherd, weil es den Sauerstoff verdrängt.
Die Gase des bei der Herstellung eingesetzten Lösungsmittels besitzen eine größere
Dichte als Luft und können sich daher im unteren Bereich des Laderaums anreichern.
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RF
Selbsterhitzung / -entzündung
Ölgehalt: 0,5...1,5% [1]
Erdnuss-Extraktionsschrot unterliegt der Gefahr der
Selbsterhitzung/-entzündung.
Nach IMDG-Code wird Erdnuss-Extraktionsschrot in die Klasse 4.2
eingestuft. Alle Arten und Sorten Pellets, Expeller und Extrakte
sind im IMDG-Code unter dem Begriff Ölkuchen bzw. Seed Cake, UN 2217 und UN
1386, zusammengefasst.
Durch die Verwendung von Lösungsmitteln sind Extraktionsschrote weitgehend entölt, so
dass der Ölgehalt im Vergleich zu Expellern relativ gering ist und in der Regel < 1,5%
beträgt.
Rauchen bzw. Umgang mit offenem Feuer sind beim Laden, Löschen und Betreten der
Laderäume verboten.
Ursachen und fördernde Faktoren der Selbsterhitzung sind Feuchte,
Sauerstoff, hoher Faseranteil und Korngröße. Eine Gefahr bei Extraktionsschroten besteht
aber in den Dampfrückständen der für die Extraktion verwendeten entzündbaren
Lösungsmittel. Es muss darauf geachtet werden, dass das Extraktionsschrot im wesentlichen
frei von Lösungsmittelrückständen ist.
Von großer Bedeutung für die Förderung von Selbsterhitzungsvorgängen bei
Pressrückständen ist die Ablagerungszeit vor dem Seetransport, wobei sowohl zu kurze als
auch zu lange Ablagerungszeiten nachteilig sein können. So sollte Extraktionsschrot bei
der Ladungsübernahme Temperaturen aufweisen, die nur unwesentlich (ca. 10%) über der
Außenlufttemperatur liegen. Es muss erkundet werden, ob es sich um
eine Partie aus der Vorjahresproduktion handelt. Ungünstige Lagerungsbedingungen während
der Zeitspanne vor der Verschiffung können bewirken, dass die Ware schon mit erhöhter
Temperatur an Bord gelangt. Während der Ladungsübernahme sind deshalb laufende
Temperaturmessungen erforderlich.
Als Hauptrisiko für den Transport bleibt bei jeder landseitig erwärmten Ladung,
dass die Ware mit Temperaturen über 55°C geladen wird, diese Temperatur im Laderaum
beibehält und sich wegen der schlechten Wärmeleitfähigkeit der Ware Stellen mit
bleibendem Wärmestau für die ganze Dauer des Transportes aufbauen. Je länger ein
solcher Transport dauert, desto größer die Schadensfolgen aus der Erwärmung.
An den Stellen mit einem Wärmestau ab 60°C setzt nach und nach der
Autoxidationsvorgang des restölhaltigen Futtermittels ein und bleibt bestehen, da die
ungesättigten Fettsäuren oxidieren. Es kommt nicht zu einer größeren Ausbreitung der
Wärmenester. Aber es kommt zur Austrocknung der Ware mit einer Feuchtigkeitswanderung von
unten nach oben und zu einer Ansammlung von Wasserdampf in dem Raum zwischen
Ladungsoberfläche und Unterkante Lukenabdeckung bzw. Wetterdeck. Diese
Wasserdampfansammlung bei stets möglichst luftdicht abzuschließender Lukenabdeckung
stellt die wirksamste Art der Feuerbekämpfung dar. Dadurch wird die Zuleitung von
Sauerstoff von außen abgeblockt.
Nach IMDG-Code / IMO müssen Schiffe mit Anlagen
zum Einleiten von CO2 oder Inertgas ausgerüstet sein.
Von Bedeutung für die Selbsterhitzung ist auch die schlechte Wärmeleitfähigkeit von
Extraktionsschroten. Die Selbsterhitzung kann im Inneren der Ladung an verschiedenen
Stellen zugleich auftreten und sich so steigern, dass eine Verkohlung (Abgabe von
Wasserstoff und Zurückbleiben von Kohlenstoff) auftritt. Die dadurch entstandene
feinporöse Kohle hat die Eigenschaft, bei Zutritt von Sauerstoff aufzuglühen.
