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Informationen
zur Ware
Warenname
| Deutsch |
Sonnenblumen-Expeller |
| Englisch |
Sunflower expeller |
| Französisch |
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| Spanisch |
Semilla de girasol prensado |
| Wissenschaftlich |
Helianthus annuus |
| KN/HS-Nummer * |
2306 30 00 |
(* Kombinierte Nomenklatur / Harmonisiertes
System der EU)
Warenbeschreibung
Bei Sonnenblumen-Expeller handelt es sich um Pressrückstände, die bei der Ölgewinnung
aus Sonnenblumenkernen anfallen.
Grundsätzlich unterscheidet man bei der Ölgewinnung, abhängig von dem jeweiligen
Gewinnungsverfahren,
 |
die Druckfiltration (Pressen: Kalt- und Warmpressen) |
 |
die Lösungsmittelextraktion |
 |
das Pelletieren |
Bei der Druckfiltration werden durch Kaltpressen (Expellervorpressen) und
anschließendes hydraulisches Pressen Ölkuchen gewonnen; durch Warmpressen
(Expellerfertigpressen) werden Expeller hergestellt (Herstellung
von pflanzlichen Pressrückständen).
Fertigexpeller verlassen ihre Bearbeitungsanlagen in heißem und unterschiedlich
feuchtem Zustand. Sie werden nach dem Pressen gekühlt und, da sie grobstückig sind,
gemahlen und auf einen für Lagerung und Transport geeigneten Wassergehalt gebracht.
Anschließend werden die gemahlenen Produkte in Silozellen zwischengelagert oder zum
Transport gebracht.
In neuerer Zeit hat sich allerdings auch der Begriff "Expeller" für homogene
Pressrückstände und der Begriff "Ölkuchen" für gemischte Pressrückstände
durchgesetzt.
Korngröße: Ø 20...40 mm
Ölgehalt: 1,5 ... 7,0% [1]
Qualität / Lagerdauer
Zur Verschiffung bestimmte Ware muss ausreichend abgelagert sein. Die für die
Ablagerung erforderliche Zeit hängt vom Ölgehalt ab. Andererseits sollte aber auch keine
überlagerte Ware aus der Vorjahresernte übernommen werden.
Vom Versender sind Zertifikate über
Feuchtigkeits-, Restölgehalt und Ablagerungszeit der Ware auszustellen.
Weiterhin sollte sichergestellt werden, dass es sich auch wirklich um Expeller
und nicht um Extraktionsschrot (Extraktions- bzw. Lösungsmittel!) handelt.
Ölgehalte < 1,5% deuten auf Extraktionsschrote hin.
Sonnenblumen-Expeller besteht aus unterschiedlich
großen braunen Stücken (flakes) mit einer glatten, etwas gewölbten
Schleiffläche, welche durch die Verarbeitung in der Schneckenpresse entsteht.
Verwendungszweck
Durch seinen hohen Eiweißanteil stellt
Sonnenblumen-Expeller aus
geschälten Samen ein wertvolles Futtermittel für alle Tierarten dar. Der
Rohproteingehalt wird durch Schälung der Kerne erhöht.
Herkunftsländer
Die hier aufgeführte Tabelle stellt nur eine
Auswahl der wichtigsten Herkunftsländer dar und ist nicht als vollständig zu bezeichnen.
| Europa |
|
| Afrika |
Mocambique |
| Asien |
Indien, Philippinen, Indonesien |
| Amerika |
USA |
| Australien |
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Verpackung
Expeller wird hauptsächlich als Schüttgut transportiert. Nur in
Ausnahmefällen erfolgt der Transport als Sackgut (bei Kleinstmengen).
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Transport
Symbole

Schüttgut |

Selbstentzündlich,
Klasse 4.2 IMDG-Code |
Verkehrsmittel
Schiff, Lkw, Bahn
Containerfähigkeit
Bulk-Container
bei Einhaltung der Unter- und Obergrenzen von Wasser- und Ölgehalt
sowie der Ablagerungszeit der Ware und des Wassergehaltes des
Containerbodens (vgl. Selbsterhitzungsgefahr).
