Schadenfälle aus der
Praxis
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| Vortrag von Herrn Kapt. Stradt, freier
Sachverständiger, Hamburg |
Im ersten Schadenfall handelt es sich um einen
Kakaotransport von Westafrika nach Hamburg. Es handelte sich hierbei um 2000 t Kakao in
Jutesäcken auf einem Stückgutschiff in einem rechteckigen Laderaum, welcher von
Wing-Tanks begrenzt war. Die Wing-Tanks waren nicht mit Ballastwasser gefüllt.
An Deck war Stauholz im Kreuzgarnier ausgelegt und die
Seiten sowie die Vorkanten des Laderaumes waren ebenfalls mit senkrecht gestelltem
Stauholz versehen worden. An Deck sowie an den Seiten war das Stauholz zusätzlich mit
Papier abgedeckt bzw. abgehängt.
Schaden: Ca. 20 % der Ladung kamen
teilweise oder vollkommen verschimmelt in Hamburg an.
Ursache: Das verwandte Stauholz war zu
feucht.
Holz kann Feuchtigkeit bzw. Wasser bis zu seinem
Eigengewicht aufnehmen. Voraussetzung hierfür ist die ausreichende Versorgung mit Wasser.
Wahrscheinlich wurde das Stauholz in Afrika im Freien gelagert und dort regelmäßig durch
Regen durchfeuchtet.
Durch die Tatsache, daß die Wing-Tanks ohne Ballastwasser
gefahren wurden, wirkten diese durch die in ihnen enthaltene Luft isolierend gegen
niedrige Außentemperaturen. Dieser besondere Umstand brachte es mit sich, daß eigentlich
kein seitliches Garnier von Nöten gewesen wäre. Der Kakao selbst war nicht zu feucht; es
entstand ausschließlich Schimmel an den Stellen, an denen die Kakaosäcke mit dem
verwandten Stauholz in Berührung gekommen waren.

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Abbildung 2 |

Abbildung 3 |

Abbildung 4 |

Abbildung 5 |

Abbildung 6 |
Containertransport
Insbesondere im Winterhalbjahr kann es bei
Containertransporten von Kakao zu erheblichen Problemen kommen. Kakao ist ein
hygroskopisches Gut und kommt mit 6 bis 8 % Wassergehalt zur Verschiffung. Das bedeutet,
daß ein 20'-Container mit 20t Kakao 1200 bis 1600 kg Wasser mit sich führt. Kakao stellt
bei einer Temperatur von 20 °C und bei den o.g. Wassergehaltsmengen eine
Gleichgewichtsfeuchte von 75 bis 85 % in der ihn umgebenden Containerluft ein. Fällt die
Außentemperatur, steigt die relative Feuchte im warmen" Container an und
kondensiert schließlich am Containerdach. Später kann es auch zur Kondenswasserbildung
an den Containerwänden kommen.
Verstärkt kommt dieses Phänomen bei der Löschung von
Kakaocontainern aus den relativ warmen Luken eines Containerschiffes im Winterhalbjahr bei
Minustemperaturen zum Tragen. Innerhalb kürzester Zeit kondensiert die Feuchtigkeit an
der Containerdecke und fällt als Wasser auf die Ladung nieder. Gegen dieses Wasser wird
die Ladung häufig mit Papier abgedeckt. Dieses Papier kann den Schaden nicht verhindern,
den Schadenzeitpunkt sehr wohl - um 24 oder 48 Stunden in die Zukunft verlegen. Hierdurch
ist Zeit gewonnen, um den Container zu strippen". Ist es nicht umgehend
möglich, den warmen" Container innerhalb kürzester Zeit nach der Löschung
aus dem Containerschiff zu strippen, kann die umfangreiche Kondensation durch das Öffnen
der Türen stark verlangsamt werden.
Am Markt werden teilweise Trockenmittel angeboten, um, in
den Container eingebracht, die Feuchtigkeit aufnehmen zu können. Da die vorhandenen
Wassermengen im Container erheblich sind und der Kakao in seiner Umgebung hohe
Gleichgewichtsfeuchte einstellt, werden die Trockenmittelbeutel schon vor dem eigentlichen
Problemzeitpunkt (das Löschen im kalten Zielhafen) gesättigt sein. Das eigentliche
Abregnen" der extremen Feuchtigkeit beim Löschen im kalten Zielhafen können
diese Trockenmittel nicht verhindern.

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Abbildung 8 |

Abbildung 9 |

Abbildung 10 |

Abbildung 11 |

Abbildung 12 |
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