Wegen der schlechten Wärmeleitfähigkeit der Ware sind Temperaturmessungen zum
Erkennen von Gefahrenherden recht aufwendig. Es müssen zahlreiche Messungen
durchgeführt, und auch innerhalb des Stapels muss gemessen werden. Lediglich
Oberflächenmessungen reichen nicht aus.
Aus der schlechten Wärmeleitfähigkeit ist auch die späte Feststellung eines
Brandherdes zu erklären. Die besondere Gefahr besteht darin, dass die Ladung ohne
wesentliche Rauchentwicklung im Inneren des Stapels brennt. Der Brandherd frisst
sich
einen Hohlraum, so dass das Betreten der Ladungsoberfläche durch das Einbrechen in
derartige Hohlräume zu tödlichen Unfällen führen kann.
Um einen beginnenden Ladungsbrand rechtzeitig zu erkennen, wird empfohlen,
regelmäßige Gasbestimmungen der Laderaumluft durchzuführen. Ein rasch ansteigender CO2-Gehalt
deutet auf verstärkte mikrobiologische Aktivität, verbunden mit einer Wärmeentwicklung
innerhalb der Ladung, hin. Diese Wärmeentwicklung führt letztendlich dazu, dass
sich die
Ladung unter Entwicklung von Kohlenmonoxid (CO) selbst entzündet. Das CO-Gas wird auch
als sicherste Indikation für einen Brand angesehen. 0,002...0,005 Vol.-% CO in der Luft
gelten als normal, während die Werte bei einem Ladungsbrand auf über 1 Vol.-% ansteigen.
Beim Löschen können bei erhitzter Ladung kleine Flämmchen an der freiwerdenden
Oberfläche auftreten: flüchtige Gase, die sich in der Ladung im Verlaufe der
Selbsterhitzung gebildet und einen Flammpunkt um 60°C haben, hatten sich selbst
entzündet. Sie bringen die restliche Ladung nicht zum Brennen, da die Zündtemperatur der
meisten organischen Ladungen bei 300...500°C liegt. Treten solche Flämmchen oder
glimmende Oberflächenteile vereinzelt auf, kann man sich dadurch helfen, dass man die
letzte aufgenommene Greiferladung auf den betreffenden Bereich im Laderaum zurückkippt,
so dass die Flämmchen ersticken.
Die weiteren Phasen der Selbsterhitzung bis zu einem eventuellen Ladungsbrand sowie die
zu ergreifenden Maßnahmen sind "Kapt. Becker, R.:
Ablauf der Selbsterhitzungsvorgänge restölhaltiger Futtermittel pflanzlichen oder
tierischen Ursprungs, Hamburg 1996" zu entnehmen.
Aus im Laderaum des Schiffes zu beobachtenden Eigenschaften, Temperaturen, Aussehen und
Geruch der Ladung lassen sich Schlüsse ziehen, ob die Ware zu warm geladen worden ist und
ob eine Selbsterhitzung mit mikrobiellem Verderb und nachfolgender Autoxidation abgelaufen
ist.