Umschlag
Stark erhitzte Ware nicht mit Greifern löschen, die über Hydraulikleitungen
betätigt werden, da diese den vorherrschenden Temperaturen nicht gewachsen sind. Im Falle
von selbsterhitzter Ware nur seilzugbetätigte Greifer verwenden.
Staumaß
 |
1,70 m3/t [1] |
Schüttwinkel
 |
ca. 45° [1] |
Korngröße
 |
Ø 20...40 mm |
Stauplatzanforderungen
Kühl, trocken. Mechanische Belüftung
der Stauplätze muss möglich sein. Nicht über beheizten
Doppelbodentanks, in der Nähe des
Maschinenraumschotts und von Rohren, die heiß werden können, stauen.
Separation
Persenninge
Ladungssicherung
Beim Seetransport ist der "Code of Safe Practice for Solid Bulk
Cargoes" der IMO (International Maritime
Organization) zu beachten.
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Risikofaktoren und Schadenverhütung
RF
Temperatur
Sonnenblumen-Expeller erfordert eine bestimmte
Temperatur-, Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
Günstige Reisetemperatur: 5...25°C [1]
Bis zu einer Temperatur von 25°C kann Expeller unabhängig von der
Außentemperatur geladen werden. Bei hohen Außentemperaturen darf die Temperatur der
Ware die Außentemperatur nicht mehr als 10% überschreiten. Bei der Ladungsübernahme
sollten ständig Temperaturmessungen vorgenommen werden. In tropischen Häfen können bei
den zu ladenden Produkten 25...55°C auftreten.
So muss auch während der Reise im Laderaum
ständig in verschiedenen Tiefen die Temperatur gemessen werden. Steigt die
Temperatur über 55°C an und ist ein weiterer Anstieg zu verzeichnen, müssen
Gegenmaßnahmen erfolgen, wie z.B. die Abdichtung aller Lukenöffnungen und die
Einleitung von CO2 bzw. Inertgas (vgl. Selbsterhitzungsgefahr).
Die Ware sollte am günstigsten an möglichst kühlen Plätzen gestaut werden.
Stauplätze in der Nähe des Maschinenraums oder über beheizten Doppelbodentanks
vermeiden.
Die optimale Wirksamkeit der den Fettabbau und damit den Vorgang der Selbsterhitzung
einleitenden und intensivierenden Enzyme liegt bei Temperaturen von 35...40°C und damit
bei Temperaturen, die im Ladungsstapel leicht erreicht werden. Aus diesem Grund sollte die
Reisetemperatur zwischen 5...25°C liegen. Kurzzeitig zulässig sind auch Temperaturen bis
30°C. Diese Bedingungen sind jedoch während des Seetransportes nur schwer einzuhalten,
so dass strikt darauf zu achten ist, dass der kritische Wassergehalt der Ware
nicht überschritten wird, um eine Selbsterhitzung möglichst zu vermeiden.
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RF
Feuchte
Sonnenblumen-Expeller erfordert eine bestimmte
Temperatur-, Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
Das Schrot ist vor jeglicher Feuchtigkeit (See-, Regen-,
Kondenswasser) zu schützen, da Feuchte Schimmel, Muffigwerden und
Selbsterhitzung fördern.
Feuchte begünstigt sowohl die hydrolytisch-enzymatische als auch die biologische
Selbsterhitzung durch Mikroorganismen und kann durch einen zu hohen Wassergehalt der Ware
(kritischer Wassergehalt 10,5%) oder aber auch von außen (zu hohe rel. Luftfeuchte
(kritische Gleichgewichtsfeuchte liegt bei 75%), Seewasser, Regen) herangeführt
werden.
Bei einem Wassergehalt < 5% besteht die Gefahr der oxidativen Fettspaltung,
Pulverisierung/Staubexplosion und Selbsterhitzung.
Der hohe Rohfaseranteil des Sonnenblumen-Expellers führt zu verstärkter
Aufnahmebereitschaft für Feuchtigkeit.
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RF
Lüftung
Sonnenblumen-Expeller erfordert eine bestimmte
Temperatur-, Feuchte- und Lüftungs-Kondition (LK VII) (Lagerklima-Kondition).
