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Begriffe zum Bereich Papier, Karton, Pappe [English version]


Papier: Flächiger, im wesentlichen aus Fasern meist pflanzlicher Herkunft bestehender Packstoff; flächenbezogene Masse kleiner als 225 g/m2.

Karton: Flächiger, im wesentlichen aus Fasern meist pflanzlicher Herkunft bestehender Packstoff, der hinsichtlich der flächenbezogenen Masse (150 g/m2 bis 600 g/m2) sowohl in das Gebiet der Papiere als auch in das der Pappen hineinreicht. Er ist steifer als Papier und wird im allgemeinen aus hochwertigeren Stoffen hergestellt als Pappe. Karton wird als endlose Bahn hergestellt.

Pappe: Oberbegriff für Voll- und Wellpappe.

Vollpappe: Massive Pappe (im Gegensatz zur Wellpappe) mit einer flächenbezogenen Masse (Flächengewicht) > 225 g/m2; einlagig oder gegautscht; auch zusammengeklebt, beklebt, imprägniert oder beschichtet; als Maschinenpappe oder Wickelpappe hergestellt.

Wellpappe: Pappe aus einer oder mehreren Lagen eines gewellten Papiers, das auf Papier oder Karton geklebt ist. Es wird zwischen ein- und mehrwelliger Wellpappe unterschieden:

Einseitige Wellpappe besteht aus einer Lage gewellten Papiers, das auf Papier oder Karton geklebt ist.
Einwellige Wellpappe besteht aus einer Lage gewellten Papiers, das zwischen zwei Lagen Papier oder Karton geklebt ist (auch als zweiseitige Wellpappe bekannt).
Zweiwellige Wellpappe besteht aus zwei Lagen gewellten Papiers, die durch eine Lage gewellten Papier oder Karton miteinander verklebt sind und deren freie Außenflächen ebenfalls mit je einer Lage Papier oder Karton beklebt sind.
Dreiwellige Wellpappe besteht aus drei Lagen gewellten Papiers, die durch zwei Lagen Papier oder Karton miteinander verklebt sind und deren Außenflächen ebenfalls mit je einer Lage Papier oder Karton beklebt sind.


Schachtel: Ein- oder mehrteiliges, meist quaderförmiges, verschließbares Packmittel in verschiedenen Bauarten, Ausführungen und Lieferformen als Grund-(Einzel-), Sammel-, Außen-(Versand-), Verkaufs- oder Mehrzweckverpackung. Die Benennung "Karton" soll für Schachtel nicht verwendet werden. Man unterscheidet:

Aufrichteschachtel: Fertig geklebte, einteilige Schachtel mit anhängendem Einsteckdeckel bzw. übergreifendem Deckel (Klappdeckelschachtel) oder fertig geklebte, zweiteilig aus Unterteil (Boden) und Oberteil (Deckel) bestehende Stülpdeckelschachtel. Seitenwände oder Laschen der Schachtel sind mit Schrägrillen versehen und durch Klebung so miteinander verbunden, dass die Schachtel flach liegend angeliefert werden kann und nach Auffalten und Aufrichten der Wandungen gebrauchsfertig ist.
Faltschachtel: Als Lieferform: Oberbegriff für Verkaufs-, Lager- und Versandverpackungen verschiedener Bauart, die gebrauchsfertig flachliegend geliefert und erst vom Verwender aufgestellt oder aufgerichtet werden.
Als Bauart: Faltbare Schachtel, die aus einem Faltschachtelrumpf (Zarge) mit seitlicher, parallel zur Höhe verlaufender (Fabrikkanten-) Verbindung und anhängenden Boden- und Deckelklappen bzw. anhängendem Einsteckboden und -deckel besteht.
Schachtelzuschnitt: Packmittelzuschnitt bestimmter Form und Ausführung, auch vor- bzw. randgeklebt, der mit Rill-, Ritz-, Perforier- oder Schneidlinien und gegebenenfalls mit Ausstanzungen versehen ist. Er dient zur Herstellung einer Schachtel oder eines Schachtelteils.


Steige: Stapelfähiges, standfestes Packmittel zum Transport und zur Lagerung, vorwiegend für leicht verderbliche Lebensmittel (z.B. Obst, Gemüse, Frischfisch):

aus Holz, bestehend aus Boden, zwei Seiten- und zwei Kopfteilen (Köpfen), die durch Eckleisten miteinander verbunden sind. Die Eckleisten stehen in der Regel nach oben über
aus verformten Kunststoffen oder Schaumkunststoffen in Kastenform
aus Vollpappe oder Wellpappe, meist in Kastenform
in Werkstoffkombination verschiedener Bauart


Festigkeitseigenschaften von Packstoffen aus Pappe:

Berstfestigkeit: Kraft, die eine Packstoffprobe beim Einwirken eines Druckes dem Bersten entgegensetzt.
Durchstoßarbeit: Arbeit, die aufgewendet werden muss, damit ein Durchstoßkörper von bestimmter Form und bestimmten Abmessungen eine Probe vollständig durchstößt. Die Durchstoßarbeit wird verbraucht zum Einstechen, Weiterreißen und Aufbiegen der Probe.
Kantenstauchwiderstand: Widerstand, den ein rechteckig aufgestelltes Prüfmuster aus Pappe (vorwiegend bei Wellpappe) definierter Größe einer Kraft bis zum Zusammenbruch entgegensetzt.