Dazu müssen beobachtet und festgehalten werden:
 |
das Fließverhalten der Ladung im Haufen (verblockt,
nicht verblockt) |
 |
das farbliche Aussehen der Ware (normal, braun bis
schwarz) und die Verteilung der farblichen
Unterschiede der Ware im Laderaum |
 |
der Geruch der Ware (normal, gesund, frisch, dumpf,
brenzlig) |
 |
die Temperatur und das Aussehen der Ladung in
verschiedenen Höhen der Schüttung |
 |
das Aussehen der Oberfläche der Ladung bei
Lukenöffnung |
 |
das Aussehen von entweichendem Rauch (Wasserdampf
weiß, aus überhitzter Ware mit einer Temperatur
über 90°C schwarz) |
Aus diesen Angaben kann man an Ort und Stelle Schlüsse
ziehen, ob:
 |
die Ware zu feucht geladen worden ist |
 |
die Ware mit zu hoher Temperatur als Folge eines
Trocknungsvorgangs (Toasten) geladen worden ist |
 |
die Ware ohne Beachtung der Ablagerungszeit kurz nach
der Herstellung zur Verschiffung gekommen ist |
 |
es während der Reise einen biologisch bestimmten
Selbsterhitzungsvorgang als Folge der abgelaufenen
Lebensvorgänge von Mikroorganismen gegeben hat |
 |
es eine Selbsterhitzung ohne vorausgegangenen Ablauf
eines biologischen Selbsterhitzungsvorgangs durch
Ablauf eines chemischen Autoxidationsvorgangs
ungesättigter Fettsäuren gegeben hat |
 |
die Ware durch bei der Herstellung erfolgte
Trocknungsvorgänge (Toasten) verfärbt (braun bis
schwarz) geladen worden ist |
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RF
Geruch
| Aktivverhalten |
Erdnuss-Extraktionsschrot
besitzt einen leicht angenehmen Geruch, sollte
aber nicht mit geruchsempfindlichen Waren zusammengestaut werden, da durch Reste des
verwendeten Lösungsmittels leicht eine Geruchsinfektion möglich ist. Nicht immer ist der
Geruch des Lösungsmittels an der Ware allerdings direkt wahrnehmbar. |
| Passivverhalten |
Erdnuss-Extraktionsschrot
ist empfindlich gegenüber unangenehmen und/oder
stechenden Gerüchen. Geruchsinfiziertes Extraktionsschrot wird vom Vieh (besonders von
Pferden und Rindern) nicht mehr angenommen. |
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RF
Verunreinigung
| Aktivverhalten |
Erdnuss-Extraktionsschrot
staubt beim Umschlag stark, so dass bei einem
Staub/Luftmischungsverhältnis von 20...2.000 g Staub/m3 Luft die Gefahr einer
Staubexplosion besteht. |
| Passivverhalten |
Erdnuss-Extraktionsschrot
ist empfindlich gegenüber Verunreinigungen
durch Staub, Schmutz, Fette und Öle. So sollten sich in den Laderäumen bzw. Containern
keine Reste von vorherigen Ladungen, wie z.B. von Erzen, Mineralien, Chemikalien, Salzen,
Düngemitteln, befinden. |
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RF Mechanische Einflüsse
Kein Risiko!
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RF
Toxizität / Gesundheitsgefährdung
Anstieg des CO2- und CO-Gehalts der Laderaumluft sind Indikatoren für einen
Ladungsbrand. Vorsicht: Erstickungsgefahr und
Vergiftungsgefahr beim Einatmen! Betreten des Laderaums erst nach ausreichender
Belüftung und Prüfung mit einem Gasspürgerät erlaubt! Der CO-Gehalt kann von 0,002 ...
0,005 Vol.-% auf bis zu 1 Vol.-% ansteigen. Die letale Dosis liegt bei ca. 0,1
Vol.-%.
Erdnuss-Extraktionsschrot kann auch durch einen Fremdbesatz an gesundheitsschädlichen
Bestandteilen verunreinigt sein. Dies kann z.B. durch toxisch wirkende Rizinussamen
(erkennbar an der graublauen Farbe mit roter Maserung, Größe: ca. 7 x 5 x 4 mm)
erfolgen. Durch das im Alkaloid Rizinin enthaltene Gift Rizin können Tiere verenden.
Werden deshalb Rizinussamen im Extraktionsschrot beobachtet, ist die Auslieferung sofort
zu stoppen.
Auch durch Pilzbesatz können Schadensfälle, besonders bei Geflügel (Puten, Küken
und Enten), auftreten. Hervorgerufen werden sie durch den Pilz Aspergillus flavus, dessen
Aflatoxin-Komplex durch den Erhitzungsvorgang bei der Ölgewinnung nicht zerstört wird.
Befallquoten von 3% bewirken bereits Schäden.
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RF Schwund
Während des Umschlags kann es zu geringfügigen Verlusten
kommen (Rieselverluste).
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RF Schädlingsbefall / Krankheiten
Schädlingsbefall, vor allem durch verschiedene Käferarten (z. B. Khaprakäfer), ist
verbreitet. Bei längerer Lagerung besteht die Gefahr des Milbenbefalls, der durch Wärme
und Feuchte gefördert wird.
Wenn es vom Versender oder aufgrund von Einfuhrbestimmungen gefordert wird,
muss eine
Begasung (z.B. mit Methylbromid) erfolgen.
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Quellenverzeichnis | Kontakt - Anbieter | Rechtliche Hinweise | TIS-History |
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© Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), Berlin 1999-2012 |
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