Empfohlene Lüftungs-Kondition: Oberflächenventilation.
Expeller in "Bulk" wird häufig ohne Belüftung gefahren, da es sonst durch den hohen
Ölgehalt zur Autoxidation und damit zur Selbsterhitzung kommen kann.
Aufgrund der Hauptursachen für die Selbsterhitzung von pflanzlichen
Pressrückständen ergeben sich bei der Lüftung zwei Probleme:
 |
Bei einem zu hohen Wassergehalt der Ware (Sonnenblumen-Expeller > 10%) führen
örtliche Überhitzungen durch Enzyme oder Bakterien zur Selbsterhitzung. Die entstehende
Wärme muss durch ständiges Lüften über ein gutes Lüftungssystem abgeführt werden.
Eine Trocknung durch Lüftung ist nützlich, ihre Effektivität aber fraglich. So steigt
auch mit zunehmender Erhitzung die Intensität der Wasserdampfabgabe. Die Tätigkeit der
auslösenden Mikroorganismen wird durch Nichtlüften des Laderaums nicht unterbunden, da
es sich bei den thermophilen (= wärmeliebenden) Bakterien zum Teil um Anaerobier
(benötigen zur Lebenserhaltung keine Sauerstoffzufuhr) handelt. |
 |
In einer Ware mit zu geringem Wassergehalt (Sonnenblumen-Expeller < 5%), bei der mit
oxidativer Fettspaltung gerechnet werden muss, muss die Sauerstoffzufuhr unterbrochen
werden, da diese den Vorgang sonst beschleunigen würde. Der Versuch, die Ladung durch
Lüftungsmaßnahmen zu kühlen, verstärkt den Oxidationsvorgang durch die Luftzufuhr noch
zusätzlich. |
In Fall 1 ist Lüftung hilfreich, in Fall 2 aber gefährlich. Die richtigen
Lüftungsmaßnahmen können nur getroffen werden, wenn man die Eigenschaften
(Abladetemperatur, Wassergehalt, bisherige Lagerdauer) der Ware kennt. Wird jedoch eine
Großpartie aus unterschiedlichen Teilpartien zusammengestellt, ist es durchaus möglich,
dass beide oben beschriebenen Ursachen im gleichen Ladungsstapel auftreten können.
Zur Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden an der Ladungsoberfläche darf nicht mit
kalter Außenluft ventiliert werden. Die Ventilation muss dann auf Abluft geschaltet
werden.
Vom Versender sollte man ein Zertifikat über Restölgehalt, Wassergehalt und
Ablagerungszeit verlangen.
Bei einem intensiven Oxidationsprozess im Laderaum kann die produzierte Wärmemenge
keinesfalls durch Lüftungsmaßnahmen abgeführt werden. Dies ist im besonderen der Fall,
wenn eine oxidationsbereite Teilpartie mit geringem Wassergehalt neben einer
feuchtereichen Teilpartie geladen wird.
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RF
Biotische Aktivität
Sonnenblumen-Expeller besitzt eine biotische Aktivität
3. Ordnung.
Er gehört zu den Produkten mit unterbrochenen Respirationsprozessen, bei denen jedoch
weiterhin mikrobielle, biochemische und andere Zersetzungsprozesse ablaufen.
Die Ladungspflege muss besonders darauf ausgerichtet sein, den Vorgang der Fettspaltung
einzuschränken und damit eine eventuelle Selbsterhitzung der Ware zu verhindern.
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RF
Gase
Ein Anstieg des CO2- und CO-Gehalts
der Laderaumluft sind Indikatoren für einen beginnenden Ladungsbrand. CO2 wirkt erstickend auf den Brandherd, weil es den
Sauerstoff verdrängt.
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RF
Selbsterhitzung / -entzündung
Ölgehalt: 1,5 ... 7,0% [1]
Sonnenblumen-Expeller unterliegt der Gefahr der
Selbsterhitzung/-entzündung.
