4.3 Vorbereitung am Packgut für den Korrosionsschutz, Reinigung von Oberflächen
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Eine sorgfältige Reinigung der Packgüter ist Voraussetzung, damit die angewandten Korrosionsschutzmethoden überhaupt erfolgreich sein können. Werden nicht alle Schmutz- und Staubpartikel, Säure- und Salzreste von den Oberflächen entfernt und das Packgut nicht vollkommen getrocknet, kann z. B. bei der Schutzschichtmethode Korrosion unter der Schutzschicht einsetzen.
Die Reinigung erfolgt in der Regel mit Lösungsmitteln oder speziellen Reinigern, die oft auf bestimmte Verunreinigungsarten hin entwickelt wurden. Die Industrie bietet hierzu eine Vielzahl von Reinigern an, dabei ist darauf zu achten, dass diese Reinigungsmittel nicht korrosiv wirken. Nach der Reinigung ist für eine vollständige Trocknung zu sorgen sowie zu gewährleisten, dass keine erneuten Verunreinigungen, wie z. B. durch Fingerschweiß, verursacht werden.
4.4 Die Korrosionsschutzmethoden beim Versand
Für den Korrosionsschutz beim Versand von Packgütern werden hauptsächlich drei Methoden eingesetzt:
- die Schutzschichtmethode
- die VCI-Methode
- die Trockenmittelmethode
zusätzlich bei geschlossenen Innenräumen:
Die Auswahl der Methode hat unter Berücksichtigung der Eigenschaften des Packgutes, evt. der Vorkonservierung und nach Maßgabe der vom Konservierungsmittelhersteller zugesicherten Eigenschaften zu erfolgen.
Zu beachten ist, dass die Trockenmittelmethode ihre Schutzwirkung bei einem Öffnen und nicht ordnungsgemäßen, erneuten Verschließen der Innenverpackung durch die Kontrollbehörde (wie Zoll etc.), in einigen Ländern notwendiges Übel vor der Auslieferung der Ware beim Empfänger, verliert. Als moderne Alternative bietet sich in diesem Fall die aktiv wirkende VCI-Methode an. Diese Methode bietet auch bei einem gewollten (Kontrolle des Packgutes) und ungewollten (Verletzen der Schutzhülle) Öffnen der Innenverpackung einen noch aktiv wirkenden temporären Korrosionsschutz an.
4.4.1 Die Inertgasmethode
Die Inertgasmethode wird zur Konservierung von geschlossenen Hohlräumen (Behälter / Rohre) eingesetzt und wirkt über die Atmosphäre durch das Verdrängen von Sauerstoff durch Stickstoff. Bei der Anwendung der Inertgasmethode ist darauf zu achten, dass die Schutzatmosphäre nicht entweichen kann. Dazu werden die Hohlräume mit einem leichten Überdruck befüllt und mittels eines Manometers überprüft.
4.4.2 Die Schutzschichtmethode
Die Schutzschichtmethode ist ein Korrosionsschutzverfahren, bei dem Überzüge auf metallisch blanke Oberflächen aufgebracht werden und diese dann schützen. Voraussetzung für einen wirksamen Schutz ist eine sorgfältige Reinigung und Trocknung der Oberfläche.
Abbildung 12: Blanke Welle mit einer Korrosionsschutzschicht konserviert
Bei der Schutzschichtmethode handelt es sich um eine passive Korrosionsschutzmethode. Sie ist anwendbar für Packgüter mit einfachen Oberflächen, die ohne Probleme eine Entkonservierung – in der Regel Abwaschen und Anlösen des Korrosionsschutzüberzuges durch Lösungsmittel – zulassen.
- Lösungsmittelhaltige Schutzmittel:
Die Qualität dieser Schutzfilme ist als sehr gut zu bezeichnen. Nach dem Auftragen des Schutzmittels auf das Packgut muss das Lösungsmittel abdampfen, damit der erforderliche Schutzfilm gebildet wird. Dieser Trocknungsvorgang kann je nach Art des verwendeten Lösungsmittels und der Filmdicke bis zu mehreren Stunden dauern. Je dicker der Film ist, desto länger dauert die Trocknung. Wird der Trocknungsvorgang künstlich beschleunigt, kann es zu Problemen mit der Anhaftung des Schutzfilms an der Metalloberfläche kommen. Bei sehr dünnen und weichen Schutzfilmen muss stets der Tropfpunkt beachtet werden, da bei zu hohen Oberflächentemperaturen die Gefahr besteht, dass der Schutzfilm besonders an vertikalen Flächen herunterläuft und abtropft bzw. durch Kondenswasser abgewaschen wird. Außerdem müssen die Produkte unbedingt vor bzw. während der Anwendung verrührt werden, um die Komponenten gut zu mischen.
Da lösungsmittelhaltige Korrosionsschutzmittel entflammbar sind, dürfen sie aus Gründen der Arbeitssicherheit nur in geschlossenen Anlagen angewendet werden, Wirkweise siehe in Abb. 13:
Abbildung 13: Wirkweise von lösungsmittelhaltigen Schutzmitteln
Der Überzug vermindert den Zutritt von korrosionsauslösenden Einflussgrößen für die geplante Transport- und Lagerzeit.
- Schutzmittel auf Wasserbasis:
Schutzmittel auf Wasserbasis enthalten keine chemischen Lösungsmittel und erfordern daher bei der Anwendung keine geschlossenen Anlagen. Die Trocknungszeiten sind kürzer als bei den lösungsmittelhaltigen Schutzmitteln. Aufgrund des hohen Wassergehalts sind Schutzmittel auf Wasserbasis stark temperaturabhängig (Gefahr des Gefrierens bzw. der erhöhten Viskosität). Der Vorteil dieser Methode ist die leichte Entfernbarkeit des Schutzfilms, nachteilig wirkt sich jedoch der hohe Wassergehalt aus, der zum Anstieg der relativen Luftfeuchte in den Verpackungsräumen führen kann.
- Korrosionsschutzöle ohne Lösungsmittel:
Die Qualität der Schutzfilme durch Korrosionsschutzöle ohne Lösungsmittel ist nur gering. Sie wird erst durch zugefügte Hemmstoffe (Inhibitoren) erreicht. Da diese Korrosionsschutzöle häufig qualitativ gute Schmieröle sind, werden sie vor allem zum Innenschutz von geschlossenen Anlagen verwendet (Motoren, Getriebe etc.).
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