Nach IMDG-Code wird Sonnenblumen-Expeller in die
Klasse 4.2 eingestuft. Alle Arten und Sorten
Pellets, Expeller und Extrakte
sind im IMDG-Code unter dem Begriff Ölkuchen bzw. Seed Cake, UN 2217 und UN
1386, zusammengefasst.

Abbildung 1 |

Abbildung 2 |

Abbildung 3 |

Abbildung 4 |
Rauchen bzw. Umgang mit offenem Feuer sind beim Laden, Löschen und Betreten der
Laderäume verboten.
Ursachen und fördernde Faktoren der Selbsterhitzung sind Feuchte,
Sauerstoff, hoher Restölgehalt, hoher Faseranteil und Korngröße.
Sauerstoff fördert die oxidative Fettspaltung. Die Hauptursache der durch oxidative
Fettspaltung verursachten Selbsterhitzung ist in einem zu hohen Ölgehalt zu suchen. Wird
bei Expellern ein Ölgehalt von 7...10% überschritten, werden die Oxidationsprozesse
begünstigt. Ein hoher Anteil des Restöls an ungesättigten Fettsäuren stellt ein sehr
hohes Lagerrisiko dar, da sie bestrebt sind, mit (Luft-) Sauerstoff, der auch in einer
Futtermittelladung reichlich vorhanden ist, durch Autoxidation zu gesättigten Fettsäuren
umzuwandeln. Diese Autoxidation als flammenlose Verbrennung ist mit starker
Wärmeentwicklung verbunden, die in der Futtermittelladung zu gefährlichen Wärmestaus
führen kann, wenn die Wärme nicht nach außen abgeführt wird.
Auch der Rohfasergehalt der Ware fördert die Autoxidation. Die besondere Neigung zur
Selbsterhitzung von Sonnenblumen-Expeller erklärt sich zum Teil aus dem hohen
Rohfaseranteil, durch welchen die dem Sauerstoff ausgesetzte Oberfläche und damit die
Verteilung des Öls über die Faser vergrößert wird.
Von großer Bedeutung für die Förderung von Selbsterhitzungsvorgängen bei
Pressrückständen ist die Ablagerungszeit vor dem Seetransport, wobei sowohl zu kurze als
auch zu lange Ablagerungszeiten nachteilig sein können. So sollte Expeller bei der
Ladungsübernahme Temperaturen aufweisen, die nur unwesentlich (ca. 10%) über der
Außenlufttemperatur liegen. Es muss erkundet werden, ob es sich um
eine Partie aus der Vorjahresproduktion handelt. Ungünstige Lagerungsbedingungen während
der Zeitspanne vor der Verschiffung können bewirken, dass die Ware schon mit erhöhter
Temperatur an Bord gelangt. Während der Ladungsübernahme sind deshalb laufende
Temperaturmessungen erforderlich.
Als Hauptrisiko für den Transport bleibt bei jeder landseitig erwärmten Ladung,
dass die Ware mit Temperaturen über 55°C geladen wird, diese Temperatur im Laderaum
beibehält und sich wegen der schlechten Wärmeleitfähigkeit der Ware Stellen mit
bleibendem Wärmestau für die ganze Dauer des Transportes aufbauen. Je länger ein
solcher Transport dauert, desto größer die Schadensfolgen aus der Erwärmung.
An den Stellen mit einem Wärmestau ab 60°C setzt nach und nach der
Autoxidationsvorgang des restölhaltigen Futtermittels ein und bleibt bestehen, da die
ungesättigten Fettsäuren oxidieren. Es kommt nicht zu einer größeren Ausbreitung der
Wärmenester. Aber es kommt zur Austrocknung der Ware mit einer Feuchtigkeitswanderung von
unten nach oben und zu einer Ansammlung von Wasserdampf in dem Raum zwischen
Ladungsoberfläche und Unterkante Lukenabdeckung bzw. Wetterdeck. Diese
Wasserdampfansammlung bei stets möglichst luftdicht abzuschließender Lukenabdeckung
stellt die wirksamste Art der Feuerbekämpfung dar. Dadurch wird die Zuleitung von
Sauerstoff von außen abgeblockt.
Nach IMDG-Code / IMO müssen Schiffe mit Anlagen
zum Einleiten von CO2 oder Inertgas ausgerüstet sein.
Von Bedeutung für die Selbsterhitzung ist auch die schlechte Wärmeleitfähigkeit von
Pressrückständen. Die Selbsterhitzung kann im Inneren der Ladung an verschiedenen
Stellen zugleich auftreten und sich so steigern, dass eine Verkohlung (Abgabe von
Wasserstoff und Zurückbleiben von Kohlenstoff) auftritt. Die dadurch entstandene
feinporöse Kohle hat die Eigenschaft, bei Zutritt von Sauerstoff aufzuglühen.
Wegen der schlechten Wärmeleitfähigkeit der Ware sind Temperaturmessungen zum
Erkennen von Gefahrenherden recht aufwendig. Es müssen zahlreiche Messungen
durchgeführt, und auch innerhalb des Stapels muss gemessen werden. Lediglich
Oberflächenmessungen reichen nicht aus.
Aus der schlechten Wärmeleitfähigkeit ist auch die späte Feststellung eines
Brandherdes zu erklären. Die besondere Gefahr besteht darin, dass die Ladung ohne
wesentliche Rauchentwicklung im Inneren des Stapels brennt. Der Brandherd frist sich
einen Hohlraum, so dass das Betreten der Ladungsoberfläche durch das Einbrechen in
derartige Hohlräume zu tödlichen Unfällen führen kann.
Um einen beginnenden Ladungsbrand rechtzeitig zu erkennen, wird empfohlen,
regelmäßige Gasbestimmungen der Laderaumluft durchzuführen. Ein rasch ansteigender CO2-Gehalt
deutet auf verstärkte mikrobiologische Aktivität, verbunden mit einer Wärmeentwicklung
innerhalb der Ladung, hin. Diese Wärmeentwicklung führt letztendlich dazu, dass
sich die
Ladung unter Entwicklung von Kohlenmonoxid (CO) selbst entzündet. Das CO-Gas wird auch
als sicherste Indikation für einen Brand angesehen. 0,002...0,005 Vol.-% CO in der Luft
gelten als normal, während die Werte bei einem Ladungsbrand auf über 1 Vol.-% ansteigen.
Beim Löschen können bei erhitzter Ladung kleine Flämmchen an der freiwerdenden
Oberfläche auftreten: flüchtige Gase, die sich in der Ladung im Verlaufe der
Selbsterhitzung gebildet und einen Flammpunkt um 60°C haben, hatten sich selbst
entzündet. Sie bringen die restliche Ladung nicht zum Brennen, da die Zündtemperatur der
meisten organischen Ladungen bei 300...500°C liegt. Treten solche Flämmchen oder
glimmende Oberflächenteile vereinzelt auf, kann man sich dadurch helfen, dass man die
letzte aufgenommene Greiferladung auf den betreffenden Bereich im Laderaum zurückkippt,
so dass die Flämmchen ersticken.
Die weiteren Phasen der Selbsterhitzung bis zu einem eventuellen Ladungsbrand sowie die
zu ergreifenden Maßnahmen sind "Kapt. Becker, R.:
Ablauf der Selbsterhitzungsvorgänge restölhaltiger Futtermittel pflanzlichen oder
tierischen Ursprungs, Hamburg 1996" zu entnehmen.
Aus im Laderaum des Schiffes zu beobachtenden Eigenschaften, Temperaturen, Aussehen und
Geruch der Ladung lassen sich Schlüsse ziehen, ob die Ware zu warm geladen worden ist und
ob eine Selbsterhitzung mit mikrobiellem Verderb und nachfolgender Autoxidation abgelaufen
ist.
Dazu müssen beobachtet und festgehalten werden:
 |
das Fließverhalten der Ladung im Haufen (verblockt,
nicht verblockt) |
 |
das farbliche Aussehen der Ware (normal, braun bis
schwarz) und die Verteilung der farblichen
Unterschiede der Ware im Laderaum |
 |
der Geruch der Ware (normal, gesund, frisch, dumpf,
brenzlig) |
 |
die Temperatur und das Aussehen der Ladung in
verschiedenen Höhen der Schüttung |
 |
das Aussehen der Oberfläche der Ladung bei
Lukenöffnung |
 |
das Aussehen von entweichendem Rauch (Wasserdampf
weiß, aus überhitzter Ware mit einer Temperatur
über 90°C schwarz) |
Aus diesen Angaben kann man an Ort und Stelle Schlüsse
ziehen, ob:
 |
die Ware zu feucht geladen worden ist |
 |
die Ware mit zu hoher Temperatur als Folge eines
Trocknungsvorgangs (Toasten) geladen worden ist |
 |
die Ware ohne Beachtung der Ablagerungszeit kurz nach
der Herstellung zur Verschiffung gekommen ist |
 |
es während der Reise einen biologisch bestimmten
Selbsterhitzungsvorgang als Folge der abgelaufenen
Lebensvorgänge von Mikroorganismen gegeben hat |
 |
es eine Selbsterhitzung ohne vorausgegangenen Ablauf
eines biologischen Selbsterhitzungsvorgangs durch
Ablauf eines chemischen Autoxidationsvorgangs
ungesättigter Fettsäuren gegeben hat |
 |
die Ware durch bei der Herstellung erfolgte
Trocknungsvorgänge (Toasten) verfärbt (braun bis
schwarz) geladen worden ist |
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RF
Geruch
| Aktivverhalten |
Sonnenblumen-Expeller besitzt
einen leicht angenehmen Geruch, sollte aber nicht mit geruchsempfindlichen
Waren zusammengelagert werden, da sonst eine Geruchsinfektion möglich
ist. |
| Passivverhalten |
Sonnenblumen-Expeller ist
empfindlich gegenüber unangenehmen und/oder stechenden Gerüchen.
Geruchsinfizierter Expeller wird vom Vieh (besonders von Pferden und
Rindern) nicht mehr angenommen. |
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RF
Verunreinigung
| Aktivverhalten |
Sonnenblumen-Expeller staubt
beim Umschlag stark, so dass bei einem Staub/Luftmischungsverhältnis von
20...2000 g Staub/m³ Luft die Gefahr einer Staubexplosion besteht. |
| Passivverhalten |
Sonnenblumen-Expeller ist
empfindlich gegenüber Verunreinigungen durch Staub, Schmutz, Fette und
Öle. So sollten sich in den Laderäumen bzw. Containern keine Reste von
vorherigen Ladungen, wie z.B. von Erzen, Mineralien, Chemikalien, Salzen,
Düngemitteln, befinden. Ungünstig sind auch ein zu hoher Sandanteil,
Unkrautsamen und Fremdbeimengungen als Verfälschungsmittel. |
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RF Mechanische Einflüsse
Kein Risiko!
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RF
Toxizität / Gesundheitsgefährdung
Anstieg des CO2- und CO-Gehalts der
Laderaumluft sind Indikatoren für einen Ladungsbrand. Vorsicht: Erstickungsgefahr und
Vergiftungsgefahr beim Einatmen! Betreten des Laderaums erst nach ausreichender
Belüftung und Prüfung mit einem Gasspürgerät erlaubt! Der CO-Gehalt kann von
0,002...0,005 Vol.-% auf bis zu 1 Vol.-% ansteigen. Die letale (tödliche) Dosis
liegt bei ca. 0,1 Vol.-%.
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RF Schwund
Während des Umschlags kann es zu geringfügigen Verlusten
kommen (Rieselverluste).
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RF Schädlingsbefall / Krankheiten
Schädlingsbefall, vor allem durch verschiedene Käferarten (z. B. Khaprakäfer), ist
verbreitet. Bei längerer Lagerung besteht die Gefahr des Milbenbefalls, der durch Wärme
und Feuchte gefördert wird.
Wenn es vom Versender oder aufgrund von Einfuhrbestimmungen gefordert wird,
muss eine
Begasung (z.B. mit Methylbromid) erfolgen.
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Quellenverzeichnis | Kontakt - Anbieter | Rechtliche Hinweise | TIS-History |
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© Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), Berlin 1999-2012 |
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